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Schule der Zukunft: Weniger Bildung für die nächste Schüler-Generation!
Julian Stratenschulte / DPA

Das Internet ist, trotz allem, die mächtigste jemals erfundene Bildungsmaschine. Also könnten sich die Schulen doch verstärkt auf ihren anderen Auftrag konzentrieren: Erziehung. Nötig wäre das ganz offensichtlich.

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Freier.Buerger 10.07.2019, 17:17
30. Eltern, bäh, wer braucht schon Eltern...

Zitat von sven_lichterfeld
ich kann dem nur in vollem Umfang beipflichten, wenn wir wirklich ollen, daß unsere Demokratie und unser gesellschaftliches Zusammenleben auf elementaren Werten wie Toleranz, gegenseitigem Repekt und den allgemeinen Menschenrechten aufbaut, dann müssen Schulen weitaus mehr Bildungsstätten sein als je zuvor, mir schwebt dabei eine Ganztagsschule vor, in der zusätzlich zu den Lehrkräften Sozialtherapeuten und Psychologen als Vertraute den Schülern un Schülerinnen zur Seite stehen, um mobbing und aufkommenden Sexismus wirksam unterbinden zu können. Weiterhin sollten alle Möglichkeiten zur Förderung und Herausbildung verschiedenster Talente vorhanden sein, um musikalisch, künsterlisch, sportlich oder wie auch immer eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu fördern. Aber das kostet natürlich alles viel zu viel Geld...das wird lieber in den Jugendstrafvollzug investiert...
Eltern sind eh nur unbequem, stellen sich quer, erziehen die Kinder nicht nach unserer FDGO. Die sollen 24/7 arbeiten und Steuern zahlen. Um ihre Kindern kümmern wir uns. Hausaufgaben, Teilhabe am schulischen Erleben, Freizeit, Freiheit für und mit den Kindern, braucht kein Mensch. Wir haben ganztags-Schule, Schulsozialarbeit, Projektwoche und wertschätzende AG. Wir erziehen die sozialistische Persönlichkeit - äh, sorry ich meine natürlich die liberalen und nachhaltig-sozial-ökologischen Bürger mit Digitalkompetenz von morgen.
Ironie? wenig. Angst, mehr.

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AB70 10.07.2019, 17:19
31. Generalverdacht

Wow! Noch vor wenigen Tagen gab es wiederholt die elterliche Diskussion über Art und Umfang der Mediennutzung unseres Teenager Nachwuchses. Ich merkte an, dass unser Sohn ein echter Informations-Junkie ist und wenn es das Internet und You Tube nicht gäbe, er vermutlich ein Bücherwurm geworden wäre. Ist die gedruckte Art der Informationsbeschaffung der medialen wirklich überlegen? Ich meine Nein. Ich selber habe mein Studium noch in endlosen Bibliotheken mit unzähligen Fachzeitschriften, Kommentaren und Festschriften verbracht. Heute nutze ich zu 98% nur noch das Internet für meine Recherchen.
Aus irgendeinem Grund fühle ich eine Art Generalverdacht der Erziehenden und insbesondere der Schulen und Lehrer gegenüber der Mediennutzung der Jugend. Das muss aufhören. Statt dessen sollten die Schulen die Jugendlichen ermuntern und ermutigen etwas aus der "Bildungsquelle Internet" zu machen und sie positiv für sich zu nutzen!

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neogener 10.07.2019, 17:26
32. kann Herrn Lobo nicht zustimmen

Die Erfahrung lehrt leider anderes: Wie soll denn die "Erziehung" von einer ganzen Klasse in der Praxis funktionieren? Wie will man denn Grenzen aufzeigen, wenn selbst das Elternhaus der Kinder keine Grenzen kennt oder vermittelt?
Youtube & Co. kann Wissen teilweise ganz gut veranschaulichen. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, dass der Massenmanipulation Tür und Tor geöffnet wird. Für echte Wissensvermittlung ist ein "echter Lehrer" unverzichtbar. Die von Hr. Lobo skizzierte Entwicklung wäre zu bedauern. Viele der von Herr Lobo beklagten negativen Entwicklungen rühren meines Erachtens genau daher (ungezügelter, grenzenloser Konsum von Medien (Gewaltfilme, Games) und zu wenig direkte Interaktion zwischen den Kindern, um Empathie und soziales Verhalten zu fördern). Die Hauptverantwortung dafür nun vor allem den Schulen zuzuschreiben, greift zu kurz. Das Elternhaus und auch die Medien selbst stehen dabei heutzutage mehr denn je in der Pflicht, die Erziehung der Kinder wieder in eine positive Richtung zu lenken und nicht nach dem Motto zu handeln: "Nach mir die Sintflut. Jemand anderes (die Schule) ist dafür verantwortlich."

