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Politiker-Fans: Warum selbst Deutsche Trump lieben
AFP

Auch in Deutschland gibt es Menschen, die Donald Trump glühend verteidigen. Wer ihre Argumentation in den sozialen Netzwerken analysiert, erkennt schnell Parallelen zu einer hiesigen Bewegung.

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pudelaufmkopf 12.10.2016, 19:50
210. Vote Trump

Jeder demokratisch gesinnte Mensch muss doch wünschen, dass Trump die Wahl gewinnt. Auch wenn wir ihn nicht wählen können sollten wir, besonders die Medien, alles tun, ihn zu unterstützen. Viele Menschen in den USA (und bei uns) haben das Vertrauen in die Demokratie verloren. In den USA soll es Trump es wieder richten und bei uns die AfD.
Ich hoffe, Trump wird Präsident. Die, denen die Scheiße bis zum Hals steht, werden sehr schnell merken, dass sie ihnen mit einem Präsidenten Trump ganz schnell bis an die Oberlippe reicht. Alle die glauben, dass die Russen ihn unterstützen weil sie ihn toll finden, halten die Russen offenbar für doof. Sind sie aber nicht. Schon mal darüber nachgedacht, dass die Russen mit einem Präsidenten Trump machen können was sie wollen und ihn deshalb unterstützen?
Wenn Trump Präsident wird, werden sich seine Fans sehr bald die Art von Demokratie zurückwünschen, die sie jetzt haben. Vielleicht sind sie danach sogar bereit, richtige Demokratie auszuprobieren. Damit hätten die Amis uns sogar etwas voraus. Uns musste man Demokratie erst mühsam einprügeln, nachdem wir fast ganz Europa in Trümmer gelegt hatten.
Präsident Trump wäre auch gut für uns. Nach einem halben Jahr Daily-Donald-Comedy begreifen auch unsere an AfD erkrankten Mitbürger, das Dummschwätzer keine Politik können.
Sicher wird uns ein Präsident Trump auf die eine oder andere Weise auch etwas kosten. Aber eine gute Show und die Aufnahme der AfD ins Hygienemuseum haben eben ihren Preis. Das sollte es uns wert sein.
Donald for President!

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joerg.braenner 12.10.2016, 19:56
211. E-Mail-Unfug

Zitat von otto_lustig
Warum distanzieren sich viele Republikaner von Trump? Weil zeitgleich mit der Präsidentenwahl auch der Kongress neu gewählt wird. Die Republikaner könnten ihre Macht verlieren, dank Trump. Ich bin weder für Trump, noch für Hillary Clinton, weil das definitiv die Wahl zwischen Pest und Cholera ist. Trump ist tatsächlich ein dummschwätzender Idiot und Hillary Clinton eine unfähige Frau, die angeblich, laut Trump und Medien, 33.000 politsche bedeutendeE-Mails von ihrem privaten Computer verschickt hat, wofür Trump sie einsperren will. Wieveil Zeit muss man eigentlich für 33.000 E-Mails verplempern? Oder hat man da auch private mitgerechnet? Terminvereinbarungen mit ihrem Friseur? Die sauberste Lösung wäre eine dritte Amtszeit für Obama, mit einer demokratischen Mehrheit im Kongress, damit er endlich seine Forderungen duchsetzen kann, etwa das Waffengesetz. Geht nicht? Es gibt kein Gesetz in den USA, dass eine dritte Amtszeit verbietet. Es ist nur Usus, dass ein Präsident nur zwei Amtszeiten regiert. Franklin D. Roosevelt wurde viermal gewählt (1932, 1936, 1940 und 1944)
Ich frage mich, warum es eigentlich ein so unfassbares Verbrechen ist, dass Clinton einen privaten E-Mail-Server genutzt hat. Es ist aus Sicherheitsperspektive gesehen natürlich dämlich, aber so zu tun, als wäre Clinton deshalb Hitler im Quadrat, ist völlig unverhältnismäßig. Trump will Syrien mit Atomwaffen bombardieren und wird deshalb als bessere Alternative zu Clinton betrachtet? Geht's eigentlich noch absurder?

