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Medien und die US-Wahl: Das Ende unserer Gewissheiten
DPA

Die Wahl von Donald Trump zeigt, wie Meinungsforscher und Medien an den Mechanismen moderner Meinungsbildung scheitern. Für liberal denkende Menschen erwächst daraus eine neue Aufgabe.

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almeo 09.11.2016, 16:32
80.

Zitat von Olaf Köhler
Wie dachtet Ihr denn bisher, wie ein BK Petry zu verhindern ist?
Naja, ICH dachte bisher immer, dass es am Ende eben doch mehr gemäßigte als radikale Kräfte in einer Gesellschaft gibt, die Veränderung lieber mit einem Plan als mit der Brechstange sehen wollen - und dass das alleine verhindert, dass extreme bis extremistische Meinungen eben jene Gesellschaft und die Politik dominieren können.
Trump beweist allerdings, dass frustrierte Menschen offensichtlich bereit sind, ihr Leid sogar noch zu verschlimmern, nur damit andere ihre Frustration erkennen. Oder aber - fast noch schlimmer - bereit sind, ihre Probleme auf eine andere Bevölkerungsschicht abzuwälzen, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet. Das halt ich für ziemlich kurzsichtig und hochgefährlich.
Schlussendlich widerlegt es auch die These, dass Menschen aus Fehlern lernen. Ich hätte bisher eine politische Eskalation a la Weimarer Republik in Deutschland für unmöglich gehalten, denn eigentlich sollten wir dafür unsere Geschichte gut genug kennen, aber nach Brexit und Trump wäre ich jetzt vorsichtiger mit einer solchen Einschätzung.

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held_der_arbeit! 09.11.2016, 16:38
81. Das Problem an Umfragen

ist das sie die tatsächliche Mobilisierung nicht messen. Fragt man Leute auf der Straße oder am Telefon sind sie eher für Clinton, klar. Aber sind sie stark genug von Clinton überzeugt das sie auch zur Wahl gehen? (Zumal in einem so Wählerfeindlichen Land wie den USA wo das stundenlanges Schlangestehen an einem Arbeitstag bedeutet).
Trumps Wähler waren ein immer noch erschreckend großer, aber keinesfalls ein mehrheitlicher Teil der Bevölkerung. Aber anders als Hillary's Wähler waren sie motiviert.

Die Medien und auch die Umfragen haben die ohnehin schon geringe Motivation (und damit die wahrscheinliche Wahlbeteiligung) durch das konsequente hochjubeln Clintons und ihres vermeintlich sicheren Sieges noch weiter untergraben.
Derselbe Fehler wurde sowohl beim Brexit als auch beim gescheiterten Friedensvertrag mit der FARC gemacht. Man hätte es wissen können. Wissen müssen.

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it--fachmann 09.11.2016, 16:42
82. Was hat denn Trump mit der NSA zu tun?

Völliger Quatsch! Aber natürlich ist ein Umdenken bei denn Medien gefragt, um einen Trump bei uns zu verhindern. Genauso wie in der Politik. Die Ängste und Sorgen der Menschen endlich ernst nehmen! Und das sind die Abstiegsängste des Mittelstandes, wegen Globalisierung und zunehmender Liberalisierung der Märkte. Oder sagen wir es deutlicher, wir gehen auf eine Diktatur des Finanzkapitals und multinationaler Konzerne zu, die vielen Menschen ihre materielle Grundlage rauben und sie zu einer Existenz am Minimum verdammen wird. Es gibt auch Angst vor Überfremdung, welche auch nicht ganz unberechtigt ist. Statt diese Ängste beim Namen zu nennen, verharren die Medienmacher in ihrer Ideologie, und ihrer Political Correctness (wie Herr Lobo, der bei allem gleich wieder mit seinem Lieblingsthema NSA kommt). Und die Politik macht es genauso. Es ist daher kein Wunder, wenn viele Menschen einem charismatischen Populisten in die Arme laufen. Gott sei Dank haben wir in Europa noch niemand mit dem Charisma eines Trump. Aber der kann ja noch kommen.

