Forum: Netzwelt
Podcasts: Für immer Nische
Hrishikesh Hirway

Katzenfotos, lustige Videos, Twitter-Witze und ausführliche Artikel: Alles bekommt im Internet seine 15 Minuten Ruhm - nur nicht Audio. Zehn Jahre nach der Erfindung stecken Podcasts in der Nische fest. Warum eigentlich?

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Newspeak 03.08.2014, 07:57
1. ...

Die Illusion des Internet besteht nicht nur darin, daß man meint, für Jeden gäbe es Alles zu seinem persönlichen Steckenpferd zu finden (theoretisch ja, praktisch findet man immer wieder dasselbe oder man findet gar nichts, weil die Suchmaschinen so langweilig eintönige Ergebnisse ausspucken), sondern umgekehrt auch darin, daß man meint, Jeder könne irgendwie selber etwas dazu beitragen.

Sorry, Leute, 90% von Euch sind langweilig, unfähig, oder haben zuviel Selbst- und Sendungsbewusstsein, am Besten gleich alles zusammen.

Die Verbreitung bzw. Bedeutung von Podcasts oder Blogs entspricht genau dem Bedarf danach. Ein verschwindend geringer Anteil ist gut, alles andere entspricht so ungefähr den bettelnden Gitarrenspielern in der U-Bahn. Man trifft immer mal wieder auf sie, fühlt sich aber eher genötigt zuzuhören und ist froh, wenn sie wieder weiterziehen.

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Elrohir MacBeorn 03.08.2014, 08:54
2. Podcasts nebenbei hören

Ich höre seit vielen Jahre Podcasts und versteh nicht, wieso sich dieses Format nicht mehr durchsetzt. der größte Pluspunkte ist meiner Meinung nach Im Artikel nicht genannt worden: Podcasts zu hören ist keine exklusive Tätigkeit. ich höre während des Autofahrens, Aufräumens, Spülens, etc. Für das Lesen von Blogs hab ich einfach keine Zeit. das Podcasts manchmal 3 Stunden lang sind ist irrelevant, da man sie, anders als Hörfunk jederzeit pausieren und an einem anderen Tag weiterhören kann.

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deranaluest 03.08.2014, 08:54
3. darum

nicht jeder hat die Zeit sich anzuhören was auch in einem Bruchteil der Zeit gelesen werden könnte. Auch können viele deutsche Podcaster kein Hochdeutsch und starkes dialektgenuschel führt nur zu einem starken reflex in Richtung aus-knopf.

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Putenbuch 03.08.2014, 08:56
4. Mein Lieblingspodcast

Coxncrendor in the Morning. Von den Youtubern Jesse Cox und wowcrendor. Bisher auf Soundcloud.

Ich hoffe aber, dass die beiden bald zu Patreon umziehen, damit wir endlich regelmäßige Podcasts bekommen:)

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resomax 03.08.2014, 09:21
5. Podcasts auch als Video...

Es gibt übrigens auch Video-Podcasts, mitunter ganz tolle!

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Elfenbeinbungalow 03.08.2014, 09:46
6. Ja und?

"Für viele Podcaster macht gerade das stundenlange Reden den Reiz aus, gleichzeitig führen die mäandernden Unterhaltungen auch dazu, dass die Podcast-Szene in der Nische bleibt."

Schon mal NSFW gehört? Zwei Typen, die drei Stunden über Gott, die Welt und den ganzen Rest labern - einer der meistgehörtesten Podcasts in Deutschland.

"Viele Podcasts werden von Männenr gemacht und drehen sich um Technikthemen" "Fehlende Vielfalt"

Das war vor fünf Jahren vielleicht noch so, mittlerweile hat sich das Angebot stark aufgefächert (z.B. Staatsbürgerkunde, Viva Britannia, Fokus Europa, Soziopod, ...)

Öffentlich rechtlicher Rundfunk: Mag sein, dass es hierzulande noch vergleichsweise viel Wortanteil im Radio gibt, aber für mich haben Podcasts seit langem das Radio überholt - wo bekommt man heute schon zweistündige Interviews im Radio zu hören, die so in die Tiefe gehen wie etwa CRE?

Gema-Gebühren: Stimmt, es gibt immer noch einen großen Mangel an Musikpodcasts mit Musik (mit wenigen Ausnahmen, z.B. Artrock Affair http://www.funkup.me/category/alle-artikel/ausstrahlung/artrock-affair/)

Fazit: Die Analyse des Artikel stimmt zwar größtenteils, nur kann ich nicht erkennen, warum das was Schlechtes ein soll. Ist alles, was nicht Mainstream-tauglich ist, gleich weniger gut als der Mainstream? Ich würde sagen, eher das Gegenteil ist der Fall.

