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Porno-Filter: Britische Regierung plant zentrale Internet-Sperrliste

Britische Konservative wollen Internet-Provider zentral zur Sperrung von Seiten verpflichten, die Kinder nicht sehen sollen. Der Kommunikationsminister droht mit Gesetzen, Branchenriesen kuschen - und niemand stellt die Frage: Auf wie viel Freiheit soll man für größtmöglichen*Kinderschutz verzichten?

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rmuekno 20.12.2010, 16:01
1. Die spinnen die Briten

wußten schon Asterix und Obelix
mk

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Medienkritiker 20.12.2010, 16:01
2. ...

Zitat von sysop
Britische Konservative wollen Internet-Provider zentral zur Sperrung von Seiten verpflichten, die Kinder nicht sehen sollen. Der Kommunikationsminister droht mit Gesetzen, Branchenriesen kuschen - und niemand stellt die Frage: Auf wie viel Freiheit soll man für größtmöglichen*Kinderschutz verzichten?
Früher einmal waren es die Eltern, welche die "Fernbedienung" in der Hand hatten und ihre Kinder vor Gewalt und Sexscenes bewahrten! heute machen das unsere "lieben Führer"...

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MarthaMuse 20.12.2010, 16:08
3. Verantwortung

Mir stellt sich die Frage, ob Eltern wirklich jegliche Verantwortung für ihre Kinder abgenommen werden muss. Müssen alle das Kinderprogramm gucken, weil bestimmte Eltern es nicht schaffen, ihren Nachwuchs vor den unterschiedlichen Glotzen/ Monitoren wegzukriegen? Oder weil sie weder Lust noch Interesse haben, sich mit den Kindern zusamen vor den Monitor zu setzen und im Blick zu behalten, was die lieben Kleinen sich ansehen.

Alles wird kindgerecht und damit auch oft zunehmen wenig erwachsenengerecht, die Infantilisierung des Netzes schreitet hemmungslos voran. Ich bin Mitte 50 und möchte mich nicht zwingen lassen, nur das anzusehen und mich nur für das zu interessieren, das auch für 10-Jährige geeignet ist.

Damit Kinder alles dürfen, dürfen Erwachsene nichts mehr, müssen sich im Gegenteil Zensur allenthalben gefallen lassen? Das ist ungefähr so, als dürfte ich im Bücherschrank keine erotischen Bücher mehr haben, weil ja ein Kind unbefugt in mein Wohnzimmer eindringen könnte, und das würde natürlich zutiefst verstört von solchen Büchern. Also habe ich gefälligst nur Pippi Langstrumpf im Schrank zu haben.

Weil sich kein Mensch mehr traut, einem Kind irgendetwas zu untersagen, muss den Erwachsenen alles mögliche verboten werden? Es ist einfach nur noch lächerlich.

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avollmer 20.12.2010, 16:09
4. Nanny-Staat

Solange es noch um die Wahl auf OptIn oder OptOut ginge, wäre das noch erträglich.
So ist es aber eine Enteignung, man raubt den Bürgern den ungehinderten Zugang zu pornographischem Subkulturgut. Die Freiheit zu persönlicher und unabhängiger sexueller Erregung wird eingeschränkt.
Man fragt sich, was als nächstes kommt?

Regelung realer sexueller Betätigung? Soll es in Einzelfällen schon geben.
Lautstärkenbegrenzung? Soll es in Einzelfällen schon geben.
Verbot bestimmter Praktiken? Soll es in den eigenartigen Ethnien des so genannten Bible Belt auf einem fernen Kontinent schon geben.
Wohin soll das führen?
Dass man den Eltern noch mehr die Verpflichtung abnimmt zu erziehen? Dass Courbets L'Origine du Monde aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgt wird? Dass man manche Werke der Weltliteratur nicht mehr erwähnen darf?

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dla255 20.12.2010, 16:11
5.

Warum versucht man im Internet Sachen durchzusetzen, die im Real Life nichtmal ansatzweise denkbar sind? ich kapier's nicht... wenn man Angst vor pornografie-fixierten Jugendlichen hat, sollte man auf Sozialer und Bildungs-ebene anfange mit der arbeit, auch wenn's abgedroschen klingt.

