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Rundfunkgebühren - Zu viel Geld für ARD und ZDF?

Seit Jahren sind sie ein Streitpunkt, besonders in geldknappen Zeiten: Die Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender sollen wieder erhöht werden. Dagegen regt sich Widerspruch von der privaten Konkurrenz, aber auch von Medienkonsumenten, die monatlich zur Kasse gebeten werden. Bekommen die Öffentlich-Rechtlichen zu viel für ein Programm, das inhaltlich oft zu nah den Privaten angesiedelt ist? Wäre es aus Konkurrenzgründen fair, wenn sie auf Werbung ganz verzichten würden? Wie viel ist Ihnen das Programm von ARD und ZDF wert?

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Hanno 30.07.2009, 21:37
980.

Zitat von mörk
Das liegt daran, dasss der geringe Eigenantrieb, sich mit Kultur zu beschäftigen, von der platten Einfachheit der Massenmedien noch zusätzlich verhagelt wird. Wer mit dem Dschungelcamp aufwächst, der wird kaum in die Lage versetzt, den Parzival zu schätzen. Es ist Aufgabe der ÖRR, da gegenzusteuern.
Volle Zustimmung! Und deshalb bin ich für eine massive Unterstützung der ÖRR!
Solange 70000 Menschen sich totlachen, wenn ein Mario Barth eine Minute lang ins Mikrofon furzt,(stand, glaube ich, gerade im Papier-Spiegel) besteht dringender Bildungsbedarf.
Aber mit dem Wort "Bildung" können diejenigen, die überwiegend die Privaten sehen, wohl auch nichts mehr anfangen.

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DerBlicker 30.07.2009, 21:50
981. aber

Zitat von cha cha
... na, dann bezahlen Sie halt für DLF.
sicher nicht 6,6 Mrd Euro pro Jahr, das ist der Etat des ÖR, dagegen sind die Mittel von RTL und Sat1Pro7 bescheiden.

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DerBlicker 30.07.2009, 21:52
982. welche Unterstützung?

Zitat von Hanno
Volle Zustimmung! Und deshalb bin ich für eine massive Unterstützung der ÖRR! Solange 70000 Menschen sich totlachen, wenn ein Mario Barth eine Minute lang ins Mikrofon furzt,(stand, glaube ich, gerade im Papier-Spiegel) besteht dringender Bildungsbedarf. Aber mit dem Wort "Bildung" können diejenigen, die überwiegend die Privaten sehen, wohl auch nichts mehr anfangen.
für 3Sat, Arte, und die diversen digitalen Programme des ÖR gerne, aber nicht für die teure Volksverblödung von ARD und ZDF!

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kommentar.h 30.07.2009, 22:29
983. Was ist DLF?!?

Zitat von Balagan
Deutsches Lustfernsehen?
Balagan! - Voll die Bildungslücke!

http://www.dradio.de

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glen13 30.07.2009, 23:11
984.

Zitat von DerBlicker
für 3Sat, Arte, und die diversen digitalen Programme des ÖR gerne, aber nicht für die teure Volksverblödung von ARD und ZDF!
Was heißt bei Ihnen Volksverblödung? Ich finde ARD und ZDF besser als die Privaten.

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Porgy 31.07.2009, 01:00
985. "TV on Demand" wird kommen.

Ich denke, in etwa 20 Jahren wird es nur noch entweder PayTV, durch Werbung finanziertes Privatfernsehen oder "TV on Demand" geben, d.h., dass man konkret nur die einzelne Sendung bezahlt, die man am PC (bzw. "Fernseh-PC", das wird ja dann zusammengewachsen sein) abruft. 15 Minuten "Tagesschau" kosten dann vielleicht 50 Cent,
eine Stunde "Maischberger" (oder in jener Zeit dann Entsprechendes) einen Euro, ein Spielfilm von 90 Minuten Länge 2,50 Euro. Usw.

Ob das öffentlich-rechtliche Fernsehen, wie es sich heute noch präsentiert wird, langfristig sich so aufrechthalten lassen wird, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

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Porgy 31.07.2009, 01:08
986.

Zitat von aschu0959
(...) Heute laufen im Staatsfunk uninteressante Krimis, uralte Western und die unerträgliche Volksmusikverblödung. (...)
Also mir gefallen gerade die uralten Western. Je älter, desto besser. Und "Tatort" finde ich auch meist besser als die Ami-Actionfilme der Privaten.

So unterschiedlich können die Geschmäcker sein.

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Anthrophilus 31.07.2009, 01:26
987. Welche Lobby schützt die GEZ-Wegelagerer?

