Forum: Netzwelt
Sexistisches Schreiben eines Google-Mitarbeiters: Natürlich besser
REUTERS

Frauen sind aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer, schreibt ein Google-Mitarbeiter. Seine Argumentation geht aber nicht auf - und wäre besser im Google-Intranet versandet.

Seite 15 von 47
sarkasmis 08.08.2017, 16:45
140.

Zitat von se123
Zitat von Zeichenkette: Zu sagen, dass "Frauen sich nicht für Informatik interessieren" ist etwas zu einfach, wenn eine einzelne Frau sich dreimal überlegt, das zu studieren, wenn sie genau weiß, dass ihre Chancen, einen Job zu kriegen minimal sind, weil ja keine Frauen eingestellt werden, weil "sich Frauen ja nicht für Informatik interessieren". Wie bei allem anderen braucht es auch dafür Rollenvorbilder, die einfach die selbstverständliche MÖGLICHKEIT demonstrieren, dass das geht. Und selbst wenn Frauen irgendwie 5% weniger begabt für so etwas sein sollten, würde das vielleicht 5% weniger Frauen in diesem Bereich erklären, aber bestimmt nicht die existierende Kluft. Machen wir uns nix vor, das ist ein sich selbst verstärkender Prozess: Entweder man steuert da ganz bewusst gegen oder es wird immer schlimmer werden. Die geringe Anzahl an Frauen, die so etwas studieren, liegt nicht an den (minimalen) biologischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen in diesem Zusammenhang. Das wäre nur so, wenn Männer 10mal begabter für diese Dinge wären und das ist schlicht nicht der Fall. Es studieren haufenweise Männer Informatik, die weit unterdurchschnittlich begabt sind und die bekommen auch einen Job. Selten so einen Schwachsinn gelesen: Jeder der Informatik studiert bekommt aktuell einen Job! und ich kenne genügend die sofort weibliche Informatiker einstellen würden - nur es gibt sie nicht am Arbeitsmarkt. Männliche im übrigen auch kaum.
Ihr Argument ist schlicht falsch. Jura, Medizin, Psychologie etc. waren einst absolute Männerbastionen und es gibt durchaus noch hartgesottene Chefärzte, vorsitzende Richter und Co., deren Menschenführung nichts für zarte Gemüter ist. Dennoch gibt es in diesen Studienfächern mittlerweile eine Mehrheit an Frauen.
Mit 18 denken doch die Wenigsten an Dinge wie möglicherweise schlechte Bewertungen im Job. Man hat bestenfalls eine grobe Ahnung davon, in welchen Fächern es schwierig ist danach überhaupt einen Job zu finden. Trotzdem studieren die meisten Leute das, worauf sie am meisten Lust haben und ignorieren häufig sogar die schlechten Berufsaussichten hinterher bzw. reden sie sich schön. Aus diesem Grund haben wir deutlich mehr Geistes- und Sozialwissenschaftler, als Wirtschaft- und Wissenschaft benötigen.
Von daher würde ich behaupten, wenn Frauen sich in gleichem Maße inhaltlich für die Mathe, Physik und Informatik interessieren würden, würden sie sich den angeblichen Unbillen einer männlich geprägten Studiums- und Jobwelt genauso stellen, wie sie es in Jura und Medizin getan haben bzw. tun.

Beitrag melden
ssissirou 08.08.2017, 16:46
141.

Zitat von rational_bleiben
"Männer verfügten über "natürliche Fähigkeiten", die sie zu besseren Codern machen, glaubt der Autor." Er gibt nur wieder, was hunderte wissenschaftliche Untersuchungen zu Tage brachten. Es gibt Branchen, für die sich aus einer zufälligen Gruppe von 100 Männern mehr Individuen für diese Arbeit eignen, als aus einer zufälligen Gruppe von 100 Frauen. "Mehr" heißt nicht "alle", es gibt hervorragende Programmiererinnen und Männer, denen jeder intellektuelle Zugang zur Materie fehlt. Umgekehrt übrigens genauso, für manche Berufe sind Frauen im Mittel besser geeignet, und damit meine ich nicht nur Erzieherinnen oder Ähnliches, sondern auch intellektuell anspruchsvolle Arbeiten. Typischerweise äußert sich dieser Sachverhalt schon im (Des)Interesse eines Geschlechts in jungen Jahren (auch wenn Linksideologen meinen, das Desinteresse sei kulturell indoktriniert, was natürlich Schwachsinn ist). Aber Wissenschaft darf halt nicht sein, wo sie nicht die gewünschten Ergebniss liefert. Es kann ja wohl nicht sein, was nicht sein darf.
Durchaus ernstzunehmende Wissenschaftler hatten in der Antike herausgefunden, dass die Hysterie hervorgerufen wird durch die Gebärmutter (hystera), welche, wenn sie nicht regelmässig mit Sperma gefüttert würde, auf dumme Gedankem käme und ziellos im Körper herumschwirre, um sich schliesslich im Gehirn festzubeissen.

