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Risiken der Gesichtserkennung: Microsoft warnt vor staatlicher Totalüberwachung
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Microsoft ist das Potenzial der automatisierten Gesichtserkennung offenbar nicht ganz geheuer: Der US-Konzern warnt vor den Gefahren eines Überwachungsstaats und fordert strengere Kontrollen per Gesetz.

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quark2@mailinator.com 07.12.2018, 23:39
1.

Wenn ein Laden wie Microsoft, gewissermaßen das "Hassobjekt" aller Nerds der 80er und 90er, vor der Totalüberwachung warnt, dann muß einem das schon was sagen. Das ist fast so, als käme die Warnung vom Chef der NSA oder so. Ja, wir leben in Zeiten, wo die Vernetzung, die Kameras und die Rechenleistung es ermöglichen, jede Person beständig zu verfolgen und zu vermessen, von Puls und Blutdruck über Schritte und Geolocation hin zu Gesichtserkennung, Zahlungsverhalten und Einbuchungen in Mobilfunknetze, Soziale Netze und so weiter ... Ein goldener Käfig und bald funktioniert die individuell optimierte Onlinezeitung so gut, daß man noch nicht mal mehr dagegen opponieren will. Ich hoffe eigentlich noch zu erleben, daß die Leute losziehen und überall die Kameras von den Wänden reißen, aber ich glaube nicht daran. Reagiert wird meist erst, wenn das Kind mal wieder im Brunnen lag. Wir haben ja noch nicht mal das Rückgrat, den Snowden zu schützen, obwohl er uns darüber aufgeklärt hat, was unser großer Freund so macht.

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wiseacre 08.12.2018, 01:58
2. Windows 10

Wenn Microsoft sich so um den Missbrauch der totalen Überwachung sorgt, sollte es vielleicht mal vor seinen eigenen Produkten warnen. Windows 10 ist eine reine Datenerfassungssoftware. Aber Apple, Google und Amazon stehen dem nicht nach und versuchen alles, um mit ihren Gadgets auch noch in den letzten Winkel der Privatsphäre einzudringen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sie mit KI gesteuerten Assistenten den nächsten Schritt gehen werden: Manipulation durch immer bessere Analyse von Verhaltensmustern und Emotionen.

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spon-1287218867247 08.12.2018, 02:53
3.

Wirklich interessant die Meinung, nachdem der hauseigene Dienst gerade aus der Beta kommt und jetzt Geld verdienen soll.
https://azure.microsoft.com/de-de/services/cognitive-services/face/

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dasfred 08.12.2018, 05:08
4. Da gibt es schon eine Gegenbewegung

Seit einiger Zeit lassen sich Männer das Gesicht zuwachsen, setzten große Sonnenbrillen auf und ziehen ihre Mütze tief in die Stirn. Ich weiß zwar nicht, ob das schon Abwehrmaßnahmen gegen die Gesichtserkennung sind, oder einfach nur modische Irrläufer, aber ich habe heute schon Probleme, selbst gute Bekannte auf eine gewisse Entfernung auseinanderzuhalten. Außerdem frage ich mich, wo all das Personal herkommen soll, um sämtliche vermeintlich erkannten Übeltäter zeitnah zu überprüfen. Feierabend am Hauptbahnhof mit tausenden Passanten wird dann richtig heftig.

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Bibs1980 08.12.2018, 07:18
5.

Wenn man sich mal vorstellt, dass der Großversuch am Berliner Südkreuz eine Fehlerquote von 20% hat, dann kann man nur davor warnen, solche Massenüberwachungen einzusetzen. Sie einzusetzen würde ja bedeuten, den Ergebnissen der Erkennungsalgorithmen eine rechtliche Relevanz als Beweismittel beizumessen - sie also zu gerichtsverwertbaren Fakten zu machen.
Wenn Du dann vor dem Kadi landest, weil eine Software ein Videobild analysiert und Dich herausgesucht hat, obwohl Du nie an diesem Ort warst, bist Du plötzlich in der Situation, beweisen zu müssen, dass die Videoauswertung falsch ist. Gelingt das nicht, wanderst Du in den Knast, obwohl Du doch "nichts zu verbergen" hast.

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ayee 08.12.2018, 08:30
6. Vorher kommt die Totalüberwachung durch Konzerne

Die Internetkonzerne sind doch viel schneller, wenn es um die Überwachung geht. Natürlich nur für User Experience, also gute Ziele.... Wobei, man muss sagen, dass die meisten Menschen zustimmen, denn ahnungslos kann sich z.B. nach den Datenskandalen rund um Facebook nun wirklich niemand mehr geben.

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ttvtt 08.12.2018, 09:01
7. Gesichtserkennung und Privatwirtschaft

Mir graut es davor, sobald die Gesichtserkennung mit den Daten von Facebook, amazon und Schufa vernetzt wird und mit google glas für jeden Käufer des "Services", diesem sofort alle sensiblen Daten bereitstehen, wenn man vor ihm steht.

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Objectives 08.12.2018, 09:03
8. Natürlich sind die Daten unausgewogen

Oder besetzt jeder Mensch die gleiche Wahrscheinlichkeit ein Verbrechen zu begehen? Das Profiling ist sehr oft notwendig und hilfreich und dir Daten sollten eben die Realität abbilden. Ansonsten sind solche Algorithmen völlig nutzlos. Sie leben von der Qualität und Quantität der Daten.

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Mr Bounz 08.12.2018, 10:19
9.

Zitat von Objectives
Oder besetzt jeder Mensch die gleiche Wahrscheinlichkeit ein Verbrechen zu begehen? Das Profiling ist sehr oft notwendig und hilfreich und dir Daten sollten eben die Realität abbilden. Ansonsten sind solche Algorithmen völlig nutzlos. Sie leben von der Qualität und Quantität der Daten.
Ja, jeder ist da gleich.
Oder erhöt sich die Wahrscheinlichkeit das ICH ein verbrechen begehe z.B. dadurch das ich in eine Straße ziehe in der 5 Verbrecher leben?
NEIN
Und zur unausgewogenheit der Daten. Es geht z.B. um solche vorgänge wie in verschiedenen US Staaten. Dort werden obwohl nur 20% der Bevölkerung zu 80% Farbige auf der Straße angehalten. Der Anteil der dann jedoch aufgedeckten Straftaten lag zu 2/3 bei Weißen (Drogen/Schußwaffen), aber widerum nur ein bruchteil der Weißen am Ende verurteilt, bei den Farbigen sah das anders aus.
Ich fasse das zusammen,
eine Minderheit wird häufiger kontroliert
begeht weniger Straftaten
wird aber häufiger dafür verurteilt
(da stimmt doch was nicht, oder?)
Ich hoffe ich konnte das erklären.

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