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Medienwandel: Hubert Burda und die Zerstörer des Journalismus

Bei Hubert Burdas Internet-Konferenz DLD in München passiert jährlich etwas Paradoxes. Der Großverleger bewirtet Menschen, die dafür verantwortlich sind, dass sein eigenes Geschäftsmodell zunehmend in Frage steht. Noch nie waren dort so viele Journalismus-Zerstörer versammelt wie im Jahr 2010.

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zwiebelfleisch3 26.01.2010, 14:06
1. Wo sind die anderen Verlagsgiganten?

Hubert Burda scheint damit der einzige deutsche Verleger zu sein, der die derzeitigen und einige zukünftig wichtige Leute der Szene persönlich kennt. Gute Arbeit.
Der Rest der deutschen Verlagsszene trifft sich lieber mit der Politik, um dumme und nutzlose Gesetze zu entwickeln, die unter dem Druck der jungen Wähler und der Wirklichkeit des Internet dann eh nicht kommen und nichts nutzen.
Niggemeier schreibt immer "Geht sterben". So schnell wird es nicht kommen, aber nur wer wie Burda rausgeht statt sich einzuigeln, hat eine kleine Chance.

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Truffaut 26.01.2010, 14:20
2. Wer ist Niggemeier?

Hat der eigentlich schon mal etwas für die Zukunft des Journalismus beigetragen? Kein Wunder, dass sein Blog stirbt, während andere nach vorne gucken.

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cha cha 26.01.2010, 14:27
3. und was hat Journalismus damit zu tun?

Zitat von sysop
Bei Hubert Burdas Internet-Konferenz DLD in München passiert jährlich etwas Paradoxes. Der Großverleger bewirtet Menschen, die dafür verantwortlich sind, dass sein eigenes Geschäftsmodell zunehmend in Frage steht. Noch nie waren dort so viele Journalismus-Zerstörer versammelt wie im Jahr 2010.
Dass Burda diese jährlichen Konferenzen organisiert, ehrt ihn, und zeichnet ihn als einen Menschen aus, der sich nicht nur für Geld interessiert. Aber Burdas Irrtum beginnt schon früher, er besteht nämlich darin, dass Burda das, was in seinem Zeitschriftenreich medial aufbereitet wird, für Journalismus hält.

Sorry, Herr Burda, aber die Befriedigung simpelsten Voyerismus hat mit Journalismus nix zu tun. Und in der Tat können dank Intrenet diese Befriedigung nun auch Menschen leisten, die daraus kein Geschäftsmodell machen. Und das bedeutet, dass Ihr Geschäftsmodell sich überlebt hat. Mit irgend einem Niedergang des Journalismus aber hat das alles nichts zu tun.

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Olaf 26.01.2010, 15:03
4. Titelzerstörer

Zitat von sysop
Bei Hubert Burdas Internet-Konferenz DLD in München passiert jährlich etwas Paradoxes. Der Großverleger bewirtet Menschen, die dafür verantwortlich sind, dass sein eigenes Geschäftsmodell zunehmend in Frage steht. Noch nie waren dort so viele Journalismus-Zerstörer versammelt wie im Jahr 2010.
Kommt darauf an, was man unter Journalismus versteht. Wenn es das um das einfache Verbreiten von Bildern und Meldungen geht, dann besteht durchaus Gefahr.

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Truffaut 26.01.2010, 15:07
5. Da haben wir aber Glück gehabt...

Zitat von cha cha
Burdas Irrtum beginnt schon früher, er besteht nämlich darin, dass Burda das, was in seinem Zeitschriftenreich medial aufbereitet wird, für Journalismus hält.
...dass Sie uns das jetzt so konstruktiv und ausführlich an Hand von Beispielen erklärt haben.

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lb3 26.01.2010, 15:57
6. Burdas Welt

Zitat von sysop
Bei Hubert Burdas Internet-Konferenz DLD in München passiert jährlich etwas Paradoxes. Der Großverleger bewirtet Menschen, die dafür verantwortlich sind, dass sein eigenes Geschäftsmodell zunehmend in Frage steht. Noch nie waren dort so viele Journalismus-Zerstörer versammelt wie im Jahr 2010.
Super!

