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Sascha Lobo über die SPD: Das S steht nicht für Sympathie
DPA

Erfolgreiche Sachpolitik ist ja schön und gut. Aber Sympathie für ihr Personal würde der SPD jetzt mehr helfen, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

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tomxxx 04.11.2018, 13:16
1. Ich hätte mal gerne etwas zu der selbskritischen Analyse der...

SPD gelesen, in der sie analysiert, ob sie denn aus Sicht des Wählers (oder ihrer potentieller Wähler) tatsächlich eine erfolgreiche Sach-Politik macht. Auf der einen Seite hat sie die Sozialindustrie an der Backe, die immer nölt und schlechte Stimmung verbreitet, auf der anderen Seite kommen die Arbeitnehmer nicht wirklich vom Fleck, im Gegenteil, die Möglichkeiten sich etwas zu erarbeiten, gingen die letzten 15 Jahre den Bach runter. Da hilft dann auch nicht ein schönes Projekt als Leuchtturm zu haben, bei dem wieder ein wenig Symbolpolitik für die Arbeitnehmer gemacht wird. Frei nach dem Motto: hier hast Du ein Goodie, damit Du Dich nicht so über Deine verschlechterte Position aufgrund unserer Politik ärgerst... wählst Du uns jetzt wieder????

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Rosenhag 04.11.2018, 13:21
2.

Die SPD-Politiker haben z. B. zwei Wochen vor der Wahl das Land mit Plakaten gegen die 1%ige MwSt-erhöhung zugepflastert um sie dann in der Regierung um 3% zu erhöhen. Sie dachten die Leute vergessen das, kurz gesagt sie halten die Wähler für dumm. Und jetzt sind sie nicht mal so schlau in Vorlage zu gehen, ergo wird die SPD untergehen.

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SIR-ENE 04.11.2018, 13:35
3. Sympathische Antipathien

Deutlich gezeigte Ablehnung könnte Mächtigen zeigen, was sie falsch machen. Doch mit dem Erkennen von Fehlern tun wir uns alle sehr schwer. Machtvolle Ignoranz ist dabei sehr hilfreich. Eigentlich aber nur, weil sich gerne unterschiedliche Verständiger an Gemeinsamkeiten beTEILigen, die ingesamt viel zu eigeninteressengesteuert wahrnehmen, werten, erinnern und dann auch erwarten.

Das Bisschen, was dann in die Hose geht, meist ja nur in die des Unterlegenen, verschwindet dann nicht durch Nichtwahrhabenwollen. Weil sich genau damit Macht und Ohnmacht entwickelen, die dann bei weiteren Unklarheiten, Missverständigungen produzieren und mit jedem neuen Aufstieg im jeweiligen Machtgefüge immer größeres Unrecht anrichten kann. Dessen Ursachen und Verursacher nicht mehr korrekt zugeordnet werden können. Die Folgen daraus schreien dann nach massenhafter Kompensation, die überall stattfindet. Leidenschaftlich.

Hat Sascha Lobo denn einen Vorschlag, wie wir diesen Schwarmirrtum bremsen, bevor unsere Gesellschaft mal wieder an eine Wand knallt? Es ist doch wirklich nur ein Klacks, dass bisschen Schuld nicht auf dem schnellsten Pferd der Welt davongallopieren zu lassen. Unser kleines Alltagsversagen in Sachen Gerechtigkeit ist nämlich in Wahrheit nur so klein wie ein Heupferd, das nur in großen Schwärmen Verheerendes anrichtet ...

Wer weiß, vielleicht gibt es aber wie eine „höhere Gerechtigkeit“ doch eine „höhere Mathematik“, die nachvollziehbar erklären kann, warum 81.394.283 Bundesbürger multipliziert mit 97% persönlicher Einflussgewalt (geschätzter durchschnittlicher Machtfaktor Einzelner) einer Hand voll Politikhanswürsten und -greteln so viel Macht auf die Schultern häuft, dass das Individuum glaubt, es sei frei von jeglicher Verantwortung und müsse rein gar nichts tun, um längst überfällige gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen ...

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SIR-ENE 04.11.2018, 13:45
4. Wo ist das Problem?

Zitat von Rosenhag
Die SPD-Politiker haben z. B. zwei Wochen vor der Wahl das Land mit Plakaten gegen die 1%ige MwSt-erhöhung zugepflastert um sie dann in der Regierung um 3% zu erhöhen. Sie dachten die Leute vergessen das, kurz gesagt sie halten die Wähler für dumm. Und jetzt sind sie nicht mal so schlau in Vorlage zu gehen, ergo wird die SPD untergehen.
Was wir wollen, unterscheidet sich nicht selten von dem, was wir erreichen, weil uns nicht bewusst ist, dass andere grundsätzlich ein Wörtchen mitreden und unser Tun mitgestalten. Überdies ist den meisten die Zielsetzung für alle Gemeinsamkeiten nicht bewusst genug. Auch wenn rund 10% der Bevölkerung weiß, dass es nur um positive Wahrnehmungen geht, mischen viele was Höheres hinein und folgen damit dem ziemlich verwirrenden Ambivalenzziel „Streben nach Wohlbefinden und Macht“, obwohl Macht sich erst mit gerne daraus resultierenden Ungerechtigkeiten entwickelt ... Auf diese Weise schaffen wir uns sozusagen permanent Teufelskreise, die immer mehr Menschen auf Ellenbogen herumkriechen lassen. Stolperfallen für jene, die versuchen, sich aufzurichten ...

