Forum: Netzwelt
Musikerkenner Shazam: Android-App schickt heimlich Nutzerdaten an Werbefirmen

Wo ist das Smartphone eingebucht? Welche Apps sind installiert? Welche Kennung hat der Nutzer? Solche Informationen überträgt die beliebte Android-App Shazam heimlich an Werbefirmen, enthüllt das Fachmagazin "c't". Shazam wird nicht zum ersten Mal erwischt.

Seite 2 von 4
floydpink 14.02.2014, 19:02
10. So isses...

Zitat von Konstruktor
Unter iOS können Apps unter anderem auch grundsätzlich nicht an die Liste der installierten anderen Apps herankommen; Und auch an einen eindeutigen Geräte-Identifier, wie er unter Android mitgeschickt wird, kommt eine App unter iOS nicht mehr heran.
...und genau aus diesem Grund habe ich seit kurzem ein Iphone.
Die Rechtevergabe bei Android ist eine Vollkatastrophe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frankkoch 14.02.2014, 19:04
11. Praktische App

..aber nun ist sie deinstalliert!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redbayer 14.02.2014, 20:05
12. Was ist da neu ...

wenn man in Google ein paar mal die gleiche Frage stellt, bekommt man auch monatelang auf jeder freien Browserfläche entsprechende Werbeangebote. Da wird auch alles registriert, analysiert und gegen Bezahlung weiter gegeben. Davon lebt doch Google.

Also lasst doch der kleinen App auch ein Stück von dem Kuchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Konstruktor 14.02.2014, 22:45
13.

Zitat von frankkoch
Praktische App ..aber nun ist sie deinstalliert!
Auf meinen iOS-Geräten ist sie nach wie vor drauf – aber natürlich habe ich ihr die Ortung nie erlaubt, als sie danach gefragt hatte. Und damit ist sie praktisch harmlos, bleibt aber trotzdem nützlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sschuste 15.02.2014, 07:46
14. Die Karawane zieht weiter

Diejenigen, die sich 20 Jahre lang von Windows-basierter Schadsoftware die Konten leerräumen ließen, gehen jetzt einen Schritt weiter und werfen nun ihre Daten in die allgemeine Runde. Specs und Schnäppchenpreis ist dieser Gruppe von Anwendern halt das Wichtigste - und Android liefert beides (und - wie damals auch Windows - sonst nichts).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
twan 15.02.2014, 11:13
15.

Zitat von sysop
Darf die Software auf Positionsdaten zugreifen? Wer das ablehnt, kann das Programm nicht installieren.
Und welcher Schaden entsteht mir, wenn die App nicht installiere? Verzicht ist nicht so das Ding der Konsumschafe?

Ansonsten gilt für mich: ich gebe lieber freiwillig meine Daten an Werbefirmen weiter, als unfreiwillig irgendwelchen Schlapphüten.

Bei der Werbefirma ist mir klar, was die mit meinen Daten wollen: Geld verdienen.

Nur, was wollen die Schlapphüte mit meinen Daten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cavete 15.02.2014, 16:45
16. Gemeinsamkeiten (1)

“wenn man in Google ein paar mal die gleiche Frage stellt, bekommt man auch monatelang auf jeder freien Browserfläche entsprechende Werbeangebote. Da wird auch alles registriert, analysiert und gegen Bezahlung weiter gegeben. Davon lebt doch Google. Also lasst doch der kleinen App auch ein Stück von dem Kuchen.”

Jeder weiß, daß Werbung Teil des Wirtschaftssystems ist, das ist unproblematisch. Jedenfalls solange der Empfänger der Botschaft diese als solche auch erkennen kann und er weiß, daß Nutzungsrechte auch ggf. mit eingespielter Werbung “erkauft” werden muß. Der Titel der “Spiegel-Online”-Nachricht weist allerdings bereits darauf hin, daß die angesprochene Android-Anwendung Nutzerdaten heimlich an Werbefirmen übermittelt, also ohne Wissen und im Zweifel auch ohne Zustimmung des Nutzers.

Dieses Gebaren ließe aber sich problematisieren, indem man die Frage stellte: “Mit welcher Berechtigung werden diese Daten vom Nutzer ausgespäht bzw. zum eigenen Vorteil des Unternehmens, das diese Daten absaugt, wirtschaftlich verwertet?

Diese Frage ist ja auch schon bereits vorher verschiedentlich gestellt worden, und insoweit auch nichts Neues. Noch recht neu ist aber die Erkenntnis, in welchem Ausmaß die Datenabschöpfungen auch von Seiten der Geheimdienste erfolgen. Und weil sich die Situation so darstellt, kann man sich fragen, ob solch ein Zustand auch in Zukunft weiterhin Bestand haben soll.

Was die Aktivitäten der Geheimdienste anbelangt, so wird man in diesem Bereich wohl nichts bzw. nichts Verläßliches erwarten dürfen. Das liegt in der Natur der Sache bzw. in der Arbeitsweise der Nachrichtendienste selbst begründet. Das soll aber nicht bedeuten, daß es aussichtslos wäre, das Ausmaß der Spionage reduzieren zu wollen.