Jetzt ist nur noch nicht ganz klar, ob es 2010 also mehr Journalismus-Zerstörer als früher gibt, oder ob Burda sie endlich alle auf einmal eingeladen hat. Wen eigentlich genau? Die Liste der schlimmen Fingers fehlt ja. Aber lassen Sie mal, ich merke auch schon beim Lesen, wo ein Journalismus-Zerstörer sein beliebtes bzw. beliebiges Tun vollbracht hat ;-) Ach die haben Sie gar nicht gemeint? Tja, kann man mal sehen.

Immer wieder schön, wenn sich Burda fast selbstironisch äußert. Und wenn Geldverdienen die Passion ist, dann wird sich statt Bunte und Superillu auch was finden, was funktioniert, wenn das Zeug keiner mehr kaufen will.

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bitterlemmer 26.01.2010, 16:36
7. Unverständlich

Ich kann vieles an der Debatte nicht verstehen. Die traditionellen Medien behaupten, der klassische Journalismus sei ihre Domaine - was aber längst nicht mehr stimmt. Die Dominanz PR-getriebener Themen ist eigentlich an keiner Stelle zu übersehen. Politik-Themen, Technik-Themen oder auch mal scheinbar Handfestes, das sich am Ende als schlichter Kitsch erweist - wie dieser Spiegel-Artikel über die Einsatz deutscher Rechtsmediziner nach dem Tsunami in Thailand: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-38915621.html
Sogar beim Spiegel sind journalistische Tugenden wie Skepsis und Distanz ziemlich eingeschlafen - was ich mit diesem Blogbeitrag zum selben Thema belegen möchte:
http://www.bitterlemmer.net/wp/2010/...ihn-gar-nicht/
Wenn aber die alten Printmedien ihre Hauptkompetenz vernachlässigen - was wundern sie sich dann? Ich bestreite, dass keine Nachfrage mehr nach Journalismus besteht. Ich glaube eher, dass es ein breites journalistisches Angebot, das diesen Namen verdient, derzeit in Deutschland nicht gibt.

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rabenkrähe 26.01.2010, 21:24
8. Verleger!

Zitat von cha cha
Dass Burda diese jährlichen Konferenzen organisiert, ehrt ihn, und zeichnet ihn als einen Menschen aus, der sich nicht nur für Geld interessiert. Aber Burdas Irrtum beginnt schon früher, er besteht nämlich darin, dass Burda das, was in seinem Zeitschriftenreich medial aufbereitet wird, für Journalismus hält. Und in der Tat können dank Intrenet diese Befriedigung nun auch Menschen leisten, die daraus kein Geschäftsmodell machen. Und das bedeutet, dass Ihr Geschäftsmodell sich überlebt hat. Mit irgend einem Niedergang des Journalismus aber hat das alles nichts zu tun.
.....

Burda ist zunächst mal Verleger, und zwar einer der wenigen Gestandenen, die hierzulande überlebt haben.
Einem Verleger geht es darum, mit einer Publikation ökonomisch sinnvoll zu arbeiten, möglichst Gewinn zu machen. Ob das, was in diesen Publikationen steht, hohen journalistischen Ansprüchen gerecht wird, oder nicht, steht auf einem völlig anderen Blatt.
rabenkrähe

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medienderzukunft 26.01.2010, 21:37
9. Burda zu verstehen ist schwer - Wanderung zwischen Eitelkeit und Egoismus

Burda ist mit seinen mannen ein sehr mühsammer Zeitgenosse. leider.. auf der einen mißbraucht er seine Stellung genausow wie Springer um Hatz nach Google zu betreiben, auf der anderen seite schmeisst er mit seinen Kerlen Welte, Reichert etc. das Geld zum Fenster raus...
ich würde mir wünschen, Burda würde die Klappe halten in Sachen Google Polemik und würde seine leute antreiben, einen guten Job zu machen und darüberhinaus zu aktzeptieren, dass nunmal in der digitalen Welt sein Fürstentum nicht unendlich wächst...
die DLD Konferenz ist doch eh nur eine EGO Show von Marcel Reichert und der Steffi Czerny.
ich finde was der Autor hier schreibt bringt es SUPER auf den Punkt.. ich verstehe es genauso wenig. dies ist meine persönliche Meinung die darauf beruht etliche der Burda Mitarbeiter zu kennen.

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