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Schwarze Null: Hefte raus, Spardiktat!
Hannibal Hanschke / DPA

GroKo-Deutschland bildet sich ein, dass Sparen die Antwort auf alles ist. Der Rest der Welt investiert unterdessen in die Digitalisierung. Ruanda zum Beispiel ist weiter als Berlin.

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gehmlich 15.05.2019, 16:58
10. Geld ist da, aber

Solange man in Deutschlands Bildungssystem nur das auswendig lernt was die Professoren vor 30 Jahren gelernt hatten werden auch keine Politiker erzogen, die vernünftige Entscheidungen treffen. Schwarze Null und sinnvolle Investitionen der sprudelnden Steuereinnahmen.

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Zwitscher 15.05.2019, 17:04
11. So sad

Deutschland war einmal ein leuchtendes Vorbild in Europa. Heute stehen wir auf holprigen Strassen im Stau oder sitzen in verspäteten Zügen. Und haben kein Netz. Statt in die Zukunft zu investieren leistet man sich soziale Wohltaten, die nicht wirklich etwas bringen - und schon gar nicht die erhofften Wählerstimmen. Derweil erklärt die Kanzlerin die Debatte um den Wolf zur Chefsache! Den Rest erledigt der Föderalismus, demonstrierende Klein- und Wutbürger und die Sorge um irgendeinen Feldhamster.

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bernhard.geisser 15.05.2019, 17:06
12.

In Deutschland betragen die Staatsausgaben pro Person das 10-fache (das Zehnfache!) des Pro-Person Bruttoinlandprodukts in Ruanda. Dass der Deutsche Staat trotz dieser Geldschwemme gewisse Aufgaben mangelhaft erledigt, liegt wohl eher am Unvermögen oder falschen Prioritäten.

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tobitibot 15.05.2019, 17:11
13. Industrie und Politik

Dass Deutschland in Punkto Digitalisierung derart hinterherhinkt, liegt auch an den vorherrschenden Industriezweigen. Von den umsatzstärksten Firmen Deutschlands beschäftigt sich der Großteil damit, 'dingliche', industrielle Güter zu produzieren. Gerade das Wirtschaftswunder in den 50er und 60er Jahren hat dafür gesorgt, diese Industriesparten im kollektiven Gedächtnis zu verankern und zu glorifizieren. Hinzu kommt eine - typisch - deutsche Bedenkenkultur, allem Neuen erst einmal skeptisch gegenüberzustehen. Diese Haltung trägt dazu bei, dass aktuell noch altgediente Industriesektoren zu Tode optimiert werden, während aufkommende Technologien so lange ignoriert werden, bis sie sich letztlich global bewährt haben.
So, wie die "schäbische Hausfrau" ebenfalls in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts anzusiedeln ist, ist das quasi-religiöse Mantra der schwarzen Null das politische Gegenstück zu dieser Mentalität. Es ist ein Negativbeispiel dafür, dass sich eine Behauptung nur aufgrund ihrer bloßen Wiederholung nicht als richtig erweist. Stattdessen wird auf fatale Weise präfaktische Politik betrieben: Mit der aufkommenden Rezession bestätigt sich in den Augen vieler Verfechter die Richtigkeit der Sparpolitik; dass diese sie mitverursacht haben könnte, weil Investitionen verschleppt wurden, kommt ihnen dabei nicht in den Sinn.
Eigentlich kann man nur auf einen heilsamen Schock warten, wenn sich das Beharrungsvermögen auf Wirtschaftswunderindustrien und Schuldenabbau rächen wird. Vielleicht wird man dann ja vom Spardiktat abrücken, auf jeden Fall aber zumindest von der Überheblichkeit.

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metropolitan 15.05.2019, 17:12
14. Schwarze Null ist ok

aber die ausufernden Sozialausgaben sind im Vergleich zu denen bei Bildung, Digitalisierung oder Infrastruktur erschreckend hoch. Vielleicht könnte man paar Milliarden aus dem Migrationstopf abzweigen, das wäre gegenüber den Einzahlern gerechter und man müsste nicht über neue Schulden nachdenken.

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n.wemhoener 15.05.2019, 17:14
15.