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fuffel 09.11.2016, 17:02
83. verstehe ich nicht

oder verstehe ich als einen "Minderwertigkeitskomplex"?

Ein Journalist macht ein Angebot, sonst doch nichts.

Es gibt kein "neutral", es gibt Argumente, Informationen, Einordnungen ..alles nur Geschichten.

Besser erzählte Geschichten, logischere Argumentationsführung, breitere Informationsquellen.

Und danach nur den Glauben. Den Glauben an Gedankengebäude.

Kein Mensch äußert sich um "neutral" zu bleiben. Selbst die Diagnose Ihres Arztes ist auf Einwirkung gerichtet. Besserung, Linderung, Verhaltensänderung.

und nun - wie doof ist es eigentlich, einem Berufsstand die originären Kompetenzen abzusprechen?

Rennen Sie auch zum Bäcker und erklären dem, wie man echt gutes Brot bäckt?

Unsere Medienlandschaft ist doch extrem gut aufgestellt. Und sorry, ich finde Menschen, die sich Ländern, Gesellschaften und Menschen nähern interessanter, als Onkel Pauli, der sich aus dem Fenster lehnt und die Falschparker aufschreibt - und nun auch auf FB was zu den ganzen Fremdlingen sagen möchte.

Die neutrale Wahrheit? Wir teilen zuviele Informationen, die niemand gelernt hat einzuordnen.

Trump ist völligst egal - eine alberne Idee der Potenz von Politik ob der Richtung des Marktes.

Was steht denn in der Agenda sämtlicher populistischen Bewegungen?

Weiter so! Hurra, wir sind die neue Elite! Gebt der neuen korrupten Oberschicht was ihr könnt! Oder hab ich irgendwo überlesen, das die sich für "ihr Volk" interessieren?

"Dann war das Volk halt zu schwach" um mal unsere, total erfolgreiche nationale Bewegung zu zitieren - diesen Test wollen wir wiederholen? Wie hart seit ihr denn diesmal?

Mauern - Selektion..geil "neutrales" Vokabular.

Naja, nun dürfen wir Frauen wieder in den Schritt greifen, war das Silvester oder Trump?

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zynik 09.11.2016, 17:04
84.

"Dass das politische, mediale, gesellschaftliche Establishment derart intensiv verachtet werden kann, dass man einen rassistischen, sexistischen, völlig unerfahrenen, manipulierbaren und naiven Mann wie Trump wählt - das ist die eindringlichste Botschaft dieser Wahl an die Welt. Politikverdrossenheit hört sich an wie ein etwas sprödes, von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgedachtes Wort. Aber dahinter kann sich der Faschismus erheben.

Trumps Wahl ist deshalb eine Botschaft, die jede auch nur halbwegs demokratische Person verinnerlichen muss. Das machtvollste Überwachungssystem aller Zeiten, verbunden mit einer drohnenbasierten, international angewendeten Tötungsmaschinerie, den Codes für Atombomben, ist nun in den Händen eines jähzornigen, narzisstischen, menschenfeindlichen Lügners."

...und weil das so ist, soll man als aufgeklärter Bürger die rechten Lemminge weiter "ernst nehmen", verstehen, zuhören usw.?

Sorry Lobo, irgendwann reicht es mit dem Entgegenkommen. Irgendwann muss man die Demokratie auch verteidigen.

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Olaf 09.11.2016, 17:07
85.

Zitat von Olaf Köhler
Wie dachtet Ihr denn bisher, wie ein BK Petry zu verhindern ist?
Durch unser anderes Wahl- und Parteiensystem. Außerdem kandidiert Frau Petry ja nicht für die SPD oder die CDU, was sie müsste, wollte sie ernsthaft bei uns Kanzlerin werden.

Trump war ja auch kein Außenseiter, sondern Kandidat der Republikaner.

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attac-pluto 09.11.2016, 17:11
86. Wir müssen nichts herausfinden Herr Lobo.