Es erforderte aber wohl neben der Erkenntnis der Schädlichkeit des Ausmaßes der Ausforschung auch ein entsprechendes Engagement breiterer Bevölkerungsschichten. Und nicht zuletzt Politiker, die bereit sind, die Rechte ihrer Bürger entsprechend aktiv zu vertreten und nicht nur auf dem Papier einzufordern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cavete 15.02.2014, 16:48
17. Gemeinsamkeiten (2)

Was bleibt, ist aber die Frage, ob es nicht möglich schiene, den Schutz privater Daten durch entsprechende Regelungen auf internationaler Ebene dann zu sanktionieren, wenn solche Informationen ohne Wissen und Wollen des Nutzers, also heimlich, abgeschöpft werden. Gemeint sind Regelungen, die eine praktikable Verfolgung von Verstößen ermöglichen und es den Betroffenen auch gestatten, ihre Rechte mit Aussicht auf Erfolg einzufordern.

Gleicht man das Verhalten der Geheimdienste mit denen von Wirtschaftsunternehmen der beschriebenen Art ab, ließe sich wohl feststellen, daß beide vom Grundsatz her zunächst offenbar gleichgerichtete Ziele verfolgen. Und die bestehen in einem ersten Schritt augenscheinlich in der Gewinnung sämtlicher Daten, die ein Nutzer in Folge des Gebrauchs elektronischer Medien produziert. Zudem ziehen beide Institutionen ihren Vorteil daraus, ohne daß der Nutzer dies unmittelbar erfährt und auch später erfahren soll. Man hintergeht also die Menschen in beiden Fällen in bewußter und gezielter Weise.

Für die Einen gelten diese Menschen als (militärische) Ziele - die NSA beispielsweise ist ein militärischer Auslands-Nachrichtendienst - für die Anderen stellen sie lediglich schutzlose Individuen dar, denen man einfach wesentliche Rechte ihres Menschseins ungefragt nehmen kann, nämlich das Recht auf Privatsphäre und den ungehinderten, ungestörten Austausch von Daten. All das geschieht heimlich, wie bereits erwähnt, und genau das macht den Unterschied aus, im Gegensatz zur Gewinnung derjenigen Daten, die mit mehr oder minder bewußter Entscheidung aus den Händen des Nutzers oder Konsumenten gegeben werden.

Wenn man also feststellen kann, daß Geheimdienste und bestimmte Wirtschaftsunternehmen der dargestellen Art gewisse grundlegende, gemeinsame Interessen zu verfolgen scheinen, nämlich die Datenabschöpfung in großem oder größerem Stil, dann kann man ebendiese Tatsache auch als Berührungspunkte zwischen beiden Institutionen betrachten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cavete 15.02.2014, 16:50
18. Gemeinsamkeiten (3)

Mit anderen Worten: Wenn das gemeinsame Ziel zunächst Datenausspähung heißt - was spräche von vornherein dagegen, daß es nicht auch eine, auf gemeinsamen Interessen beruhende, Verbindung zwischen Nachrichtendiensten und Wirtschaftsunternehmen gibt. Es erscheint auch denkbar, daß Daten, die auf diese Art heimlich von Unternehmen abgeschöpft werden, später an andere Firmen weiter verkauft werden, deren einziger Zweck es ist, diese Daten ihrerseits, ggf. nach einem Filter-Abgleich, an Nachrichtendienste zu veräußern bzw. diese für sie zu beschaffen. Wer könnte das schon ausschließen, wenn es keine internationalen Regelungen mit Sanktionsmöglichkeit gibt?

Vordergründig kommt es dabei zunächst einmal gar nicht so sehr darauf an, ob das auch de facto so ist, daß es solcherlei “Stroh-Firmen” gibt. Im Zweifel ließe sich das kaum feststellen. Aber die Möglichkeit, daß es so sein könnte, kann das Vertrauen in die Nutzung der elektronischen Dienste und ihrer, zum großen Teil U.S.-amerikanischen Infrastruktur unterminieren. Und ohne Vertrauen ist alles nichts, oder besser gesagt, alles nichts wert. Schließlich geht es hier ja auch um wirtschaftliche Vorteile.

Betrachten Sie meine Replik bitte nicht als Kritik an Ihrem Kommentar, er bot mir lediglich den Anlaß für eine detailliertere Betrachtungsweise der auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkenden “Spiegel-Online”-Notiz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
twan 15.02.2014, 17:29
19.

Zitat von sysop
Darf die Software auf Positionsdaten zugreifen? Wer das ablehnt, kann das Programm nicht installieren.
Und welcher Schaden entsteht mir, wenn die App nicht installiere? Verzicht ist nicht so das Ding der Konsumschafe?

Ansonsten gilt für mich: ich gebe lieber freiwillig meine Daten an Werbefirmen weiter, als unfreiwillig irgendwelchen Schlapphüten.

Bei der Werbefirma ist mir klar, was die mit meinen Daten wollen: Geld verdienen.

Nur, was wollen die Schlapphüte mit meinen Daten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 4