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FacepalmQuadrat 10.07.2019, 17:27
33.

Naja, pro Kind gibt es normalerweise zwei Elternteile, die für die Erziehung notwendig sind. Das wären ganz schön viele Erziehungsbeauftragte für eine Schule...

Dass das Internet fantastische Bildungsmöglichkeiten bietet, stimmt natürlich. Diese werden aber in erster Linie von entsprechend engagierten Schülern wahrgenommen. Mit den sowieso schon engagierten Schülern haben und werden wir allerdings kein Problem haben.

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ambulans 10.07.2019, 17:35
34. nicht

wenige kommentare hier beweisen, dass ihre verfasser einfach nicht zwischen einer schilderung von dem, was ist, der guten alten ironie und einer möglichen provokation unterscheiden können oder wollen. schlecht für sie; was schule erreichen/vermitteln soll, ist eindeutig (in gesetzen) beschrieben und - außerdem (wer hier war denn nie auf einer schule?) - allgemein bekannt. die praktisch naturgesetzliche "fruchtfolge" lautet nun mal "kenntnisse", "wissen", und dann "bildung" - das wars. allgemeinbildung und erziehung zu einem "vollwertigen" menschen, der selbstbestimmt und -verantwortlich am leben teilnehmen kann - das ist das "große" ziel, und wer hier weiterhin meckert, sollte sich mal in regionen dieser welt umgucken, wos wirklich brennt: da lernen die kleinen racker, dass es brummt. so sieht hoffnung auf eine bessre zukunft aus ... dr. ambulans (alle kassen)

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gluonball 10.07.2019, 17:38
35. Natürlich

Und auch der andere Bericht hier im Spiegel: "Wo sind Frauen am gefärdetsten" oder so ähnlich.
Pro Kopf in Afrika am meisten. Und natürlich wenn man es nach Ländern aufschlüsseln würde auch in Afghanistan und Syrien.
Ob es mit solchen Kulturen, die natürlich hier ebenso mit den Menschen einwandern, besser wird sieht man wie im Text.
Deshalb muss man nicht gegen Einwanderung sein aber es muss klar sein, dass es auch in Europa Jahrhunderte und Krieg um Krieg benötigt hat um unsere Kultur entsprechend zu entwickeln. Ob das so einfach ist für andere Menschen für was wir fast tausend Jahre gebraucht haben muss jeder selbst entscheiden.

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tomlex27 10.07.2019, 17:39
36. Ein Witz, oder?

Ich bin selbst Führungskraft und Vater dreier schulpflichtiger Kinder. Zum einen muss ich mich mit scheinbar völlig bildungsverwahrlosten Azubis (trotz Abi) und "normalen" Mitarbeitern beschäftigen, deren Mails man sich vorab zur Durchsicht geben lassen muss. Aus den Gesprächen bekommt man mit, dass die Leute kaum noch Qualitäts-TV-/Radio sehen und hören und sich nur noch Quatsch aus dem Netz ziehen oder ansehen. Mal ein Buch oder wenigstens mal einen Comic lesen kommt auch nicht mehr vor. Inhalte versteht auch noch kaum einer. Informationen werden so glattgewichst, dass nur noch Informationsrudimente überbleiben damit auch die größte Dumpfbacke noch was versteht. Im Prinzip funktioniert das im Internet so. Es wird groß aufgemacht eine Meldung lanciert, z.B. "Asteroid rast aus die Erde zu" oder "Klimaziele wurden nicht erreicht. In zehn Jahren haben wir überall 40 Grad." Dann wird ellenlang Billigjournalismus abgeliefert, und im Ergebnis wird gesagt, "...aber keine Sorge, der Asteroid fliegt ca 10 Millionen Kilometer an der Erde vorbei...". So geht es ständig und deswegen haben wir überall nur noch Hysterie. In der Schule wird es scheinbar schon als Leistung empfunden fehlerfrei fremdes Wissen bei Hausaufgaben. de oder sonstwo runterzuladen und wiederzugeben. Das hat mitnichten etwas mit eigener Leistung zu tun. Auch ein Anbieter wie Sofatutor, für das wir mal viel Geld ausgegeben haben, sugeriert Falsches. Nämlich, dass man mit wenig Aufwand weit kommen kann. Das ist im richtigen Leben aber umgekehrt. Die Leute verstehen auch nicht, dass es fürs richtige Leben keine App gibt. Eh man sich versieht landet man dann bei HartzIV. Das Internet ist keine Bildungsmaschine. Ganz im Gegenteil! Es ist eine Verblödungsmaschine die Menschen dazu erzieht sich zu normieren damit es keinen Shitstorm gibt, schlimmer aber noch erzieht es Menschen dazu faul zu sein, keine eigenen Gedanken mehr fassen zu können und der Leistungsgedanke ist völlig abhanden gekommen. Was man eindeutig feststellen kann ist, und das ist einfach nachgewiesen, dass durch die intensive Nutzung des Netzes junge Menschen massiv in der geistigen Entwicklung gestört werden, in der Schule kaum noch was begreifen und für das Leben später schlecht gerüstet sind.

