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Lobo antwortet Fleischhauer: Die Goldmedaille in Privilegien-Blindheit
imago/ Christian Mang

Nachdem viele Journalisten kürzlich "Nazis raus" twitterten, schrieb Jan Fleischhauer eine SPIEGEL-Kolumne mit der Überschrift "Nazis rein". Dahinter steckt viel mehr als nur ein kindischer Wunsch nach Provokation.

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cabeza_cuadrada 24.01.2019, 14:44
170. Interessanter Beitrag

Zitat von xfbrx
Weil sie sich dadurch angegriffen und bedroht fühlen. Die Definition, dass jeder ein Nazi sei, der nicht die Grünen wählt könnte auch doppelte Ironie gewesen sein. Zumindst AfD Wähler sind ja bekanntlich Nazis, deswegen ist die AfD ja auch verboten und nicht im Bundestag vertreten...(Disclaimer: Auch wenn es unglaublich klingt, ich wähle links) In den USA gibt es das Motto "Punch a Nazi", und Trends aus den USA schwappen gerne mit etwas Verzögerung zu uns rüber. Nur wer ist da ein Nazi? Jeder, der es in den USA wagt eine MAGA (make america great again) Mütze zu tragen. Aktuellstes Beispiel: #facecrime, #magakid. Da ist ein Jugendlicher, des es wagt rumzustehen(er wartet mit seinen Mitschülern auf einen Bus), und zu grinsen, und eben eine MAGA Mütze zu tragen. Da wird (von Twitter-Blue-Checkmarks!) dazu aufgerufen seine Identität zu veröffentlichen und es Belohnungen ausgelobt für Menschen, die ihm eine reinhauen. Die (bekannt und sehr eindeutig!) homophoben Rassisten, die daneben stehen werden natürlich ignoriert, weil sie schwarz sind(Black Hebrew Israelites). So weit sind wir zum Glück in Deutschland noch nicht, aber ich sehe es kommen, und es fängt eben mit belanglosen "Nazis raus" Tweets an.
auf den ich jetzt trotzdem nicht genauer eingehen möchte. Aber was ich anmerken muss, ist dass es doch sehr erstaunlich ist, dass jeder Kommentar hier der etwas differenzierter daher kommt irgendwo im Text eine kleine Bemerkung enthält in der sich der Forist erklärt kein AfD Wähler oder sogar explizit Wähler der Linken zu sein um nicht Gefahr zu laufen als Nazi beschimpft zu werden. Und selbst dieser Hinweis reicht manchen Foristen nicht aus, wie schon oft zu lesen war. Spricht das nicht Bände über die aktuelle Situation im Land?

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kaffeepause9h30 24.01.2019, 14:47
171. Ich bin schockiert, Herr Lobo.

Daß Sie rumlaufen wie ein pubertierender Vorstadt-Punker, geschenkt - ist Ihre reine Privatangelegenheit. Daß Sie sich mit einer linksextremen Aura umgeben, ebenso. Aber Kollegen öffentlich an den Pranger setzen, diesen zu denunzieren und der gemeinen Leserschaft zum Fraß vorwerfen, das ist nun wirklich aller unterste Schublade!
Hajo Friedrichs sagte einmal: Zitat "Einen guten Journalisten erkennt man daran, daß er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten." Da der "Kampf gegen Rechts" die beste aller guten Sachen ist, muß man ausnahmsweise dafür Verständnis aufbringen, daß Sie mit den Wölfen heulen. Auch geschenkt, denn Sie haben ja auch nie behauptet, "ein guter Journalist" zu sein. Was Sie unter Haltung verstehen, ist nichts anderes als gesinnungs-konjunktureller Opportunismus. Vielleicht sollten Sie sich beim "Zentrum für politische Schönheit" einen neuen Job suchen. Die brauchen noch Leute we Sie!

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heissSPOrN 24.01.2019, 15:00
172. Maso?

"Denn das Wichtigste an der Kolumne ist meiner Ansicht nach nicht der Inhalt und auch nicht die Überschrift - sondern die Reaktion auf die Überschrift. Es geht um die Provokation "der anderen", präziser: der Linken und Liberalen."
Wer als Linker oder Liberaler die Texte von Herrn Fleischhauer noch zur Kenntnis nimmt, muss eine zutiefst masochistische Ader haben - oder es, wie Herr Lobo, aus beruflichen Gründen tun. Ich verderbe mir meine Tage jedenfalls nicht mit der Lektüre Fleischhauersche Ergüsse.

