Forum: Netzwelt
Mordfall Walter Lübcke: Die braunen Schläfer erwachen
Uwe Zucchi/DPA

Was weckt rechtsextreme Schläfer und macht sie zu Tätern? Es ist nicht nur das eigene Umfeld. Sondern auch die verharmlosende Ignoranz bürgerlicher Kreise - und vielleicht auch die Wortwahl führender Politiker.

Seite 14 von 14
EiligeIntuition 21.06.2019, 15:55
130. Hören Sie gefälligst auf, mit dem durchsichtigen Versuch,

Zitat von arvenfoerster
Sehr geehrte(r) iligeinstitution, schön das Sie mir recht geben. Der Geburtsort Rahmel und die Flucht nach Schleswig-Holstein machen also Erika Steinbach zur Vertriebenen der ersten Generation. Alles andere, was in diesem Forum geäußert wurde, ist die Geschichte ihrer Eltern. Ein Kind für vermeintliche Taten seiner Eltern verantwortlich zu machen, nennt sich Sippenhaft(ung) und entstammt der untersten Mottenkiste nationalsozialistischen Ungeistes. In einem demokratischen Rechtsstaat gilt das Prinzip der individuellen Schuld. Ich bin nur für meine Handlungen verantwortlich. Also kritisieren Sie Erika Steinbach sachlich und aufgrund ihrer Äusserungen. Viel Erfolg! Eine Diffamierung über persönliche Angriffe entlarvt nur antidemokratischen Ungeist.
mich auf solch plumpe Art und Weise hinterrücks und wahrheitswidrig zu vereinnahmen.

Ich gebe Ihnen in keinster Weise "recht".


Erika Steinbach ist keine "Vertriebene", wie sie selbst und Sie ständig wahrheitswidrig perpetuieren. Das wurde Ihnen hier bereits mehrfach widerlegt.

Steinbach wurde lediglich im "Rahmel Fliegerhorst Nr. 102" geboren. Ihre Mutter stammte jedoch aus Bremen, der Vater aus Hanau.

Beide Elternteile waren lediglich für Hitler als Besatzungssoldaten im Kriegseinsatz im Osten.

Der Vater als Luftwaffenfeldwebel und die Mutter als Luftwaffenhelferin.

" Im Januar 1945 flüchtete ihre Mutter mit der 18 Monate alten Erika und der drei Monate alten zweiten Tochter vor der Roten Armee über die Ostsee nach Schleswig-Holstein, wo die Familie bis 1948 auf Bauernhöfen in Kleinjörl, Großjörl und Stieglund lebte. Von 1948 bis 1950 lebte die Familie in Berlin, danach wuchs Erika Steinbach in Hanau auf. Ihr Vater kam 1950 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück."
(Wikipedia)

Beitrag melden
zweifelturm 21.06.2019, 16:36
131. @ arvenfoerster

Sie geben hier in Sachen Steinbach offenbar mit großem Ehrgeiz den Hobby-Hupka. Die Landsmannschaften, die halten eben zusammen, wenn die alte Heimat ruft. Blöd nur, wenn das Hanau ist. Da kommt man sich dann so richtig vertrieben vor, so irgendwie, aus der Eisdiele, vielleicht.

Beitrag melden
Theophanus 21.06.2019, 18:12
132. Gauck hat völlig recht...

Zitat von linksdemokrat
Interessant, dass Herr Gauck in diesem Licht Toleranz für „Rechte“ fordert und den Begriff entgiften möchte. Ich halte das für den falschen Weg. Auch wenn es sicherlich gemäßigtere Kreise in der AfD gibt, darf man nicht vergessen, dass genau diese Forderungen rechtes Gesankengut legitimieren und normalisieren, auch wenn Herr Gauck sich peinlich genau ab zu Grenzen versucht. Außerdem ist jeder, der so eine Partei wählt oder in sie Eintritt zumindest jemand, der offensichtlich keine Probleme damit hat Steigbügelhalter für Faschisten zu sein. Diese Bewegung ist leider schon stark genug, sie hat in den letzten Jahrzehnten eine rechte gegengesellschaft gebildet, die sich durch Fake-News, selektiver Wahrnehmung und Gewaltbereitschaft gegenüber deutschen Bürgern auszeichnet. Die richtige Antwort kann deshalb keinesfalls selektive Toleranz sein, die für diese Entwicklung Akzeptanz fordert... (nicht nur Popper würde sich im Grab umdrehen)
...im Gegensatz zu Herrn Lobo hat Gauck erkannt, dass zum einen die großen Parteien fast 20 Jahre lang immer mehr nach rechts gerückt sind und gleichzeitig die konservativ "rechts" eingestellten Bürger immer mehr ausgegrenzt, diffamiert und dämonisiert wurden.

Nicht zuletzt hat dieser Prozess, die Abkehr der ehemaligen Konsensrepublik hin zu einer zutiefst ideologisierten Gesellschaft, deren demokratieschen Grundsätze wie Meinungsfreiheit nur noch rudimentär vorhanden sind (weil durch PC immer weiter eingeschränkt), zu einer Hilflosigkeit breiter Bevölkerungsschichten geführt, die einer Politik ausgesetzt sind, die sie nicht wollen und gleichzeitig aber diese Abneigung gar nicht mehr artikulieren können (von wegen PC). Dies schafft Ärger und Wut und Parallel extremisiert es die Ränder noch stärker, denn die sehen ja, dass sie zunehmend in einem Staat leben, der auf ihre Sorgen und Wünsche nicht - und wenn nur abbfällig - reagiert. Besteht keine Chance mehr gehört zu werden, dann ist Gewalt die letzte Ausflucht.

