Forum: Netzwelt
Radikale Reinigung: Beamte verschrotten Rechner wegen Virenverdachts
Corbis

Radikal und teuer: Der Landesrechnungshof Mecklenburg-Vorpommern kritisiert eine Computervirenkur in einem landeseigenen Institut. 170 Arbeitsrechner waren dort angeblich mit Schadcode infiziert- die IT-Abteilung kaufte neue Rechner und ließ die alten wegwerfen.

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deus-Lo-vult 02.05.2013, 08:44
60.

Zitat von senf_dazu
172.000 Euro für 170 Rechner, da kostet ein PC also 10.000 Euro. Virenschutz und Programme aufspielen sowie Auslieferung. Habe ich was vergessen? Jedenfalls ist mir schleierhaft, wie der hohe Einzelpreis zustande kommt.
Neinnein, der Preis ist nur Ihrer Matheschwäche geschuldet. ;-)

In Wirklichkeit liegt der Einzelpreis bei etwas mehr als 1.000 (EINtausend) Euro.

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deus-Lo-vult 02.05.2013, 09:12
61.

Zitat von senf_dazu
172.000 Euro für 170 Rechner, da kostet ein PC also 10.000 Euro. Virenschutz und Programme aufspielen sowie Auslieferung. Habe ich was vergessen? Jedenfalls ist mir schleierhaft, wie der hohe Einzelpreis zustande kommt.
Dieser Preis ergibt sich nur aufgrund Ihrer Matheschwäche.

Der tatsächliche Einzelpreis beträgt etwas mehr als 1.000,- (EINtausend) Euro.

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Freeflight 02.05.2013, 11:33
62.

Zitat von Sueme
Verzeih wenn ich das mal ganz offen sage aber so richtig den Durchblick hast Du bei der Thematik nicht oder? Abschreibung, Garantieabwicklung, Hardwarealterung, Kosten Arbeitsplatzausfall, möglichst homogene Hardwarelandschaft. Nicht jede IT-Abteilung steht auf Frickellösung mit Basteldraht (überspitzt ausgedrückt) Es gibt schon gute Gründe warum man PC's nach einer gewissen Laufzeit besser austauscht. Und in der Tat macht es bei Säuberungskosten (wie auch immer die sich zusammensetzen) von 130k Sinn die Investition von 172K vorzuziehen wenn die sowie so in Jahresfrist fällig wäre. Wie sich allerdings die 1k pro Rechner zusammensetzen würde mich schon nochmal interessieren.
Die 172k kosten beziehen sich auf die alten Rechner+Anschaffung der neuen Rechner.

Abschreibung hin oder her, es sollte trotzdem Wirtschaftlichkeit geboten sein, daran muss sich auch jeder private Betrieb halten. Das bedeutet nun mal auch das nicht sofort alles ersetzt werden muss nur weil es Abgeschrieben ist. Würden kleine und mittelständische Unternehmen nach diesem Muster arbeiten, lange würden diese Betriebe nicht arbeiten.

Auch das zusammenhangloses rumwerfen von Buzzwörtern hilft da nicht. Hardwarealterung? So so.. Hardware wird nicht "alt und langsam", Hardware wird höchstens zu langsam für neue Aufgaben. Wie allerdings bereits erwähnt: Wir reden hier von Office-Arbeitsplätzen, die Performanceanforderungen für derartige Anwendungen verdoppeln sich nicht alle 2 Jahre.

Arbeitsplatzausfall? Ob der Arbeitsplatz nun wegen der Reinigung ausfällt oder der Einbindung von neuen Rechnern/Arbeitsplätzen, das nimmt sich nichts, da der Arbeits und Zeitaufwand für beides auf so ziemlich genau das gleiche hinaus läuft.

Und wieso das System, nach einer Reinigung, plötzlich heterogener als durch kompletten Ersatz aller Rechner werden sollte, diesen Zusammenhang kannst du mir mal bitte genauer im Detail erklären. Logisch klingt diese Schlussfolgerung nicht wirklich für mich. Bei einer Reinigung bzw. dem neuen Aufsetzen der ganzen Geschichte bleibt das ganze Ding genauso homogen wie davor auch, vorausgesetzt es wird genauso aufgesetzt wie vor dem Befall. Dann aber hoffentlich mit vernünftigem Schutz vor uralt Würmern bzw. entsprechenden Einschränkungen für Nutzer.

