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Schüler verkauft gefälschte Follower: Fake Views
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Ein deutscher Teenager startet aus dem Kinderzimmer ein Geschäft mit gefälschten Likes und Followern auf sozialen Netzwerken. Der erste Kunde überweist vier Euro. Dann geht die Nachfrage steil nach oben.

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Schlangenzung 21.12.2017, 16:15
1. Steuern und Wegnahmen ?

pardon, es muss natürlich "Abgaben" heißen, denn unsere Rechtsordnung geht von der Fiktion aus, dass der Wohlhabende großzügig aus seinem Überfluß abgibt.

Der Artikel lässt leider die Frage offen, ob der junge Mann schon einmal eine Einkommenssteuererklärung eingereicht hat und ob er sonst alles zahlt, was ein Gewerbetreibender zahlen muss. Ich habe nach der Lektüre des Artikels das ungute Gefühl, dass der Jüngling Steuern hinterzieht und das nicht einmal weiß. Das ist ziemlich riskant, denn wenn ihn jemand verpfeift, werden seine Einnahmen geschätzt und auf der Grundlage der Schätzung ergeht dann ein Steuerbescheid mit einer u.U. happigen Nachforderung. Da ist es nur gut, dass der junge Mann jetzt sparen will. Dann hat er in der Not, wie das Sprichwort sagt.

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mimas101 21.12.2017, 16:36
2. Nun Ja

Diese Bilder- / Chat- / SM- / Sonstwas- Plattformen haben eines gemein: Sie finanzieren sich über Werbeeinnahmen. Und die Höhe der Werbeeinnahmen hängt direkt davon ab wie häufig diese Seite frequentiert wird, ob es noch steigerungsfähige Nutzerinteraktionen gibt pp.
Ergo können die US-Firmen hinter diesen Seiten doch nicht ernsthaft wollen das die gesamten Fake-Accounts / Fake-Liked / Fake-Mitleser pp gelöscht werden. Das hätte einen direkten negativen Einfluß auf den Gewinn dieser Unternehmen.

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LDaniel 21.12.2017, 17:07
3. Steuern

Ich muss hier Schlangenzung recht geben und noch mehr. Er zahlt sicher keine Steuern, wenn er glaubt es sei nicht ganz legal. Und eins ist sicher - irgendwann wird er auffliegen und dann meldet sich das Finanzamt - und dann kommt eine Rechnung, die es in sich hat

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shad_ow 21.12.2017, 17:32
4. Kunden finden → twittercounter.com

als erster Kunde ist dort ein blasser Nationalspieler mit über 10 Millionen Follower zu finden.
Der vor einigen Monaten zurückgetretene Ehrenspielführer hat zum Vergleich momentan 300k Follower.
Ein berühmter Kaufer ist auch /D_Copperfield. twittercounter zeigt einen konstanten täglichen Verlust von ~250 Follower. Er hat hacked inaktive accounts "gekauft", Das zeigt sich jetzt am täglichen Verlust.

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upalatus 21.12.2017, 17:40
5.

Das Geld könnt er doch sparen, um sich rechtlich wasserdichte Tipps einzuholen, und um jemanden dafür zu bezahlen, als geschäftsabwickelnder frontman zu agieren....... .

Influencer (Einflussnehmer), diese hippen jungeMenschen-Schwachsinnwerber im web, die auch schon von Premiumfahrzeugherstellern im Stillen hofiert werden, kaufen sich also 'likes and more' (wär doch ein guter Firmenname für Herrn Braun) ein. Hat vollkommen recht der Braun, wenn er von Surrealität redet.

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openminded 21.12.2017, 17:48
6.

Steuern hinterziehen tut der Junge noch nicht, er baut nur eine Steuerschuld fürs laufende Jahr auf. (Dem Artikel nach waren die Umsätze in 2016 zu vernachlässigen, daher muss er auch erst mit Jahresende Umsatzsteuer abführen. Da er für den Einkauf der Likes wohl keine Rechnungen erhält kann er keine Vorsteuer in Abzug bringen und als Gewinn wäre dann im Zweifel der gesamte Umsatz zu bewerten. Das hieße dann grob 19% USt. und (unter der Annahme, dass diese nicht bereits Anfang Januar abgeführt wird) noch die ESt auf den gesamten Umsatz, mindestens aber auf 81% davon gerechnet. Der Junge hat also die Wahl zwischen Steuerhinterziehung und Insolvenz.

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max-mustermann 21.12.2017, 17:55
7.

Tja allesnur Show, Fake und gekauft in den asozialen Netzwerken, ich bin total überrascht ;-)

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dwg 21.12.2017, 18:19
8.

Zitat von openminded
Steuern hinterziehen tut der Junge noch nicht, er baut nur eine Steuerschuld fürs laufende Jahr auf. (Dem Artikel nach waren die Umsätze in 2016 zu vernachlässigen, daher muss er auch erst mit Jahresende Umsatzsteuer abführen. Da er für den Einkauf der Likes wohl keine Rechnungen erhält kann er keine Vorsteuer in Abzug bringen und als Gewinn wäre dann im Zweifel der gesamte Umsatz zu bewerten. Das hieße dann grob 19% USt. und (unter der Annahme, dass diese nicht bereits Anfang Januar abgeführt wird) noch die ESt auf den gesamten Umsatz, mindestens aber auf 81% davon gerechnet. Der Junge hat also die Wahl zwischen Steuerhinterziehung und Insolvenz.
Ja, völlig richtig. Nur kommt neben der Nachforderung dann noch die strafrechtliche Komponente dazu. An seiner Stelle würde ich mir gaaanz hurtig einen Steuerberater suchen.

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Freifrau von Hase 21.12.2017, 18:49
9.

"An seiner Stelle würde ich mir gaaanz hurtig einen Steuerberater suchen."

Ach, da würde ich mir bei unseren analogen Amtsstuben keine Sorgen machen. Internet ist da, wo man Katzenvideos schaut und Jugendliche WoW spielen. In den Sozialen Netzwerken ist auch keiner von denen, weil "man da nicht mitmacht, dann kann einen die NSA auch nicht ausspionieren" etc.

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