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hansulrich47 04.11.2018, 13:48
5. @#1 und 2

Absolut richtig, ihre Analysen! Wenn ich sehe wie rasch Nahles die Parteienfinanzierung zu Gunst der klammen SPD geändert hat, und wie "umöglich" es ist den Soli abzuschaffen oder die Progression abzuschwächen, dann bleibt mir nur der Schluss: Die wollen ihr Süppchen weiter kochen und brauchen Stimmvieh. Für mich als Wähler wird nichts getan! ich darf nur zahlen und soll dazu freundlich nicken.

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ruhepuls 04.11.2018, 13:58
6. Politik: Wunsch und Wirklichkeit

Der Wähler wünscht sich angeblich handelnde Politiker - allerdings nur solange, bis sie etwa angehen, was ihn persönlich - möglicherweise - negativ betrifft. Und da wir alle - mehr oder weniger - beispielsweise von Subventionen, Steuervergünstigungen oder direkten Zuwendungen profitieren, ist hier schon mal EIN Minenfeld, was sehr viel Sympathie kostet.
Politik ist heute eingeklemmt zwischen internationalen Verträgen, den diversen Lobbygruppen von links (Sozialverbände, Gewerkschaften) bis Mitte-Rechts (Unternehmen, Arbeitgeberverbände) - und von Wahlen, die ständig irgendwo stattfinden, sodass man nicht nur auf die Sache, sondern auch immer auf den Wähler und seinen strafenden Wahlfinger schielen muss. Und genau deshalb bewegt sich nicht mehr viel. Jede Bewegung würde nämlich von den einen oder den anderen abgestraft. Und wer nichts macht, macht auch nicht viel falsch...

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ruhepuls 04.11.2018, 14:05
7. Wollen und Können sind zweierlei...

Zitat von Rosenhag
Die SPD-Politiker haben z. B. zwei Wochen vor der Wahl das Land mit Plakaten gegen die 1%ige MwSt-erhöhung zugepflastert um sie dann in der Regierung um 3% zu erhöhen. Sie dachten die Leute vergessen das, kurz gesagt sie halten die Wähler für dumm. Und jetzt sind sie nicht mal so schlau in Vorlage zu gehen, ergo wird die SPD untergehen.
Auch Politiker müssen sich nach Realitäten richten. Wenn ich keine Mehrheit habe, weil die Wähler sie mir nicht gaben, dann kann ich eben auch nicht meine Vorstellungen 1:1 umsetzen. Entweder lasse ich es dann ganz und gehe in die Opposition - oder muss Kompromisse eingehen. Insofern sind solche Ankündigungen Absichtserklärungen, aber weder Garantien, noch Lügen. Darüber sollte sich doch jeder "mündige" Bürger im Klaren sein. Eine Wahl ist doch keine "Bestellung" beim Versandhaus, wo ich genau das bekomme, was ich bestellt habe - sonst schick ich es zurück.

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ruhepuls 04.11.2018, 14:10
8. Für den Wähler nichts getan..?

Zitat von hansulrich47
Absolut richtig, ihre Analysen! Wenn ich sehe wie rasch Nahles die Parteienfinanzierung zu Gunst der klammen SPD geändert hat, und wie "umöglich" es ist den Soli abzuschaffen oder die Progression abzuschwächen, dann bleibt mir nur der Schluss: Die wollen ihr Süppchen weiter kochen und brauchen Stimmvieh. Für mich als Wähler wird nichts getan! ich darf nur zahlen und soll dazu freundlich nicken.
Ich bin kein SPD-Wähler, aber es nervt mich langsam, dass das Demokratieverständnis vieler sich offensichtlich immer stärker an ihrem Einkaufsverhalten orientiert. Man schreibt einen Wunschzettel, gibt den bei der Wahl ab - und erwartet dann, dass er eingelöst wird und zwar Punkt für Punkt. Wie die Politik das hinkriegt, interessiert keinen. Der Bundestag ist aber nicht der "Media-Markt", wo man ständig neue Schnäppchen vorgesetzt bekommt - oder zumindest in dem Glauben gelassen wird.

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Harald Klingel 04.11.2018, 14:31
9. Unsympathen

Solagen der Ton der SPD von Unsympathen wir Herrn Stegner und Karl Lauterbach, die immer nur eine Miesepetermine aufsetzen und über alles nur destruktiv reden können, betimmt wird, gewinnt die SPD keinen neuen Wähler hinzu.

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