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Provokation statt Diskussion: Die Vertrollung der Konservativen
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Viel zu leicht verfällt man im sozialen Netz der Versuchung, Likes als Bestätigung des eigenen Handelns zu werten. Wer diesen Irrtum nicht begreift, droht, zum gemeinen Internettroll zu werden.

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rumpyho 19.09.2018, 13:40
1. Warum ?

Warum müssen links-liberale und scheinbar weltoffene Menschen wie du Begriffe wie Altmännerhumor erfinden und verwenden. Sind alte Männer etwas schlechtes ? Wenn du, wie anscheinend viele Gesinnungsgenossen, dies bejahst, dann habe ich schlechte Nachrichten für dich ... du wirst auch älter.

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Omniscienz 19.09.2018, 13:42
2. Richtig, *aber*

ich erinnere mich an die Debatte nach der kölner Silvesternacht 2016. Damals war es "uns" eher Linken doch auch wichtig, die Geschehnisse sprachlich korrekt zu benennen. Amüsanterweise zeigt der Artikel gerade dadurch, dass er das tut, was "den Konservativen" in Selbigem vorgeworfen wird, dass ihm zugestimmt werden muss: "Sprachliche Präzision wird nur dort eingefordert, wo sie der eigenen Haltung entgegenkommt."

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ratio_legis 19.09.2018, 13:45
3. Zweifelhaft

Soso, an einer Diskussion nicht interessiert. Kann es sein, dass es sich Lobo hier auch nur einfach macht, weil ihm die Anzahl der Follower oder der Likes unter vielen Videos, etwa auf Youtube nicht schmecken? Sollen so User, zumal solche, die er persönlich gar nicht kennt, pauschal kritisiert werden, nur weil sie vielleicht Statements positiv bewerten, die Herr Lobo nicht teilt? Und ist eine solche Abstimmung nicht ähnlich dem Voting bei BTW? Oder gehen die Leute in die Kabine um zu diskutieren? Ich habe Herrn Lobo jedenfalls schon mehrfach über die Feedback-Funktion geschrieben, und nie eine Antwort erhalten.

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im_ernst_56 19.09.2018, 13:58
4. Alte Männer

Zitat von rumpyho
Warum müssen links-liberale und scheinbar weltoffene Menschen wie du Begriffe wie Altmännerhumor erfinden und verwenden. Sind alte Männer etwas schlechtes ? Wenn du, wie anscheinend viele Gesinnungsgenossen, dies bejahst, dann habe ich schlechte Nachrichten für dich ... du wirst auch älter.
Stimmt nicht. Sascha Lobo ist auch mit 70 noch eine coole Socke. Dafür sorgt seine Frisur, das Internet und seine links-liberale Weltanschauung.

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Sonia 19.09.2018, 14:01
5. Trollend angwandte Bigotterie?

Wenn ich Richter in einem Verfahren hätte entscheiden müssen: Hetzjagd oder ein Nachsetzen, wäre der Autor dieses Artikels ziemlich verwundert, was der Richter-Troll entschieden hätte u. nich mehr, wenn die Verteidigung des einer Hetzjagd Bezichtigten den Nachweis gefordert hätte, dass dieses Video kein gestelltes ist, sondern eine wahre Situation darstellt. Das nennt man: Rechtsstaat, Herr Lobo. Alles Abscheuliche, was in Chemnitz passierte hat eine politische Seite u. eine justitzjable. Medien u. Schwätzer nahmen sich aber heraus, eine rechtliche Bewertung vorzunehmen, die einzig u. allein nur der Richter vornehmen darf. Trolle sind im Übrigen ganz entzückende Tierchen, drollig anzusehen. Schade, dass sie mißbraucht werden, wenn irgend jemand ein Problem mit unserer Meinungsfreiheit hat. Klingt aber letztlich noch besser als Nazi.

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RioTokio 19.09.2018, 14:02
6. Trolle und alte weiße Männer..

"....das Video, das zu Maaßens Versetzung führte, habe keine Hetzjagd, sondern "Nacheileverhalten" gezeigt", sagt der Professor und der ist ein alter, weißer Mann und damit offenbar trollgefährdet.

Wer die G20 Krawalle in Hamburg erlebt hat der fragt sich schon, ob das Antifafilmchen eine "Hetzjagd" zeigt, war in Hamburg unter diesen Maßstäben dann Krieg?
Da läuft einer einem anderen für 10 Meter hinterher für ein paar Sekunden. Er erreicht ihn nicht, Ende. Was vorher war, ob es einen Anlaß für die Rennerei gab, unbekannt.
Auch sonst gibt das Internet so gut wie nichts Vergleichbares her.

