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Mordfall Walter Lübcke: In 20 einfachen Schritten zum Rechts-Rhetoriker
Christoph Soeder/DPA

In seiner satirischen Anleitung, wie man eine Debatte nach rechts verschiebt, entlarvte Sascha Lobo die sprachlichen Verrenkungen der Rechten. Im Podcast spricht er mit "taz"-Redakteurin Malaika Rivuzumwani.

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gruen99 30.06.2019, 16:43
1. Tricks ?

Wenn man davon ausgeht ob die "Rechten" "rhetorische Tricks" verwenden, wird ein Master-Plan unterstellt, den ich bei der Intellektualitätslage weder rechts, also bei denen der teilweise auch in der AfD vertretenden Bevölkerungsminderheit, noch bei linken Bevölkerungsminderheiten attestieren würde.
Die ganze Rhetorik Debatte, die hier vom Zaun gebrochen werden soll, ist, aufgrund unterstellter, aber nicht vorhandener Intelligenz, bereits tot, bevor sie anfängt. Aber mal sehen was die anderen Foristen zu sagen haben.

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claus7447 30.06.2019, 17:01
2. Das mit der Intelligenz lass ich so stehen ....

Zitat von gruen99
Wenn man davon ausgeht ob die "Rechten" "rhetorische Tricks" verwenden, wird ein Master-Plan unterstellt, den ich bei der Intellektualitätslage weder rechts, also bei denen der teilweise auch in der AfD vertretenden Bevölkerungsminderheit, noch bei linken Bevölkerungsminderheiten attestieren würde. Die ganze Rhetorik Debatte, die hier vom Zaun gebrochen werden soll, ist, aufgrund unterstellter, aber nicht vorhandener Intelligenz, bereits tot, bevor sie anfängt. Aber mal sehen was die anderen Foristen zu sagen haben.
... im schnitt sind das ja nicht die hellsten Kerzen am Christbaum, das ist ja schon mal erwiesen worden.

Aber das Schema das die Rechten zu zurechtgelegt haben ist simpel. Es beherrscht sogar noch der letzte Hinterbänkler von denen. Wenn es eng wird dann:

1. Einzeltäter

2. Aus dem Zusammenhang gerissen

3 völlig falsch verstanden

4 die Anderen machen das ja auch (oder haben gemacht).

Das sind schon mal die 4 Basisregeln - Vermutlich stehen die auch in Meuthens "Sprachkatalog" den die Braunen brauchen um sich korrekt auszudrücken. Das habe ich bisher von keiner Partei gehört, dass eine solche Sprech-Krücke angeboten werden muss. Aber ja - da war doch die Geschichte mit der Beobachtung von den Alu-Hüten.

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zeichenkette 30.06.2019, 23:25
3.

Zitat von gruen99
Wenn man davon ausgeht ob die "Rechten" "rhetorische Tricks" verwenden, wird ein Master-Plan unterstellt, den ich bei der Intellektualitätslage weder rechts, also bei denen der teilweise auch in der AfD vertretenden Bevölkerungsminderheit, noch bei linken Bevölkerungsminderheiten attestieren würde. Die ganze Rhetorik Debatte, die hier vom Zaun gebrochen werden soll, ist, aufgrund unterstellter, aber nicht vorhandener Intelligenz, bereits tot, bevor sie anfängt. Aber mal sehen was die anderen Foristen zu sagen haben.
Das muss kein Masterplan sein, um das überall zu finden. Genauso wie Rechte überall nicht erst den Nationalsozialismus studieren müssen, um immer auf dieselben Ideen zu kommen. Das sind Muster, auf die jeder von ganz allein kommt, wenn ihm Fakten und Menschlichkeit, Anstand und Zivilisiertheit nicht nur völlig egal sind, sondern er sie sogar als Schwäche betrachtet, die er überwinden kann. Wie schon klügere Menschen vor mir gesagt haben: Das Ausmaß des Talents zum Faschisten erkennt man bei Leuten immer daran, wie tief sie sich in Worten und Taten bereitwillig sinken lassen.

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vormaerz 01.07.2019, 09:35
4. @gruen99 #1

Es existieren entsprechende Dokumente, die an die Öffentlichkeit gelangt sind, mir geläufig ist zunächst ein Strategiepapier zur PR der NPD, dann Anleitungen vom "Daily Stormer" bezüglich dem Erstellen von "Nachrichtenartikeln" und von "Reconquista Germania darüber, wie Debatten online zu führen sind. Wenn Sie diese gelesen haben, finden Sie die entsprechenden Muster heute ständig wieder. Die jüngeren Dokumente sind erkennbar von Forschungergebnissen zur Psychologie des Online-Marketings und dem Studium der Propaganda der NSDAP geprägt. Die Intelligenz, die rechtsextremen Führern abgeht, ist leider hauptsächlich die sogenannte Emotionale, also die Fähigkeit zur Empathie. Angesichts der Anzahl von Akademikern, die sich um die Parteiposten und ihre inhaltliche Ausrichtung prügeln, kann man von mangelnder Intelligenz höchstens bei denen sprechen, die ihnen folgen oder sie verharmlosen.