Zitat von Saggse
..... eine der perfidesten Schweinereien in der deutschen Rechtslandschaft. Wenn irgendeine Organisation, die nicht vom Staat beschützt wird, so agieren würde wie die GEZ, hätte diese Organisation sofort ein eigenes Referat bei der Bundesanwaltschaft, Abteilung Organisierte Kriminalität und Terrorabwehr.
Wenn Sozialhilfeempfänger vor einigen Jahre beim Sozialamt ihre Angelegenheiten regelten, konnten sie gleich einen Antrag auf Befreiung von Rundfunkgebühren stellen, der dann vom Amt weitergeleitet wurde. Das galt für ein Jahr, dann kam die Benachrichtigung über Ablauf der Bewilligungszeit, und es wurde ein neuer Antrag relativ unbürokratisch über das Amt gestellt und von der GEZ bewilligt.

Das war den Herren nicht lukrativ genug. Die Regeln wurden erschwert und Bewilligungszeiten verkürzt. Ab jetzt war eine (kostenpflichtig) beglaubigte Abschrift des Bescheides der ARGE, zu der fast alle Sozialhilfeempfänger nach Einrichtung von Hartz-IV abgeschoben wurden, einzureichen.
Die Telefonnr. auf der von der GEZ zugesandten Zahlungsaufforderung war ständig besetzt, so daß man keine Fragen stellen konnte. Die Laufzeit der Bewilligung wurde auf die der ARGE-Bewilligung verkürzt, i.d.R. fünf Monate, dann gingen Lauferei und Kosten wegen der beglaubigten Abschrift für den Neuantrag auf Befreiung von vorne los. Gehörte man zu den chronisch Kranken mit Behinderung, die trotz immer wieder zugesagter Rückgabe ihres Falles an die Sozialämter immer noch im Zuständigkeitsbereich der ARGE blieben, und konnte die geforderten Regularien z.B. wegen Krankenhausaufenthalt oder sonstiger Probleme einmal nicht erfüllen, wurde man blitzschnell mit GEZ-Zahlungsaufforderungen usw. bis zum Gerichtlichen Mahnbescheid zum Schuldner, trotz Anspruch auf Befreiung von Rundfunkgebühren. "Zu spät" eingereichte Anträge "konnten" nachträglich nicht anerkannt werden.
So wurden diese Menschen vielfach für dreißig Jahre zum Schuldner bei der GEZ. Daß sie dem dummen Mädchengesicht in der GEZ-Werbung "ich hab mein Brötchen bezahlt" am liebsten eins schmieren würden, ist da nicht verwunderlich.

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apira 31.07.2009, 09:11
988.

Zitat von cha cha
... na, dann bezahlen Sie halt für DLF.
Nö, auch nicht.

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Peter Werner 31.07.2009, 10:31
989.

Zitat von mörk
Nein, und zwar aus dem von Ihnen genannten Grund. Die "Trivialkultur" findet über Private und zahlreiche weiterte Medien grenzenlose Verbreitung, ganz im Gegensatz zu Theateraufführungen, klassischen Konzerten (der auch Jazz, Blues etc.), Literaturlesungen (ohnehin viel zu wenig!) und weiteren Formen von Kultur mit Anspruch und Hintergergrund. Warum sind denn die Theater so schlecht besucht, warum wird kaum noch anspruchsvolle Literatur gelesen? Weil die Masse der Menschen diese Dinge nicht versteht und sie als "schwierig" und "trocken" empfindet. Und woran liegt das? Das liegt daran, dasss der geringe Eigenantrieb, sich mit Kultur zu beschäftigen, von der platten Einfachheit der Massenmedien noch zusätzlich verhagelt wird. Wer mit dem Dschungelcamp aufwächst, der wird kaum in die Lage versetzt, den Parzival zu schätzen. Es ist Aufgabe der ÖRR, da gegenzusteuern.
Stimme Ihnen eingeschränkt zu. Das allgemeine Interesse an anspruchsvollerem Stoff ist erschreckend niedrig. Kaum jemand liest noch die Klassiker, kaum jemand verfolgt mehr eine anspruchsvollere Diskussion.

Jedoch:
ich gehe jetzt einmal von mir aus. "Die Mischung machts" ist die Devise. Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme habe ich oft einfach keine Luste mehr auf Parzival oder ähnliches sondern möchte einfach nur vor der Glotze vor dem Schlafengehen noch Nachrichten schauen und dann 1 oder 2 Stunden entspannen und das wars.
Bedürfnis Nr. 1, die Nachrichten, werden vom ÖR mehr oder weniger gut abgedeckt. Bei Bedürfnis Nr. 2, Unterhaltung, fällt es mir jedoch schwer bei den beiden Hauptprogrammen fündig zu werden. Dort besteht zwar ein Großteil des Abendprogrammes aus Unterhaltung jedoch ist dies eher auf die Rentnergeneration ausgerichtet. Was spräche dagegen hier das Mischungsverhältnis etwas zu ändern und auch mal eine Serie wie Battlestar Galactica, 24 oder die bereits hier erwähnten zu zeigen? Aus meiner Sicht nichts.
Das dies teilweise von den Privaten abgedeckt wird ist so kein Argument, da der ÖR einen "Grundversorgungsauftrag" besitzt und somit nicht einfach einen Teil dieser Grundversorgung zu den Privaten auslagern kann.

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