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Musik-Streaming: Spotify kritisiert Musikindustrie
AFP

Zu wenig Geld für Musiker? Der Chef von Spotify sieht die Schuld nicht bei seinem Streaming-Dienst und der angebotenen Flatrate, sondern bei der Musikindustrie. Die hätte schließlich zwei Milliarden Dollar von Spotify bekommen.

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Sandrinho 12.11.2014, 17:14
10. Selber Schuld

Für mich ist Spotify eine willkommene Gelegenheit in ein Album zu schnuppern. So kann ich es in guter Qualität probehören. Wenn es mir gefällt, dann hole ich es mir entweder auf CD oder als Download.
Mrs. Swift beraubt sich hier einer guten Werbeplattform, für die sie selbst sogar bezahlt wird...

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say_whaaaaat 12.11.2014, 17:27
11. Lang lebe Spotify

Ich nutze Spotify seit nunmehr 18 Monaten. Seit 17 Monaten kostenpflichtig, da ich schon am 2. Tag des Testmonats überzeugt war. Diese € 169,83 hätte ich im selben Zeitraum wohl kaum in CDs investiert.

Jemand, der 6 Mio im Jahr als "zu wenig" bezeichnet, meckert ganz klar auf sehr hohem Niveau. Hinzu kommen Konzert-Gagen, Gagen für Fernsehauftritte, etc. Am Hungertuch wird sie nicht nagen. Ihre Kunst wird hinreichend entlohnt. Aber mehr geht ja bekanntlich immer.

In der Musikindustrie (und allg. in der Unterhaltungsindustrie) gibt es leider zu viele bereits obsolete Instanzen, die ebenso die Hand aufhalten.

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f13 12.11.2014, 17:27
12. Wenn's so einfach wäre.

Zitat von spon-facebook-10000747070
Jede Ware hat einen Preis - ist dieser zu Hoch "kauft" der Konsument nicht. Was die Musikindustrie für am Computer designete Musikstücke fordert ist inzwischen einfach unverschämt. Wenn Taylor Swift nicht mehr bei Spotify anbieten will - ihr gutes Recht. Es gibt tausende andere die nur auf die Chance warten bei Spotity gelistet zu werden.
Gut, die Musik mag eventuell am Computer generiert worden sein, aber die Programme dafür sind nicht auf jedem x-beliebigen Rechner vorhanden. Genauso wird weiteres Equipment benötigt. Alles nicht gerade billig. Das ist meistens in Studios. Diese haben auch Kosten (Miete, Personal, eben jenes Equipment, etc.). Dann muss der Künstler ja seine Sachen noch bewerben (in Zeitschriften, etc.), denn wenn man nicht weiß, dass es den Künstler gibt, dann bringt ihm Spotify alleine auch nichts.
Was haben wir da noch? Plattenfirmen, die das Geld für Aufnahmen und Werbung, etc. vorschießen. Da sie wirtschaftliche Unternehmen sind auch gerne etwas Gewinn. Dann kommen noch Verwertungsgesellschaften hinzu, die die Rechte am Künstler schützen.
Und Geld verdienen tuen ja eh nur noch die wenigen großen Künstler mit Musik. Für die meisten kleineren und auch nur mittelgroßen ist es nicht so einfach. Die opfern viel Zeit und eigenes Geld um am Ende dann von den eigenen Fans "bestohlen" zu werden.
Lange Rede, kurzer Sinn, denn Fakt ist, viele Menschen kaufen sich am Tag viel lieber einen beschissenen Kaffee für teuer Geld, sind aber nicht bereit auch nur einen Euro für eine Song, der ihnen viel bedeutet und den sie sehr gut finden, zu bezahlen, da so was ja umsonst zu sein hat. Ich geh ja auch nicht zum Bäcker und sage ich will das Brot umsonst, weil es mir gefällt.

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jo.geisen 12.11.2014, 17:51
13. Liebe „Musikindustrie“,

ja, ich finde, dass Künstler für Ihre Kunst bezahlt werden sollten, wenn diese mir mein Leben verschönert! Deswegen kaufe ich Musik, wenn möglich, direkt beim Künstler, oder z.B. in „Lossless“ Qualität über Bandcamp. Und ja, auch Manager der „Musikindustrie“ sollen was daran verdienen, wenn sie denn einen entsprechenden Mehrwert für Künstler und Konsumenten generieren!
Auch bin ich schon seit einer ganzen Weile Spotify Premium Abonnent und teile mir das Abo mit meiner 12jährigen Tochter. Da diese die Musik von Fräulein Swift nicht hört, ist sie weiterhin glücklich mit dem Abo, und sieht sich nicht gezwungen, in irgendwelchen grauen oder gar illegalen Quellen nach Musik, die ihr gefällt, zu suchen. So ein geteiltes Abo ist zwar blöd, da die Geschmäcker von Papa und Tochter schon recht unterschiedlich liegen, aber ich höre dann eben offline. Spotify - oder "die Musikindustrie" sind selbst schuld, dass sie in D. immer noch kein Familienabo anbieten …

Weiterhin, obwohl ich Spotify Abonnent bin und auch weiß, wie ich Youtube et al. im Internet finde, kaufe ich Musikdownloads sowie CDs, im Oktober 2014 waren es alleine vier CDs. Ich gehöre also zu den Menschen, die pro Jahr ziemlich viel Geld für Musik ausgeben – dafür spare ich eben an anderer Stelle.

