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Pegida: Nichts sehen, nichts hören, viel sagen

Auf Facebook hat Pegida Zehntausende Anhänger. Sind die alle dumm? Sicher nicht. Aber genau das ist Teil des Problems.

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hubertrudnick1 17.12.2014, 18:36
70. Rückbesinnung

Zitat von ribera
Das Volk ist zu dumm. Es stört nur. Und Demokratie ist nicht, was das Volk will, sondern was von oben bestimmt wird. Ein erschreckender Mangel an Demokratieverständnis!
Man sollte mal an all diese Umstände denken, aber bevor man sich in die Wahlurne begibt, wer die CDU immer wieder wählt, der scheint doch mit ihrem Handeln zufrieden zu sein, also warum läuft man dann den Rechten hinterher und sagt, man ist mit vielem dieser Politik nicht einverstanden.
Die Medien berichten, dass die Frau Merkel die ungeschlagene Königin ist und nach Meinungsforschungen würde man ihr wiederwählen, also kann es doch wohl kaum so große Ungereimteiten geben, oder.
Außerdem ist das Volk immer nur vor der Wahl gefragt, hinterher haben sie nichts mehr zu melden, aber so funktioniert doch nun mal unsere Demokratie.

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götzvonberlichingen_2 17.12.2014, 18:46
71. Wie definiert man dumm?

Wenn man erst dann als dumm gilt, wenn man keine drei Sätze geradeaus sprechen oder schreiben kann, dann sind vermutlich viele Pegidia Anhänger nicht dumm.
Für mich sind sie, sagen wir es nett - dumm.
Diese diffuse Angst gegen alles Fremde, die uns unseren Wohlstand und Frieden nehmen wollen ist dumm.
BILD "Zeitung", Populisten a la Seehofer und AfD schüren Ängste und Hass auf alles was nicht Made in Germany ist. Das uns z.B Einwanderer mehr Geld in die Kassen spülen als das sie uns kosten, könnte man wissen, wenn man sich den mit dem Thema beschäftigen würde.
Dieses Klima der Angst und Wut auf Ausländer, Europa Moslems etc. etc. haben wir den Leuten zu verdanken, die das Denken der Leute vergiften. Jeden Tag eine kleine Unwahrheit, irgendwann glaubt der Pegidia Anhänger schon daran. Wer betrügt, der fliegt? Wäre schön. Gilt aber leider nicht für politische Brandstifter.

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Dennis Schröder 17.12.2014, 18:48
72. Kein

Sorry Sascha, die Leute glauben doch nicht an ihr bewusst nicht ausländerfeindliches Gelaber - die haben gelernt, so zu sprechen. In Codes. Alles andere wird gesellschaftlich nicht akzeptiert. Falls es dann doch einmal vorkommt, wird es halt klein geredet ("der ist bestimmt kein Rassist", "viele meiner Freunde sind Ausländer"). Blödsinn. Fassade. Diese Leute wissen, dass sie Rassisten sind und halten ihre Einstellung für richtig. Und sie erkennen sich auch gegenseitig - an ihren Codes.

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azumi 17.12.2014, 18:50
73. Pegida

Auch wenn ich jetzt den Zorn der Götter auf mich ziehe , oute ich mich hiermit als Anhänger und Mitspazierer bei der Pegida. Da ich ja nach Hr. Wagner von der Bildzeitung ein Idiot und nach Hr. Lobo zumindest dumm bin ,versuche ich an dieser Stelle keine Rechtfertigung über mein idiotisch ,dummes tun. Wer sich jedoch wirklich über die Ziele oder das Positionspapier informieren möchte , der sollte einfach mal die Web oder Facebook-Seite von PEGIDA besuchen. So
...jetzt kann der Shitstorm beginnen "

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bollle 17.12.2014, 18:51
74.

wie die Ausländermaut". Hihi , wunderbar Herr Lobo! Insgesamt ein toller Kommentar, lustig und klug. Sie kennen bestimmt den Soziologen Norbert Elias, wenn nicht empfehle ich diesen dringend, auch für meine Mitkommentatoren. Seine Theorie der "Etablierten-Außenseiter-Figuration" aus den 1960ern hätten Sie ruhig zitieren dürfen. Dort finden sich viele Beispiele die auch das jetzige Phänomen Pegida zu erklären helfen kann. ZB. der "Schimpfklatsch" beiderseits; oder die Distinktionsmechanismen der Etablierten wie auch der Außenseiter; das Vehalten entlang der Stigmatisierungsstrukturen etc. Und, ich meine das keineswegs abwertend: Naturwissenschaftliche Analysen von Abgrenzungsmechanismen vieler Primatengruppen zwecks Machterhalt sind mMn ebenfalls fruchtbare Lektüre um gesellschaftliche Konflikte bei Menschen verstehen zu wollen. Jeder Konflikt ist Handel um Macht.

