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Mobilfunk: Die Vorratsdatenspeicherung ist längst da
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Die Vorratsdatenspeicherung ist ausgesetzt? Von wegen. Auch ohne gültiges Gesetz speichern Provider viele Mobilfunkdaten bis zu sechs Monate. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar spricht von "exzessiven Speicherungen".

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Gerd@Bundestag.de 02.10.2015, 10:41
1. Wozu die ganze Aufregung?

Wer einmal eine Mobilfunkrechnung beanstandet hat weiß, dasss die Widerspruchsfrist dazu mindestens 8 Wochen nach Rechnungseingang beträgt. Optimistische Unternehmen speichern demnach ihre Rechnungsrelevanten Daten mind. 3 Monate, konservative Unternehmen rechnen auch die Verfahrenszeit drauf. Unter dem Strich kann niemand erwarten, dass Unternehmen die Belege zu ihrer Entlastung früher löschen.
Unter Unternehmen gelten die ersten sechs Monate nach erbrachter Leistung in der Gewährleistung die Beweislastumkehr, also auch da werden sich keine Speicherzeiten darunter ergeben.
So what?

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new_eagle 02.10.2015, 10:53
2. Tja, da hift nur Notwehr

Notwehr in der Form nur noch Prepaid-SIM-Karten zu verwenden und diese auf nicht (oder nicht mehr) existierende Personen zu registrieren. Dann natürlich weder Bankverbindung noch sonstwelche Daten (z.B. anonyme eMail-Adresse, falsches Google-Konto) angeben, die auf die eigene (wahre) Identität schließen lassen und nur per Aufladebon vom Kiosk oder Drogeriemarkt bezahlen. Zudem das Smartphone in einem Laden kaufen, wo keine IMEI-Nummer registriert wird und bar bezahlen. Dann können die speichern so viel sie wollen, werden nie die wahre Identität ermitteln können.

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!!!Fovea!!! 02.10.2015, 11:25
3. Billige Polemik

von dem Hr. Schaar.

Hat er doch erlaubt die Daten aller Einwohner der Bundesrebublik Deutschland an die GEZ zur Eintreibung der Zwangsgebühren für das ÖR, herauszugeben.

Dieser Mensch muss mir nichts bzgl. Datenschutz erzählen.

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Leser161 02.10.2015, 11:33
4. Daten an sich sind nicht böse

Niemand hat was dagegen begründet Daten vorzuhalten. Das Problem beginnt wenn diese zweckentfremdet werden. Wenn aus in harmlose Vorgänge in Gefährdungspotenzial erdichtet wird.

Ich erinnere an den Osama aus Böblingen der kein Konto aufmachen durfte, weil der grosse Computer in USA ihn für einen Terroristen gehalten hat. Warum weiss keiner.

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chrblum 02.10.2015, 11:40
5. Sehr lustig

Zitat von new_eagle
Notwehr in der Form nur noch Prepaid-SIM-Karten zu verwenden und diese auf nicht (oder nicht mehr) existierende Personen zu registrieren. Dann natürlich weder Bankverbindung noch sonstwelche Daten (z.B. anonyme eMail-Adresse, falsches Google-Konto) angeben, die auf die eigene (wahre) Identität schließen lassen und nur per Aufladebon vom Kiosk oder Drogeriemarkt bezahlen. Zudem das Smartphone in einem Laden kaufen, wo keine IMEI-Nummer registriert wird und bar bezahlen. Dann können die speichern so viel sie wollen, werden nie die wahre Identität ermitteln können.
Ah, sie verwenden also für jedes Gespräch oder jede angerufene (und anrufende!) Nummer eine neue SIM-Karte? Wenn nicht, dann lassen sich immer noch die Daten miteinander verknüpfen. Es gibt nicht so arg viele Leute, die genau mit denselben Personen telefonieren wie Sie, man kriegt schon raus wer Sie sind, facebook/Whatsapp schafft das ja auch durch Verknüpfen von Telefonbüchern auf Handys, die wir ihnen auch noch freiwillig geben (selbstredend ohne diejenigen, denen die Daten gehören -- nämlich unsere Bekannten! --, vorher um Erlaubnis zu fragen). Ihr Rat ist also nicht mehr als Schlaubergerei.

Generell lässt sich einfach nur sagen: wir haben die Regierung, die wir verdienen. Wir sind Schafe. Würden wir konsequent keine Parteien wählen, die unsere Rechte mit Füßen treten, würde das aufhören. Aber es ist uns egal, Hauptsache der Fernseher funktioniert.