Podcast sind in der Nische, aber es ist eine ziemlich große NIsche. Dreistündige Sendungen bekommen nun mal keine 15 Minuten Ruhm - aber wer will die schon?

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Moridin 03.08.2014, 09:49
7. Einfache Antwort

Podcasts verschlingen beim Konsumieren genauso wie Videos unerträglich viel Zeit - und erstere bieten weniger "Input".
Jeder Text ist mir um ein vielfaches lieber als diese Formate - wie schnell ich einen Text konsumiere, kann ich selbst bestimmten, bei Podcasts und Videos hingehen gibt es nur eine Geschwindigkeit.

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cucco 03.08.2014, 10:25
8. Rückschritt statt Fortschritt

Zitat von Elfenbeinbungalow
"Für viele Podcaster macht gerade das stundenlange Reden den Reiz aus, gleichzeitig führen die mäandernden Unterhaltungen auch dazu, dass die Podcast-Szene in der Nische bleibt." Schon mal NSFW gehört? Zwei Typen, die drei Stunden über Gott, die Welt und den ganzen Rest labern - einer der meistgehörtesten Podcasts in Deutschland. "Viele Podcasts werden von Männenr gemacht und drehen sich um Technikthemen" "Fehlende Vielfalt" Das war vor fünf Jahren vielleicht noch so, mittlerweile hat sich das Angebot stark aufgefächert (z.B. Staatsbürgerkunde, Viva Britannia, Fokus Europa, Soziopod, ...) Öffentlich rechtlicher Rundfunk: Mag sein, dass es hierzulande noch vergleichsweise viel Wortanteil im Radio gibt, aber für mich haben Podcasts seit langem das Radio überholt - wo bekommt man heute schon zweistündige Interviews im Radio zu hören, die so in die Tiefe gehen wie etwa CRE? Gema-Gebühren: Stimmt, es gibt immer noch einen großen Mangel an Musikpodcasts mit Musik (mit wenigen Ausnahmen, z.B. Artrock Affair ) Fazit: Die Analyse des Artikel stimmt zwar größtenteils, nur kann ich nicht erkennen, warum das was Schlechtes ein soll. Ist alles, was nicht Mainstream-tauglich ist, gleich weniger gut als der Mainstream? Ich würde sagen, eher das Gegenteil ist der Fall. Podcast sind in der Nische, aber es ist eine ziemlich große NIsche. Dreistündige Sendungen bekommen nun mal keine 15 Minuten Ruhm - aber wer will die schon?
Wenn Musik in Podcasts auftaucht, ist sie entweder für Hintergrund consumer oder Geräusch für Unmusikalische. Klangfarben und Frequenzdifferenzen sind gestorben seit man Computer Musikspeicherformate benutzt.
Die letzten guten Musimkaufnahme- und Wiedergabe Möglichkeiten mit praktischem weil platzsparendem Nutzen war die japanische Digitalcassette. Die Geräte ware 10 mal teurer als normale Cassetengeräte, dafür aber ein Fortschritt fütr Leute mit Ohren.-

Der Kommerz hat entschieden, dass diese Geräte verschwinden, weil ihre Massenherstellung nicht lohnt und die shareholders nicht befriedigt werden können. Warum sollen sich Soundkenner mit einem Abfall wie der Podcast Technik für Musik abgeben?

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theibm 03.08.2014, 10:32
9. zwei fehlende Aspekte

Ich höre seit vielen Jahren Podcasts, hauptsächlich zu meinen Leib- und Magenthemen Politik, Fußball und Kino. Und das hauptsächlich aus zwei Gründen:
1. sind Podcasts ideal zum Nebenbei-Hören. Während der Hausarbeit, Rad- und Busfahren, Joggen oder auch mal in der Arbeit wenn es sich anbietet. Das bietet das klassische Radio natürlich auch, aber hier bestimme ich das Programm.
2. Das riesige Angebot an englischsprachigen Podcasts, das im Artikel leider gar nicht erwähnt wird. Bezüglich Kino (z.B. Filmspotting, Auteurcast und viele mehr) oder Fußball (Guardian Football Weekly, Football Ramble) ist da das Angebot deutlich vielfältiger und professioneller als im deutschsprachigen Raum. Ganz zu schweigen von Comedy-Podcasts (Marc Maron und Co.), die in den USA inzwischen eine ziemlich große Bedeutung haben. Und ganz nebenbei trainiert man auch noch seine Engllischkenntnisse, pädagogisch wertvoll ;)

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