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Offenes Betriebssystem Linux: München schmeißt den Pinguin raus
DPA

Zehn Jahre hat die Umstellung gedauert, nur drei Jahre lang hat die Münchner Verwaltung mit Linux gearbeitet. Jetzt steht das Vorzeigeprojekt der Stadt vor dem Aus.

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Referendumm 15.02.2017, 13:58
30.

Zitat von vor_dem_spiegel
Eine Empfehlung: Sie sollten niemals nie mit einem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Sämtliche IT-Systeme sind Linux-Systeme. Vom Buchungssystem bis zum Catering. Von der Gepäckbeförderung bis zur Flugsicherung. Achso. Mit der Bahn zu fahren ... auch keine Alternative.
Da dürfte man kaum ausm haus gehen, wenn man nur so ein Windoof-Fan ist.
Es läuft so vieles unter Linux, dass sich das die Windoof-Anhänger in ihren kühnsten Alpträumen gar nicht vorstellen können.

Und wenn ich dann von ultimativen "Profis" das Stichwort "cost of ownership" höre. krieg ich ein Lachanfall. "cost of ownership" allein in Zusammenhang mit den millionen Patches, um den Windows-Schrott ständig zu flicken, ist ja wohl die Höhe an Dummheit.

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spon_2999637 15.02.2017, 13:59
31.

Zitat von moev
Ehrlich gesagt kann ich es leider verstehen. Ich würde nicht der arme Münchener Finanzbeamte sein wollen, der mit Libre-Office mit an der bundesweiten "Excel-Tapete" mitarbeiten muss, die von Kollegen der anderen Bundesländer als xlsx angelegt und gepflegt wird.
Vielmehr die Bequemlichkeit von Admins und Nutzern, die Excel nicht so einstellen, dass das Open Document Format verwendet wird, sondern das MS-eigene XLSX. Offene Standards aus MS Office heraus funktionieren auch prima mit Libre Office oder Softmaker Office.

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fabianw83 15.02.2017, 14:01
32.

Zitat von Bundestrainer
Wäre es nicht im ersten Schritt sinnvoll, wenn die Münchner Kollegen sich mal in Schwäbisch Hall schlau machten, warum Linux dort problemlos läuft und in München nicht? Ich könnte mir vorstellen, dass es für die öffentliche Hand deutlich günstiger wäre, die Schwachstellen in der Münchner Linux-Umgebung zu beseitigen, anstatt in einem jahrelangen Grossprojekt alles zurück auf Microsoft zu portieren. Sind die Alternativen überhaupt sauber kostenseitig bewertet worden? Oder bestimmen hier vielleicht sachfremde Erwägungen das Vorgehen? Beispielsweise die Tatsache, dass die deutsche Microsoft-Zentrale in München beheimatet ist?
Schwäbisch Hall ist mit Verlaub so nicht mit München vergleichbar. München und die Verwaltungen sind im ständigen Austausch mit anderen Behörden (Regierung von Oberbayern, Staatsregierung, Landkreise, BAMF, Agentur für Arbeit, Jobcenter, etc.) sowie DAX-Unternehmen, Verbände, Innungen oder anderen Organisationen.
Dabei sind schon einfachste MS Office Dateien nicht lesbar oder weiter bearbeitbar. Das ist den Partnern der Stadt schlicht nicht zu verkaufen und nicht aufzubürden.
Das ist auch bereits seit Jahren bekannt und wir immer wieder moniert. Das einzige was aus meiner Sicht zu bemängeln ist, dass man diesen Schritt nicht schon viel früher getan hat.

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spon_2999637 15.02.2017, 14:01
33.

Zitat von tommuc1978
Linux ist für einen nicht professionellen Anwender ohne IT Affinität einfach nicht nutzbar. Daraus entsteht ein hoher Schulungsaufwand für alle Mitarbeiter. Sinnlose Geldverschwendung wenn es doch eine Oberfläche gibt, die alle von zu Hause kennen und bedienen können.
Seltsam, meine Mutter ist ein nicht professioneller Anwender ohne IT Affinität und kommt seit Jahren prima mit Linux zurecht. (Anmerkung - in einer Behörde sollte man vom professionellen Umgang mit Software ausgehen - oder spielen die da privat Minecraft?)

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spon_2999637 15.02.2017, 14:02
34.

Zitat von vor_dem_spiegel
Dagegen steht die BildscharbV in Deutschland. Und natürlich die Betriebs- bzw. hier Personalräte.
Was hat die Verordnung z.B. gegen Mac Minis mit gängigen Tastaturen, Mäusen und Monitoren?

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schorsch_69 15.02.2017, 14:09
35. Tja

Zitat von mat_1972
Ich habe keine Ahnung woran es nun im Einzelnen gelegen hat, dass sich Linux nicht durchgesetzt hat.... Aber aus eigener Erfahrung behaupte ich einfach mal: zu mindestens 75% lag es an nöckelnden Anwendern, die sich nicht damit anfreunden konnten oder wollten. Ich habe Anwender zum Großteil so kennengelernt: Das ist Neu? Nein Danke, kann ich nicht mein altes wiederbekommen?
Nach meiner eigenen Erfahrung in fast 40 Jahren IT, ist es für Nutzer völlig irrelevant, welches System der zu nutzenden Anwendung zugrunde liegt. Mag dieses nun Linux, Windows, OS X oder gar Krützlipütz heißen.
Entscheidend für alle war und ist: kann die eigene alltägliche Arbeit damit "fließend" bewältigt werden. Ich kann real nicht beurteilen, ob dies in München möglich war/ist. Sollte dies nicht so sein, stellt sich allerdings mindestens die Frage, wer die Auswahl der beteiligten Mitarbeiter zu verantworten hat.
Andere Kriterien sind meist rein "politische" Erwägungen der Entscheidungsträger - dies scheint hier entscheidend zu sein.
Das wird in der IT seit Jahrzehnten als "Management by Kartoffel - raus aus der Kartoffel, rein in die Kartoffel" so benannt.
Reale Sachentscheidungen sind auch in München vermutlich nicht zu erzielen. Daran würden auch garantiert weder "Linke" oder "AFD" etwas ändern.
Das ist halt leider so scheinbar unabänderlich und höchst inakzeptabel!