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buntschwarz 02.10.2015, 11:41
6. BigData

Zitat von new_eagle
Notwehr in der Form nur noch Prepaid-SIM-Karten zu verwenden und diese auf nicht (oder nicht mehr) existierende Personen zu registrieren. Dann natürlich weder Bankverbindung noch sonstwelche Daten (z.B. anonyme eMail-Adresse, falsches Google-Konto) angeben, die auf die eigene (wahre) Identität schließen lassen und nur per Aufladebon vom Kiosk oder Drogeriemarkt bezahlen. Zudem das Smartphone in einem Laden kaufen, wo keine IMEI-Nummer registriert wird und bar bezahlen. Dann können die speichern so viel sie wollen, werden nie die wahre Identität ermitteln können.
Ich gehe mal davon aus, dass sie absolut keine Ahnung haben wie BigData funktioniert.
Was auch immer sie in Ihr Handy eingeben, es macht es bestenfalls einfacher Sie zu ermitteln, aber verschleiern können sie nichts.
Wo bekommen sie Bargeld her? Vom Automaten? Der speichert Sekunden genau wann sie Geld abheben. Kurzer Vergleich zweier Datenbanken, welches Handy ist mit welcher Häufigkeit in der Nähe wenn Geld von Ihrem Konto abgehoben wird. Wahlweise funktioniert das auch mit jeglicher Kartenzahlung.
Sie haben einen festen Wohnsitz? Kurzer Abgleich welcher Smarte Stromzähler zeigt mehr Verbrauch wenn ihr Handy die Zelle betreten hat und zeigt weniger Verbrauch bevor sie die Zelle verlassen.
In welche WLAN wählen sie sich ein?
Es geht hier nicht um einmalige genaue Zuordnungen sondern um wiederholte Warscheinlichkeiten.
1 Datensatz reicht vieleicht nicht, aber 1000, 10000 oder mehr reichen völlig aus.
Und die Vergangenheit hat gezeigt, wenn ein Geheimdienst zugriff möchte bekommt er ihn.
Wenn sie sicher sein wollen, nehmen sie Ihr Handy nie mit, entfernen sie den Akku, lagern sie es am besten in einem Bankschließfach. Warum sie dann noch eins kaufen sollten ist allerdings fraglich.

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chrblum 02.10.2015, 11:48
7. Alles in einen Topf und kräftig umrühren

Zitat von !!!Fovea!!!
Hat er doch erlaubt die Daten aller Einwohner der Bundesrebublik Deutschland an die GEZ zur Eintreibung der Zwangsgebühren für das ÖR, herauszugeben.
Die GEZ ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, die darf Meldedaten verwenden. Wenn Sie damit ein Problem haben, dann doch wohl, weil Sie sich gesetzeswidrig nicht angemeldet haben, oder? GEZ-Verweigerer verdienen den billigen Schund und die Werbung, mit der sie vom Sch...-Privatfernsehen vollgedröhnt und noch weiter verblödet werden.

Mit dem Thema hat das allerdings nichts zu tun, bei den sehr sensiblen Verbindungsdaten geht es eben nicht um die weniger sensiblen Stammdaten. Und den Herrn Schaar, den werden wir uns alle noch zurückwünschen.

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moistvonlipwik 02.10.2015, 11:59
8.

Zitat von new_eagle
Notwehr in der Form nur noch Prepaid-SIM-Karten zu verwenden und diese auf nicht (oder nicht mehr) existierende Personen zu registrieren. Dann natürlich weder Bankverbindung noch sonstwelche Daten (z.B. anonyme eMail-Adresse, falsches Google-Konto) angeben, die auf die eigene (wahre) Identität schließen lassen und nur per Aufladebon vom Kiosk oder Drogeriemarkt bezahlen. Zudem das Smartphone in einem Laden kaufen, wo keine IMEI-Nummer registriert wird und bar bezahlen. Dann können die speichern so viel sie wollen, werden nie die wahre Identität ermitteln können.
Das ist aus gleich drei Gründen falsch:
Erstens ist, wie bereits von anderen geschildert, die Zuordnung durchaus möglich.
Zweitens scheitert es schlichtweg im praktischen Leben - ihre Freunde und Bekannte, erst recht Geschäftspartner werden schlicht keine Lust haben, dauernd neue Nummern zu speichern.
Und drittens hilft Datenvermeidung nicht mehr. Insbesondere im privatrechtlichen Bereich (Stichwort: Arbeitgeber, Versicherungen, Banken) ist man schon über die Suche nach "schlechten" Daten (sog. "Killern") hinaus: wer nicht die gewünschten Daten liefern kann (weil er nämlich keine Spuren hinterlassen hat), fliegt genauso 'raus wie jemand, der Negativmerkmale aufweist.

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wolfi55 02.10.2015, 12:01
9. was sagt die BNetzA dazu?

Die muss doch was zu der Tatsache sagen können, dass sie die Änderung der Verträge verhindert haben?

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