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Offenes Betriebssystem Linux: München schmeißt den Pinguin raus
DPA

Zehn Jahre hat die Umstellung gedauert, nur drei Jahre lang hat die Münchner Verwaltung mit Linux gearbeitet. Jetzt steht das Vorzeigeprojekt der Stadt vor dem Aus.

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DRBC 15.02.2017, 13:08
20. Och nö, lieber nich ..

Zitat von uwevb
Die Frage, die sich doch auch stellt, warum sind keine Apple-Computer eingeführt worden? Die nutzen auch viele Leute zu Hause. Wenn es an der Anwendungssoftware liegt, so ist es aus meiner Erfahrung zu beobachten, dass Otto Normalnutzer die Standardofficeprogramme nur zu 10% nutzen kann. Die Nutzung von Excel als Datenbank, Word für Tabellen und PowerPoint zum Zeichnen ist dafür ein deutliches Zeichen. Ich muss mich auch in meinem Büro mit Standard-Microsoft-Produkten ärgern, allerdings sind die Nutzer der Alternativen meist abwärtskompatibel.
... denn Apple würde in diesem Zusammenhang bedeuten, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Die Kundenbindungsstrategie von Apple erschreckt mich eigentlich noch mehr als die von MS.
Was das Nutzungspotential des Nutzers angeht gebe ich Ihnen allerdings Recht, obwohl ich bei z.B. MS-Word nicht mal an die 10% glaube. Und da die neuen Versionen somit für die meisten Nutzer keinen Sinn machen würden, fällt MS immer wieder was neues ein um ein Update zwingend zu machen.
@ tommuc1978: Das LINUX für den Laien nicht nutzbar ist, ist als Behauptung ein wenig forsch. Mag bedingt stimmen, wenn das System vom Benutzer komplett aufgesetzt werden soll. Wenn ich aber eine IT-Abteilung habe, die mir den PC einrichtet, muss ich bei LINUX genauso wie bei Windows lediglich wissen, wo die Icons sind, auf die ich klicken muß.
VG

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Bundestrainer 15.02.2017, 13:17
21. Vorschlag

Wäre es nicht im ersten Schritt sinnvoll, wenn die Münchner Kollegen sich mal in Schwäbisch Hall schlau machten, warum Linux dort problemlos läuft und in München nicht? Ich könnte mir vorstellen, dass es für die öffentliche Hand deutlich günstiger wäre, die Schwachstellen in der Münchner Linux-Umgebung zu beseitigen, anstatt in einem jahrelangen Grossprojekt alles zurück auf Microsoft zu portieren. Sind die Alternativen überhaupt sauber kostenseitig bewertet worden? Oder bestimmen hier vielleicht sachfremde Erwägungen das Vorgehen? Beispielsweise die Tatsache, dass die deutsche Microsoft-Zentrale in München beheimatet ist?

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mat_1972 15.02.2017, 13:21
22.

Ich habe keine Ahnung woran es nun im Einzelnen gelegen hat, dass sich Linux nicht durchgesetzt hat.... Aber aus eigener Erfahrung behaupte ich einfach mal: zu mindestens 75% lag es an nöckelnden Anwendern, die sich nicht damit anfreunden konnten oder wollten.

Ich habe Anwender zum Großteil so kennengelernt: Das ist Neu? Nein Danke, kann ich nicht mein altes wiederbekommen?

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randhesse 15.02.2017, 13:25
23. @ #10 Kenntnisfrei

Zitat von tommuc1978
Linux ist für einen nicht professionellen Anwender ohne IT Affinität einfach nicht nutzbar. Daraus entsteht ein hoher Schulungsaufwand für alle Mitarbeiter. Sinnlose Geldverschwendung wenn es doch eine Oberfläche gibt, die alle von zu Hause kennen und bedienen können.
Diese Gebetsmühlenhaft immer mal wiederholte Behauptung entbehrt jeder Grundlage.
Erstens kann man die Linux-Oberfläche so anpassen, daß ein Laie überhaupt nicht merkt, daß er _nicht_ vor einem Microsoft-PC sitzt.
Zweitens betreue ich eine Reihe gut frequentierter öffentlich nutzbarer Linux-PCs in Kur-Kliniken, deren Nutzer-Oberfläche im Aussehen von der von Windows geringfügig abweicht. (Gnome Classic / Cinnamon).
In 10 Jahren ist mir _nicht ein_ Benutzer begegnet, der bei der Bedienung dieser PCs "gescheitert" wäre!
Drittens ist Linux inzwischen das verbreitetste Computer-Betriebssystem der Welt: In seiner leicht abgewandelten Inkarnation "Android"!
Unbedienbar? Wie kommen Sie darauf?

