Forum: Netzwelt
Merkel und die NSA: Zerstörtes Vertrauen
AP

Der Hackerangriff auf das Netz des Bundestags weckt schlimme Vermutungen: Niemand kann ausschließen, dass es eine NSA-Attacke war. Es ist nur eines von vielen Beispielen für das schleichende Gift des verlorenen Vertrauens.

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birdie 20.05.2015, 18:09
60. Am 30. Mai ist ...

der Weltuntergang! Weshalb die Katastrophenpropheten, Berufs-Schwarzmaler sowie Möchtegern-Intellektuellen zur Zeit Hochkonjunktur haben. Alle zusammen leben von wilden Spekulationen, Mutmassungen und Verdächtigungen. Doch leider stehen sie mit leeren Händen da und haben keinen einzigen prüfbaren Beweis für ihre Schauergeschichten. Weshalb gerade sie in keiner Weise vertrauenswürdig sind.

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tout-et-rien 20.05.2015, 18:18
61. Ich denke, das hat der Herr mit dem roten Kamm

ganz gut auf den Punkt gebracht.
Es wird langsam eine Frage des persönlichen Ehrgefühls, ob man für solche Politikdarsteller noch den Hintern heben soll für eine Art von Zustimmung im Wahllokal.
Das dürfte wohl nicht nur die Merkel und ihre Mit-Gauckler betreffen, sondern auch diejenigen, die in der Oppositionsrolle schon mit den Hufen scharren, um auch mal kräftig mitlügen und -regieren zu können.
Für die meisten im Land ist dieser Punkt aber schon länger geklärt und der demokratische Popanz schon längst abgemeldet.
Mit welchem Recht erdreisten sich eigentlich noch irgendwelche Leute in unserem abgewirtschafteten System, in irgendwelche Richtungen zu zeigen und "Diktatur!" zu schreien?

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werner230 20.05.2015, 18:21
62. Das schlimme ist besonders

das man mittlerweile die Kanzlerin der
Lüge bezichtigen kann, und dass das
wohl auch stimmt.

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peterchen 20.05.2015, 18:25
63.

Zitat von WwdW
die obigen Beispiele zeigen. Moral ist bei Politikern, Sprechern, Ministerialbeamten, etc. inzwischen nicht mehr vorhanden. Alles nur noch dreist. Ich werde mir das für die nächste Wahl sowieso merken. Ich hoffe es tun noch mehr in Dtld.
Die herrschende Regierungsform baut genau
darauf, dass die meisten Bürger durch den
Mechanismus des selektiven Vergessens unangenehmer Tatsachen bei der nächsten Wahlo wieder
Groko- parteien wählen.

Eine sofortige Korrektur durch die Wählerschaft
wie es in der Schweiz durch eine Volksinitiative
möglich ist, fällt in Deutschland weg, da nur eine
indirekte, sogenannt parlamentarische Demokratie vorliegt.

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valtental 20.05.2015, 18:39
64. Punktlandung!

Der Beitrag von S. Lobo ist mal wieder eine Punktlandung und verweist auf die eigentlichen katastrophalen Folgen dieser fatalen Politik für die Gesellschaft.
Leider muss er einen schwindenden Vetrauensverlust beschreiben, denn ich mittlerweile genauso an mir selbst feststelle: Wenn ein Generalbundesanwalt bei einer Unmenge verfügbarer Beweisdokumente und Anhaltspunkte einfach nicht ernsthaft tätig wird, wenn Regierungshandeln sich auch in DE immer weniger scheut dreist zu lügen, und die Verfassung zu ignorieren, dann verliert man nicht nur das Vertrauen in die aktuellen Akteure (das ist eh längst passé), sondern auch in den institutionellen Rahmen, der diesen permanenten Rechtsbrüchen eigentlich Einhalt gebieten müsste. Und mit dem Versagen dieses verfassungsmäßigen Rahmens geht es an die Substanz einer offenen Gesellschaft.

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royalflash 20.05.2015, 18:40
65.