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waltraudnetwall 17.12.2014, 19:16
75. Herr Lobo,

sie treffen den Kern! Lassen Sie sich v.Herrn Lammert zur nächsten Bundesberatung einladen und erklären Sie unter Pegida verstehen und öffentlich gemacht haben.Vielleicht verstehen es die Abgeordneten. Wäre dann mal etwas Lehrreiches. Im Gegenteil zu Herrn Biermann.

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WILHHERDE 17.12.2014, 19:32
76. Die Zukunft ist offen

Bitte lest doch in 40 jahren, soweit möglich, noch mal das, was Ihr hier heute geschrieben habt.
Dann werdet Ihr genau wissen, wer die Dummen waren,
die Leute der PEGIDA mit Ihren Bedenken oder Ihr selbst.

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kioto 17.12.2014, 19:33
77. Ist doch taktisch gut eingefädelt

Jahrzehntelang hat man dem deutschen Michel erzählt, das DE auf keinen Fall ein Einwanderungsland ist, aus Angst, er würde dagegen zu laut protestieren. Alles, was mit Einwanderung zusammenhing, wurde still unter den Teppich gekehrt und ausgesessen. Nun fängt es unter dem Teppich an unangenehm zu riechen und der deutsche Michel fordert nun selber gesetzliche Regelungen. Jetzt kann die Politik endlich handeln, ohne viel Gegenwind zu bekommen.

Gruß Kioto

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W.v.H. 17.12.2014, 19:35
78. Zum weiterspinnen....

Gratulation für einen solch guten Artikel, bzw. einen solch guten Denkansatz!

Mich würde hierbei weiter interessieren, wie es nach Ihrer Meinung zu solch einem Phänomen der Meinungsbildung in Deutschland kommen konnte? Ist dies jetzt der Auswuchs eines "sich für die Vergangenheit entschuldigen" und "niemals wieder in die rechte Ecke drängen lassen", dass sich so ein Denk verhalten zwangsläufig in den Köpfen vieler etablieren musste?
Besteht diese Bewegung aus Menschen die nicht Wissen -möchten- dass ihre Gedanken der rechten Szene zugehörig sind und sich, nicht aus fehlendem Intellekt sondern aus Selbstschutz, ihrer eigenen Meinung nicht entgegenstellen und diese hinterfragen?

Oder geht es sogar so weit, dass sie nicht Wissen das sie nicht möchten? -- Was dann für mich doch wieder für Dummheit spräche.;-)

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FeiHung 17.12.2014, 19:37
79. Bester Kommentar bisher

Ds dürfte der bisher beste Kommentar und die beste Analyse zu dem Thema sein, die ich bislang gelesen habe. Im Übrigen trägt wohl auch das Internet dazu bei, dass man gewissermaßen "unter sich" bleibt, sich immer weiter in seinem Weltbild bestätigt und gar nicht mehr für Argumente von außen erreichbar ist - in der Tat ein Riesenproblem, das ich selbst in Diskussionen mit Pegida-Sympahisanten auch schon feststellen musste. Auch Jutta Dittfurth hat etwas Ähnliches angesprochen. Wie geht man dann mit den Leuten um? Sie haben sich in ihrer wenig faktenbasierten Welt eingerichtet und finden im Internet genug falsche Quellen, die sie bestätigen. Wie an die rankommen? Ich für meinen Teil habe keine Ahnung.
Ich habe nur die Ahnung, dass das Internet weltweit noch für riesige Probleme sorgen wird. Denn es sind vor allem Extremisten jeder Art, die vom Internet profitieren. Ob Rechtsextreme oder islamische Fundamentalisten - sie alle nutzen vorwiegend das Internet.

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