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GoaSkin 15.02.2017, 13:31
24. die Desktop-Betriebssysteme unterscheiden sich für einen Anwender praktisch überhaupt nicht

Sorry... aber das, was ein Anwender von einem Betriebssystem verstehen muss, funktioniert unter Windows und Linux absolut gleich: Zum Starten von Anwendungen gibt es ein Startmenü, die Fenster haben in der Titelleiste die selben Buttons und auch die üblichen Tastenkombinationen sind dieselben. Mac OS X ist etwas anders (Apfel statt STRG, Menü immer oben, Dock statt Startmenü), aber auch das bekommt absolut jeder hin. Wenn es um Computer geht, stellen sich aber selbst hoch intelligente Leute an, als wären sie der erste Mensch. Voreingenommen wird geglaubt, dass man zu blöd ist, um den Computer zu bedienen und bildet sich dabei noch ein, dafür Respekt zu verdienen.

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abuske1 15.02.2017, 13:36
25. Schade

#20 gerade die Installation von Linux ist einfach. USB Stick rein, installieren, das System holt sich die Updates und fertig. Kann dauern, läuft aber automatisch. Bei Windows: Treiber, Servicepacks usw, suchen, installieren und immer wieder klicken und bestätigen.
Softwareverwaltung ist bei Ubuntu ein Traum. Ein Programm, wie der AppStore.
Bei MS Office: jede neue Version hat neue Benutzerinterfaces. Die Lösung, die in der letzten Version noch ging, liegt jetzt woanders.

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Referendumm 15.02.2017, 13:43
26. kenne ich von anderen

Zitat von moev
Ehrlich gesagt kann ich es leider verstehen. Ich würde nicht der arme Münchener Finanzbeamte sein wollen, der mit Libre-Office mit an der bundesweiten "Excel-Tapete" mitarbeiten muss, die von Kollegen der anderen Bundesländer als xlsx angelegt und gepflegt wird.
"... arme Münchener Finanzbeamte mit Libre-Office an der bundesweiten "Excel-Tapete" mitarbeiten"?
Da wäre ich mir gar nicht so sicher, dass die das machen! Immerhin geht doch alles über Elster - siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/ELSTER - zumindest in Bayern. ***

Und Sie wissen genau, wie Elster die Daten verwurschtelt? Lt Wikieintrag geht auch Linux und Mac OS X.
Und was benutzt eigentlich die Datev? Excell? Glaube ich ebensowenig.

Zum eigentlich Thema:

Das Prinzip ist uralt und ich kenne es von anderen "Projekten" her ...

Wenn ein Monopolist seine Interessen wahrnehmen und durchdrücken will, werden die leitenden Mitarbeiter so mit Zuwendungen (in welcher Form auch immer) bedacht und bombardiert, dass es kracht. Schlussendlich werden Waren und Dienstleistungen durchgedrückt, die oft ein x-faches der konventionellen Lösung kosten. In der Industrie ist das Gang und Gäbe; in Behörden garantiert noch mehr!

Tja, das Motto: wer gut schmiert, der gut fährt, hat weder Siemens noch Daimler noch andere Großkonzerne erfunden - und garantiert nicht Mikrodoof.

*** Aktuell will das Bayerische Finanzministerium den Elster-Kram noch weiter aufbohren. Das papierlose Finanzamt soll endlich Wirklichkeit werden. Und wer jemals Computer in den Finanzämtern oder in der Finanzjustiz nutzen durfte, der weiß, dass da zwar Windows draufsteht, aber Windows bei weitem nicht drin ist. Da sprechen die EDV-Schorchen schon ihr Machtwort und verwurschteln alles und jeden, dass selber der gutmütigste Windows-User den Krempel nicht mehr wiedererkennt. Ich kenne genügend Leute, die diesen Müll tagtäglich bedienen dürfen. Und wehe jemand am Finanzgericht bekommt von einem Steuerberater oder so ne PDF-Datei zum Ausdrucken zugeschickt ... und bei emails gehen nur die dienstlichen - alles streng kontrolliert. Und da rede ich von hohen eigentlich "unabhängigen" Richtern an den Finanzgerichten und NICHT von nem kleinen Finanzamtschorchen aus Kleinkleckersdorf.

