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Offenes Betriebssystem Linux: München schmeißt den Pinguin raus
DPA

Zehn Jahre hat die Umstellung gedauert, nur drei Jahre lang hat die Münchner Verwaltung mit Linux gearbeitet. Jetzt steht das Vorzeigeprojekt der Stadt vor dem Aus.

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moev 15.02.2017, 11:48
1.

Ehrlich gesagt kann ich es leider verstehen. Ich würde nicht der arme Münchener Finanzbeamte sein wollen, der mit Libre-Office mit an der bundesweiten "Excel-Tapete" mitarbeiten muss, die von Kollegen der anderen Bundesländer als xlsx angelegt und gepflegt wird.

Klar liegt theoretisch die Schuld bei MS sich nicht vollständig an die offenen Standards zu halten, das ist aber eben nur ein schwacher Trost wenn das verschachtelte Formelwerk dann eben an dem einem Prozent Inkompatibilität scheitert.

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angst+money 15.02.2017, 12:00
2.

Linux ist zwar nicht übel, aber eher was für Leute, die es originell finden "Klickibunti" oder "Windoof" zu schreiben. Zum Arbeiten dann doch lieber was anständiges (duckundweg).

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meister_proper 15.02.2017, 12:07
3. Wenn politische Interessen über technische Fakten gestellt werden

kommt so was heraus. Der derzeitige Oberbürgermeister holt sich ein Beratungsunternehmen (Accenture), welches gemeinsam mit Microsoft ein Join-Venture (Avanade) betreibt und lässt von diesem eine Studie zu dem am weitesten fortgeschrittenen Linux-Projekt der öffentlichen Hand anfertigen - was soll da schon schiefgehen? Gleichzeitig brüstet sich der selbe OB damit, die neue Deutschland-Zentrale von Microsoft in die Stadt geholt zu haben.
Nachtigall ick hör dir trapsen :-)

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gelbesvomei 15.02.2017, 12:08
4. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte ...

An diesem Beispiel wird die Monopolstellung von MS überdeutlich. Soweit hätte es gar nicht kommen dürfen! Dieser Konzern gehört zerschlagen - übrigens eine erzkapitalistische Forderung ... Wettbewerb und Märkte funktionieren nicht mit Monopolisten!

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Marvel Master 15.02.2017, 12:10
5. Das fehlende Prozent halt

Auch wenn ich Alternativen begrüße so habe ich doch im Laufe des Arbeitslebens die Erfahrung gemacht, dass es viel einfacher ist, wenn alle das selbe Programm verwenden.

Alle Mitarbeiter kennen von zu Hause aus Windows. So kennen sie es auch bei der Arbeit. Und die Wirtschaft der Welt setzt weltweit Microsoft Office ein. Und wenn man Dateien austauscht und die Datei läuft aufgrund der 1% Abweichung nicht, dann ist sie zu 100% nutzlos.
Ein Bekannter von mir arbeitet beim Finanzamt die auch Libe Office etc. einsetzen. Alle Finanzbeamten stöhnen aufgrund dieser Hindernisse, da sie die Daten der Betriebe immer im Excel Format bekommen und damit Probleme haben. So wird die Arbeitszeit zu 30% durch so etwas behindert.

Kann man einfach nicht gebrauchen.

VG

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GoaSkin 15.02.2017, 12:14
6.

Ich finde es unmöglich, wenn die Belegschaft eines Unternehmens Widerstand gegen eingesetzte Software leistet und dabei noch den Betriebsrat hinter sich hat. Linux hin oder her. Es ist kein Hexenwerk, einen leicht anders aussehenden Desktop zu Bedienen und andere Anwendungen zu nutzen, die nach dem selben Prinzip funktionieren. Wer sich dabei dämlich anstellt, muss nicht in Schutz genommen werden, sondern sollte sich fragen, ob er richtig in seinem Job ist.

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drarminherbert 15.02.2017, 12:21
7. Verwaltungen und andere öffentliche Institutionen in Abhängigkeit ...

von Software eines monopolartigen Unternehmens .. eine schreckliche Vorstellung! Nein .. Windows ist kein wirklich schlechtes Betriebssystem, ich habe es während meiner Ausbildung zum Software-Entwickler kennengelernt und auch mehrere Jahre privat genutzt. Aber mit jeder neuen Version von Windows hat immer mehr die Firma Microsoft entschieden, was auf meinen Computern passiert und meine eigenen Handungsmöglichkeiten eingeschränkt. Wenn daher in der Münchner Verwaltung eigenverantwortetes Handeln unerwünscht ist, wäre daher auf den ersten Blick Windows tatsächlich das ideale Betriebssystem, aber daß das Handeln alternativ von einem Groß-Konzern bestimmt wird, ist auch nicht das Gelbe vom Ei!

Aber es bereitet mir ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn monopolähnliche Unternehmen entscheiden können, wie z.B. Steuern berechnet werden. Wissen Sie z.B., ob das Microsoft Tabellenkalkulationsprgramm Excel richtig rechnet? Hätte der großangelegte Betrug von VW in der Abgasaffäre nicht verhindert werden können, wenn von Staat und Gesellschaft Open-Source-Softwäre verlangt gewesen wäre. Und wie groß ist eigentlich der Anteil schlecht und fehlerhaft programmierter Software von Microsoft an den zurückliegenden Hacker-Angriffen, die Russland zur Last gelegt werden?

Wenn es denn nicht Linux sein soll, dann sollten sich große Verwaltungen - wie die von München - dazu aufraffen, ihr Geld für Entwicklungsaufträge an deutsche Universitäten zu verwenden, was sicherlich ein stärkender Impuls für das Fach Informatik wäre.

Ein Durchfüttern eines geldgierigen amerikanischen Konzerns auf Steuerkosten entspräche zwar der neuen Maxime "Amerca first", tut mir aber als steuerzahlendem deutschen Bürger im Herzen weh!

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presstituierte 15.02.2017, 12:22
8. @1 - Danke für den Einblick

in die offensichtlich qualitativ besonders hochwertige/nachhaltige/zukunftsorientierte Arbeit deutscher Finanzbeamte. Wenn das wirklich so läuft: "Excel-Tapete" dann hat dieses Land neben der hochheiligen Neuland Cheffin, Cyber! Cyber! Cyber!, weit größere Probleme als das Aus von LiMux. So schlecht kann einem gar nicht werden.. O.O Krass!

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Klausinspace 15.02.2017, 12:33
9. Dummheit setzt sich durch

...mehr ist dazu nicht zu sagen. Vielleicht noch, dass es mich als Steuerzahler ärgert, dass mich diese Umstellung sicherlich 20 Millionen kosten wird - von den folgenden Lizenzkosten ganz zu schweigen. Aber noch geht es diesem Land ja gut, so dass wir Amerika wieder groß machen können...

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