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irobot 12.10.2016, 20:03
212.

Zitat von otto_lustig
Geht nicht? Es gibt kein Gesetz in den USA, dass eine dritte Amtszeit verbietet. Es ist nur Usus, dass ein Präsident nur zwei Amtszeiten regiert. Franklin D. Roosevelt wurde viermal gewählt (1932, 1936, 1940 und 1944)
Doch, seit 1951. Vorher gehörte es zum guten Ton, nur zwei mal anzutreten, aber mit dem 22. Artikel zur Verfassung ist das vorbei.

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freekmason 12.10.2016, 20:17
213.

Zitat von joerg.braenner
Ich frage mich, warum es eigentlich ein so unfassbares Verbrechen ist, dass Clinton einen privaten E-Mail-Server genutzt hat. Es ist aus Sicherheitsperspektive gesehen natürlich dämlich, aber so zu tun, als wäre Clinton deshalb Hitler im Quadrat, ist völlig unverhältnismäßig. Trump will Syrien mit Atomwaffen bombardieren und wird deshalb als bessere Alternative zu Clinton betrachtet? Geht's eigentlich noch absurder?
nicht nur das. dazu kommt ja, dass so getan wird, als würde clinton die mails selber hosten und nicht ihr staff. dabei kann die noch nicht mal ein passwort ändern. naja, hillary kann es halt nicht richtig machen (lassen), während der cia-chef seine email-adresse bei AOL hat!! nach dem hack kräht kein trumpeteer.

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spiegelneuronen 12.10.2016, 20:18
214. Mrs. President - please say

Zitat von die-metapha
Wenn es nur das alleine wäre, wäre es trotzdem schon reichlich... Sie überschätzen allerdings Trumps Wissen um politische, geostrategische und globale Zusammenhänge. Er macht z.B. keinen Hehl daraus, das er Dinge wie die globale Erderwärmung für eine Erfindung hält. Er wird sich in seiner Infantilität die Dinge weiterhin so zurechtreden, wie er dies bisher tut - mit dem kleinen Unterschied, das es Auswirkungen auf eine weltweite Politik und Länder hat, von deren Existent er keinerlei Ahnung hat. Der Bursche ist Größenwahnsinnig und gefährlich genug, durch sein Unwissen die Welt in Brand zu stecken.
In den USA könnten sie auch "das niedliche kleine Kätzchen" aus YouTube zur Präsidentin machen.

Das hätte den Vorteil, dass man dann "der Präsidentin" keine psychisch grenzwertigen Machtgelüste unterstellen würde. Gleichzeitig würden Dritte weiterhin beraten und Entscheidungen vorlegen. Es wird dann ebend nur "miauend durchgewunken".
Doch das wird nicht passieren, da dann die Einflussnahme Dritter zu offensichtlich wäre.

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tallinn1960 12.10.2016, 20:22
215.

Zitat von unzensierbar
In einem demokratischen Diskurs haben Branchen, Unternehmen und Reiche nichts zu suchen. Demokratie ist nach Bedeutung die Herrschaft des Volkes. Egal wie man das jetzt auslegen will, riesige Unternehmen und Reiche sind nicht das Volk.
Und doch können unsere Politiker ohne Anhörung von Interessengruppen praktisch nicht regieren, weil ihre Kompetenz nämlich nicht in dem Finden der Lösungen von Sachfragen liegt, sondern im Management politischer Vorhaben. Die allermeisten Ideen für Gesetzesvorhaben entstehen außerhalb des Parlaments, und werden von Politikern nur aufgenommen, wenn man die von einem bestimmten Vorhaben überzeugen kann.

Das Problem besteht zur Zeit eher darin, dass es beim Hören von Interessengruppen eine deutliche Präferenz für Wirtschaftslobbyisten gibt, weil man die vorherrschende Volkswirtschaftslehre umsetzt, wonach man die Wirtschaft pampern muss bis zum geht nicht mehr, auf dass das Kapital kräftig ins Land strömen und Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen möge. Da ist jeder Wunsch der Wirtschaft erstmal eine gute Idee. Darüber hinaus predigen die gleichen Volkswirte Austerität bei den Staatsausgaben, weshalb alles, was Steuergeld kostet, erstmal eine schlechte Idee ist.