Viele sehen darin eben nicht das was offenbar Lobo sieht - eine systematische Hetzjagd auf Ausländer in Chemnitz, die entsprechende Verlautbarungen der Bundeskanlerin und sogar des UN-Menschenrechtskommissars rechtfertigen.
Wer das nicht so sieht ist ein Troll - so einfach ist Lobos Welt.

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xtraa 19.09.2018, 14:03
7.

Trollen als bewusste Provokation kommt eher selten vor. Auch da wird etwas kompensiert, aber man entschuldigt sich praktischerweise schon vorher mit offener Haltung. Viel häufiger ist einfach eine emotionale Überladung, da wir im Netz auf Personen treffen, die wir in unserem selbstgewählten Umfeld normalerweise nicht antreffen. Das betrifft alle und übersteigert die folgenden Verhaltensmuster verschiedener Gruppen ins Provokante bis Lächerliche:

1. Das Konservative (Konserve = bewahren) Nimmt mit dem Alter zu, egal aus welchem politischen Lager, neiget zu der Eigenschaft, auf Bewährtes bauen zu wollen und meist geht dies mit einer Skepsis gegenüber Neuem und einem verstärkten Bedürfnis nach Sicherheit einher.
2. Das Linksliberale möchte hingegen Innovationen riskieren, ist allgemein kreativer Natur, neigt aber zu Problemen bei der Einhaltung von Regeln.
3. Das Radikale (Radi = Wurzel, siehe Radieschen, Radiccio), Linksradikal, Marktradikal, Rechtsradikal, Neoliberal, möchte in den Extremwerten ursächlich bleiben, ist dementsprechend auch dogmatisch und möchte Ziele mit wenn’s sein muss allen Mitteln durchsetzen.
4. Dann gibt‘s noch die Jugend, die unabhängig von allem immer den Spagat hinbekommen muss, bloß keinem Status Quo zu gerecht zu werden.

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mostly_harmless 19.09.2018, 14:03
8.

Die Frage ist IMHO, ob es sich um Vertrollung handelt, oder um bewusste Verharmlosung. Das viele Konservative sich weitestgehend auf den Begriff "Hetzjagden" fixieren, legt - zumindest teilweise - die bewusste Verharmlosung der rechtsextremistischen Straftaten in Chemnitz nahe. Kretschmer tut das IMHO bewusst in der CDU-Tradition in Sachsen, die schon bei Biedenkopf begann.

Was nun den Tribalismus angeht, den haben diverse Konservative Medien zu ihrem Existenzprinzip gemacht. Ich kann da FoxNews als "wunderbares Beispiel" empfehlen. Nachrichten werden verschwiegen, wenn sie nicht "passen" (So wie letztes Wochenende die Entgleisung Trumps, es habe in Puerto Rico nach dem letzten Hurrican gar keine 3.000 Tote gegeben), 1/3 der Kommenate unter "opinion" befassen sich - in absolut diffamierender Weise - mit dem bösen "liberals", etc. pp.

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kajoter 19.09.2018, 14:07
9.

Ist der Like-Button wirklich derartig bedeutungsvoll?
Ist die Zustimmung einer großen Menge an Menschen wirklich so wichtig?
Man muss sich mal vor Augen führen: Viele Millionen an Menschen haben Schrottplatten von Bohlen gekauft, Mistfilme mit grobschächtigem, deutschen Prollhumor gesehen, DSDS und HTKWPQ - oder wie das auch immer heißen mag - waren lange Zeit Quotenbringer und unzählige Menschen in Deutschland meinen, eine relevante, politische Aussage zu machen, wenn sie keifen "Märkäl muss wäch" oder "Wia sind das Folk".
Außerdem: Der Like-Daumen ist primär ein Mittel, die Vorlieben der Nutzer zu protokollieren und ein Persönlichkeitsprofil anzulegen. Cambridge Analytica lässt grüßen und das sollte sich mittlerweile selbst bei Ultrakons herumgesprochen haben.
Ansonsten aber: Zustimmung. Es ist in der Tat erstaunlich, wie häufig die Trollerei gerade von den Rechtsaußen-Vertretern betrieben wird und wie grobschlächtig sich deren "Argumentation" darstellt. Selbst hier auf SPON werden bei entsprechenden Themen immer und immer und immer wieder dieselben gefälschten Fakten präsentiert. Die danach einsetzende Diskussion wird entweder dadurch erstickt, dass der Troll nicht wieder antwortet oder dass sie sich endlos im Kreis dreht.
"Don´t feed the troll" - heißt es schon seit langer Zeit. Und gerade bei unseren Konserventrolls sollte man es sich zweimal überlegen, darauf zu antworten. Es könnte Zeit, Kraft und Nerven kosten, denn ich halte es für ein haarsträubendes Gerücht, dass sie mit Argumenten zu überzeugen wären.

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