Hinter solchen Ideen MUSS doch jemand sitzen, der entweder Kapital daraus schlagen oder damit seine (politische) Position erhalten kann. Mit gesundem Menschenverstand hat solch eine Entscheidung nichts zu tun, nicht mal im weitesten Sinne. echt traurig...

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cor 20.12.2010, 16:11
6. Welcome...

..to the british Intranet.
Ich sehe eine ganz böse Entwicklung am Horizont aufkommen, die auch so in Deutschland statt finden könnte.
Wird langsam Zeit, nen gescheiten Proxy-Provider zu suchen, am besten einen auf den Cayman islands oder auf einer russischen Bohrinsel.

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anon11 20.12.2010, 16:14
7. .

Zitat von sysop
Britische Konservative wollen Internet-Provider zentral zur Sperrung von Seiten verpflichten, die Kinder nicht sehen sollen. Der Kommunikationsminister droht mit Gesetzen, Branchenriesen kuschen - und niemand stellt die Frage: Auf wie viel Freiheit soll man für größtmöglichen*Kinderschutz verzichten?
Das kommt gerade richtig. Nicht das die armen unschuldigen Kinder zufällig auf Websiten surfen, welche Dokumente von demokratiefeindlichen Aktionen oder Kriegsverbrechen westlicher freiheitsliebender Staaten zeigen.
Das könnte so unschuldige Kinder doch verwirren. Davor müssen sie geschützt werden. ;)

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M.Suckow 20.12.2010, 16:47
8. Einverstanden

Zitat von dla255
Warum versucht man im Internet Sachen durchzusetzen, die im Real Life nichtmal ansatzweise denkbar sind? ich kapier's nicht... wenn man Angst vor pornografie-fixierten Jugendlichen hat, sollte man auf Sozialer und Bildungs-ebene anfange mit der arbeit, auch wenn's abgedroschen klingt. Hinter solchen Ideen MUSS doch jemand sitzen, der entweder Kapital daraus schlagen oder damit seine (politische) Position erhalten kann. Mit gesundem Menschenverstand hat solch eine Entscheidung nichts zu tun, nicht mal im weitesten Sinne. echt traurig...
Sie haben ganz recht, freien Zugang zu Pornographie gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Ich glaube, das Problem liegt daran, dass das Internet entweder ein wirklich totalitär kontrollierter Ort sein kann - oder ein Ort, in dem Informationen frei fließen. Man müsste schon sehr, sehr viel tun, um zu verhindern, dass ein vierzehnjähriger Mensch nicht an irgendeinen Weg kommt, an ein paar Gigabyte Pornos über Filesharing oder wie auch immer zu gelangen. Man müsste auch verhindern, dass dieser vierzehnjährige Mensch mit jemandem entsprechende Daten tauscht. USB-Stick-Kontrollen in der Schule? Ich hoffe doch nicht!

Nein, derartige totale Kontrollansätze sind für das Informationszeitalter hoffentlich zu offensichtlich, um sich durchzusetzen. Menschen müssen lernen, sich in der digitalen Welt selbst zurechtzufinden, anstatt sich auf den Leviathan zu verlassen.

Es gibt schon eine Menge Menschen in Deutschland, die in ihrer Jugend mit einem unregulierten Internet und meistens unwissenden Eltern konfrontiert waren. Wo bleibt denn bitte die Welle gestörter früh-Zwanziger, die wir jetzt haben müssten?

Ich denke aber nicht, dass es einen "Oberbösewicht" im Hintergrund geben muss, der eine Zensurpolitik durchsetzen will. Es gibt eben Menschen, die überfordert sind im Angesicht der Möglichkeiten, die das Internet bietet. Diese Menschen wählen dann eben Parteien, die ihre Überforderung Gesetzlich bedient.

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Hubert Rudnick 20.12.2010, 16:54
9. Erziehung?

Zitat von sysop
Britische Konservative wollen Internet-Provider zentral zur Sperrung von Seiten verpflichten, die Kinder nicht sehen sollen. Der Kommunikationsminister droht mit Gesetzen, Branchenriesen kuschen - und niemand stellt die Frage: Auf wie viel Freiheit soll man für größtmöglichen*Kinderschutz verzichten?
Wenn man mit der eigenen Erziehung nicht mehr zu recht kommt, dann sind dafür immer die Medien schuld.
HR

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