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Fuxx81 24.01.2019, 15:01
173. Der Schuster und seine Leisten

Zitat von cat69
Die sozialen Medien sind wie für ihn erfunden. Sachlich liefert er selten etwas. Für mich ist es überflüssig und selten von dem Unterhaltungswert den Fleischhauer oder Broder bieten. Er ließt sich wohl gerne selbst.
Lobo ist recht gut, wenn er über Internet und Digitalisierung schreibt, ein Thema also, von dem er halbwegs Ahnung hat. Wenn es um allgemeine politische Themen geht, merkt man jedoch deutlich, dass hier ein Laie mit viel gefährlichem Halbwissen unterwegs ist, der sich gemäß des Dunning-Kruger-Prinzips für wesentlich kompetenter hält, als er in Wahrheit ist.

Ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, dass er solche Themen nicht mehr ansprechen soll (ich gebe ja auch überall meinen Senf zu), es wäre aber ratsam, dann ein wenig bescheidener auftzutreten. Ich kann zwar nicht lesen, was Fleischhauer in diesem Fall geschrieben hat, aber ich gehe jede Wette ein, dass es um eine Größenordnung scharfsinniger war, als diese Replik.

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lexrab 24.01.2019, 15:16
174. Mach ich doch gerne,

Zitat von SIR-ENE
Da wohl keiner der Autoren ihnen antworten wird, Sie vermutlich nicht mal mehr nachschauen, ob überhaupt jemand reagiert hat auf ihren Kommentar, empfehle ich mal folgendes: Sorgen Sie einfach für mehr Gerechtigkeit überall dort, wo Sie Einfluss ausüben können. (Es gibt viel mehr Gelegenheit, als viele wahrnehmen.) Die korrekte Zielsetzung im Kopf würde dabei schon viel helfen. Bemühen Sie sich dann auch noch darum, dass andere ihnen gleichtun, wird die Rechtswirtschaft in ein paar Jahren nicht mehr viel Arbeit haben mit zu vielen Aufmüpfigen, zumal viele davon sich Ungerechtigkeiten nur einbilden, weil sie die wesentliche Zielsetzung hinter jedem möglichst gerechten Geben und Nehmen nicht im Kopf haben ...
wenn Sie mir sagen können was "gerecht" bzw. "Gerechtigkeit" ist.

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lomexx 24.01.2019, 15:18
175. Hmmm...

... weiß nicht.

Normalerweise bin ich je geradezu ein Fan von Lobos Gegewarts-Analysen - aber sollte ein Text, der mit "Lobo antwortet Fleischhauer" überschrieben ist, nicht irgendwie auch eine Antwort auf Fleischhauer enthalten - und sich nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dessen Kolumne mit der lapidaren Floskel drücken:

"Der dazugehörige Kolumneninhalt ist im Detail gar nicht so wichtig, es handelt sich wohl um eine textliche Turnübung, um die abstruse Überschrift in eine nicht rechtsextreme Richtung zu wenden."

So müsste es korrekter heißen: "Lobo reflektiert mal eben ein bisschen rum über eine provokante Überschrift Fleischhauers, welche im dazugehörigen Kolumnentext zwar eindeutig relativiert und eben als provokante Überschrift gekennzeichnet wurde, letztlich also gar nicht explizierter Inhalt von Fleischhauers Meinungsäußerung war, sondern nur ein Werbebanner, aber egal..."

Leider diesmal eher schwach.

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vera gehlkiel 24.01.2019, 15:23
176.

Ich, als feministisch-revolutionär eingestellte Frau, bin irgendwie, Jungs & Kerle, am Punkt der Ratlosigkeit. Heut morgen mach ich so mein Chill-Out nach dem geilen Laufen in der kalten Luft vor dem Morgenmagazin von der ARD, bewundere das wirklich hübsche Kleidchen, das die stets propere Suanne Link mal wieder trägt, und sehe auf einmal dann Andreas Scheuer, ganz schwer atmend vor Wintergipfeln. Der "Vekehrsminister" (beachte An- und Abführungszeichen!) räumt in seiner Maschinenhacker-Sprache, aus geläufig visionär zukunftskritischen Filmen des Kanadiers James Cameron entlehnt, die Besorgnis von mindestens fünf Milliarden mitdenkenden Menschen dieser Erde zu Verkehrsinfarkt und Klimawandel durch Luftverschmutzung mit einigen Floskeln ab, welche diese ganzen Leute in den Stand histrionischer Hysterikerinnen, oder umgekehrt, zurückversetzen, um darauf sein Männerbündisches "Faszinosum der Mobilität" zu setzen. Echt da blieb die Luft weg, bei mir. Aus der nachfolgenden Wut (schliesslich bezahle ich als Overachieverin ja eine Menge Steuern für solche Schwanzträger mit schlechtem Sex, und ihre redundanten Cliquenwirtschaften) entstand in mir die saugute Lust, selbst wieder viel mehr Palaver zu machen, etwa ab jetzt sofort das Begonnenhaben der Revolution der Frauen, und zwar aller Frauen, ohne Ausnahme, zum festen Bestandteil der öffentlichen Agenda meiner Mitteilungen zu machen. Wir lernten aus der Geschichte, ohne sie, also das Primat der Penisse, überzubewerten. Aber jetzt wiederholt sich Geschichte doch etwas zu tranig und selbstverständlich, und zwar ganz ohne Not, einfach nur aus männlichem "Daffke", wie Berliner sagen, als dass wir weiterhin auf unsre berühmt berüchtigte Engelsgeduld setzen dürfen.