Wie wäre es denn mit einer gerechten Politik Herr Lobo. Schauen sie sich doch mal in den Medien um. Der letzte Mist wird gemacht, alles mit Zwangsfernsehgeldern oder über Werbefinanzierung bezahlt. Allein in Deutschland werden so 28 Milliarden jährlich aus dem Fenster geschmissen. A,B,C...... Prominente werden mit diesen Geldern unterhalten und uns als Vorbilder vorgeführt. Verantwortungsbewusstes Handeln ist nicht erwünscht, stumpfes Konsumieren ist angesagt. Das alles auf Kosten der Schwächsten dieser Gesellschaft. Darüber wollen sie und Ihresgleichen doch gar nicht drüber nachdenken, denn das hieße, ein wenig den Gürtel enger schnallen. Da verlegen sie sich lieber aufs Schwadronieren darüber, was es herauszufinden gilt und wie man die Rechten stoppen kann. Sie sind Teil des Problems, Herr Lobo. Solange Schaumschlagen und Oberflächlichkeit großgeschrieben wird, wird es keine andere und bessere Gesellschaft geben.

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fördeanwohner 09.11.2016, 17:13
87. -

Zitat von tschoe
...aber diese Kolumne ist so daneben, wie ich es nur aus einem tiefsitzenden Frust erklären könnte. Hätte der Herr doch erst geschwiegen und nachgedacht, wie er es ja auch andeutet. Aber jetzt in einer ersten Reaktion einen demokratisch gewählten Präsidenten mit vielen hässlichen Adjektiven zu bewerfen (... eines jähzornigen, narzisstischen, menschenfeindlichen Lügners...rassistischen, sexistischen, völlig unerfahrenen, manipulierbaren und naiven Mann wie Trump...) zeugt nicht gerade von Demokratieverständnis. Und die vorschnellen Schlussfolgerungen auch nicht: Nicht die Person Trump ist das Problem und Frau Petry auch nicht. Erst Recht nicht die sozialen Medien, die sind nur Mittel zum Zweck und ihr bedient euch derer ja auch gerne. Und was die NSA in diesem Zusammenhang in der Kolumne zu suchen hat? Falsches Ressort! Kommt mal ganz schnell wieder aus eurer geistigen Flughöhe auf den Boden der Tatsachen und hört den Menschen zu, die Teil solcher und ähnlicher Auswirkungen sind. Und ich denke, dass Begriffe wie Politikverdrossenheit, Elfenbeinturm, Laberveranstaltungen u.ä. demnächst nicht mehr so häufig in den Mund genommen werden.
Was hat das mit Demokratieverständnis zu tun?
Wenn Sie den Herrn so geil finden, dann ist das so, aber verlangen Sie von einem Kolumnisten nicht, dass er Ihre Sichtweise wiedergibt! Nach allem, was Trump von sich gegeben hat, kann man sehr gut erkennen, dass er Teil des Problems ist. Er gibt z.B. Rassisten und Sexisten eine Stimme. Und solche Dinge darf ein Herr Lobo auch beim Namen nennen. Ich erwarte das sogar von ihm. Beschreiben Sie bitte Trump doch mal! Welche Attribute würden Sie ihm denn zuschreiben?
Und wenn jemand wie Herr Lobo sie "sozialen" Netzwerke als Problem betrachtet, dann kann man das schon mal ernst nehmen. Sie mögen Mittel zum Zweck sein, aber damit sind sie gleichzeitig auch ein Problem, wenn sie nämlich Lügen und Hass verbreiten und man das nicht mehr kontrollieren kann.

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ichbin2 09.11.2016, 17:14
88. Problem ist ein anderes

Ich denke es geht darum dass die Waehler in den USA (und auch Europa) erkannt haben dass Politiker unglaubwuerdig sind. Aus dem Grund waehlen Sie frische Leute welche NICHT aus dem System kommen (und somit keine Politiker sind).

