Forum: Netzwelt
Rezo und die Folgen: Konservative Katastrophenkaskaden
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Konservativ zu sein, ohne sich öffentlich zur Knalltüte zu machen, ist heute schwerer als je zuvor. Danke, Internet.

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b-hh1980 15.06.2019, 23:32
160. Es geht gar nicht um die "Größe" der "Lifestyle-Reformen",...

...sondern ums Prinzip: Merkel & Co. sind in fast allen Positionen umgeschwenkt, die über Jahrzehnte zum (konservativen) Markenkern der Union gehörten. Die Partei hat damit letzten Endes die Politik der rot-grünen Regierung Schröder weitergeführt - ohne eigene Akzente zu setzen! Mag ja sein, dass sie damit Entwicklungen nachvollzogen hat, die große Teile der (potentiellen) Wählerschaft ohnehin unterstützten, wie Kuzmany und Kurbjuweit im SPIEGEL einige Male erwähnten. Dennoch kann man diese Themenfelder nach so langer Zeit nicht einfach aus purem Pragmatismus und dem Willen zum Machterhalt über Nacht "kampflos" abräumen! Hier hätte ich mir deutlich mehr programmatische Standfestigkeit gewünscht - nicht nur von Merkel selbst. Damit hat sie die CDU weitgehend "entkernt", zu einer weiteren (irgendwie) liberalen Partei gemacht und weite Teile des rechten Flügels (Hohmann, Gauland, Steinbach, etc.) zur AfD getrieben. Dass damit auch die entsprechende Wählerschaft verschwinden würde, war den Parteistrategen wohl klar. Es wurde jedoch achselzuckend in Kauf genommen, solange man damit statistisch gesehen mehr Neu- und Wechselwähler aus dem linksliberalen Lager (ohne große Ansprüche) gewinnen konnte. Diese Machtgeilheit und Prinzipienlosigkeit werfe ich der Union in jedem Fall eher vor als irgendwelche semiprofessionellen Internet-Auftritte! Selbst wenn jemand wie Sascha Lobo dies naturgemäß anders sehen sollte...

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shrufu 16.06.2019, 15:12
161. Gewichtung, Genauigkeit und Entscheidung

Nach dem Podcast habe ich ein bisschen den Eindruck gehabt das sich viel um einen Punkt dreht, den ich sehr interessant finde. Es ist in mehreren Studien nachweisbar, das sich liberale und konservative in den Punkt der Anerkennung von Ambiguität unterscheiden. Auch wenn es sicher auf verschiedenen Ebenen und Gruppen unterschiedlich ausgeprägt ist, glaube ich das diese Haltung bis tief in konservative Analysen reinreicht und sich durchaus schnell mit dem jeweiligen Gespür vermischt was spontan relevant erscheint und der Dringlichkeit ein Ergebnis zu produzieren. So kommt es vllt zu Sichtweisen die in der Analyse der Realität Unterkomplex sind, in der Gewichtung sehr emotional und in der Konsequenz damit äußerst radikal sind. Man könnte dann aus der Neigung unterkomplexe Modelle zu schaffen deuten das diese bei Umsetzung ein hohes Risiko bergen da sie Konsequenzen in der vllt komplexeren Realität kaum erfassen. Andersherum gibt es auch Argumentationsweisen die sich an der Komplexität anlehnen, die sich in dieser insofern zu verlieren scheinen das sie kein Ergebnis auf eine zuvor schon in welche Richtung auch immer geartete Frage liefern. Oder reagieren nur. Etc usw. Diese ganzen variablen spielen dann mE zusätzlich zu anderen Komponenten miteinander und lassen vllt einiges an Erscheinungen erklärbarer aussehen.
- nur eine Meinung -

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spon_3054238 17.06.2019, 00:15
162. Wenn man während des Schwadronierens noch zum Putzen kommt

Moin Sascha, du alter Haudegen ;) Höre bestimmt seit 2 Jahren immer wieder rein in den Podcast. Heute hab ich den Artikel auf den du dich beziehst tatsächlich das erste Mal auf Spiegel Online angelesen. Allerdings höre ich dir viel lieber zu, während deinen Ausführungen, von denen ich ca. 30 Prozent verstehe, kommen meine Gedanken so richtig gut in Fahrt, so dass die Hausarbeit wie von selbst nebenbei geschieht. Dafür danke ich dir. Mit sportlichen Grüßen!

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