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Jürgen Streich 24.01.2019, 16:02
177. Sehr gut und wichtig...

... dass Sascha Lobo den Jan Fleischhauer in dieser Deutlichkeit abwatscht. Fleischhauer hat sich längst zu einem gar nicht mehr harmlosen Pausenclown entwickelt. Es ist mir ein Rätsel, warum der SPIEGEL dessen Eskapaden immer noch mitmacht und ihnen ein Forum bietet. Es soll wahrscheinlich so etwas wie innere Pressefreiheit dokumentieren, aber die missbraucht Fleischhauer mit seiner eindimensionalen Weltsicht schon lange. Ich hoffe, dass sich daran unter der neuen Chefredaktion bald etwas ändert.

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Timbuk3 24.01.2019, 16:09
178. Ich danke Ihnen

Zitat von tmattm
Ich habe in meinem Kommentar einen Fokus auf Individualität gesetzt in Abgrenzung zum kollektivistischen Denken der Identitätspolitik, welches ich vollkommen ablehne.
... für die Ergänzung! Reines kollektivistisches Denken lehne ich ebenfalls ab und wollte diesem auch nicht das Wort reden! MfG

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Patrik74 24.01.2019, 16:26
179. Wehrhafte Demokratie

Zitat von cabeza_cuadrada
auf den ich jetzt trotzdem nicht genauer eingehen möchte. Aber was ich anmerken muss, ist dass es doch sehr erstaunlich ist, dass jeder Kommentar hier der etwas differenzierter daher kommt irgendwo im Text eine kleine Bemerkung enthält in der sich der Forist erklärt kein AfD Wähler oder sogar explizit Wähler der Linken zu sein um nicht Gefahr zu laufen als Nazi beschimpft zu werden. Und selbst dieser Hinweis reicht manchen Foristen nicht aus, wie schon oft zu lesen war. Spricht das nicht Bände über die aktuelle Situation im Land?
Eigentlich wäre es Aufgabe des Staates darauf hinzuwirken, dass gewisse Grenzen im öffentlichen Raum nicht überschritten werden.

Leider ist es aber so, dass es in unserem Sicherheitsapparat eine - sagen wir mal - hohe Toleranzschwelle gegenüber rechtem Gedankengut gibt; das führt dazu, dass die Strategie der fortgesetzten Provokation durch die Rechten erfolgreich war, weil ihr viel zu wenig entgegengesetzt wurde. Meiner Ansicht nach gehören 50% der Protagonisten der AfD wegen Volksverhetzung in den Knast und nicht ins Parlament (jaja, ich weiß: linker Totalitarismus, wir leben in einer Meinungsdiktatur, das wird man ja wohl noch sagen dürfen... Nein, darf man eben nicht!)

Deshalb liegt es nun an der Zivilgesellschaft, diesen Kampf zu führen; und wie immer, wenn der Plebs die Angelegenheiten regelt, gelingt das mal mehr, mal weniger elegant.

Schöner wäre es, wenn der Staat seinen verfassungsmäßigen Auftrag wahrnehmen würde, und dafür sorgte, dass der öffentliche Diskurs von Hetzern reingehalten würde; dann könnte man sich in zivilisiertem Rahmen inhaltlich über bestimmte Themen auseinandersetzen - aber mit Schürzenmädchen und Stiefelmännern hat das alles keinen Sinn.

Es ist frappierend, wie dünnhäutig die Maulhelden des Anti-PC werden, wenn sie auch nur ansatzweise mit Mitteln konfrontiert werden, die sie für sich selbst in der öffentlichen Debatte als legitim empfinden...

Dass "die aktuelle Situation im Land" so ist wie sie ist, haben sich die Rechten selbst zuzuschreiben; sie haben mit der rhetorischen Eskalation begonnen, wohl in der Hoffnung damit die Mehrheit für sich zu gewinnen. Hat nicht geklappt, Pech gehabt. Jetzt müssen sie damit leben, dass ihnen bei jeder Gelegenheit der Sturm ins Gesicht bläst, den sie selbst gesät haben - und das ist auch gut so!

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