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NSA-Spähaffäre: Nur nicht nachlassen
Senator

Die Berichterstattung über die NSA-Spähaffäre leidet an zwei großen Problemen: Regierungen attackieren aufklärende Medien - und weite Teile der Bevölkerung interessiert sich kaum dafür. Wie es weitergehen muss, kann man von Helge Schneider lernen.

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pescador 15.10.2013, 21:13
70.

Ich verstehe diesen Artikel nicht. Wir sind doch jetzt auf dem Weg in den Staat, den Journalisten seit vielen Jahren herbeischreiben. Und jetzt ist das auch wieder nicht genehm? Rätsel über Rätsel.


Mal abgesehen davon: die meisten Menschen haben durchaus erkannt, dass es völlig sinnlos ist, sich über die NSA-Affäre länger aufzuregen. Im Endeffekt sogar besser, nichts zu unternehmen, denn dann werden sich auch die NSA-kritischen Amerikaner gegen uns wenden. Patriotisch sind sie nämlich alle.

Was ist denn mit Berichten über den BND? Eigene Aufklärungsarbeit statt zitieren aus den Erkenntnissen anderer? Kritische Interviews und ständige Nachfragen, gerade auch bei den Oppositionsparteien? Bislang weitgehend Fehlanzeige!

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gegenrede 15.10.2013, 21:18
71.

Zitat von M.O.A.
Woche für Woche für Woche für Woche. Es einfach nicht zu glauben...
Hoffentlich noch Monat für Monat.
Über den wöchentlichen Fußball beschweren Sie sich doch auch nicht.

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lela_n_i_c 15.10.2013, 21:21
72. Es ist schon traurig...

Dass das Publikum Desinteresse zeigt, obwohl es selbst der Leidtragende ist. Ein Armutszeugnis!!

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senf_dazu 15.10.2013, 21:21
73.

Zitat von stratos66
Bislang beschränkt sich die Berichterstattung auch des Spiegels auf die Enthüllungen des Herrn Snowden. Darüberhinaus so gut wie NICHTS!!! --- Wer hat wo Strafanzeige gestellt. Welche Staatsanwaltschaften ermitteln mit welchem Zwischenergebnis. Welchen Standpunkt vertritt das Bundesverfassungsgericht. In welcher Form sind die Parteien aktiv? Wie äussern sich die Berufsverbände der Anwälte, Ärzte etc. und die Gewerkschaften und Kirchen? Gibt es Vereinsgründungen zur Wahrung der Grundrechte? Werden Petitionen eingebracht? etc. etc. --- Die politischen Journalisten werden in einem totalitärem Staat überflüssig sein. Noch könnten sie sich engagieren!!! ... Der Spiegel wird darüber berichten. Ich würde mit wünschen er würde auch dazu beitragen.
Ich stimme Ihnen zu.
Die Gesellschaft wird von allen Medien "abwechslungsreich" informiert, aber ein Ranking der Probleme findet nicht mehr statt. So steht dann NSA-Skandal neben Bischof neben Lampedusa-Opfer neben Fukushima neben Finanzsystem etc. Vorausgesetzt wird der mündige Bürger, der dann aber nur noch wählen oder sich in Foren austoben kann - NGOs ausgenommen.
Die Beliebigkeit triumphiert derart, dass ich mir für alle Print- und Online-Medien eine Verpflichtung analog dem Impressum wünsche, in welcher die wichtigsten 10 oder 20 Probleme (idealerweise getrennt nach kurz- und langfristiger Bedeutsamkeit) aufgelistet werden müssen. Meinetwegen könnte die BILD ein anderes Ranking haben als der SPIEGEL, entscheidend wäre die Transparenz. Das könnte auch wieder den investigativen Journalismus fördern und die von Ihnen genannte Recherchevorschläge realisieren helfen. Journalisten hätten den Anreiz, am Thema dran zu bleiben und tiefer zu gehen. Fortschritt statt Neuigkeit wäre das Thema. Und Randgruppenthemen sowie "kleinen Fluchten" landen im Panorama-Teil zugunsten einer stärkeren Fokussierung der Politik auf das Wesentliche. SPON hat ja in letzter Zeit enorm bei den statistische Visualsierungen zugelegt. Da realistisch keine Verpflichtungsregelung für Medien erwartbar ist, würde ich mir eine Problemrankingliste auf freiwilliger Basis von SPON wünschen, die dann Nachahmer finden mag.

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gegenrede 15.10.2013, 21:28
74.

Zitat von santoku03
Und keine Sorge: Keine Sau interessiert sich für den Mailboxinhalt von Sascha Lobo und der ewig hysterischen SPON Kommentatorengemeinde...
Klingt so,als würden Sie im BMI, beim VS dem BND oder der NSA arbeiten..., da Sie ja so genau wissen was die Herren und Damen dort so interessiert, aber Vorsicht Whistleblowern wird noch keine Straffreiheit garantiert.

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Spiegelkritikus 15.10.2013, 21:44
75. Der ständige Kampf um Freiheit

Zitat von sysop
Die Berichterstattung über die NSA-Spähaffäre leidet an zwei großen Problemen: Regierungen attackieren aufklärende Medien - und weite Teile der Bevölkerung interessiert sich kaum dafür. Wie es weitergehen muss, kann man von Helge Schneider lernen.
Sehr gute, treffende Kolumne von Sascha Lobo, die aufzeigt, dass dem Überwachungsskandal einen weiteren Skandal im Schlepptau hat, der Politik und Medien betrifft. Gerade lief im Fernsehen eine weitere Folge von "Weissensee", bei der es um die furchtbaren Verhältnisse im DDR-Überwachungsstaat geht. Es ist nachgerade grotesk: Dem Publikum werden kritische Filme zur Nazi- und DDR-Vergangenheit gezeigt, die Überwachung, Spitzeltum, Denuntioation und Korruption der Mächtigen zurecht anprangern, doch irgendein ein Bezug zur Gegenwart scheint völlig ausgeschlossen. Im Gegenteil: Diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bewirkt, dass viele unserer Bürger glauben, sie leben nun im einem Hort von Demokratie und allen erdenklichen Freiheiten für Bürger und Medien.