Ihre Ansatz, Herr Lobo, durch Argumente die Meinung der Waehler umzustimmen (man koennte auch sagen zu manipulieren) funktioniert nicht, weil dies schon seit Jahrzehnen mit Erfolg gemacht wurde und die Leute aber jetzt nicht mehr auf Wortspiele hereinfallen. Man kann diesem Problem nur durch Taten entgegnen, nicht mit Worten.

Konkret heisst dies man muss die Probleme angehen, welche die Menschen bewegt. Stichwort Finanzkrise (Die Krise ist ja nicht geloest worden, sondern nur Ueberdeckt mit anderen Themen...). Alles andere ist nur wieder eine neue Verpackung fuer ein altes Problem welches bestehen bleibt.

Es gibt mit Sicherheit noch andere wichtige Themen ausser der Finanzkrise, jedoch sind die Implikationen welche sich aus Ihrer Loesung ergeben wuerden sehr positiv und wuerden zu einer echten 'Beruhigung' der Menschen beitragen die man auch als Entradikalisierung bezeichnen koennte.

Leider kann man die Loesung eines soll schwierigen Problems nur mit Mut angehen, welcher bei den Politikern nicht vorhanden zu sein scheint. Womit ich wieder zum Anfang meines Kommentares komme.

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larsmach 09.11.2016, 17:15
89.

Zitat von amater
Ihr habt es geschafft! Ich bin stolz auf Euch! Das war ein entscheidender Schlag gegen die homogenen und voreingenommenen Medien, die von intelektuellen Illusionisten geprägt werden, gegen die unsägliche Frau Merkel, sowie gegen die Klimalüge, unter deren Schutz tausende Profiteure aus aller Welt den Klimafonds verbraten. Es war auch der erste Schritt in Richtung einer Aussöhnung mit Russland und daher in Richtung nachhaltigen Weltfriedens.
"Homogene Medien"!?
Wann in der Geschichte der Menschheit hatte jeder Mensch, jederzeit von nahezu jedem Ort auf der Erde die Möglichkeit, Informationen global aus einer Fülle von Quellen abzurufen - und sich selbst sogar einzubringen (oft versteckt hinter einem Pseudonym und selbst dann nicht an Veröffentlichungen gehindert)!?

Als Donald Trump am Tag nach dem Brexit bei seinen Golfplätzen in Schottland war, blamierte er sich mit einem Tweet. Er hatte trotz seiner vielen Aufenthalte im Norden der Insel nicht mitbekommen, dass das seit jeher EU- und Euro-freundliche Schottland deutlich für einen Verbleib in der EU gestimmt hatte.
Die Häme folgte auf dem Fuße.

Monate später war ich - problemlos! - in der Lage, die Titelseiten der schottischen Zeitungen jenes Morgens aus Internet-Archiven abzurufen, weil mich die Frage interessiert hat, ob dieser Mann die Enttäuschung der meisten Schotten und deren erneuten Drang nach Unabhängigkeit zwecks Wiedereintritt in die EU eigentlich nicht übersehen konnte - an jeder Ecke, auf dem Flughafen, wo er nach eigene Worten gerade gelandet war, in den Fernsehnachrichten...
Innerhalb von Minuten hatte ich die Titelseiten gefunden und abgerufen - und tatsächlich stand dort deutlich sichtbar, dass man besser nicht "Just arrived in Scotland. Place is going wild over the vote. They took their country back (...)" twittern sollte, wenn man sich nicht als zukünftiger Präsident einer Weltmacht blamieren wollte.

Fast wortgleiche Reaktionen ("Scotland voted IN you moron") prasselten auf ihn ein.

Da haben wir nun also diese unvorstellbare Möglichkeit, fast sämtliche Informationen der Erde, inklusive vieler historischer Bücher, jederzeit abzurufen...

...und machen keinen Gebrauch davon!
Soll mich angesichst dieser Selbstgerechtigkeit und Arroganz nun all die Dauernörgelei des "kleinen Mannes" beeindrucken? Es gehört schon eine gehörige Portion Realitätsverweigerung dazu!

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