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nur-so-ein-gedanke 10.07.2019, 17:40
37. "Es braucht ein Dorf ...

... um ein Kind zu erziehen" soll ein afrikanisches Sprichwort lauten. Denn es ist eine Illusion zu glauben, dass die Familie und die Schule fehlerfrei sind und alle Facetten unserer Gesellschaft alleine abbilden können. Dabei geht es nicht um Überwachung oder Bestrafung, sondern um Unterstützung und das Erleben der Grundstimmung um uns herum. Ohne Frage legt die Familie den Grundstein, aber das dort oder in der Schule gelernte wird IMMER durch das Erlebte auf die Probe gestellt (Kind fragt: "Warum ist der Mann bei Rot über die Straße gegangen?") und wirkt manchmal sogar in umgekehrter Richtung (Kind fragt: "Warum bist Du bei Rot über die Ampel gefahren?").

YouTube kann vielleicht Wissenslücken schließen, aber das Fach 'Haltung in unserer Gesellschaft' 'unterrichten' (aktiv oder passiv) wir ALLE.

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jonath2010 10.07.2019, 17:43
38. Setzt uns bitte Schranken!

Achtklässler, die in einer Schule im Erzgebirge einen Anti-Rassismus-Workshop sprengen. Zwölf- bis vierzehnjährige Bulgaren, die in Mülheim ein 18-jähriges Mädchen missbrauchen. Wo kommt diese Verrohung bloß her? Es ist das milde Wohlwollen, das die Erwachsenen den Jugendlichen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entgegen bringen. Offenbar das klassische Allheilmittel, mit dem man Kinder und Jugendliche auf Abwegen zurück auf den rechten Weg bringen will. So sieht es jedenfalls die Politik und verpflichtet alle diejenigen, die mit Erziehungsaufgaben beruflich betraut sind, bei ihrer Arbeit größtmögliche Nachsicht walten lassen: Lehrer, Erzieher, Pädagogen, Sozialarbeiter, Ausbilder. Vor allem die Jugendstaatsanwälte und Jugendrichter sind angehalten, bei ihrer Urteilsfindung größtmögliche Toleranz und Milde walten zu lassen. Da wird schon mal ein Totschlag zur "überzogenen Notwehrhandlung" oder eine Vergewaltigung zur "sexuellen Belästigung", oder eine Graffiti-Schmiererei, deren Beseitigung 20.000 Euro kostet, zu einem "straffreien Kunstwerk". Und regelmäßig wird die rechtsstaatliche Milde mit "der sichtlichen Unreife" der Straftäter begründet. Nicht selten wird einem jugendlichen Automatenknacker ein Camp-Aufenthalt auf einer Mittelmeerinsel gespendet. Erlebnispädagogik hießt dies dann. Und die Jugendlichen selbst? Langsam ödet sie die ungebrochene Nachsicht der Erwachsenen an. Am liebsten würden sie uns zurufen: "Wann endlich setzt ihr uns Schranken?"

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Margaretefan 10.07.2019, 17:47
39. @ #10 von meinegruenesocke

Dann sprechen Sie mal mit Lehrern von den Schulsystemen, die die meisten Kinder mit problematischen Elternhäusern aufnehmen müssen. Also Haupt- und Gesamtschulen. Sorry, mit schönen Theorien, werden weder Sie noch Herr Lobo der Realität was entgegenzusetzen haben. Gegen den Willen der Eltern, erreicht kein Lehrer wirklich was. Da muss ein Lehrer eher ganz vorsichtig sein. Bei 30 Kindern und teils noch mehr in einer Klasse, ist es sogar rein theoretisch mehr als schwierig, selbst wenn die Eltern sich nicht quer stellen.

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