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"Schutz der persönlichsten Lebensbereiche": Justizministerium warnt Ermittler vor Zug
DPA

Können Daten von Alexa, Siri und Co. bald als Beweismittel vor Gericht verwendet werden? Einen entsprechenden Vorschlag der Innenminister lehnt das Bundesjustizministerium ab: Es gebe Grenzen.

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bernteone 06.06.2019, 02:26
1. Die Polizei will auch nichts auslassen

Mehr Beamte und solide Polizeiarbeit würden auch zum Ergebniss führen . Wenn ich was zu verbergen habe werde ich sowieso keine Kommunikation wählen von der ich weiß das jeder mithören kann . Der gläserne Mensch wird vorbereitet , auf Knopfdruck sollen alle möglichen Daten und Informationen abrufbar sein ohne das er je im Focus von Ermittlern war . Das ist die Zukunft , aber wer im dunklen fischt findet auch weiterhin Mittel und Wege unerkannt zu bleiben , es geht um die Überwachung der breite Masse ..

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merlin 2 06.06.2019, 08:23
2. Feuchter Traum des Bundesinnenministeriums

Mit derartigen Maßnahmen kriegt man keinen der großen Ganoven. Damit kriegt man klein Lieschen, die irgendwo eine Kleinigkeit falsch macht. Und warum jetzt zurückgerudert wird ist auch klar, weil die Veröffentlichung vermutlich gar nicht geplant gewesen ist. Die Pläne, die Privatsphäre des Bürgers auszuhorchen, gibt es ja schon länger und mit den anstehenden Maßnahmen, Smartphones abhören zu können und Verschlüsselung knacken zu können bzw. immer einen Zweitschlüssel zu haben ist das hier doch eher eine kosmetische Maßnahme. Vermutlich wollte man das gar nicht groß veröffentlichen, damit sich alle in Sicherheit wiegen und gar nicht erst daran denken, daß DDR 2.0 stattfindet. Mit den Abhörmöglichkeiten, die sich im Auto ergeben, ist dann die Rundumüberwachung komplett.

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haichen 06.06.2019, 08:39
3. In der Summe wird das noch schlimmer

Es kommt noch der Wunsch von Seehofer nach einem Masterschlüssel für alle Messenger wie z.B. Whatsapp,
sowie der Einbau von Lücken in den 5G-Standard, der eigentlich eine technische Ende zu Ende Verschlüsselung verwirklicht. Statt die Sicherheit des Staates zu verbessern gibt man den Bürger zum Abschuß frei. Selbst wenn die Behörden immer die "Guten" wären, werden auch Kriminelle Wege finden um diese Sicherheitslücken! auszunutzen.

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vburthur 06.06.2019, 09:16
4.

Was für Daten erhoffen sich diese Minister eigentlich genau? Denken die, dass diese Assistenten alles aufzeichnen und speichern? Schnarchen in der Nacht, Geschirrklappern in der Küche, Motorenlärm von der Straße? Oder geht es nur um die Kommandos, die sich direkt an die Assistenten wenden? "Alexa, wo kann ich am besten ein entführtes Opfer aufbewahren, so dass es keiner findet?" oder "Alexa, welche Gifte sind tödlich und nicht nachweisbar?", oder "Alexa, bestelle mir eine Pistole!"? In dem Fall hätte ich eine schlechte Nachricht an diese Minister, die offenbar absolute IT-Experten sind (Achtung, Sarkasmus): damfür werden Verbrecher und Terroristen eher nicht einen Sprachassistenten konsultieren, der jedes an ihn/sie/es gewendetes Kommando von einem Server auswerten lässt, bei dem sie nicht wissen, was er sonst noch mit den Daten macht.

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swnf 06.06.2019, 10:08
5. Was sich die Ermittler erhoffen?

Zitat von vburthur
Was für Daten erhoffen sich diese Minister eigentlich genau? Denken die, dass diese Assistenten alles aufzeichnen und speichern? Schnarchen in der Nacht, Geschirrklappern in der Küche, Motorenlärm von der Straße? Oder geht es nur um die Kommandos, die sich direkt an die Assistenten wenden? "Alexa, wo kann ich am besten ein entführtes Opfer aufbewahren, so dass es keiner findet?" oder "Alexa, welche Gifte sind tödlich und nicht nachweisbar?", oder "Alexa, bestelle mir eine Pistole!"? In dem Fall hätte ich eine schlechte Nachricht an diese Minister, die offenbar absolute IT-Experten sind (Achtung, Sarkasmus): damfür werden Verbrecher und Terroristen eher nicht einen Sprachassistenten konsultieren, der jedes an ihn/sie/es gewendetes Kommando von einem Server auswerten lässt, bei dem sie nicht wissen, was er sonst noch mit den Daten macht.
Na die erhoffen sich wahrscheinlich so ziemlich das Gleiche, was sie sich von der Auswertung der Aufnahmen von Überwachungskameras erhoffen: stimmt die Aussage von Verdächtigen und/oder Zeugen eines Verbrechens bzw. lassen sich Beweise/Hinweise finden, wenn man keine Zeugen hat? Solche Dinge, schätze ich mal.
Stellen sie sich vor, es findet ein Mord in privaten Räumen statt. Der Ehemann der Ermordeten behauptet zur Tatzeit nicht anwesend gewesen zu sein. Die Auswertung von einem Smart-Home Gerät zeigt aber, dass der Mann zur Tatzeit mit dem Gerät interagiert hat.

