Forum: Netzwelt
Pöbeleien im Web: Netzhass ist gratis

Digitaler Hass ist anders. Der Hassende muss dem Gehassten nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen. Das führt zu entfesselten Kommentaren und Tränen vor dem Monitor. Wir brauchen eine digitale Herzensbildung.

Seite 2 von 15
Zaziemetro 04.12.2012, 13:15
10. Triebe im Zaum halten

Zitat von sysop
... Also die Grenze zwischen dem, was noch im Rahmen einer Beleidigungskultur stattfindet und was schon als digitaler Hass bezeichnet werden muss, deutlich nach Norden zu verschieben. Aber eben nicht unendlich.
"Nicht unendlich" heißt, es muss Grenzen geben.
Warum aber dann die vorhandenen Grenzen nach Norden/Unten verschieben? Wenn es Grenzen geben muss, dann kann man doch auch gleich bei den vorhandenen bleiben, alles andere führt zwangsläufig zu unnötigen Verletzungen. Es bleibt doch so oder so immer eine Frage der Anerkennung und Durchsetzung von Grenzen (und von Werten).

Beispiel: Ich habe gerade eine neue Waffe erfunden, die verwandelt Menschen lautlos einfach zu Staub, ich hinterlasse keine Spuren dabei.
Muss die Gesellschaft jetzt auch die Grenze zwischen dem Erlauben und dem Verbieten von Töten verschieben?
Worum es doch eigentlich geht, ist, dass endlich eine"verbindliche" Kultur der Internetkommunikation entsteht, verbindliche Regeln dafür, in welcher Weise wir das Werkzeug Internet nutzen und nutzen dürfen und zwar gemessen an den Interessen des Gemeinwohls (und eben nicht an Google, Facebook oder gar an den Interessen irgendeines Spätpubertierenden aus dem Hassnetz, der nicht gelernt hat, sich zivilisiert zu benehmen, d.h. seine Triebe im Zaum zu halten).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MrStoneStupid 04.12.2012, 13:15
11. das Internet ist prima

Ein Schutz ist der starke Glaube, im Recht zu sein aber dazu muss man auch ganz real und objektiv im Recht sein, überwiegend Recht haben. Das ist relativ einfach, indem man anerkannt positive Werte vertritt und ein hinreichend gutes Leben führt.

Selbstverständlich sollte man es mit Beleidigungen im WWW nicht übertreiben aber was ist wohl schlimmer: ein paar verärgerte Worte oder z.B. realer Amtsmißbrauch? Richtig wirksam wird ein Shitstorm erst durch die Masse und das hat dann auch was von Demokratie und Schwarmintelligenz, denn eine Meinung muss sich erstmal durchsetzen.

Die größte Gefahr sind Falschinformationen, Verleumdung und natürlich Psychos, die sich nicht nur auf Meinungsäußerungen beschränken. Insgesamt überwiegt der Nutzen des Internets bei weitem. Deutschland muss allerdings noch besser werden aber auch da kann das Internet sehr hilfreich sein. (alles imho)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jan.dark 04.12.2012, 13:15
12. Digitaler vs. analoger Hass

Ich glaube, die Interpretation geht in die Irre. Früher war es in Deutschland üblich, dass sich 80 Mio Deutsche durch ein einfaches Buch (das heute von der bayerischen Landesregierung als Erbe von Adolf Hitler zurückgehalten wird, wohl aus Scham, wie primitiv man sich aufhetzen ließ) und ein wenig Propaganda dazu aufhetzen, dass man aus Hass 20 Mio Russen und 6 Mio Juden mordete.

In den 1970ern hatte die RAF tödlichen Hass auf das Establishment und die Lynchmobber hatten großmäulig die Lufthoheit an den Stammtischen. Nur hatten wir damals keine Chance, sie für ihren Hass in ihrem Stammtisch-Suffkopp zur Rechenschaft zu ziehen.

Heute dagegen, wird die Hassgülle transparent, wie im Artikel dargestellt. Aber die Lynchmobber kommen nicht ungeschoren davon, sondern sie gehen wie der Buibe in Bremen in den Knast, weil das Internet (Facebook) uns geholfen hat, seiner habhaft zu werden.

