Forum: Netzwelt
Nach dem NSA-Skandal: Auf in den aussichtslosen Kampf

Der Spähskandal ist keine Überraschung? Außerdem kann man eh nichts dagegen unternehmen? Alles Ausreden. Der Kampf gegen die Totalüberwachung ist so aussichtlos wie notwendig. Und jedes Schrittchen zählt.

Seite 6 von 19
karabas 14.01.2014, 16:27
50.

Zitat von gog-magog
Kindchen, das ist leider falsch. Wohl im letzten Jahr keine Zeitungen gelesen und keine Nachrichten geschaut?
ja, und Sie? Kein Grund herablassend zu werden.

Zitat von gog-magog
Das behauptet auch niemand.
Indem gebetmülenartig von einer Totalüberwachung gesprochen wird, wird genau das suggeriert. Es geht höchsten um die Totalauswertung. Totalüberwachung, bei welcher jeder Bürger persönlich und gezielt überwacht wird ist nicht leistbar und ist auch nicht.

Zitat von gog-magog
... Unser Recht läßt nur Ermittlungen im begründeten Einzelfall zu. ....
Aus der Datenauswertung kann sich in Verdachtsfall ergeben. Erst dann kommt es zu einer gezielten Überwachung der Internet-Aktivitäten einer Person/Gruppe. Also nicht weit von unserer Gesetzgebung enfernt. Unstrittig dass hier Regulierung/Kontrolle weitreichend ausgebaut werden muss. Von Totalüebrwachung zu sprechen ist trotzdem falsch.

Zitat von gog-magog
Das stimmt nicht. Im übrigen sind die von Ihnen genannten Verbrechen illegal und laut StGB mit Strafe bewehrt. Es bringt also nichts, Äpfel mit Kamelen zu vergleichen.
Das stimmt dennoch. In 20 letzen Lobo's Artikeln ging es ausschliesslich über NSA und drum herum. Weiter habe ich nicht geschaut. Den Verweis auf StGB verstehe ich nicht. Ist damit das Thema Internetkriminalität darunter ungerelte Grauzonen wie RedTube vollständig abgehackt?


Zitat von gog-magog
Worüber er eine Kolumne schreibt, bestimmt der Autor. Wenn Sie damit nicht zurecht kommen, sollten Sie diese nicht lesen.
Worüber der Forum-Teilnehmer schreibt, bestimmt der Forum-Teilnehmer. Wenn Sie damit nicht zurecht kommen, sollten Sie die Beiträge nicht lesen und kommentieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zoon.politicon 14.01.2014, 16:47
51. Kampf möglich

Zitat von sysop
Der Spähskandal ist keine Überraschung? Außerdem kann man eh nichts dagegen unternehmen? Alles Ausreden. Der Kampf gegen die Totalüberwachung ist so aussichtlos wie notwendig. Und jedes Schrittchen zählt.
Von der Politik ist, wie man sieht, kein ernsthafter Kampf gegen die Totalüberwachung zu er warten.
Einen Aufstand der Massen kann ich mir auch schwer vorstellen.
Am ehesten Wirkung wäre vielleicht zu erzielen, wenn sich eine Organisation mit Methoden, die denen von Greenpeace ähneln, der Sache annimmt.
So wäre sicherlich Wirkung zu erzielen, wenn unsere Justiz von Strafanzeigen gegen Überwachung überschwemmt würde, denn diese ganze Überwachung verstösst fast vollständig gegen geltende Gesetze und es wird einfach der Verstoss gegen diese Gesetze nicht juristisch geahndet. Und unsere Politiker sind qua Amtseid verpflichtet, diesen Gesetzen zur Gültigkeit zu verhelfen.
Auch von vornherein nicht illegale Aktionen wie Offenlegung von Personen, die die Überwachung vollziehen, Demonstrationen vor Überwachungsanlagen u.ä. könnten eine Effekt haben u.s.w..
Aber ich verstehe schon, dass Herr Lobo mit der Formulierung "aussichtsloser Kampf" eben diesen Kampf provozieren will.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maledicto 14.01.2014, 16:51
52. titel