Mitunter lässt man sich dann auch mal von so etwas wie der Energiewende überzeugen, weil man meint, dass mittelfristig nichts an der Nutzung alternativer Energien vorbei führt, und eine frühzeitige Wende die Chance bietet, Deutschland hier zu einem Technologieführer zu machen. Waren wir schon lange nicht mehr in irgendeinem Bereich.

Und dann klopfen mal Flüchtlinge an die Tür, und das Wunder geschieht, und eine politische Führungskraft entscheidet mal, das menschlich Richtige zu tun (zu dem wir - wie all die andere europäischen Schwachmaten, die das aber offensichtlich nicht schert - uns sogar völkerrechtlich verpflichtet haben).

Und dann ist erst der Teufel los. Dem Sozialabbau und dem Wirtschaftslobbyismus, dem hat man vorher taten- und kritiklos zugesehen.

Nein, mit der verfehlten Wirtschafts- und Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte hat der Protest von AfD und PEGIDA nichts zu tun. Das sind Leute, die ganz im Gegenteil immer damit einverstanden waren, dass der Staat kein Geld für Notleidende ausgibt, sondern es bei denen belässt, die es erarbeitet haben (man schaue mal zu diesen Fragen nur ins Parteiprogramm der AfD). Die ärgern sich jetzt, dass so viel Geld für die Flüchtlinge ausgegeben wird, lieber hätten die es zur Verschönerung der öffentlichen Grünanlagen oder der Erneuerung der Straße vor ihrem Reihenhaus, und noch lieber nach Steuersenkung in der eigenen Tasche. Die Klientel dieser politischen Gruppen sind nicht die Notleidenden unserer Gesellschaft, die Hartz-IVler und die alleinerziehenden Mütter und die Armutsrentner und Pflegebedürftigen, sondern das Kleinbürgertum, dass es bevorzugt, wenn es sich nur um sich selbst kümmern muss.

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Leser161 12.10.2016, 20:33
216.

Zitat von n.strohm
(Reiche gehören) also per ihrer Meinung nicht zum Volk, wären also z.B. nicht wahlberechtigt oder müssten das Land verlassen. ....
Herrgott. Es geht um Folgendes:
Wenn Lobbyist X bei Politiker A vorbeischaut und ein Projekt vorschlägt, dann hat seine Stimme aufgrund des hinter ihm stehenden Kapitals mehr Gewicht, als wenn Bürger B bei demselben Politiker vorbeischaut.

Das ist so nicht demokratisch.
Jeder eine Stimme. Nicht mehr nicht weniger.

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geando 12.10.2016, 20:41
217. Sind wir mal ehrlich

...Trump ist ein lächerlicher Clown, der von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt- Aber: Trump ist der Kandidat einer gewissen Klientel. Es heisst, vor allem die weissen Männer der Mittelschicht haben in Zukunft am meisten in der US-Gesellschaft zu verlieren und das, obwohl sie sich aktuell noch (wohl zu Recht) als deren stärkste Stütze sehen. Wenn jemand also "seine Felle davonschwimmen sieht", wieso soll er nicht auf demokratischem Wege den Kandidaten unterstützen, der am ehesten seine Klientel bedient? Das ist das gute Recht in der Demokratie. Wenn Einwanderer etwa stärker zu Hillary Clinton tendieren, ist das auch die Wahl nach der besten Vertreterin ihrer Klientel- so funktioniert Demokratie. Noch etwas: es fällt mir immer wieder auf, wie Journalisten in letzter Zeit das Bild eines gesellschaftlichen Konsens vor sich hertragen, der von unliebsamen Gruppen und Denkrichtungen scheinbar verletzt wird. Man sollte mal erinnern: Alles Oberhalb des Rechtsbruches fällt unter das Recht der freien Meinungsäusserung und das ist auch Gut und Richtig so, das schützt letztlich alle Seiten. Wer also etwa die Auswüchse der "political correctness" in Frage stellt, stellt damit nur die Meinungen anderer in Frage, nicht weiter- ein gesellschaftlicher Konsens zu diesem Thema ist einfach eine Einbildung und entsteht nicht dadurch, das er durch ein paar Journalisten oder Politiker postuliert wird...