Der Hass der Bürger ist also keine Folge des Internet, sondern das Internet hebt den Hass aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld und wir können ihn besser verfolgen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weinblatt 04.12.2012, 13:16
13. Um die KZ-

...Wiedereröffnung ging es wohl in erster Linie nicht. Ich denke, dass es eher die höheren Strafen für Kinderschänder waren die die Fans überzeugt hatte...
... und da gibt es in Deutschland glaube ich mehr auch-offline-anzutreffende Menschen die dasselbe fordern, als Sie Fans bei Facebook bemerkten.

Warum will ich eigentlich in die digitale Gesellschaft ? Des digitalen Hasses wegen ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Svenner80 04.12.2012, 13:17
14. Inkonsequent

Zitat von sysop
Digitaler Hass ist anders. Der Hassende muss dem Gehassten nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen. Das führt zu entfesselten Kommentaren und Tränen vor dem Monitor. Wir brauchen eine digitale Herzensbildung.
Kein schlechter Artikel, aber inkonsequent. Sascha Lobo hat es doch schon nach 2-3 Absätzen auf den Punkt gebracht: Digitaler Hass ist kostenlos, daher wird er ausgelebt.

Sicher schlummert jetzt nicht gerade ein Monster in uns allen. Aber eben ein riesengroßes Ego, eine Infantilität, jetzt und sofort alles haben zu wollen.

Und wenn jemand im Netz anderer Meinung ist, dann will ich meine ganze Abscheu darüber loswerden, dass es ernsthaft Menschen auf der Welt gibt die nicht MEINE Meinung teilen.

Also wird geshitstormt. Das wird sich übrigens nie ändern. Das ist die menschliche Natur.

Insofern sind Lobos Schluss-Feststellung und die ganzen Worte vorher nicht falsch, aber auch etwas nutzlos:
Zitat von sysop
Das größte Problem auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft ist nicht technischer, sondern sozialer Natur: der digitale Hass.
Ja gut. Der Mensch ist grenzenlos egoistisch, wenn man ihn nur lässt bzw. es nicht zu weh tut. Und nun?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nurmeinsenf 04.12.2012, 13:18
15. Dagegen hilft nur...

...eine klare Zweiteilung: Der gemainstreamte Realname, der mangels Konfliktfläche kaum Haß auf sich zieht, und Pseudonyme für alles andere. Ob jemand meinen Nickname haßt, ist mir herzlich gleich, wenn es mir gar zu bunt wird, würde ich mir schlicht einen neuen zulegen. Schlimm wird es erst, wenn jemand persönlich identifiziert wird ("doxxing") und Pöbeleien im Web auf das reale Leben durchschlagen,

Beitrag melden Antworten / Zitieren
4tehlulz 04.12.2012, 13:19
16. Schon richtig

An sich nicht gerade ein großer Sascha Lobo Fan, aber was einem plötzlich und unvermittelt an Hass entgegenschlagen kann, ist wirklich unglaublich. Das ist aber keine Netz-Problematik, hier zeigt es sich nur am leichtesten. Gunnar Lott hat dazu auch einen schönen Blog-Beitrag: http://kaliban.de/2012/11/ach-das-netz-ist-so-gefahrlich/

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KuGen 04.12.2012, 13:23
17. @zephyros

SL hat das Thema sehr wohl angesprochen. Aber eben nicht in ihrem Sinne. Aber muss man das Geschriebene deshalb ausblenden ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tom Joad 04.12.2012, 13:24
18. "Herzensbildung"

Zitat von Sascha Lobo:
Wir brauchen eine digitale Herzensbildung.
Dass mir dieses Wort einmal im Internet begegnen würde ... Sascha, made my day. Signed!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
al2510 04.12.2012, 13:24
19. Ich sehe keinen Unterschied zwischen Netz und realer Welt

Sie, Herr Lobo, sind wohl eher gut angesehen und dann bekommen Sie die Meinung nicht ins Gesicht gesagt. Aber ich habe auch im realen Leben viel Hass abbekommen. So eine Attacke würde mich auch kalt lassen, wenn ich Frau Probst wäre.
im Gegenteil, mich würde Lob sehr verstören, weil der ist meist geheuchelt und zudem sehr verführerisch. Bei jemandem der einen hasst ist die Lage doch klar. Einfach nur meiden.
Das macht wohl meine Erziehung aus. Wer zynische Lehrer hatte, ist für das Leben geeicht. Natürlich bin ich auch für eine Umerziehung. Hass ist ein unproduktives Gefühl. Aber wie gesagt, das Problem hat immer der der Hasst und nicht der Gehasste. Hass ist ja mit Wut verbunden. Und wer ist gerne schlecht drauf. Doch nur ein Dummkopf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 15