Beitrag melden
Criticz 08.08.2017, 16:47
142. So ist es

Zitat von Claudius32
....daran leidet die ganze Diskussion immer wieder! Warum sollte eine Führungskraft, die selber nur am Profit gemessen wird und deren Bonus daran hängt, einen Mann einer Frau vorziehen, der schlechter performt?? Fakt ist, dass in manche Branchen mehr Männer arbeiten in anderen mehr Frauen. In einer kapitalistischen Welt hat das nix mit Sexismus zu tun, sondern nur mit Erfolg. Das kann man seriös analysieren, Ihr Artikel liefert aber dazu definitiv keinen Beitrag!
man kann es noch weiter fassen: warum sollten Unternehmen eigentlich nicht mehr Frauen einstellen wenn diese besser qualifziert sind und - lt. Gender Pay Gap Märchen - auch noch für 21% weniger Geld arbeiten? Warum?

Es fällt einem nichts ein. Im Gegenteil - Unternehmen wollen Profit machen, egal ob mit Männern oder Frauen. Diese simple Wahrheit zeigt schon die Absurdität der ganzen Diskriminierungsdebatte auf.

Beitrag melden
genewolfe 08.08.2017, 16:49
143. Firmenkultur des Sozialismus

Zitat von ArRah
Zweitens: Wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Mitarbeiter ein internes Memo verfasst. Es hat also nicht als Privatperson im SPON Forum geschrieben sondern als Mitarbeiter in der Firma. Dies hat den Betriebsfrieden soweit gestört, dass Herr Pichai seinen Urlaub unterbrochen hat. Wenn das kein Grund zur Kündigung ist, was dann?
Naja das ist ja praktisch : Jede abweichende Meinung stört den Betriebsfrieden, wenn der "Herr Geschäftsführer" seinen Urlaub unterbrechen muss ?!
Super Gesetzeslücke um Leute problemlos zu kündigen.
Denke eher google wird noch ordentlich blechen, weil es einem Mitarbeiter kündigt, der Verbesserungsvorschläge einreicht.

Beitrag melden
Criticz 08.08.2017, 16:51
144. So arbeiten eben Ideologien

Zitat von testuser2
Die Firmen sind einem enormen gesellschaftlichen Druck ausgesetzt und haben alle ihre Abteilungen, die darauf achten, dass Politische Korrektheit in allen Firmenangelegenheiten beachtet wird. Sollte bekannt werden, dass PC nicht beachtet wurde, besteht die Gefahr dass das Unternehmen von Feministinnen an den öffentlichen Pranger gestellt wird. Um das zu vermeiden, werden die Männer, die nicht 100% konform gehen, lieber vorsorglich entlassen. Meinungsfreiheit besteht im Feminismus für Männer nicht mehr.
und noch weitaus schlimmer als die Entlassung ist die Botschaft die dahintersteckt: wage es ja nicht, Debatten anzustrengen, die das feministische Weltbild ins Wanken bringen können....Du siehst, was passieren kann. So werden kritische Geister - man muss ihre Meinung ja nicht teilen, muss es aber dürfen - von Anfang an mundtot gemacht. Und genau das ist das Ziel.

Das wir im Jahr 2017 mal so weit sind - wer hätte das Gedacht?

Beitrag melden
markus_wienken 08.08.2017, 16:52
145.

Zitat von genewolfe
also das mit den vielen Idioten in der Computerbranche nehme ich mal hin, aber meine Erfahrung ist, das Frauen in der IT Branche sämtliche Türen aufstehen. Es gibt sie nur einfach nicht.
Das kann ich auch bestätigen, gelernt habe ich Elektriker im Handwerk, studiert habe ich dann Elektrotechnik und bin nun tätig im Bereich Telekommunikation/IT.
In allen Bereichen gibt es kaum Frauen aber die wenigen die ich kenne, hatten und haben keinerlei Probleme im Job oder mit Jobveränderungen.

Beitrag melden
postnational 08.08.2017, 16:52
146. Das mit dem Intranet gilt für diesen Kommentar genauso.