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solongcharly 15.02.2017, 13:49
27. Es ist schon ungeheuerlich...

Zitat von meister_proper
kommt so was heraus. Der derzeitige Oberbürgermeister holt sich ein Beratungsunternehmen (Accenture), welches gemeinsam mit Microsoft ein Join-Venture (Avanade) betreibt und lässt von diesem eine Studie zu dem am weitesten fortgeschrittenen Linux-Projekt der öffentlichen Hand anfertigen - was soll da schon schiefgehen? Gleichzeitig brüstet sich der selbe OB damit, die neue Deutschland-Zentrale von Microsoft in die Stadt geholt zu haben. Nachtigall ick hör dir trapsen :-)
wenn man mal die Schädigung unseres Allgemeinwohls durch derartigen Lobbyismus und Vorteilsnahme betrachted. Was ich in dem Artikel dringend vermisse sind Angaben zu den Lizenzkosten, die München nun an MS abdrücken muss und die Lizenzkosten der Öffentlichen Hand in Deutschland überhaupt, die den Software-Monopolisten mässten. Auch interessiert nicht nur mich, wieviele Hochqualifizierte Deutsche Mitarbeiter des eingestampften Projektes nun ihren Arbeitsplatz verlieren, damit dieses prestigeträchtige vorgebliche Scheitern von Linux inszeniert werden konnte.

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Referendumm 15.02.2017, 13:53
28.

Zitat von drarminherbert
von Software eines monopolartigen Unternehmens .. eine schreckliche Vorstellung! .. Aber mit jeder neuen Version von Windows hat immer mehr die Firma Microsoft entschieden, was auf meinen Computern passiert und meine eigenen Handungsmöglichkeiten eingeschränkt.
Vor allem, dass Daten ungefragt von jedem Computer auf Server von Mikrodoof gehen, sollte Behörden eigentlich abschrecken.

Aber wenn selbst der Bundestag sich tagtäglich kompromittieren lässt und es noch nicht mal bemerkt, wenn Daten gigaweise abfließen, dann kommt es auf das Steuergeheimnis och nicht mehr drauf an.

In den Finanzverwaltungen wird zwar ein großes Bohei drum gemacht, aber das ist ja auch nur für die Galerie gedacht.

Wie ein User schon erwähnte: Yes we can - make Amerika great again.

Passend dazu wurde ja heute in der EU das olle CETA durchgewunken. Auf CETA satteln auch alle US-Firmen auf, da ist TTIP & Co. doch gar nicht nötig. Eigentlich auch ein uralter Hut. Von wegen "nur" ein Wirtschafts- und Handelsabkommen mit Kanada: *LOL
Heute werden überm Atlantik zig Champagnerströme fließen, ebndlich hat die dumme EU zugestimmt. Jetzt geht es ans Kassieren - make Amerika great again.

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fabianw83 15.02.2017, 13:54
29.

Zitat von rjsedv
Ich bin kein Microsoft-Hasser und entwickle sehr gerne etwa mit dem Visual Studio. Aber gerade für Laien ist Linux definitiv das bessere System. Sicherer, stabiler, einfacher, standardisierter, viel besser ins Web und die mobile Welt integriert (fast jeder nutzt da ja Linus sprich Android). Was treibt die Entscheider dazu einen solchen Schritt in die Vergangenheit zu machen? Zuwendungen von interessierten Stellen an empfangsbereite Stellen? Will ja nichts unterstellen, aber das war der erste Eindruck, der sich mir aufgedrängt hat.
Ihr erster Eindruck irrt. denn es geht tatsächlich schlicht darum, dass sich Linux nicht bewährt hat. Das hat wiederum nichts mit Linux an sich zu tun, sondern damit, dass die meisten anderen eben Microsoft verwenden. München und die Verwaltungen sind keine unabhängigen Inseln, sondern im ständigen Austausch mit anderen Behörden (Regierung von Oberbayern, Staatsregierung, Landkreise, BAMF, Agentur für Arbeit, Jobcenter, etc.) sowie Unternehmen, Verbände, Innungen oder anderen Organisationen.
Und aus eigener Erfahrung in Zusammenarbeit mit der Stadt muss ich festzustellen, dass das einzige was die Mitarbeiter der Stadt verlässlich lesen können ein pdf ist. Einfachste MS Office Dateien sind nicht lesbar oder weiter bearbeitbar. Das ist den Partnern der Stadt schlicht nicht zu verkaufen und nicht aufzubürden.

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