Forum: Netzwelt
Politische Diskussionen im Netz: Gemeinsamkeit gesucht, Abgrenzung gefunden

Nie zuvor wurde man mit so vielen Meinungen konfrontiert. Doch je länger man in sozialen Medien unterwegs ist, desto weniger ist man bereit, abweichende Meinungen auszuhalten. Das ist ein Problem.

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lupenreinerdemokrat 31.08.2016, 14:33
1. Warum,

lieber Sascha, sollte es in den sozialen Medien anders zugehen, als in den Landesregierungen und in der Bundesregierung?

"Anscheinend ist bei den Netzdebatten auf dem Weg in die digitale Gesellschaft etwas verlorengegangen - die Kunst, nur den halben Weg mitzugehen: jemandem nur zum Teil zuzustimmen und ihn trotzdem nicht als Gegner zu betrachten."

Sehr schön formuliert und passt wie die Faust aufs Auge zum Gebaren unserer etablierten Blockparteien, die mit dem politischen Gegner ja durchaus teilweise Überschneidungen haben und Gemeinsamkeiten in den Ansichten und der Agenda, aber auf keinen Fall diesem zustimmen würden, da er ja der Gegner ist!

Siehe unsere Einheitsblockpartein SPD/CDU in Bezug auf AfD, siehe die "Schweriner Erklärung".
Bedarf es noch mehr Fakten, dass es nicht nur in den sozialen Medien so zugeht?

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HaioForler 31.08.2016, 14:45
2.

Warum sollte sich Facebook von der Deutschen Medienlandschaft unterscheiden ?

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m.urstoeger1 31.08.2016, 14:46
3.

So viel Selbstreflektion hätte ich dem unsäglich einseitigen Sascha Lobo gar nicht zugetraut.

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nachfrager2015 31.08.2016, 14:50
4. Genau

meine Devise war immer; höre dir die Argumente des Anderen an und überdenke deine eigenen Argumente. Und warum kann ich meinem "Gegner" nicht auch mal zustimmen, wenn seine Aussagen richtig sind, aber unsere Politiker machen es doch vor - in Talkshows werden oft den ganzen abend die selben Phrasen gedroschen ohne auf die Argumente des anderen einzugehen.
Und bei vielen bildet sich nun - bist du nicht 100%ig für mich, bist du meine Gegener und der kann nichts gutes sagen - heraus.
Streitkultur sollte ein Unterrichtsthema sein, genauso wie friedliches miteinander leben ;-)

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hikage 31.08.2016, 14:51
5. Sichtbarkeit

Ich denke die Problematik liegt vor allem begründet in der Öffentlichkeit, der man sich mit jeder Beteiligung aussetzt.

Jedesmal, wenn man einer Person in einem Punkt zustimmt, die auch _andere_ kontroverse Punkte vertritt, besteht die Gefahr, dass dies von der Öffentlichkeit als Zustimmung zu den Meinungen der Person insgesamt wahrgenommen wird.

Daher ist es oft vermeintlich sicherer, sich auf die Abgrenzung in den kontroversen Punkten zu konzentrieren, anstatt den gemeinsamen zuzustimmen.

Dies ist - wie lupenreinerdemokrat ebenfalls angemerkt hat - ja zunehmend auch in der Politik zu beobachten, wobei ich die AfD hier als schlechtes Beispiel emfinde. Ein besseres Beispiel wäre mMn die komplette Verweigerung der SPD bezüglich Koalitionen, die ihrer nominellen politischen Ausrichtung entgegenkämen, nur um sich in einigen wenigen Punkten von der Linkspartei zu distanzieren.

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pejoachim 31.08.2016, 14:58
6. Die besten Argumente und Kommentare ...

... finden sich nicht im redaktionellen Teil von SPON oder anderen journalistischen Produkten, sondern in den Foren, in Facebook usw.

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held_der_arbeit! 31.08.2016, 15:01
7. Wichtiges Thema

Nicht erst jetzt. Ich beobachte auch mit Sorge wie sich Leute in diesen "Echo Chambers" zunehmend radikalisieren. Da werden immer feinere Mechanismen der Abgrenzung ersonnen und wer gestern noch ein Andersdenkender Diskussionspartner war ist morgen schon ein "Hater" mit dem man sich garnicht mehr befassen muss/will. Rückhalt für diesen Impuls gibt es dann in der warmen Blase aus gleichgesinnten und der Teufelskreis geht weiter. Ein Mechanismus der besonders deshalb gefährlich ist, weil er eben jeden Treffen kann (siehe zB bento ;))

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muellerthomas 31.08.2016, 15:02
8.

Zitat von lupenreinerdemokrat
lieber Sascha, sollte es in den sozialen Medien anders zugehen, als in den Landesregierungen und in der Bundesregierung? "Anscheinend ist bei den Netzdebatten auf dem Weg in die digitale Gesellschaft etwas verlorengegangen - die Kunst, nur den halben Weg mitzugehen: jemandem nur zum Teil zuzustimmen und ihn.....
Die gleichen Leute, die eine Zusammenarbeit der etablierten Parteien mit der AfD fordern, regen sich allerdings gleichzeitig darüber auf, dass die etablierten Parteien zusammenarbeiten und selbst schwarz und grün mittlerweile koalitionsfähig sind. Dann ist auf einmal von "Blockparteien", "Einheitspartei" oder wie bei Ihnen kombiniert zur "Einheitsblockpartei" und dergleichen die Rede.

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fesdu2804 31.08.2016, 15:05
9. Wie immer Herr Lobo

"Aber erst wenn man die oberste Schicht von Islamisten- und Nazihass im Netz zur Seite schiebt, lässt sich ein neues Problem der politischen Netzdebatte erkennen."
Wie immer Herr Lobo, sind sie auf dem linken Auge blind wie die Nacht.
Die Kommentare der linken Hetzer sind keinen Deut besser, als die der rechten Hetzer. Also, wenn sie sich schon (zu Recht!) über fragwürdige Beiträge auf sozialen Plattformen und in Internetforen echauffieren, dann prangern sie auch das ganze Bild an.

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