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Menstruations-Apps: In der Regel nützlich
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Gesundheits-Apps vermessen jedes Körpersignal - den weiblichen Zyklus hat die Tech-Branche aber lange ignoriert. Mit Apps wie Clue hat sich das geändert, ein Reizthema ist die Monatsblutung aber noch immer.

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mairae 26.05.2016, 14:24
20. Praktisch für den Kinderwunsch!

Aufgrund unseres Kinderwunsches habe ich eine solche App angewendet und musste erstaunt feststellen, dass mein Zyklus doch sehr lang ist. Nach Eingabe von einigen Zyklen hat man dann aber ein gutes Bild vor Augen ... wer nicht gerade die Pille nimmt, sollte seinen Zyklus in irgendeiner Form dokumentieren, um zu wissen, wann die Blutungen einsetzten etc. Auch wenn Männer das sicher komisch finden, aber auch die Frau empfindet die blutigen Tage als unangenehm und möchte daher gerne vorher wissen, wann sie sich darauf einstellen kann.

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Referendumm 26.05.2016, 14:45
21.

Zitat von superswissmiss
Ich hätte es super gefunden, wenn ausnahmsweise Mal ein männlicher Journalist über die Mens gschrieben hätte. Nicht das der Artikel schlecht wäre, aber es wäre erfrischend gewesen, wenn man gesehen hätte, dass sich auch Männer (oder mindestens ein Mann) mit dem Thema auseinandersetzt.
Zumindest sind / waren vor allem Männer an der Entwicklung von Frauen-Hygieneprodukten beteiligt. Ich als Mann durfte auch ein paar Jahren an einer neuen Tampon- und Binden-Entwicklung dran teilnehmen. Es war übrigens super spannend und hatte keinesfalls mit Tabus etwas zu tun - auch nicht in meinem Bekanntenkreis.
Vielleicht sollte sich die Autorin diesbezüglich einen anderen Bekanntenkreis zulegen, denn solche Aussagen klingen echt schräg:
"Mit Tampons wird im deutschen Alltag oft noch hantiert wie mit einem Päckchen Heroin: Frauen schieben sie sich geheimnistuerisch unter dem Schreibtisch zu, wenn eine Kollegin einen braucht - statt den Tampon einfach offen über den Tisch zu reichen."

Wir (o.k., die meisten waren damals noch Studenten-/innen) hatten unsere Tampon-Entwicklung auch schon mal am sog. Stammtisch in ner Kneipe offen zerlegt und analysiert. ;)

Trotzdem fand ich es ab und an schon merkwürdig, wenn wir Meetings zur Tampon- und Binden-Entwicklung hatten und etwa 12 Männer am Tisch saßen und nur eine Frau.
Und als ich unser Tampon-Produktionswerk mal besuchte und die Reklamationsbriefe einiger Frauen laß, da wurde mir erneut bewußt, wie weit es intelligenzmäßig innerhalb einer Bevölkerung doch nach unten geht (hat jetzt nix mit Frauen per se zu tun). Da standen Sachen in den Beschwerdeschreiben drin, da wusste man nicht, ob man lachen oder weinen sollte.
Und der Qualitätschef des Werkes meinte auch noch lakonisch: Manchmal brauchte Mann schon morgens um 9 Uhr einen Schnaps, wenn mal wieder ein vor Blut triefender Brief ankam, weil die Absenderinnen vor lauter Frust das zu beanstandende Objekt einfach so mit beigefügt hatten. Ne kleine Plastiktüte hatten die wohl nicht zur Hand ...

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io_gbg 26.05.2016, 17:50
22.

Die gelungene Überschrift liest sich wie der Newsticker des "Postillions".

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io_gbg 26.05.2016, 17:55
23.