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hasselblad 12.10.2016, 20:46
218. #31: Danke für die Lacher!

"Nun, jeder weiß, das es Clinton von ihren Hintermännern (die man nicht beim Namen nennen darf) beauftragt ist, den Dritten Weltkrieg gegen Rußland zu beginnen"... Sie checken aber schon, dass Herr Lobo hier mal wieder äußerst präzise Leute wie Sie beschreibt, und zwar nicht zwingend als Positivbeispiele der Evolution? By the way, "jeder" weiß das? Hm. Wohl eher nur Sie und die anderen "Erwachten". Wie viele Chemtrails mussten Sie für diese Erkenntnis einatmen? Und die "hunderte Millionen Europäer", die hinter Trump stehen, weil er ein Islamhasser ist? Hunderte Millionen! Oh Mann, danke, ich werde in diesem Leben nie wieder aufhören können zu lachen. Aber bitte gelegentlich mal unterm Aluhut etwas lüften, mir scheint da hat sich ganz schön viel heiße Luft angestaut, die hier als - wahrscheinlich immerhin eigenständig ergoogletes - "Wissen" in die Welt entweicht.

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Spiegelkritikus 12.10.2016, 20:51
219. Es geht um Authentizität und Korruptionsresistenz

Lobos versteht das Phänomen Trump nicht einmal ansatzweise - wie alle, die sich noch innerhalb der herrschenden ideologischen Matrix bewegen. Trumpfans nehmen es mit der Wahrheit mancher Aussagen deswegen nicht so genau, weil ihnen etwas anderes viel wichtiger ist: Authentizität und Wahrhafitgkeit im Sinne von grundsätzlicher persönlicher Ehrlichkeit (also Korruptionsresistenz).

Die von Lobo zitierte Feststellung bringt es auf den Punkt: "Trump tanzt nach keiner Pfeife. Deshalb die Hetze gegen ihn."
Trump ist der Gegenpart zu einem korrupten Establishment, das offiziell einer verlogenen political correctness huldigt. in Wirklichkeit aber dem schnlöden Mammon bzw. dessen Repräsentanten. Er tanzt nicht nach der Pfeife der one percent, der superreichen Oligarchie, die Hillary Clinton als ihre Präsidentenmarionette auserkoren hat.

Lobo verkennt, daß die USA längst keine funktionierende Demokratie mehr sind. Auch wissenschaftliche Studien von US-Universitäten kommen zu dem Ergebnis, daß eine schwerreiche Oligarchie die Politik (und die meisten Medien) steuert, legitime Volksinteressen kommen kaum mehr zum Tragen. Diese selbsternannte Elite will einen Trump verhindern (so wie auch Sanders), weil er dem Chakrakter einer willfährigen Marionette vollständig zuwiderläuft. Wer nicht artig und berechenbar die Interessen der Wallstreet, des militärisch-industriellen Komplexes und der Multis bedient, ist als Präsident ein Nogo.

Wer solche Aussagen als Verschwörungstheorie bezeichnet, der zeigt damit nur, daß er keine Ahnung hat und das ist gefährlich.
Trumpanhänger verbindet eine tiefe Abneigung gegen ein politisch-mediales Establishment, das seine Korruption zur Genüge unter Beweis gestellt hat: sie verweigern sich dieser Matrix und fordern eine ehrliche Politik, die sich an legitimen Volksinteressen orientiert.
Mit anderen Worten: sie forden echte Demokratie ein und wollen dazu die Elitenherrschaft überwinden.

Es geht um Klassenkampf und demokratischen Aufbruch. Ob Trump die in ihn gesetzten Hoffnungen auch zu erfüllen vermag, ist natürlich fraglich. Aber er bringt als Antipode des Establishments auf jeden Fall eine Veränderung und allein schon das genügt vielen US-Bürgern, um ihn zu wählen.

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