Das es für diese 130k "Reinigungskosten" keine genaue Aufstellung gibt, spricht Bände darüber was hier abgelaufen ist. Wurden alternative Angebote eingeholt um die Wirtschaftlichkeit dieses Angebots zu überprüfen? Natürlich nicht, denn dann wäre ja aufgefallen das hier etwas nicht stimmen kann, immerhin wurden hier "Reinigungskosten" veranschlagt die den ursprüngliche Anschaffungswert der Hardware, inklusive Arbeitsaufwand für das erstmalige aufsetzen um ein vielfaches übersteigen.

Ich bleibe dabei, die ganze Aktion stinkt gewaltig und ist mal wieder Beispielhaft dafür auf welch inkompetente und fahrlässige Art und Weise Geld verschwendet wird.

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Tostan 02.05.2013, 13:37
63.

Zitat von UbuRoy
Für 30.000 €uro all-in hätte ich die 170 Büchsen komplett bereinigt und auch noch optimiert! Wie blöd kann ein beamter sein, Hardware zu entsorgen, weil Software befallen ist.
Natürlich. Das wäre ja marktwirtschaftlich günstiger gewesen, vor allem für Sie. Denn ein halbes Jahr später würden sie dann wohl nochmal 30.000 kassieren für die Einrichtung der neuer Hardware incl. Optimierung etc....

Wie blöd kann jemand sein, zig Manntage und zig tausend Euro in die Bereinigung und Optimierung einer Hardware zu stecken, die ein paar Monate später eh verschrottet wird?

Zitat von CG412
Dabei hätte ein Löschprogramm deutlich weniger gekostet und die "alten" PC über den Markt wieder verkauft werden können. Hätten die mal besser mich vorher gefragt....
"Verschrotten" bedeutet dabei nicht schreddern oder ähnliches. Es heisst nur, dass die Behörde die Rechner gegen Beleg ein eine Entsorgungsfirma abgibt/verkauft(oft direkt im Zuge der Neuanschaffung). Was diese Firma dann damit macht, ist eine andere Sache. Die Rechner sind also nicht unbedingt Schrott sondern können durchaus gereinigt und überholt wieder auf dem "Markt" auftauchen. Hätten die Sie vorher gefragt, hätten sie eine nutzlose Antwort bekommen, denn die Behörde kann die Rechner nicht selbst auf dem "Markt" weiterverkaufen - der Entsorgungsbeleg ist unbedingt nötig. Dass Daten vor dem Verschrotten sicher gelöscht werden, sollte auch an so einem Institut mittlerweile selbstverständlich sein, falls da welche drauf sein sollten.

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Tostan 02.05.2013, 13:43
64.

Zitat von auxbuerger
Die Viren sind aber irgendwie auf die alten Rechner gelangt (ich tippe auf Besuch von Po rnoseiten). Wenn es einmal passiert ist, passiert es immer wieder, bis man sich dagegen geschützt hat. Man sollte nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursache. In ein paar Wochen sind die Rechner wieder infiziert.
Natürlich.... Der Name Conficker deutet doch schon darauf hin, dass der Wurm sich über den Besuch von Pornoseiten verbreitet.... Erst informieren, dann tippen, das hier ist ein Forum, keine Lotterie.

Zitat von auxbuerger
Und die alten Rechner sind garantiert nicht auf dem Müll gelandet. Die haben die sicherlich irgendwie nach Hause geschafft und weiterverkauft.
Natürlich. Die vermutlich Buchhaltungstechnisch nötigen Entsorgungsbelege haben die dann auch gefälscht.... denen ist doch alles zuzutrauen. .... Also ich bezweifele zwar auch, dass die Rechner auf dem Müll gelandet sind, aber so einfach alte Hardware mit nach Hause nehmen ist heutzutage im öffentlichen Dienst nicht mehr drin.

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Tostan 02.05.2013, 13:48
65.