Google hat nur 20% weibliche Angestellte, aber in Führungspositionen sind es 25%, was in sexistischen Unternehmen anders aussieht, weil dort 100% männliche Vorstände allenfalls durch den Frauentypus Magret Suckale aufgebrochen werden und die 20% bestenfalls als Sekretärinnen angestellt sind. Farbige & Latinos sind bei Google massiv unterrepräsentiert, aber asiatische Herkunft, die sonst gern zu Diskriminierung führt, eben nicht. Irgendetwas läuft also anders bei Google.
Kann eher sein, daß die Diskriminierung gar nicht bei Google stattfindet, sondern schon vorher die Entwicklung von individuellen Fertigkeiten unterbunden wird, oder wird Chris Rock das auf der vorletzten Oscar-Verleihung über die Ära vor Abschaffung der Rassentrennung sagte, wenn die Großmutter im Baum hängt, kümmert es wenig womit ein Oscar zu gewinnen ist.
Google hat mit der Kündigung ein klares Zeichen gesetzt, daß biologische Begründungen für angeblich beschränkte Fähigkeiten in diesem Unternehmen keinen Platz haben, und das ist die bestmögliche Botschaft, gilt übrigens auch gelegentlich für Frauen, die alles in eine Typisch-Mann-Schublade packen wollen.

Beitrag melden
metastabil 08.08.2017, 16:54
147.

Zitat von petrapanther
Gern: https://peerj.com/articles/cs-111/ Wobei ich diese Studie noch nicht im Detail gelesen habe - wenn Sie Schwächen in der Methodik oder Durchführung finden, lassen Sie es mich wissen. Und verstehe ich das richtig: Sie akzeptieren, dass es in der Naturwissenschaft sexistische Benachteiligung gibt?
Sollten sie mal lesen. Das Ergebnis ist... interessant.

In eine einzelne Studie sollte man keine zu große Aussagekraft interpretieren - nicht umsonst besitzt Reproduzierbarkeit in der Wissenschaft einen hohen Stellenwert. Insofern bedeutet die Studie für mich nur eins: eine Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts ist auch bei Naturwissenschaften nicht ausgeschlossen. Die Möglichkeit der Existenz dieser Ungleichbehandlung habe ich aber ohnehin nie ausgeschlossen. Weitere Studien in diese Richtung bringen sicher neue nützliche Erkenntnisse.

Beitrag melden
markus_wienken 08.08.2017, 16:54
148.

Zitat von eiffe
Sobald man ein Angestelltenverhältnis eingeht, gibt man also das Recht zur freien Meinungsäußerung auf. Sehr interessant!
Nein, das Thema Meinungsfreiheit hat mit dem Fall hier rein gar nichts zu tun.

Beitrag melden
skater73 08.08.2017, 16:55
149. Denkfehler, zeichenkette

Zitat von zeichenkette
... Und selbst wenn Frauen irgendwie 5% weniger begabt für so etwas sein sollten, würde das vielleicht 5% weniger Frauen in diesem Bereich erklären, aber bestimmt nicht die existierende Kluft.
Sie machen einen riesigen Denkfehler. 5% weniger Begabung (Ihre Zahl!) führen eben nicht zu 5% weniger Frauen in dem Job, sondern im Extrem zu 0 % Frauenanteil. Warum sollte ein Chef eine Frau einstellen, wenn er stets einen begabteren Mann bekäme? Richtig, es gibt keinen Grund. Und bevor Sie weiterschwurbeln, ich gehe nicht davon aus, dass Frauen in dem Beruf unbegabter sind und schon gar nicht von einem vollkommenen Markt, in dem stets bessere männliche Mitarbeiter verfügbar sind UND auch noch gefunden werden. Aber ich gehe auch nicht davon aus, dass Frauen abgehalten werden. Wenn sie wollten, könnten sie Informatik studieren, doch suchen sich überproportional viele Frauen sogenannte weiche Studiengänge aus: Soziales, Politik, Kulturwissenschaften oder BWL (bei dem stark mathematischen VWL ist es schon wieder anders). Jetzt kann man annehmen, dass das den fehlenden Rollenvorbildern geschuldet sei. Man kann aber auch annehmen, dass es schlicht wenig Frauen gibt, die es interessiert. Für letzteres spricht übrigens, dass es auch bei Startups in den Tech-Bereichen nur wenige Frauen-betriebene Startups gibt, die sie schon in der UNI/FH beginnen können. Dort benötigen die Frauen nämlich keine Einstellung von Männern, sondern können das selbst in die Hand nehmen. Machen sie aber nicht. Das ist auch nicht verwerflich, denn jeder Mensch soll machen, was ihm liegt und Spaß macht.

Beitrag melden
Seite 15 von 47
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!