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rleu 01.07.2019, 10:14
5.

Zitat von zeichenkette
[...] Fakten und Menschlichkeit, Anstand und Zivilisiertheit [...]
Die Realität (Fakten) muss nun aber nicht immer mit dem Gefühl und den eigenen moralischen Vorstellungen (der Rest) zusammenpassen. Gleichzeitig sind langfristige Ziele und Motivationen einzelner Gruppen/Individuen und ebenso die gewählten Wege dahin immer sehr unterschiedlich.

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Wagrier 01.07.2019, 12:17
6. Rechte Argumentation

Zitat von claus7447
Aber das Schema das die Rechten zu zurechtgelegt haben ist simpel. Es beherrscht sogar noch der letzte Hinterbänkler von denen. Wenn es eng wird dann: 1. Einzeltäter 2. Aus dem Zusammenhang gerissen 3 völlig falsch verstanden 4 die Anderen machen das ja auch (oder haben gemacht).
Dem kann ich nur zustimmen. Insbesondere wenn man sich die Kommentare auf Welt Online angucke, kann man diese Vorgehensweise nur zu gut beobachten.

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caspiat 01.07.2019, 15:00
7. Gegenstimme

Ich wüsste gerne, zu was es gut sein soll, dass in den Medien unausgewogen über das ganze Thema Migration und Anhänger rechter Parteien gesprochen wird!

Nehmen wir an, dass ein Kontingent "Flüchtlinge" (da fängt es bereits an, sie in etwas umzumünzen, was sie eventuell gar nicht sind!) in einer Region stationiert wird:
Leute die vorher alles mögliche gewählt haben, werden in eine neue Situation versetzt, die vom Verhalten der Zuzügler abhängt.

Nehmen wir an, dass ein Teil der Bevölkerung aktiv an der Betreuung teilnimmt.

Tatsache ist aber, dass ein Teil der Ankömmlinge sich falsch identifiziert hat.
Angefangen beim eigenen Alter.

Die Kultur ist eventuell durch die Religionszugehörigkeit bestimmt, und stattet die Neuen Bewohner mit einem Bild der Frau aus, das ihnen eine Haltung zugesteht, die Diskrimination zur Folge hat.

Ist es Pflicht, dass man, egal was passsiert, die Klappe hält, und nie etwas auszusetzen hat?

Wenn die Tochter der Nachbarn Kopftuch tragen muss, weil's der neue Freund so will, darf man dann nicht um die eigene Tochter besorgt sein, und wünschen, dass sie mit der Auswahl des Freundes nicht "Kultur" wechselt?

Soll man ignorieren, dass es zur Kultur gehört, mit Messer ausgestattet, in der Gegend herum zu laufen, und bei Konflikt das Messer zu zücken?

Oder ist es Teil der Aufnahmepolitik, dass man Statistik ignoriert, und empfundene Gefährdung unterdrücken muss?

Schon das Wort "unterdrücken" sollte eigentlich ausreichen um zu verstehen, dass man einen Druck "aufbaut".

Was soll dann die Verwunderung, dass bei manchen Leuten eine Reaktion entsteht?
Wie sollen Familien reagieren, bei denen Angehörige Opfer von Gewalt wurden?
Gibt es da einen ministeriellen Verhaltenskodex, wie man angemessen reagieren sollte?
Wie muss man es aufnehmen, wenn statistisch belegt ist, dass täglich zig Messerstechereien stattfinden, und das eine Erhöhung um einige Hundert Prozent gegenüber von vor wenigen Jahren bedeutet?

Und:
Wo in der europäischen Politik findet man Parteien, die ausgewogen reagieren, und Faschismus streng unterbinden, gleichzeitig aber Rapport zur Bevölkerung schaffen, die besorgt ist?
Wo sind die Medien, die nicht rechts sind (zweifellos sind alle Parteien, die auf dem Thema Migration fröhlich reiten, weit rechts, haben keine Probleme mit Faschisten in ihren Reihen, und dürfen deswegen korrekt als faschistisch bezeichnet werden!), und trotzdem intelligent mit der Realität umgehen, statt ausschliesslich an jeder Reaktion herum zu hacken, und nur Faschismus und politisch korrekt zu sehen, statt etwas mehr zu differenzieren, und auch zu berichten, wenn Haltungen zutage treten, die es schwer machen, sich über die (ausbleibende) Integration zu freuen?