Hilfreich ist das sicher, aber der Schutz der Privatsphäre ist meiner Meinung nach wichtiger! Ich hoffe mal sehr, dass bei dem Thema das Bundesjustizministerium am längeren Hebel sitzt!

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Tolotos 06.06.2019, 10:20
6. Von China lernen heißt überwachen lernen?

Aber so neugierig wie deutsche Innenminister ist wohl noch nicht einmal die chinesische Staatssicherheit.

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sponuser936 06.06.2019, 11:09
7. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

Zitat von vburthur
Was für Daten erhoffen sich diese Minister eigentlich genau? Denken die, dass diese Assistenten alles aufzeichnen und speichern?
Assistenten wie Alexa schicken Aufzeichnungen in die Cloud, sobald "Alexa" oder ein Alexa-ähnliches Wort gesprochen wird. Die Aufzeichnungen können vom Benutzer eingesehen und gelöscht werden. Diverse Tests haben gezeigt, dass bei den Aufzeichnungen sehr viel unabsichtlich aufgezeichnete Gespräche aufgenommen werden.

Der Fantasie sind wohl kein Grenzen gesetzt, in welchen Fällen diese Aufzeichnungsdaten in einer Ermittlung verwendet werden können. Der einfachste Fall ist wohl, dass sie als Beweis dienen, dass die Person zu einem gewissen Zeitpunkt zu Hause war.

Ich persönlich bin überzeugt, dass noch niemand heute auch nur ansatzweise begriffen hat, was es in Zukunft überhaupt bedeuten könnte, wenn die Akzeptanz solcher Sprachassistenten weiter zunimmt. Schon heute haben wir eine Situation erreicht, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen ist; Viele Konsumenten sind schon so von den Konzernen daher erzogen worden, dass sie es für völlig normal halten, noch eine weitere Abhörwanze zum obligatorischen Smartphone in ihre privaten Räume zu stellen. Viele denken: Ja es kommt ja eh nicht mehr drauf an. Das ist falsch. Es kommt sehr wohl drauf an, denn: Je mehr Akzeptanz, desto kleiner wird der Schritt zum Überwachungsstaat.

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mats73 06.06.2019, 11:24
8. Das eigentliche Problem!

Das eigentliche Problem ist doch nicht der Zugriffsversuch der Behörden auf die Daten - das eigentliche Problem ist doch, dass alle möglichen Geräte ohne das Wissen der Personen im Raum jederzeit potenziell alle Gespräche noch so intimen Gespräche und Situationen aufzeichnen und an gewinnorientierte Unternehmen (und wer sonst dafür bezahlt) zur Verarbeitung leitet - auch wenn die Geräte scheinbar nicht aktiviert sind - Darüber müsste Empörung herrschen!
Ja - die Behörden sollten ohne richterlichen Beschluss keinen Zugriff haben - wenn aber die ganze Welt die Daten bereits speichert, dann wären die Behörden die einzigen, die keine Kenntnis haben....absurd!

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dö-dudl-dö 06.06.2019, 11:31
9. Grundrechte schützen ...

Zitat von sponuser936
Assistenten wie Alexa schicken Aufzeichnungen in die Cloud, sobald "Alexa" oder ein Alexa-ähnliches Wort gesprochen wird. Die Aufzeichnungen können vom Benutzer eingesehen und gelöscht werden. Diverse Tests haben gezeigt, dass bei den Aufzeichnungen sehr viel unabsichtlich aufgezeichnete Gespräche aufgenommen werden. Der Fantasie sind wohl kein Grenzen gesetzt, in welchen Fällen diese Aufzeichnungsdaten in einer Ermittlung verwendet werden können. Der einfachste Fall ist wohl, dass sie als Beweis dienen, dass die Person zu einem gewissen Zeitpunkt zu Hause war. Ich persönlich bin überzeugt, dass noch niemand heute auch nur ansatzweise begriffen hat, was es in Zukunft überhaupt bedeuten könnte, wenn die Akzeptanz solcher Sprachassistenten weiter zunimmt. Schon heute haben wir eine Situation erreicht, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen ist; Viele Konsumenten sind schon so von den Konzernen daher erzogen worden, dass sie es für völlig normal halten, noch eine weitere Abhörwanze zum obligatorischen Smartphone in ihre privaten Räume zu stellen. Viele denken: Ja es kommt ja eh nicht mehr drauf an. Das ist falsch. Es kommt sehr wohl drauf an, denn: Je mehr Akzeptanz, desto kleiner wird der Schritt zum Überwachungsstaat.
Deshalb ist der Schutz der Grundrechte wichtig. Diese schützen den Einzelnen genau vor den beschriebenen Szenario und müssen deshalb auch geschützt werden. Deshalb ist der feuchte Traum der Innenminister schnell ausgeträumt, das Bundesverfassungsgericht wird dem schon einen Riegel vorschieben.

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