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Schule der Zukunft: Weniger Bildung für die nächste Schüler-Generation!
Julian Stratenschulte / DPA

Das Internet ist, trotz allem, die mächtigste jemals erfundene Bildungsmaschine. Also könnten sich die Schulen doch verstärkt auf ihren anderen Auftrag konzentrieren: Erziehung. Nötig wäre das ganz offensichtlich.

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theanalyzer 11.07.2019, 07:37
90.

Erziehung zur deutschen Leitkultur. Bin dabei, Herr Lobo.

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doitwithsed 11.07.2019, 07:41
91.

Zitat von aggro_aggro
Man kann in weiten Teilen Deutschlands als Analphabet zur 9ten Klasse kommen und bekommt mit geringstem Einsatz (Phrasen lernen, Abschreiben, Raten) eine 4 und einen schlechten Hauptschulabschluss.
Und was wäre durch das Verweigern des Abschlusses gewonnen? Eine lebenslange gesellschaftliche Alimentation durch das Sozialsystem - halte ich nicht für sehr erstrebenswert.

Dann lieber den Betroffenen mit eher praktischen Begabungen durch den Abschluss die theoretische Chance eröffnen, in einem geeigneten Berufsfeld zu reüssieren. Dessen Eingangshürde eben jener Abschluss ist.

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okrogl 11.07.2019, 07:45
92. Hätte er sich mal den anderen Linken angeschlossen

...und geschwiegen. Lobo schreibt selbst, dass fremde Kulturkreise oft das Problem sind, aber die logische Konsequenz wagt ein echter Linker natürlich nicht auszusprechen. Stattdessen findet er in den Schulen den Schuldigen.
Unser Schulsystem ist sicherlich reformbedürftig, aber eine Vergewaltigung auf mangelnde Erziehung auch in den Schulen zu schieben, ist einfach nur grotesk.

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madjogi 11.07.2019, 07:58
93. Können und Wollen

Sich über das Internet / YouTube informieren und lernen können, heißt nicht unbedingt wollen. Nicht jeder sieht die Notwendigkeit des lernen ein. Weiterhin hat die Geschichte gezeigt, dass staatliche "Bildungs- und Erziehungsorganisationen" immer versucht haben Kinder in die gewünschte politische Richtung zu erziehen. Wollen wir das? Es sind die Eltern, welche mehr in die Verantwortung genommen werden müssen. Was sicherlich auch nicht einfach ist.

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women_1900 11.07.2019, 08:13
94. Erziehung ist NICHT der Auftrag

der Schulen, das ging in der Vergangenheit schon einmal schief. Die Geschichte scheint sich wirklich zu wiederholen. Ich hatte meinen ehrlichen Großeltern aufmerksam zu gehört. Erschreckend die Entwicklung in unserem Lande und besorgniserregend.

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Häse 11.07.2019, 08:24
95. Sanktionsfreier Raum

Wie fast alles, was ich von Herrn Lobo lesen darf, ist auch dieser Beitrag wieder sehr durchdacht. Erziehung wäre aus meiner Sicht grundsätzlich Sache der Eltern - wenn diese das nicht leisten können, wollen etc., muss die Schule ran. Vielleicht nicht die Grundidee von Schule, aber so ist nun mal die Realität. Dass "Schönschrift mit dem Tintenfüller" und anderes aus dem Lehrplan hierfür entsorgt werden muss erscheint logisch. Aber die Frage nach dem Sinn des Erlernens von Kulturtechniken - welche und warum - sollte man sich trotzdem kritisch stellen.
Erziehung in der Schule hat meiner Ansicht nach trotzdem kaum Aussicht auf Erfolg. Es mangelt einfach an Sanktionsmöglichkeiten. Wie schon Eltern überfordert sind, weil körperliche und psychische Gewalt inzwischen nicht mehr in der "Werkzeugkiste Elternschaft" enthalten sind, hat die Schule noch viel weniger in ihrem Köfferchen. Nicht, dass ich für Gewalt wäre, aber für gewaltfreie Erziehung braucht man dann doch ein bisschen mehr Köpfchen und Aufwand. Die schlimmste Strafe, die größte Sanktionsmöglichkeit, die der Lehrer hat ist - der Ausschluss vom Unterricht. Es droht kein Rohrstock und kein Karzer (Gottseidank!), sondern die Drohung: Wenn Du nicht brav bist, dann erziehen wir Dich einfach nicht weiter. Basta! In einem Spiegelartikel heißt es dann auch (zum Thema Vergewaltigung in Mühlheim durch Minderjährige), dass die Strafunmündigen natürlich nicht ohne Strafe bleiben, nein, das Jugendamt war schon da, hat mit den Eltern gesprochen! Und Beratung angeboten. Das war bestimmt sehr gruselig für Eltern und minderjährige Straftäter.
Ich denke nicht, dass man Kindern und Jugendlichen, die keinen Respekt mitbringen, mit einem sozialpädagogischen Gespräch auf die Sprünge hilft. Einer der Haupttäter in Mühlheim war ja schon in einem pädagogischen Projekt (Plan B).
Schule hat keine echten Sanktionsmöglichkeiten. Kein Handy- oder Fernsehverbot, kein Schokoladenentzug, keine "stille Treppe", kein Anschreien, kein Rohrstock, kein Karzer, nur das "vernünftige Gespräch". Und das ist hier ein wirklich sehr sehr stumpfes Schwert.