Die Physikerin Merkel und der Jurist Schäuble - in Sachen Volkswirtschaft vollkommen beratungsresistent - haben viel zu lange die schwarze Null beschworen. Investitionen, die liegenblieben, sind es, die kommende Generation belasten werden, nicht Milliarden mehr Schulden. "Die Wettbewerbsfähigkeit und der Wohlstand in der Zukunft hängt nicht nur davon ab, wie viele Schulden wir haben, sondern wie unsere Infrastruktur ist, wie klug unsere Menschen sind, das heißt also: wie unser Kapital ist." (Prof. Peter Bofinger)

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Schartin Mulz 15.05.2019, 17:18
16. Es tut ja gut,

mal wieder einen Anti-Sparkurs-Artikel lesen zu dürfen. Die Schwarze Null war ja kein alleiniges Projekt der GroKo, es war Konsenjs in Medien und Gesellschaft.
Wir haben heute die absurde Situation, dass wir zwar eine nie dagewesene jahrelange Hochkonjunktur hatten, dass aber trotzdem in dieser Zeit angeblich nicht genug Geld da ist, um die Infrastruktur, wenn schon nicht auszubauen, wenigstens zu erhalten. Wir reden von der Digitalisierung der Schulen, während viele Schulen schon froh wären, wenn sie anständige Toiletten hätten. Wir reden vom Ausbau des ÖPNV zugunsten des Klimas, während immer noch Kommunen aus Kostengründen Bus- und Bahnlinien stillegen. Wir wissen, dass die Rente in den nächsten Jahren für immer mehr Menschen nicht ausreichen wird, jetzt aber gerät aufgrund einer etwas abgeschwächten Konjunktur selbst das bisschen Reform, was im Raum stand, in die Diskussion.
Als vor 10 Jahren die Finanzkrise alles ins Wanken brachte, haben Merkel/Steinbrück das einzig richtige getan: Investieren, was das Zeug hält.
Hätte man damals auf die Schuldenbremse getreten, sähe unser Land heute anders aus. Nicht besser.

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keine Zensur nötig 15.05.2019, 17:21
17. Willst du nicht meiner Meinung sein -

Zitat von helmut.alt
wenn dort alles besser ist. Dieses negative Aufbauschen von Einzelfällen in Deutschland, wie das Bild eines Schlaglochs in der Straße, ist eine Panikmache, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Man könnte fast sagen "Volksverhetzung".
dann schlag ich dir den Schädel ein.

Demokratie lebt von Diskussion auch mit unterschiedlichen Meinungen.

Und ansonsten schauen Sie einfach wieviele junge, gut ausgebildete Deutsche jährlich unser Land verlassen - vielleicht nicht nach Ruanda. Clevererweise holen wir uns dann noch Fachkräfte ins Land, die wir erst mal alphabetisieren müssen.

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dr.lump 15.05.2019, 17:22
18. Wir brauchen nicht mehr Geld, sonder eine Priotisierung

Eigentlich bin ich ein großer Fan ihrer Kolummen. Doch dieser Artikel kommt über die Simplizierung eines Stammtischgespäreches nicht hinaus. Vorneweg: Ich bin ich der gleichen Meinung, dass für Digitalisierung und Bildung viel mehr Geld ausgeben sollte. Jedoch unterstellen Sie in der Kolumme, das Geld für solche Investionen auf Grund der schwarzen Null fehlt. Auch Ihnen sollte auch bekannt sein, dass die Steuereinahmen seit Jahren extrem gestiegen sind. Es geht also daher doch eigentlich mehr um das Problem wofür das Geld ausgegeben wird. Betrachten wir die letzten Jahre wurden die zusätzlichen Steuereinamhme besonders gerne für soziale Wohltaten statt Investionen ausgeben. Beispielhaft zu nennen sind hier die jüngst geplante bediengungslose Grundrente oder die Herdprämie einige Jahre zuvor. Würden diese Gelder statdessen in Bildung und Digitalisierung fließen wäre schon ein guter Schritt getan.
Ich glaube tatsächlich, dass Sie die schwazen Null nur deswegen verteufeln, da Sie nicht bereit sind, für das Erreichen einer besseren Bildung und Digitalisierung soziale Einschnitte in Kauf zu nehmen. Natürlich ist es simpler, einfach nach "Mehr" zu rufen statt sich mit solchen Einschnitten auseinander zu setzten. Das sie diese Simplizierung vollziehen, ist jedoch besonders Schade, da Ihnen eigentlich bewusst sein müsste, dass eine bessere Bildung und eine gut umgeszetze Digitalisierung langfrisitg zu einer höheren sozialen Gerechteigkit führen wird.

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frazis 15.05.2019, 17:26
19. In Deutschland wird sehr viel investiert,

meist eher nur leider in Subventionen, über deren Sinn man trefflich streiten könnte. Investieren in wirkliche Zukunftsideen kann ich kaum erkennen. Ruanda als Maßstab bei der Digitalisierung anzugeben ist für einen Industriestaat mehr als lächerlich. Unter solchen Bedingungen kann man für die Zukunft nicht viel erwarten. Andere Länder sind hier wesentlich weiter, z.B. Estland, haben die Regierungen, die derartige Problematiken besser erkennen können?

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