Zitat von detlevwalther
vor einer Stunde hatte ich eine Update-Empfehlung von Windows. Ich zuckte zusammen und überlegte - sollte du wirklich? Vielleicht brauchst du das, vielleicht ist es auch nur eine weitere Hintertür? Vor 4 Wochen habe ich GnuPG installiert. Das war durchaus nicht einfach, ich habe ganz schön grübeln müssen, obwohl ich über 30 Jahre EDV Erfahrung auf dem Buckel habe. Jetzt warte ich auf die Mailpartner, die es auch installiert haben. So ist das eine sehr einseitige Sache, im wahrsten Sinn des Wortes. Wie ich auch auf ein Betriebssystem warte, welches keine Hintertürchen hat und wo auch noch meine wichtigen Programme laufen. Nur - wen soll ich fragen? Linux / Ubuntu etwa? Wer sagt mir, dass die nicht auch unterwandert sind? Welcher Provider ist vertrauenswürdig, welcher Mailanbieter verschlüsselt tatsächlich? Wen soll ich fragen, wem soll ich glauben? Der Bundesregierung etwa? Besser wohl nicht.
Welches BEtriebssystem ist eh egal.
Mittlerweile ist ja bekannt, dass die NSA auch ins Bios verschiedener Rechner Hintertüren eingebaut hat. Dann noch in die Router und vermutlich in weitere Hardware.

Es ist genau wie die Frage, welches Smartphone Sie kaufen sollen. Es ist egal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tzoumaz 14.01.2014, 16:52
53. Steter Tropfen...

höhlt den Stein...aber in welchem Zeitraum. Sascha Lobo hat ja in allem Recht aber warum gibt es so wenig Widerstand, warum zwingen wir unsere Politiker nicht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen? Ich behaupte weil uns die Demokratie letztlich egal ist, solange es uns so gut geht wie jetzt. Und weil jeder Einzelne von uns keinen unmittelbaren Nachteil spürt wenn sein Handy oder der Internetverkehr abgehört wird. Es ist eine Mischung aus Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit und Mutlosigkeit, mittlerweile Primärtugenden in jeder westlichen Gesellschaft. Überwacht zu werden ist für die meisten leider ein Kavaliersdelikt keine wirkliche Straftat.
1.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ChaosXL 14.01.2014, 16:53
54. Gegenteil

Zitat von MichaelKlein
Ich muss dazu sagen, ich finde es super dass Herr Lobo und der Spiegel im Allgweinen sich diesem Thema widmen und die Augen nich vor einer totallen Kontrolle durch US-Unternehmen verschließen. Danke für die lesenswerten Artikel.
Das Gegenteil ist richtig. Lobo und Spiegel reiten hier ein totes Pferd. In der Bevölkerung interessiert sich kein Mensch mehr für diese Geschichte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
querulant_99 14.01.2014, 16:55
55.

Zitat von berndscherdel
Ehrlich gesagt: Ich fordere sogar, dass wenn schon wir Bürger dauernd überwacht werden, auch die Regierungsmitglieder davor nicht geschützt sind! Ansonsten ist die Hoffnung, dass sich etwas ändert exakt 0. So besteht wenigstens noch etwas Hoffnung ...
Sie ziehen die falsche Schlussfolgerung!
Gerade weil die Regierung überwacht wird, sind ihr die Hände gebunden. Es reicht ein ein falsches Statement und sie stehen auf der Abschussliste, so wie unsere beiden letzten Bundespräsidenten (allerdings wegen Äußerungen zu anderen brisanter Themen). Warum wohl kommt denn unserem jetzigen Bundespräsidenten kein einziges kritisches Wort zur NSA-Affäre über die Lippen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Berner See 14.01.2014, 16:58
56. Das Schlimme ist

dass diese NSA-Überwachung viel schlimmer für freiheitlich-rechtsstaatliche Demokratien ist, als für Diktaturen oder Quasi-Diktaturen, dass also die USA hier die freiheitliche Welt lähmt bzw. zerstört.

Warum? Weil eine freiheitliche-rechtsstaatliche Demokratie auf Gedeih und Verderb auf Meinungsfreiheit und Privatssphäre angewiesen ist. Nicht umsonst sagt das Bundesverfassungsgericht, dass ansonsten auch die Menschenwürde den Bach heruntergeht.

NSA bedeutet: Wir, als Bürger, können schlicht KEINEM Entscheidungsträger mehr trauen, nicht unseren Politikern, nicht unserem Patent- oder Rechtsanwalt, nicht unserem Bürgermeister. Warum? Weil wir nicht wissen können, ob er tatsächlich frei nach seinem Gewissen für uns tätig ist, oder ob er sich - beispielsweise aufgrund von Masturbationsvideos, die die NSA aufgenommen hat - bereits erpressbar ist und dies auch weiß.

Merken Sie die Stille? Die merkwürdige Stille unserer intelligentesten, bestverdienenden Elite in dieser Affäre? Schweigen. Lähmend.

