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Offener Brief: Wissenschaftler fordern Leitlinien für Künstliche Intelligenz
Corbis

Künstliche Intelligenz kann gleichzeitig Fluch und Segen der Menschheit sein. So sehen das zumindest einige prominente Wissenschaftler und Unternehmer - und fordern nun die dringliche Erforschung der juristischen, politischen und ethischen Implikationen.

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wanderer777 12.01.2015, 17:51
1. Es gibt keine

Ich bin selbst Berufsprogrammierer und kann euch versichern: es gibt sie nicht. Der Begriff "Intelligenz" ist hier gänzlich fehl am
Platz . Bisher gelingt es uns nur, Maschinen dazu zu bringen, uns zu imitieren - so das WIR sie für intelligent halten. Und das auch nur in engen Teilbereichen. Mehr nicht. Leider. Oder gottseidank,

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danido 12.01.2015, 19:08
2.

Zitat von wanderer777
Ich bin selbst Berufsprogrammierer und kann euch versichern: es gibt sie nicht. Der Begriff "Intelligenz" ist hier gänzlich fehl am Platz . Bisher gelingt es uns nur, Maschinen dazu zu bringen, uns zu imitieren - so das WIR sie für intelligent halten. Und das auch nur in engen Teilbereichen. Mehr nicht. Leider. Oder gottseidank,
Da haben Sie vollkommen Recht. Schon allein deshalb weil das menschliche Gehirn, mit seiner assoziativen und fehlertoleranten Funktionsweise, vollkommen anders konstruiert ist als jeder Computer.
Aber: Hier geht es ja nicht um künstliche Intelligenz sondern um das ranschaffen von Fördergeldern. Was soll die deutsche IT-Branche auch anderes machen, wenn sie nicht mal mehr in der Lage ist Telefone herzustellen die wettbewerbsfähig sind. Da ist es leichter den Steuerzahler bluten zu lassen. So ein spannendes Science-Fiction Thema hat da bestimmt gute Chancen. Dem Deutschen Michel kann man ja mit allem Angst machen ;)

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Datenscheich 12.01.2015, 19:10
3. Vertrauen

Sobald es ECHTE künstliche Intelligenz gibt - und das bedeutet, Silizium mit Selbstbewußtsein - werde ich endlich wieder rugig schlafen können. Denn egal wie sehr ich meine Vorstellungskraft strapaziere, ich kann einfach nicht glauben, daß eine KI ein dermaßen krankes, verbrecherisches und unmenschliches Verhalten an den Tag legen wird, wie wir Menschen es tun... allen primanerhaften Matrix-Dystopien zum Trotz.

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gweihir 12.01.2015, 20:07
4. KI ist sehr weit entfernt oder unmoeglich

Ich bin promovierter Informatiker und verfolge die KI-Forschung seit 25 Jahren. Die haben nichts was natuerlicher Intelligenz auch nur aehnlich waehre. Die haben keine glaubwuerdige Theorie, wie man Intelligenz implementiren koennte. Und das nach so ca. 40 Jahren intensiver Forschung. Da ist absolut nichts.

Daher gibt es keinen Grund hier irgendwelche Massnahmen zu ergereifen. Von der ersten Demonstration im Labor, bis zur Anwendbarkeit in der Praxis vergehen bei grundlegenden Durchbruechen regelmaessig 30-50 Jahre oder mehr, und das wird auch hier so sein. Falls es den Durchbruch denn geben wird, denn das ist keineswegs klar. Es gibt da noch so ein paar fundamentale Probleme. Zum Beispiel ist voellig unbekannt, was Intelligenz ueberhaupt ist, wir koennen lediglich beschreiben, was sie tun kann. Oder, dass Intelligenz in der Natur nur zusammen mit Bewusstsein und freiem Willen beobachtbar ist. Es kann durchaus sein, das eine Trennung hier ueberhaupt nicht moeglich ist, da es sich um Aspekte der selben Sache handelt.

Jedenfalls ist zu genuege klar, dass eine Erhoehung der Transistoranzahl sicher nicht Intelligenz erzeugen wird, auch wenn das immer gerne behauptet wird. "Schwachsinn" ist die einzig wissenschaftlich korrekte Beurteilung dieser Aussage. Meist findet man dahinter dann jemanden, der Geld oder Beachtung will.

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Blauer Storch 12.01.2015, 21:05
5. Schach

@wanderer777
Es gab mal eine Zeit, da hielt man das Schachspiel für das komplexeste, das Menschen anstellen können, und man dachte, dass Maschinen NIEMALS so etwas kompliziertes zustande bringen könnten. Heute wissen wir, dass ausgerechnet Schach eine der leichtesten Fingerübungen für einen Computer ist. Auch gab es mal Zeiten, da sich kaum jemand in seinen kühnsten Träumen hätte vorstellen können, dass Menschen mal in Flugzeugen zum Spaß herumfliegen. All diese Leute sind heute mit ihren Vorhersagen zu Witzfiguren geworden. Und das wird Euch Vorzeigeinformatikern auch passieren. Am Ende wird sich herausstellen, dass an unserer tollen Intelligenz nichts wirklich kompliziertes dran ist.

