Forum: Netzwelt
Nach Anzeige gegen Trojaner-Hersteller: FinFisher lässt Netzpolitik.org abmahnen
OZAN KOSE/AFP

Der Überwachungssoftware-Hersteller FinFisher wehrt sich nach einer Strafanzeige und geht gegen die Berichterstattung von Netzpolitik.org vor. Diese sei "hochgradig vorverurteilend".

Humanfaktor 08.10.2019, 12:49
1. Die Abmahnkeule

Ein alter Hut, dass sich Firmen die am Pranger stehen mit der Abmahnkeule zu wehren versuchen. Man darf sich davon nicht einschüchtern lassen. Ganz richtig. Allerdings sollten sich die Fachjuristen der Netzpolitik.org in der Sache auch sicher sein. Denn vor Gericht und auf hoher See...

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m82arcel 08.10.2019, 13:25
2.

Bisher kannte man bei FinFisher den Streisand-Effekt offenbar nicht. Nach der Berichterstattung über die Abmahnung dürfte sich das geändert haben und mein Mitleid für Unternehmen, die derartige Überwachungssoftware entwickeln hält sich in Grenzen.

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kulinux 08.10.2019, 14:00
3. Wäre hier "hack back" nicht ausnahmsweise angebracht?

Also indem man die Verantwortlichen "hackt" und ihr Privatleben an die Öffentlichkeit und in den sicherlich zu findenden Schmutz zerrt? Ich bin ja wirklich gegen mittelalterliche Pranger etc., aber wer SO handelt, dem sollte man in gut-alttestamentarischer Weise vielleicht auch einmal gleiches mit gleichem vergelten? Was es ja nicht einmal wäre, denn Immerhin müssen die Verantwortlichen ja bei uns nicht befürchten, in einem Folterknast zu landen.

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erwins. 08.10.2019, 14:25
4. @kulinux

Die wurden doch in der Vergangenheit schon gehackt, da gehörte FinFisher noch zur Gamma Group.

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mantrid 08.10.2019, 14:37
5. Sonderschutz?

In den Medien wird öfters über Ermittlungen und Strafanzeigen berichtet. Das ist für die Betroffenen extrem unangenehm, aber eben keine Vorverurteilung. Wenn man an den Fall Kachelmann denkt, musste sich dieser Mann noch ganz andere Berichterstattungen gefallen lassen, eher er freigesprochen wurde. Im Übrigen können jurisitschen Personen strafrechtlich nicht belangt werden, nur die sie vertretenden natürlichen Personen. Und auf welchen Wegen die Schnüffel-Software in die Türkei gelangt ist, sollte auf jeden Fall ermittelt werden. Irgend jemand hat da gewaltig Dreck am Stecken, wobei das nicht zwangsläufig jemand von FinFisher gewesen sein muss.

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qoderrat 08.10.2019, 15:20
6.

Bei diesem Artikel darf man ruhig mal lobend erwähnen, dass Spon mit der Berichterstattung über die Abmahnung auch die Sache an sich einem breiteren Publikum vorstellt. Immer schön den Streisand Effekt bedienen, weiter so!

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Referendumm 08.10.2019, 15:26
7.

Lt. Wikipedia: Kauf durch deutsche Behörden
Im Mai 2013 erwarb die Bundesregierung eine Nutzungslizenz für zehn Computer für FinSpy...
Das LKA Berlin lizenzierte im Jahr 2012 den Trojaner FinFisher für 400.000 Euro, obwohl es ihn mangels Rechtsgrundlage nicht einsetzten durfte. ...

Und galt FinFisher nicht einmal als Partner in Sachen Bundestrojaner?

Das alles und noch viel mehr (siehe die heutige Meldung: "US-Sanktionen: Adobe sperrt alle Nutzerkonten in Venezuela") wird uns bzw. fällt uns bereits heute schon voll auf die Füße. Einerseits wird von der Sicherheit im Internet und dem Austausch von Daten - gerade auch von Politiker - dumm gelabert und andererseits werden Backdoors, Spyware und vieles andere mehr munter eingesetzt, um nur die Bürger zu überwachen etc..

Da können Daten (schutz) Experten gebetsmühlenhaft wiederholen, wie sehr solche Spyware, (Bundes) Trojaner etc. die Datensicherheit massivst unterminiert, es nützt alles nichts, wenn es um den Erhalt der eigenen Macht geht.

Macht nur weiter so, das traurige Ende kommt eh bald. Und dann heißt es wieder landauf-landab: Das alles haben wir doch nicht gewusst.

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