[QUOTE=biobanane;12624695] Zitat von auxbuerger
Leider ist die Begründung eher schlecht, weil wenn die Daten von den alten Rechner überspielt wurden, dann mussten diese sowieso vorher gereinigt werden.
Welche Daten sollen da überspielt werden? Es handelt sich um Arbeitsplätze in einem Netzwerk, nicht um einen Zocker-PC in der Wohnstube. Daten gehören auf Server, Programme evtl. auf Arbeitspätze(bzw. ebenfalls auf Server). Wenn die eine Vernünftige IT haben, wird da nix kopiert, nicht mal installiert .... Booten aus dem Netzwerk und automatische Installroutine laufen lassen - fertig ist der neue Arbeitsplatzrechner inklusive aller nötigen Software.

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Tostan 02.05.2013, 13:51
66.

Zitat von John.Moredread
Ein verteilen per Image dürfte nach meiner Erfahrung mit öffentlichen Trägern ausgeschlossen sein.
Tja, dann sind das einfach nicht genug Erfahrungen mit öffentlichen Trägern ;) Softwareverteilung und automatische Installation ist auch im Öffentlichen Dienst anzutreffen. Da muss man auch nicht mehr mit CDs durch die Büros rennen.

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Tostan 02.05.2013, 14:13
67.

Hm , interessant, mal den eigentlichen Bericht(ab Seite 168) zu lesen, ist ja im Artikel verlinkt.
Da war wohl einiges im Argen, aber den von den Zeitungen konstruieren Skandal kann ich nicht erkennen.
einiges im Argen:
- ein Conficker-Befall im September 2010? Da war der wurm schon lange bekannt und Gegenmaßnahmen sollten schon längst getroffen worden sein.
- übel: Zudem hatte das Bildungsministerium entschieden, das bestehende IT-Sicherheitskonzept des Ministeriums nicht auf den Bereich des IQMV auszuweiten. Begründet wurde dies mit der mangelhaften IT-Ausstattung des IQMV.
Im Ergebnis dessen bestand für das IQMV zum Zeitpunkt
des Schadensereignisses kein IT-Sicherheitskonzept.


- Die geltend gemachten Mehrbedarfe für eine zügige Neuausstattung des IQMV hatte das Bildungsministerium im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2010/2011 veranschlagt, aber nicht durchsetzten können. Das zuständige Innenministerium erachtete die Anmeldung in seiner Stellungnahme zur IT-Ressortplanung als nicht sachgerecht.
Auch im Rahmen der Prüfung konnte das Bildungsministerium die reklamierte mangelhafte IT-Ausstattung im IQMV trotz Anforderung nicht dokumentieren, denn ein Inventarverzeichnis über die verwendete Hard- und Software wurde nicht geführt. Eine abschließende Beurteilung, ob tatsächlich die Notwendigkeit bestand neue Geräte zu beschaffen, war daher nicht möglich.


.... Also so ganz sauber schien es da nicht zuzugehen .... Fehlendes Inventarverzeichniss, fehlendes Sicherheitskonzept etc....

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JaguarCat 02.05.2013, 19:45
68. Nicht so wahnsinnig falsch ...

Es klingt jetzt nicht so wahnsinnig dumm, eine eh geplante Erneuerung des Rechnernetzwerks vorzuziehen, wenn man massiven Virenbefall feststellt. Selbst, wenn man die Reinigung auch billiger als 130.000 € haben kann: Dicke fünfstellig sind die Kosten bei einem Rechnernetzwerk mit 170 Clients auf jeden Fall. Und genauso, wie jeder Privatmann überlegt, ob er noch 3.000 € in seinen alten Gebrauchten steckt, um diesen durch den TÜV zu bringen, oder er sich doch einen neuen kauft, genauso darf das Amt auch hier überlegen, ob die Neuanschaffung nicht günstiger ist.

Klar scheint bei der Entscheidung ziemlich gehudelt worden zu sein, wenn man die weiteren Details liest. Doch ist die Alternative, nämlich die Mitarbeiter tagelang nicht arbeiten zu lassen, weil sie keine funktionsbereiten und virenfreien Rechner haben, noch teurer.


Jag

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