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rainer_daeschler 15.02.2017, 14:10
36. Bananenrepublik? Nein, schlimmer!

Zitat von meister_proper
Der derzeitige Oberbürgermeister holt sich ein Beratungsunternehmen (Accenture), welches gemeinsam mit Microsoft ein Join-Venture (Avanade) betreibt und lässt von diesem eine Studie zu dem am weitesten fortgeschrittenen Linux-Projekt der öffentlichen Hand anfertigen - was soll da schon schiefgehen? Gleichzeitig brüstet sich der selbe OB damit, die neue Deutschland-Zentrale von Microsoft in die Stadt geholt zu haben. Nachtigall ick hör dir trapsen :-)
So funktioniert Deutschland!

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GoaSkin 15.02.2017, 14:13
37.

Zitat von fabianw83
Ihr erster Eindruck irrt. denn es geht tatsächlich schlicht darum, dass sich Linux nicht bewährt hat. Das hat wiederum nichts mit Linux an sich zu tun, sondern damit, dass die meisten anderen eben Microsoft verwenden. München und die Verwaltungen sind keine unabhängigen Inseln, sondern im ständigen Austausch mit anderen Behörden (Regierung von Oberbayern, Staatsregierung, Landkreise, BAMF, Agentur für Arbeit, Jobcenter, etc.) sowie Unternehmen, Verbände, Innungen oder anderen Organisationen. Und aus eigener Erfahrung in Zusammenarbeit mit der Stadt muss ich festzustellen, dass das einzige was die Mitarbeiter der Stadt verlässlich lesen können ein pdf ist. Einfachste MS Office Dateien sind nicht lesbar oder weiter bearbeitbar. Das ist den Partnern der Stadt schlicht nicht zu verkaufen und nicht aufzubürden.
Nicht zu vergessen ist auch die verlorene, bezahlte Arbeitszeit, in der die Leute die Zeit abwarten müssen, in der Windows-Updates installiert werden. Nur Windows installiert jedes Update so, dass der Anwender derweil nicht arbeiten kann, sondern Updates grundlegend abwarten muss. Bei den anderen Betriebssystemen werden nur jene Updates beim Hochfahren installiert, bei denen das wirklich nötig ist: sonst im Hintergrund.

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chrblum 15.02.2017, 14:19
38. Das Problem sitzt an der Tastatur

Zitat von tommuc1978
Linux ist für einen nicht professionellen Anwender ohne IT Affinität einfach nicht nutzbar. Daraus entsteht ein hoher Schulungsaufwand für alle Mitarbeiter. Sinnlose Geldverschwendung wenn es doch eine Oberfläche gibt, die alle von zu Hause kennen und bedienen können.
So arg viel IT-Erfahrung mit Leuten in Verwaltungen haben Sie bisher nicht sammeln müssen, oder? Eine Menge Leute dort sind kaum fähig, sich selbst die Schuhe unfallfrei zuzubinden, wenn sich die Schnürsenkelfarbe geändert hat, und schon damit überfordert, von Windows XP auf Windows 7 (geschweige denn 10) umzusteigen. Die geraten in Panik, wenn ein Icon an einer anderen Stelle des Desktops liegt. Solche Leute zu "schulen" ist Ressourcenverschwendung, die sind zum Lernen zu strack -- alles was sie "lernen" ist wie dressiert die immer selben kleinen Dinge zu tun, ohne sie zu verstehen. Es gibt halt leider kaum noch Jobs, für die sie geeignet sind. Und Mitleid ist da fehl am Platze -- sie wollen nicht, und das muss man akzeptieren.

Nein, es sind nicht alle, vielleicht noch nicht einmal die Mehrheit. Aber an genau denen scheitert jedwede Art von Neuerung. Und natürlich daran, dass früher sowieso alles besser war, sogar das Früher. Würde man diesen Leuten klare Ansagen machen und ihnen klar machen, dass wenn sie den Job nicht in absehbarer Zeit beherrschen ihn eben ein anderer tun wird, bekämen vielleicht ein paar den Hintern hoch. Lernen ist zumutbar!

Übrigens nutzt meine Familie (bei freier Wahl, hier steht alles zur Verfügung) inzwischen gern MacOS, aber jeder kommt mit allem klar. Ist ja auch kein Hexenwerk! Die meisten Leute haben ja auch den Umstieg von der Schiefertafel auf Papier intellektuell und motorisch bewältigt. Grundschulkinder können nach kurzer Eingewöhnung verschiedene Desktops bedienen, nur dressierte Affen schaffen das nicht. Zu hart? Nein.

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schgucke 15.02.2017, 14:23
39. Peinlich

Naja, wo jetzt Microsoft nach München gezogen ist, musste man wohl etwas Compliance zeigen.
Als Bürgerin oder Bürger stört mich vor allem die Seite www.muenchen.de, auf der ich nur unter Zuhilfenahme von Google was finde. Wusste gar nicht, dass daran auch ein Betriebssystem schuld sein kann.

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