Diese Situation wurde nicht von der AfD geschaffen, sondern nicht zuletzt von Merkel und einer CDU, die jedweden Konservatismus und die Rücksicht auf die arbeitende und steuerzahlende Mittelschicht aufgegeben hat.

Beitrag melden
arvenfoerster 21.06.2019, 20:01
133. @EiligeInstitution

Sehr geehrte(r) EiligeInstitution, abgesehen davon dass Sie an Ihrem Sinn für Ironie arbeiten sollten, belegen Ihre von Wikipedia zusammengetragen Informationen die Identität von Erika Steinbach als Vertriebene, diese sind nämlich definiert als Opfer von Flucht und Vertreibung. Wie Sie selbst ausführen gehören ihre Mutter und sie selbst zum Flüchtlingstreck, der unter Beschuss über das Frische Haff und die Ostsee vor der Roten Armee flieht. Dieses als Lug und Trug zu bezeichnen, ist ein sehr schlichtes rhetorisches Mittel, um die Person zu diffamieren und sich nicht inhaltlich mit den Aussagen Erika Steinbachs auseinandersetzen zu müssen. Nochmals meine Einladung: Kritisieren Sie Erika Steinbach, aber für das was sie sagt, tut und damit selbst verantwortet. Ich bin hier dünnhäutig, denn die persönlich Diffamierung von Andersdenkenden ist begegnet mir oft bei Extremisten von Links- und Rechtsaussen als Strategie, um dem demokratischen Dialog auszuweichen und den eigenen Mangel an Argumenten mit Selbstgewissheit zu tarnen.

Beitrag melden
The Independent 21.06.2019, 20:12
134.

Zitat von Theophanus
Nicht zuletzt hat dieser Prozess, die Abkehr der ehemaligen Konsensrepublik hin zu einer zutiefst ideologisierten Gesellschaft, deren demokratieschen Grundsätze wie Meinungsfreiheit nur noch rudimentär vorhanden sind (weil durch PC immer weiter eingeschränkt), zu einer Hilflosigkeit breiter Bevölkerungsschichten geführt, die einer Politik ausgesetzt sind, die sie nicht wollen und gleichzeitig aber diese Abneigung gar nicht mehr artikulieren können (von wegen PC). Dies schafft Ärger und Wut und Parallel extremisiert es die Ränder noch stärker, denn die sehen ja, dass sie zunehmend in einem Staat leben, der auf ihre Sorgen und Wünsche nicht - und wenn nur abbfällig - reagiert. Besteht keine Chance mehr gehört zu werden, dann ist Gewalt die letzte Ausflucht. Diese Situation wurde nicht von der AfD geschaffen, sondern nicht zuletzt von Merkel und einer CDU, die jedweden Konservatismus und die Rücksicht auf die arbeitende und steuerzahlende Mittelschicht aufgegeben hat.
Sie vertreten hier genau die gleiche Opferthese wie man sie aus der AfD, aber auch z.B. von Trump-Anhängern und "White Supremacists" in den USA, und von rechten Parteien in anderen Ländern zu hören bekommt. PC ist kein Redeverbot, sondern der gesellschaftliche Konsens, dass man z.B. rassistische Begriffe nicht benutzt, und Minderheiten nicht verteufelt oder ausgrenzt.
In den meisten westlichen Ländern gibt es dazu auch entsprechende Gesetze. In den USA werden in einigen Bundesstaaten rassistische Bezeichnungen/Ansprachen inzwischen rechtlich als Hassverbrechen eingestuft, welches deutlich höher bestraft wird als eine schnöde Beleidigung und sogar mit Gefängnis bestraft werden kann.

Wenn man die Wahlanalysen verfolgt, hat die "arbeitende und steuerzahlende Mittelschicht" zunehmend keine Lust mehr auf den altbackenen und teilweise sehr rechten Konservatismus der Vergangenheit, die wählt nämlich nun zunehmend Grün, wie man in BW sehen kann, gerade auch weil die Bedrohung des wirtschaftlichen/gesellschaftlichen Abstiegs in wirtschaftlich guten Zeiten abgenommen hat. Die Mittelschicht schrumpfte in den 2000ern zwar, stellt aber seit 2006 stabil rund die Hälfte der Bevölkerung.

PC ist kein Maulkorb, sondern der in unseren bereits vorhandenen Rechtsnormen verankerte Schutz der Menschenwürde.
Meinungsfreiheit gibt es nach wie vor, sie ist entgegen ihrer Behauptung nicht rudimentär; es existiert lediglich kein Recht zum Herausposaunen von Ausländerhass und Nazi-Ideologien.
Abgesehen von den höheren Zahlen irregeleiteter Menschen in einigen östlichen Bundesländern, fühlen sich im Westen keine breiten Bevölkerungsschichten "hilflos" oder zu rechtsradikalen Denkweisen hingezogen. Die sind im Westen offensichtlich politisch besser gebildet bzw. informiert.

Beitrag melden
arvenfoerster 21.06.2019, 23:46
135. @The Independent

Sehr geehrte(r) The Independent, Sie schreiben da etwas von „irregeleiteten Menschen in einigen östlichen Bundesländern“. Ich störe Sie ja nur ungern in Ihren Vorurteilen, aber ich wusste bisher nicht, dass Nordhessen-Kassel, der Regierungsbezirk von Walter Lübcke, in einem ostdeutschen Bundesland liegt?

Beitrag melden
Seite 14 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!