Wenn mächtige kreise versuchen, nicht nur den NSA-Skandal zu ignorieren bzw. zu verharmlosen, sondern auch gleich noch den kritischen Medien diesbezüglich (und auch sonst) einen Maulkorb zu verpassen, dann ist das im höchsten Masse gefährlich und mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen. Wenn die Bürger einer Gesellschaft nur noch als Verfügungsmasse, als schiere dumpfe Produzenten und Konsumenten, betrachtet werden, dann hat man den Boden von Freiheit und Demokratie verlassen. Es genügt nicht, lediglich den Schein davon aufrecht zu erhalten - das wurde auch in der DDR versucht.

Unsere westlichen Gesellschaften efinden sich an einem Scheideweg: Entweder das Volk steht auf und kämpft für seine legitimen Interessen, oder aber sie werden von mächtigen Partikularinteressen gänzlich vereinnahmt: Denen des Kapitals und all seiner Schergen in Politik und Medien.

Die sog. Masse der Bürger ist in der Tat unglaublich phlegmatisch, indiffernt und vergesslich. Allerdings ist das von o.g. Kreisen beabsichtigt und wird konsequent per veröffentlichter Meinung forciert. Diese ständige Indoktrination und Entpolitisierung beherrscht auch längst die gewaltige "Unterhaltungsindustrie". Mit Demokratie hat all das nicht mehr viel zu tun: Wie sollen dergestalt kritische, informierte Demokraten kreiert werden? Es geht leider in die verkehrte Richtung - trotz aller historischen Menetekel gerade für die Deutschen!

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Schäfer 15.10.2013, 21:52
76. Ranking

Zitat von senf_dazu
Ich stimme Ihnen zu. Die Gesellschaft wird von allen Medien "abwechslungsreich" informiert, aber ein Ranking der Probleme findet nicht mehr statt. So steht dann NSA-Skandal neben Bischof neben Lampedusa-Opfer neben Fukushima neben Finanzsystem etc. Vorausgesetzt wird der mündige Bürger, der dann aber nur noch wählen oder sich in Foren austoben kann - NGOs ausgenommen.
1. NSA / GCHQ
2. Eurocrash
...
10. Wann erfolgt der Angriff gegen die Anwender der Chemiewaffen bei Damaskus?
...
96. Nobelpreise
97. Fussball
99. Lampedusa
100. Bischof

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teletube 15.10.2013, 22:10
77.

Zitat von carstens_86
Ich interessiere mich noch immer für das Thema und bin darüber erschrocken, dass sich niemand so richtig darüber aufregt oder auch nur das Ausmaß der Überwachung erkennt. Den meisten kommt man dann mit dem Stasi Argument bei. Ich bin dem Spiegel aber sehr dankbar, dass er weiterhin in der BRD berichtet. Ich wundere mich aber auch darüber, dass es das Thema nicht in den Wahlkampf geschafft hat. Frau Merkel hat das Thema einfach weggelächelt, was ich unerhört gegenüber jedem PC-Anwender finde.
Weggelächelt ist gut -
Mutti meinte ja, daß sie erst alles über die Medien erfahren hat...
Jetzt muß man sich die Frage stellen:
Hat Mutti das Volk eiskalt angelogen oder hat sie (und die Regierung) den eigenen Geheimdienst nicht im Griff? Und was ist schlimmer?

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hartsch 15.10.2013, 22:53
78. das Stichwort

Zitat von sysop
Die Berichterstattung über die NSA-Spähaffäre leidet an zwei großen Problemen: Regierungen attackieren aufklärende Medien - und weite Teile der Bevölkerung interessiert sich kaum dafür. Wie es weitergehen muss, kann man von Helge Schneider lernen.
Lieber Sascha Lobo,
"Nur nicht nachlassen" !
immer weiter berichten und alles von Edward Snowden berichten.
das gibt mir Hoffnung, auch daß irgendwann in den Geschichtsbüchern steht: "Wir haben etwas getan"
Danke Sascha, Danke Edward !

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quellmeister 15.10.2013, 22:59
79. Die Gleichgültigkeit der Deutschen

deswegen, das sie von ihren "freiheitlichen" Demokratien überwacht werden, gründet sich auch zu einem großen Teil auf - auch von den Medien eifrig geförderter - Dummheit. Kaum einer weis doch wirklich, was geschieht, wenn er "drin" ist. Die Desinformation in den Medien tut ein übriges (kauft euch einen Virenscanner und ihr seid sicher - selten so gelacht !) ALLE Trojaner/Viren, die von solchen Geheimdiensten eingesetzt werden, sind so hochentwickelt, das sie diese zuerst unterwandern/ausschalten (ist ja auch einfach unter Windows). Viele ahnen überhaupt nicht, wie schnell und leicht man so einen Software-Witz ausschalten kann. Ich persönlich habe den begründeten Verdacht, das die von Monopolist Microsoft im Auftrag der US-Regierung betriebene weltweite Windows-Monokultur genau das zum Ziel hatte > leicht zu überwachende Schäflein weltweit.

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