Das ist das Ende der Demokratie. Dagegen ist eine Diktatur relativ robust: Deren Machthaber und Entscheidungsträger sind wesentlich unempfindlicher gegen solche Angriffe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maledicto 14.01.2014, 16:58
57. titel

Zitat von bigteddy
Wenn Sie beleidigt sind, ist das okay. Wenn Sie verletzt sind, ist das auch okay. Aber unterstellen Sie nicht, dass das Ausmaß der Überwachung der NSA (und andere Dienste) nicht ausreichend bekannt war. Sie werden genügend Beiträge und Warnungen in den letzten fünfzehn Jahren finden, in denen Menschen aus dem Stromverbrauch, dem Budget und was weiß ich allem hochgerechnet haben, zu was die NSA (und andere Dienste) in der Lage sind und was die Dienste (vermutlich) damit tun.
Nein, es war eben nicht klar. Und es ist noch immer sehr vieles nicht klar. Viele von Snowdens Informationen sind noch gar nicht veröffentlicht worden.

Es war klar, dass die USA weltweit Telefonate abhört. Aber schon das wurde als Verschwörungstheorie angesehen, weil das nach Meinung vieler beinahe unmöglich sei.
Dass die NSA Hintertüren einbauen lässt in Router, ins Bios, in verschiedene Betriebssysteme, in Verschlüsselungssoftware, dass die NSA tägliche Milliarden Handydaten speichert usw. das war bisher alles nicht bekannt.
Es gab teilweise Gerüchte, wie z.B. eine mögliche Hintertür in Windows, aber es hatte immer etwas von Verschwörungstheorien.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Drake_De 14.01.2014, 16:59
58. Lösungen

Unser Problem ist doch, dass Internet Firmen ihren Gewinn darauf aufbauen, dass sie möglichst viel über ihre Kunden wissen. Und das wir nicht verhindert haben, dass sie es auch kriegen dieses wissen.

Wenn man sich mal anschaut, was in den AGBs drinsteht, bzw. welche Rechte sich manche APPS herausnehmen, wenn man diese installiert ist vieles klarer.
Im Endeffekt wussten Firmen früher von ihren Kunden nur wenige Sachen:
Addresse, Alter, Geschlecht, Name, Kontonummer, und dann noch Geschäftsspezifische Dinge (wie zB weiss natürlich eine Versicherung welches Auto man fährt da man es da ja versichert).
Und diese durften nicht einfach so weitergegeben werden. Und wenn die Staatsanwaltschaft was über die wissen wollte, brauchte sie einen richterlichen Beschluss. Das ist auch immer noch so. Nur sind die ganzen neuen Dienstleister amerikanische Firmen.

zZ. werden die Daten Deutscher Kunden auf Ausländischen Servern gespeichert und weiterverarbeitet. An welche Datenschutzrichtlinien sich wohl die amerikanischen Firmen halten?

Man muss eigentlich verhindern, dass man Daten im aussereuropäischen Ausland speichert und verarbeitet. Und das kann nur der Gesetzgeber machen. Sowas wie: Daten von Europäeren müssen in Europa bleiben und auch dort verarbeitet werden, solange sie noch individuell aufzuschlüsseln sind. Sobald diese daten genügend anonymisiert sind, kann eine Verarbeitung auch ausserhalb Europas erfolgen.

Was soll ich als Kunde denn machen ausser Verweigerungshaltung? Ich kann zB bei einem App nicht einfach sagen: Hey, ich gebe dir keine Rechte auf mein Telefonbuch, und nein, du kriegst keine GPS rechte. (Ohne gewisse IT Kenntnisse).

Ein No Spy Abkommen wäre mE auch eine Farce. Was man nicht kontrollieren kann, ist das Papier nicht wert auf dem es steht.

Ich nehme mir noch vor, an meinen Bundestagsabgeordneten zu schreiben. Das steht jedem frei. Die werden sich aber auch fragen, was sie machen sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gegenrede 14.01.2014, 17:03
59. Henryk M. Broder meint, dass Sascha Lobo das Wesen der Dinge nicht richtig versteht

http://www.welt.de/kultur/article123...er-Mutter.html

Er spricht vom Dual-Use der Dinge. "Mit einem Messer kann man entweder Brot schneiden oder sich die Schwiegermutter vom Hals schaffen."

"Bis vor Kurzem habe er (Sascha Lobo) geglaubt, das Internet sei das ideale Medium der Demokratie, der Freiheit und der Emanzipation. Nun wisse er es besser: "Das Internet ist kaputt.""

Meiner Meinung nach irrt hier Broder denn wenn man das Internet total kontrollieren kann, dann führt dies dazu, dass der andere Teil des Dual-Use, Freiheit und Demokratie im Internet zu entwickeln ad absurdum geführt wird, es mutiert dann nämlich zum Single-Use.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 19