Drei dieser vier o.g. Alben hatte ich schon vor über einem Jahr als MP3 Download gekauft, wollte diese Musik aber in besserer Qualität, denn: ich besitze zwar keine teure Anlage und werde mir in diesem Leben wahrscheinlich auch keine mehr kaufen, dafür nenne aber ein erstklassiges mobiles Abspielgerät, einen ebenso erstklassigen Kopfhörerverstärker und hervorragende, dazu passende Studiokopfhörer mein Eigen. Aber: zwei dieser drei vorgenannten CDs sind dermaßen schecht „gemastered“, dass ich beim Hören selbiger mit meinem hervorragenden Equipment die Krätze bekomme (Stichwort „Loudness War“ und „clipping“)! Da kann ich dann auch mit günstigem Equipment bei Youtube u.ä. bleiben und gar nichts zahlen!

Zum miesen Mastering vieler CDs seit Mitte der 90er kommen CD Preise, die sich auch ein Jahr nach Erstveröffentlichung in Regionen bewegen, die sich viele Leute – nicht nur junge – einfach nicht leisten können und wollen – besonders nicht für den austauschbaren Chart-Müll, der dann noch im Radio totgedudelt wird.

Ich frage mich also, was in den Köpfen der Herrschaften in der „Musikindustrie“ vorgeht und über was man sich dort eigentlich wundert? Darüber, dass die Kunden anscheinend doch nicht komplett verblödet sind?

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Xenocow 12.11.2014, 17:56
14. Ach es ist doch toll...

Wenn man eine Sau hat, die man durchs Dorf treiben kann.
Die Künstler schimpfen auf Spotify, Spotify schimpft auf die Musikindustrie. Und die Piraten sind sowieso am ganzen Elend der Welt Schuld.
Wo sind die ganzen Künstler die nicht so fixiert sind aufs Geld? Die Spass daran haben positive Emotionen zu wecken, die froh und dankbar sind über jeden verkaufen Song und Album?
Es ist schon richtig das mehr Transparenz in das ganze System muss. Es versickert einfach zu viel Geld vom Kunden auf dem Weg zum Künstler. Aber daran ist nicht alleine Spotify Schuld. Es ist das ganze perverse System, und die Knebelverträge der großen Konzerne und Plattenfirmen die Künstler heutzutage unterschreiben müssen.

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someoneworld 12.11.2014, 17:58
15.

Da hat Herr Ek schon recht. Wenn die Plattenfirmen bzw. Verwertungsgesellschaften den Hals nicht voll kriegen und die Künstler sich Knebelverträgen unterwerfen, ist das bei Leibe nicht die Schuld von Spotify. Was von diesen Netz-Dogmaten gekonnt missachtet wird ist die Reichweite von Spotify, I-Tunes und Co. ohne derer ihre Künstler im heutigen Zeitalter meist nur ein kleines Licht in der Musikbranche wären.

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c-Row 12.11.2014, 18:09
16.

Zitat von f13
Lange Rede, kurzer Sinn, denn Fakt ist, viele Menschen kaufen sich am Tag viel lieber einen beschissenen Kaffee für teuer Geld, sind aber nicht bereit auch nur einen Euro für eine Song, der ihnen viel bedeutet und den sie sehr gut finden, zu bezahlen, da so was ja umsonst zu sein hat. Ich geh ja auch nicht zum Bäcker und sage ich will das Brot umsonst, weil es mir gefällt.
Der Vergleich lässt sich so leider nicht wirklich machen, da der Kaffee/das Brot vom Bäcker so genau einmal existiert, während der Song innerhalb von drei Tagen im Studio zusammengebastelt wird, dann aber an Hunderttausende von Abnehmern verkauft wird, ohne daß der Aufwand für den Erzeuger mit der Anzahl der Kunden steigt.

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mipez 12.11.2014, 18:28
17.

Ich halte von Spotify bzw. dem Streaming von Musik an sich nicht viel. Alleine schon, dass ich keine Garantie dafür habe, immer auf das Medium zugreifen zu können, für das ich bezahlt habe, lässt mich auch als Sammler zurückschrecken. Mal davon abgesehen, dass das Angebot von fast allen Diensten eher bescheiden ist, wenn man nicht nahe am westlichen Mainstream schwimmt. Ich kaufe bzw. importiere meine CDs und Platten und speichere diese gegebenenfalls auf meinen Festplatten, eben weil ich diese zu jeder Zeit anhören will. Der Download wird Streaming im großen Stil noch viele Jahre schlagen.

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fortyplus 12.11.2014, 18:44
18. Minimaler Gewinn

Als "Kleinkünstler", der drei CD-Alben mit Instrumentalmusik bei Spotify und anderen Streaming-Diensten platziert hat, kann ich die Kritik der Künstler nachvollziehen. Auch ohne Zwischenhändler sind die ausgezahlten Beträge ein schlechter Witz, außer man schafft es, millionenfach aufgerufen zu werden. Und das schafft man eigentlich nur mit einem exorbitanten Marketing-Budget und indem man tausendfach seine eigene Musik kauft, um sich in den Charts hochzupushen. An den mafiösen Zuständen in der Musikindustrie hat sich seit hundert Jahren im Kern nichts geändert oder reformiert, daran werden auch Streaming-Dienste nichts rütteln können.

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Oberleerer 12.11.2014, 18:50
19.

Ich habe den Eindruck, bei diesen Streaming-Abos wird mehr bezahlt, als vorher für den Kauf einzelner Titel. Nachdem ich im 1. Monat vlt. 20 neue Lieder zusammengesammelt habe, höre ich diese im Grunde immer wieder. Ein Kauf wäre wohl günstiger gewesen.

Die MI hat wohl nun das Problem, daß sie bestimmte Musiker nicht mehr künstlicher erhöhen können, nur weil diese einen MI-luktrativen Vertrag haben. Spotify kann denen genau sagen, wie oft ein Song in einer Liste aufgesammelt, weiterempfohlen, komplett oder nur angespielt wurde.

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