Zitat von io_gbg
Die gelungene Überschrift liest sich wie der Newsticker des "Postillions".
Wäre allerdings postillion-mäßig noch zu toppen, etwa so:

Menstruations-Apps nicht zu 100% zuverlässig: Nur in der Regel nützlich

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vivatseneca 26.05.2016, 18:37
24. Paradoxon

Grundsätzlich begrüße ich die Thematisierung dieses wahrhaftigen Tabuthemas. Auch wenn meiner Ansicht nach die Diskussion über die Menstruation zu oft für feministische Zwecke missbraucht oder als Aufhänger für die Sexismus-Debatte benutzt wird, ist es nun wirklich Zeit, dieses Thema aus der Versenkung der stigmatisierten Bereiche des menschlichen Lebens zu befreien. Dabei ist meiner Ansicht nach - wie so oft im Leben - ein Mittelweg die optimale Art, dieses Thema zu behandeln. Konkret bedeutet dies, die Menstruation als medizinisches "Phänomen" ohne (zwangsläufigen) Krankheitswert, wie es beispielsweise ebenfalls die Schwangerschaft ist, zu betrachten. Natürlich bedeutet dies nicht, dass alle körperlichen und psychischen (Neben-) Wirkungen dieses Vorganges in aller Ausführlichkeit in mit jeder beliebigen Person im Alltag besprechen zu müssen. Aber die Zeit ist nun wirklich gekommen, wo nicht mehr verschämt beim Fernbleiben vom Sportunterricht, Arbeitsplatz oder Ähnlichem verschämt von "Unwohlsein" gesprochen werden muss, sondern das Kind beim Namen genannt werden kann: Menstruationsbeschwerden.
Dass das Thema gerade mal beim Arzt oder unter engen Freundinnen besprochen wird, während man allgemein mit dem Thema „Sexualität" dauernd konfrontiert wird, halte ich für ein Paradoxon, das es zu überwinden gilt.

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rolandofurioso 26.05.2016, 23:31
25.

Zitat von io_gbg
Wäre allerdings postillion-mäßig noch zu toppen, etwa so: Menstruations-Apps nicht zu 100% zuverlässig: Nur in der Regel nützlich
Gibt's natürlich bereits: "++++ In der Regel: Spielführerin trägt Kapitänsbinde ++++" (http://www.der-postillon.com/2015/01/newsticker-707.html) Hat also einen sooooo langen Bart!

Apropos Bart:
Frage an Radio Eriwan: "Haben alle Germanen rote Bärte?"
Antwort: "Im Prinzip Nein, in der Regel Ja!"

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rolandofurioso 26.05.2016, 23:34
26.

Gibt's natürlich bereits: "++++ In der Regel: Spielführerin trägt Kapitänsbinde ++++" (http://www.der-postillon.com/2015/01/newsticker-707.html) Hat also einen sooooo langen Bart!

Apropos Bart:
Frage an Radio Eriwan: "Haben alle Germanen rote Bärte?"
Antwort: "Im Prinzip Nein, in der Regel Ja!"

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Hans Neumann 27.05.2016, 07:45
27.

Na gut, gibt es eben keine zyklusabhängigen Stimmungsschwankungen bei der Frau.
Aber zumindest fange ich alle 28 Tage die selben Streitereien an und das müsste mal wissenschaftlich untersucht werden.
;-)

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Marvel Master 27.05.2016, 09:38
28. Eines gillt es immer zu bedenken

... solche Apps an sich sind ja nicht schlecht.

Eher bedenklich finde ich, dass hier eine weitere App erfunden wurde, die hochsensible Daten sammelt und nach Hause schickt. Würden diese Apps alles nur lokal speichern, wäre es ja okay. Aber das machen sie nicht. So wird man immer mehr zum gläsernen Bürger.

Auch mal solche Artikel lesen:
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article128208548/Kassen-nutzen-Fitness-Apps-zur-Datensammlung.html

Es gibt jetzt sogar ein neues Gesetz, wonach Unternehmen diese ganzen Sport-Tracking Daten bzw. Gesundheitsdaten verkaufen dürfen. Wer das Gesetz geschrieben hat, was jetzt ratifiziert wurde, kann sich jeder selber denken.

Und wenn man dann im Jahre 2030 eine neue Versicherung braucht, schaut der Versicherungsvertreter gegenüber auf seinen Monitor, runzelt die Stirn und bemerkt beiläufig, dass man ja im Jahre 2028 noch 3 Bier am Wochende 3 , 22 und 43 getrunken hat und das man damit ein Risikopatient wäre.
....
Was sonst noch alles möglich ist, mag sich jeder selber ausdenken.

VG

PS: Versierte Menschen, 0,001%, könnten natürlich ihr Smartphone rooten und eine Firewall installieren.

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