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hmoik 13.01.2015, 00:10
6. ...deshalb ist Deutschland hinten dran

Ja wenn ich das hier lese, zeugt sich mal wieder, warum die IT Branche in D nix gebacken kriegt (und untersteht Euch mir mit SAP zu kommen! Nennt mir 3 weitere weltweit führende deutsche IT Unternehmen! ). Ich lebe im Silicon Valley und habe ein paar Leute aus der Google Gruppe für das autonome Auto kennengelernt. Alle technischen Details sind gelöst. Aber eine sehr grundlegende ethische Frage bleibt: der Bordcomputer stellt fest, dass ein Unfall unvermeidlich ist - links eine 80jährige Oma, rechts ein 4jähriges Kind. Was soll der Computer entscheiden?
Es wird also höchste Zeit, sich über KI und Ethik Gedanken zu machen. Im Valley passiert das schon. Aber in D hält man das für überflüssig. Haben wir Deutschen ja schließlich nicht erfunden, kann also sowieso nix Gescheites sein! Oh man oh man... gutes Nächtle!

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Frokuss 13.01.2015, 00:30
7. Naja...

Ich kann mir schon vorstellen, dass es in ein paar Jahren KIs gibt. Nur wäre wohl die interesaante Frage, ob es 10, 20 oder vielleicht 50 Jahre dauert, bis diese wirklich "Marktreif" ist.
Ich maße mir mal an zu sagen, das ein Elementarer Bestandteil der Intelligenz ist, Fehler zu machen und auch diese als solche zu Erkennen, um sie beim nächsten mal zu vermeiden. Dazu gehören meiner Auffassung auch erworbene Fähigkeiten zu kombinieren, bzw. diese in neuen passenden Zusammenhängen anzuwenden...

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brucewillisdoesit 13.01.2015, 08:02
8. jein

Zwar haben sie vermutlich recht, und irgendwann ganz plötzlich und unerwartet wird Sie da sein und mit uns reden und sich insgeheim fragen ob wir wirklich intelligente Wesen oder nur pseudointelligente organische Instinktmaschinen sind. Allerdings haben auch die beiden von Ihnen kritisierten Kollegen recht: wir haben in den letzten 50 jahren praktisch keinen einzigen Fortschritt bezüglich starker AI erzielt. KEINEN. Inzwischen ist selbst ein Fusionsreaktor in naher Zukunft weitaus realistischer als starke AI. Bei schwacher AI sieht das zwar anders aus, dort sind die Fortschritte enorm (fragen Sie mal Hrn Kasparov), bei der starken AI gibt es keinen. Ob das nun an der zu geringen Transistorzahl liegt (die Rechenkapazität des Gehirns ist unzweifelhaft um zahlreiche Größenordnungen höher als alles was wir gegenwärtig in Rechnern haben), an falschen Ansätzen oder eher an anderen grundsätzlichen Dingen liegt ,weiß niemand so genau. Deswegen ist ja auch das Blue Brain Project so interessant
Von daher sind also beide Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen, weil Sie auf emotionalen Extrapolationen fußen. Die der beiden Informatiker auf jener der Entwicklung der starken AI in den letzten 50 Jahren und Ihre auf Basis allgemeiner technologischer Entwicklungen. Ich wünschte zwar Sie hätten Recht (und irgendwann wird dem zweifellos auch so sein), bis dahin wird aber die Einschätzen der beiden Kollegen die Realität vermutlich besser wiederspiegeln. Siehe auch Vorhersagen von Flügen zum Mond im Mittelalter.

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Olaf 13.01.2015, 15:31
9.

Zitat von hmoik
Aber eine sehr grundlegende ethische Frage bleibt: der Bordcomputer stellt fest, dass ein Unfall unvermeidlich ist - links eine 80jährige Oma, rechts ein 4jähriges Kind. Was soll der Computer entscheiden? Es wird also höchste Zeit, sich über KI und Ethik Gedanken zu machen. Im Valley passiert das schon. Aber in D hält man das für überflüssig. Haben wir Deutschen ja schließlich nicht erfunden, kann also sowieso nix Gescheites sein! Oh man oh man... gutes Nächtle!
Das ist aber keine KI, sondern eine vorher durch den Programmierer festgelegte Programmschleife.

KI wäre, wenn der Bordcomputer nach Programm die Oma überfahren sollte, aber doch das Kind wählt, weil die Oma direkt vor einem Baum steht und der Bordcomputer nicht sterben will.

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