Forum: Netzwelt
Pranger im Internet: Feuert die Idioten nicht!
Screenshot Facebook Freiwillige Feuerwehr Feldkirchen

In den sozialen Medien regiert die sofortige Empörung - da kann ein einziger dummer Satz schnell den Job kosten. Dabei sollten Arbeitgeber mit Augenmaß strafen und gelassen abwarten, bis der Shitstorm vorüberzieht.

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westerwäller 07.08.2015, 12:01
1. Die dahinterstehende Logik ist:

"If you feel like a hammer, everything looks to you like a nail."
Wenn man sich also als der Hammer der entrechteten fühlt, ist jeder andere - bis zum Beweis des Gegenteils - erst mal der Nagel, auf den es einzuschlagen gilt.

Das hat Tradition in den Kirchen, den Vertretern des Obrigkeitsstaates, der NS-Diktatur, und der SED-Diktatur.
Und feiert fröhliche Urständ in denjenigen Kreisen, deren Postings beginnen mit: "Wenn wir eine echte Demokratie hätten ..."

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Diskutierender 07.08.2015, 12:05
2. Guter Kommentar

In der Tat war die Äusserung dieser Person im Internet völlig daneben. Aber interessanterweise sind insbesondere diejenigen bei einer rassistischen Äusserung derart empört und fordern die gesellschaftliche Vernichtung des Forenschreibers, die sonst selbst bei üblen Straftätern immer wieder Resozialisierung fordern.

Hinzu kommt das Verhalten der Arbeitgeber. Gerade die Arbeitgeberseite mit ihrer teilweise widerwärtigen Personalpolitik ist meines Erachtens einer der grössten Förderer von Ausländerfeinlichkeit - da muss man nur an viele Arbeitgeber denken, die angesichts des Zustroms von Ausländern sich die Hände reiben und eifrig die Zuwanderung für Lohndumping und Jugendwahn missbrauchen. Deshalb sollten gerade Arbeitgeber hier den Ball flach halten.

Eine gute Lösung wäre übrigens gewesen, wenn der Arbeitgeber diesen Forenschreiber dazu verpflichtet hätte, an einigen Wochenenden Freiwilligendienst in einem Flüchtlingsheim zu machen.

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icke44 07.08.2015, 12:05
3. Hallo Herr Reinbold

Danke für den Beitrag! Bei mir kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Die anprangernden Gutmenschen haben offensichtlich nie Fehler gemacht und agieren oft anonym. Nur Nullen haben keine Kanten!

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Mac_Beth 07.08.2015, 12:05
4.

Bravo, ein schöner ausgeglichener Artikel, großes Lob.

"Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung ab. Dieser Vorfall hat uns zum Handeln gezwungen." Das war selbst dem Anführer der Netzschnüffler, der Porsche auf den Fall gestoßen hatte, zu hart: "Eine Verwarnung hätte gereicht", sagte der Prangeraufseher, der seinen Namen zurückhält. Doch die Verantwortlichen hatten sich für Ausgrenzung entschieden."

Ich sehe es zwar genauso, dass die Reaktion von Porsche zu hart war. Nur der "Anführer der Netzschnüffler" lebt nun zurecht mit dem Schuldgefühl einem jungen Mann die Zukunft zerstört zu haben.

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StefanieTolop 07.08.2015, 12:06
5. Mit...

...Sicherheit der beste Artikel den ich seit langem im Netz gelesen habe. Wenn wir eine echte Demokratie mit echter Meinungsfreiheit haben wollen, dann müssen wir auch in der Lage sein mit fremden Meinungen umzugehen - auch wenn wir sie nicht nachvollziehen können und auch nicht teilen. Die einzigen, die sich im Porschefall echt faschistisch verhalten haben, sind der Denunziant und das Unternehmen, das dem Denunzianten erst die Möglichkeit für das Denunzieren gegeben hat.

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wo_st 07.08.2015, 12:07
6. Ja

Ja, auch hier gilt, dass der Jugendliche (die Schreiber allgemein) zuerst gehört werden sollten. Eine kleine Sünde sollte im Netz auch mal gestattet sein dürfen. Natürlich nicht regelmäßig kleine Sünden.....

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amidelis 07.08.2015, 12:07
7. Man hat

Diesen shitstorm früher schon gehabt - da hieß es pogrom oder scherbengericht. Also schon ziemlich alt. Man hat deswegen ein Rechtssystem etabliert. Das scheint erneut außer Kraft gesetzt. Diese dümmlichen Selbsternannten Ankläger, blockwarte 2.0, kennen wir alle - das sind die Hilfssheriffs die freiwillig parksünder anzeigen und die aus einer Mücke gerne einen Elefanten machen. Eine kleine Horde aus verstörten die ihren Stempel gerne allen und jedem aufdrücken wollen weil sie sonst in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Empörungsjunkies ? Was für ein euphemismus! Das ist ein moralmob

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jimyvicious 07.08.2015, 12:09
8. Das ist also ein Aufruf …

… um den "Idioten" in unserer Gesellschaft auch noch ein solides Fundament zu erhalten, selbst, wenn sie permanent mit ihrer Hetze über die Stränge schlagen.
Sorry, aber ich als Arbeitgeber (der ich bin) will diese Idioten nicht in meinem Unternehmen beschäftigen und ich finde durchaus, dass diese Lynchaufrufe Konsequenzen nach sich ziehen müssen. Wenn sowohl Elternhaus als auch Bildungssystem bei diesen Leuten versagt haben, kann vielleicht der Arbeitgeber noch als Regulativ etwas sinnvolles ausrichten. Denn wenn er seinen Job verliert, weil er im Internet dazu aufgerufen hat Menschen zu lynchen oder ersaufen zu lassen, dann lernt er daraus Menschen nicht wie Müll zu behandeln.
Ich empöre mich nicht über diese Leute. Ich will sie einfach nicht in meinem Laden haben. Und das ist genauso mein Recht als Arbeitgeber, wie es das seine ist, seine Meinung öffentlich zu äußern. Wenn man sich dazu entscheidet so zu denken, dann muss man auch damit leben, dass man sich am gesellschaftlichen Rand wiederfindet. Mit einer rechten Gesinnung, aber ohne berufliche Perspektive.

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Carll 07.08.2015, 12:12
9. Soweit sind wir schon?

"Dabei sollten Arbeitgeber mit Augenmaß strafen."
Wohlgemerkt, es geht um Meinungsäußerungen in Internet-Medien. McCarthy lässt grüßen.

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