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AttaTroll 11.07.2019, 08:24
96.

Wenn elf-, zwölf-, vierzehnjährige Straftäter eine Frau vergewaltigen, hat zuerst einmal der Staat sein Gewaltmonopol energisch zu nutzen. Gegebenenfalls sind bestehende Gesetze zu modifizieren und die zuständigen Behörden mit mit mehr Kompetenzen auszustatten. Die Frage, ob die kriminellen Teenager überhaupt erziehbar sind bzw. waren, ist in meinen Augen auch noch nicht diskutiert worden. Jedenfalls ist es zu einfach, den Schwarzen Peter der schulischen Sozialisation zuzuschieben. Und es gilt immer noch der Grundsatz: Eltern können für Schäden, die ihre Kinder verursacht haben, dann in Haftung genommen werden können, wenn sie ihre elterliche Aufsichtspflicht verletzt haben (§ 832 BGB) Nicht nur auf Baustellen.

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spon_4_me 11.07.2019, 08:24
97. @ franxinatra (# 81):

In welches Abseits ist Herr Lobo in Ihren Augen geraten und welche Phantasien müssten foristenseits geradegerückt werden? Würden Sie mich noch mit einer Erläuterung dazu erfreuen oder passt derlei Anreicherung von Aussagen mit Inhalten nicht in Ihr Konzept des anonymen Diskurses? Ich werfe dem Kolumnisten oft eine romantisierend-naive Sicht auf die Wirkungsweise sozialer Medien und des Internets vor; das Geschäftsmodell von UTube, FB et.al. befördert in meinen Augen auf gefährliche Weise die Vereinsamung und die Radikalisierung mancher Nutzer. Aber es stimmt doch, dass - in dafür ausgebildeten Händen und mit einem geschulten Leseverständnis - ungeheure Informationsschätze im Internet bereitliegen können. Das Wissen der Menschheit begleitet mich in meiner Hosentasche (sofern die Netzabdeckung recht...). Und wie wollen wir unsere Werte vermitteln, wenn nicht über Bildung, die wiederum den Zugang zu sozialer Integration und gesellschaftlichem Aufstieg darstellt? Herr Lobo schweigt darüber, wie der wertvolle Weizen vom agitierenden Spreu zu trennen ist - man kann das ihm folgend als Ratlosigkeit deuten. Aber diese Ratlosigkeit teilt er mit vielen Leuten, die zunehmend um die Hygiene sozialer Medien und ihren fortgesetzt nützlichen Beitrag zu unserem Zusammenleben besorgt sind. Das macht seinen Ansatz nicht falsch, sondern nur anspruchsvoll. Wo er da abseits stehend phantasiert erschließt sich mir nicht.

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Actionscript 11.07.2019, 08:26
98. Mehr Macht der Schule!!??

Herr Lobo, sie haben hier ein sehr sensibles Thema angesprochen. Ihr zweiter Punkt, viel mehr das Internet für die Bildung, übrigens auch Fortbildung, zu nutzen ist glaube ich unbestritten. Es war noch nie so einfach, sich in einen neuen Bereich/Beruf einzuarbeiten wie heutzutage, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Und das sollte zweifellos in die Schulbildung integriert werden.

Jedoch ihr erster Punkt, die Wertevermittlung und Erziehung mehr auf die Schule zu konzentrieren, bringt abgesehen von der Finanzierung auch andere Probleme mit sich.
1. Konflikt der Schulerziehung kultureller Massstäbe, was insbesondere Religionen, übrigens auch christlichen Religionen, betrifft (Abtreibung als ein Beispiel).
2. Kritik als regierungsnahe Erziehung ähnlich der Kritik an öffentlich rechtlichen Sendern. Es wird dann auch das Argument kommen, dass die Schule der Schule in der ehemaligen DDR ähnelt.
3. Werteerziehung setzt eine stärkere Macht der Schulen über die Eltern voraus. Doch ist dies in einer "liberalen" Gesellschaft möglich, wo Eltern Lehrern und der Schule schon mit dem Anwalt drohen, wenn ihnen eine Note nicht passt?
4. Schule ist Ländersache. Doch was ist Erziehung und Wertevermittlung in AFD regierten Ländern?
5. Und schliesslich die Frage, ob alle Schüler für ein Schulsystem geeignet sind, dass viel Eigeninitiative verlangt, wenn es um Verständnis und Wissen geht.

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Stefan Schuette 11.07.2019, 08:31
99. Und wieder solls die Schule richten...

Wann immer die Eltern versagen, soll die Schule es wieder richten. Ein Lehrer von 30 Kindern muss richten, was 2 Eltern mit einem Kind nicht bekommen. Da wird wieder etwas abgewälzt, was nicht funktionieren kann.
Und sicher ersetzt Youtube nicht die Schule, das sollte jeder wissen, der einmal 5 Minuten auf Youtube sein Unwesen getrieben hat. Klar gibt es auch tolle Dinge, aber auch diese müssen oft genug für Kinder eingeordnet werden oder generell erst mal publik gemacht werden. Daher ist Youtube auch nur ein Baustein von vielen der in der Schule genutzt werden kann. Aber es ersetzt ganz sicher nicht den Lehrer und den Bildungsauftrag der Schule.

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