Ich will anfügen, dass ich nicht wähle, dass ich auf keinen Fall rechts wählen würde, dass ich keine christlichen Werte verteidige, sondern Atheist bin, und mehrmals von Muslimen darauf hingewiesen wurde, dass ich in ihren Ländern deswegen hingerichtet werden würde.
Darf ich eine solche "Kultur" ablehnen?

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Actionscript 01.07.2019, 15:07
8. Was ist rechts und was ist links.

Ich habe mit Interesse Herrn Lobo's Podcast verfolgt. Eine interessante Frage, die aufkam und auch sonst in Diskussionen immer aufkommt, war, was rechts ist. Das ist eine sehr wackelige Angelegenheit, obwohl Herr Lobo den Sprachgebrauch und das Vokabular von Leuten, die bestimmte Verbrechen oder Verhaltensweisen relativieren, in 20 Absätzen versucht hat, zu erklären. Ein Kommentar von mir, bestimmte Verhaltensweisen von Rechten zu nennen, wurde leider nicht erlaubt.

Im Podcast sagte Herr Lobo, dass bestimmte Themen, die als "links" gelten wie Klimaschutz, vielleicht bald von Rechten übernommen werden wie die Klimakatastrophe, weil Rechtsextreme/radikale (der Unterschied ist mir nicht ganz klar) das Chaos lieben, was durch die Klimakatastrophe gefördert werden könnte. Was Herr Lobo aber hier durcheinander wirft ist, dass die Rechten entweder garnicht die Katastrophe verhindern wollen oder die Katastrophe Flüchtlingen / Migranten oder vereinfacht Minderheiten, die anders sind, zuschieben wollen. Und hier ist der grosse Unterschied zwischen rechts und links. Letzteres unterscheidet rechtes von linkem Gedankengut. Das heisst, es ist nicht das Thema sondern wie das Thema ausgeschlachtet wird, was rechts von links unterscheidet.

Ähnliches sieht man, wenn es um Soziales geht. Es sind die Flüchtlinge und Migranten, die für die sozialen Missstände verantwortlich sind. Die Rechten streiten die Missstände ja garnicht ab, im Gegenteil. So konnte "National" mit "Sozial" 1933 verbunden werden.

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caspiat 01.07.2019, 15:43
9. Was ist "Links"?

Links war einmal, den Kommunismus in der Sowjetunion super zu finden.
Bis dann auch mal Jean Paul Sartre einsehen musste, dass Stalin zuviele Leute abgemurkst hat, und Freiheit zu dürftig war.

Links war auch, von Mao begeistert zu sein.
Obwohl der noch mehr Leute als Stalin frühzeitig und qualvoll zum Grab gebracht hat!

Beide waren als Mörder weit erfolgreicher als Euer nationaler Adolf.
Trotzdem muss man heute pflichtgemäss vor'm Adolf schaudern, und bei den beiden anderen reicht es, wenn man sie nicht OK findet!
(Mich bringen alle drei zum Kotzen!)

Warum konstruieren Medien solche Stimmungen, statt schön ausgeglichen alle Mörder gleich zu behandeln?

Warum verdammt noch mal, haben wir eine Rechtsprechung, die auch Serienmördern Menschenrechte anerkennt, und sie human verurteilt, sowie ausgewogen in der Presse von ihnen berichtet, statt einseitig gegen sie zu hetzen, und wenn es um zugezogene Muslime geht, von denen ein schöner Teil auf unser Verständnis von Menschenrechten pfeift, und die halbe weibliche Welt als "etwas über Tiere" angesiedelt ansieht, und die Welt von Ungläubigen als Hunde empfindet, ist dieselbe Presse vollkommen blind, und überlässt jede Kritik exklusiv rechter Hetze, damit auch Leute, die eigentlich nicht diskriminieren, sich nur rechts verstanden fühlen dürfen?

Kurz:
Fangt an, schön kritisch zu berichten, und hört mit der Einseitigkeit auf. Viele Menschen sind durchaus in der Lage, berechtigte Kritik und Diskriminierung nicht zu vermischen.
Dann werdet Ihr schon sehen, dass kritische Leute nicht rechts stehen wollen, wenn sie auch anderswo ernst genommen werden!

Ich möchte darauf hinweisen, dass Sam Harris, ein atheistischer Denker, am Islam kein Haar gerade lässt!
Ihr habt in Deutschland einige Islamkritiker, die ebenfalls aus dem Kulturkreis des Islams stammen.
Denen solltet Ihr mehr öffentliche Aufmerksamkeit schenken, statt sie auf Facebook sperren zu lassen!

Warum soll ich nur Christentum krank und bescheuert finden dürfen, und Islam aussparen?

Ist Islamverschonung "Links"

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