Diese Kolumne bringt einen zum Nachdenken, gut so. Aber eine Frage bleibt, warum ist es fahrlässig, der Bundesregierung bei der Späh-Affäre oder der Vorratsdatenspeicherung zu vertrauen? Hat sie geheime Pläne, eine Diktatur zu errichten, freie Presse, Justiz, Oppositionsparteien, frei Wahlen abzuschaffen? Und sich dabei des BND (als Stasi) und der Vorratsdatenspeicherung zu bedienen, um Dissidenten zu verfolgen? Dann ergäbe das alles einen Sinn, und die Panik wäre berechtigt.

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Blindleistungsträger 20.05.2015, 18:49
66. Dem ist doch etwas hinzuzufügen

Zitat von stanzer
Die Politiker haben ein öffentliches Amt. Dem sollten sie gerecht werden. Sie müssen oft über komplizierte Sachverhalte entscheiden. Dafür gibt der Wähler ihnen ein Mandat. "Vertrauen ist die Reduktion von Komplexität" Niklas Luhmann. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. DEM ist nichts hinzuzufügen.

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lalito 20.05.2015, 18:55
67. Nun, . . .

Zitat von werner230
das man mittlerweile die Kanzlerin der Lüge bezichtigen kann, und dass das wohl auch stimmt.
. . . Sie haben es auf den Punkt gebracht. Die Konturen sind allerdings schon mit einem Ehrenwort, einem Koffer mit 100 000 Barcash und brutalstmöglichen Aufklärungen deutlich zu erkennen gewesen, nicht wahr?

In diesem Sinne: Kontinuität. Wurde gewählt, von der Ex-Opposition erneut ins Amt gehievt, und letztlich mit dem ein oder anderen Pappenheimer weiterhin in Amt und Würden.

Viel erschreckendeer ist die Missachtung einer Mehrheit, die ohne diese Mauschler regieren könnte. Eine nun erschrockene Petra Pau ist seit 2006 (!) Vizepräsidentin des Bundestages . . . was also für eine Gewese seitens der SPD um die Regierungsunfähigkeit einer roten Partei und das immer wieder angeführte Nachfolgedöns.

DAS ist die Quittung, Lug und Trug.

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Newspeak 20.05.2015, 18:57
68. ...

Historisch betrachtet konnte man Staaten noch nie trauen. Vereinzelt gab es das, daß Staaten sich Vertrauen erarbeiteten und dies rückblickend betrachtet auch gerechtfertigt war. Aber in der Mehrheit lügen und betrügen Staaten, wo sie können. Oder warum werden sonst überhaupt Dinge geheimgehalten, warum gibt es Fristen, die weit in die Zukunft reichen? Warum gibt es keine echte Kontrolle? Die Intransparenz ist gewollt, genau wie die Lüge.

Vielleicht muß man sich überhaupt mal Gedanken machen, ob wir Regierungen brauchen. Ganz ohne wird es nicht gehen, leider, aber vielleicht ja anders?

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obstroc 20.05.2015, 18:58
69. @royalflash

Natürlich ist Vertrauen hier fahrlässig, auch der Westen hat seine Dissidenten. Snowden ist das berühmteste Beispiel hierfür und wir wissen alle, wie die Regierung mit ihm verfahren würde, sollte er versuchen hier einzureisen. Hier hat jemand offensichtliche Mißstände aufgedeckt und muß dafür im Exil leben. Was meinen sie, wie das in angemessenem historischen Abstand betrachtet werden wird? Sicher nicht als moderne Verfahrensweise. Im Grunde hat er einem gewaltigen Machtapparat gehörig ans Bein gepinkelt und darf nicht mit Schonung rechnen, sollte man seiner habhaft werden. Eine echte Reform der Geheimdienste scheint seinetwegen jedenfalls nicht auf dem Plan zu stehen. Ganz zu schweigen davon, dass er jetzt unter dem Schirm eines anderen Regimes Deckung suchen muß. Unser System ist verkommen und dem Untergang geweiht, wenn wir keine neuen Wege finden mit den heutigen Anforderungen umzugehen.

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