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Sexistisches Schreiben eines Google-Mitarbeiters: Natürlich besser
REUTERS

Frauen sind aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer, schreibt ein Google-Mitarbeiter. Seine Argumentation geht aber nicht auf - und wäre besser im Google-Intranet versandet.

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petrapanther 08.08.2017, 17:17
170.

Zitat von sarkasmis
Sie sind ein wunderbares Beispiel dafür, was an der feministischen Diskussion unwissenschaftlich und ideologisch ist. Sie unterstellen mir ein Strohmannargument nur um mein Argument dann zu bestätigen! Zu sagen: die Führungsetage ist weiß und männlich, also muss der Mangel an Frauen in der Techbranche an diesen Kerlen liegen ist genau der unwissenschaftliche Schluss von Korrelation auf Kausalität den ich meine. Und der Ausschluss aller alternativen Ursachen ist kein "Verschieben von Torpfosten", sondern schlicht wissenschaftlicher Standard, auch wenn er in den Sozialwissenschaften ständig verletzt wird. Feministische Rethorik ersetzt keine Argumente.
"Sie sind ein wunderbares Beispiel dafür, was an der feministischen Diskussion unwissenschaftlich und ideologisch ist."
Was ist 'die feministische Diskussion'?

"Sie unterstellen mir ein Strohmannargument nur um mein Argument dann zu bestätigen! Zu sagen: die Führungsetage ist weiß und männlich, also muss der Mangel an Frauen in der Techbranche an diesen Kerlen liegen ist genau der unwissenschaftliche Schluss von Korrelation auf Kausalität den ich meine."
Nein. Sie selbst haben behauptet, dass weissen Männern die Schuld an den Missständen gegeben werde. Ich habe erwidert, dass dies höchstens insofern passiert, als dass diese demographische Gruppe in den Führungsetagen überrepräsentiert ist. Die Verwechslung von Korrelation auf Kausalität ist Ihnen unterlaufen, nicht mir.

"Und der Ausschluss aller alternativen Ursachen ist kein "Verschieben von Torpfosten", sondern schlicht wissenschaftlicher Standard,"
Und was genau sind 'ALLE alternativen Ursachen'? Wenn Sie das nicht spezifizieren, dann können Sie hinterher immer sagen 'Ach, das war doch noch nicht genug!'. So kann man nicht rational argumentieren.

"auch wenn er in den Sozialwissenschaften ständig verletzt wird."
Haben Sie da ein Beispiel parat, oder ist das nur Polemik?

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amice 08.08.2017, 17:18
171. petrapanther

Bleibt die Frage warum so wenig Frauen Schach spielen

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petrapanther 08.08.2017, 17:19
172.

Zitat von deepbrain
Ah so. Wer hat das denn bitte festgestellt? Sehen Sie, Sie glauben das einfach blind und dabei sind Sie genau in diese zirkuläre Denkfalle getappt: Weil es so ist, muss es so sein. Fertig sind geschlechterspezifische Vorurteile. Ich halte mich übrigens in der Kindererziehung genauso geeignet wie meine Frau. Und deshalb würde es mich sauer machen, wenn mir jemand sagen würde, Männer seien biologisch nicht so gut geeignet für die Erziehung, wegen fehlender Empathie und so. Und außerdem kümmern sich bei Affen ja auch die Weibchen um die Kinder. Vielen Dank für dieses Argument und die Belehrung! In Erziehungsfragen sehen Sie übrigens schön, wie Vorbilder etwas an angeblich biologischen Verteilungen ändern können. Mein Vater empfand es als peinlich, meinen Kinderwagen zu schieben und das war damals ganz normal. War wahrscheinlich biologisch gegeben, nicht? Wie sieht es heute aus?
Danke für diesen klugen Kommentar!

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genewolfe 08.08.2017, 17:19
173. ja

Zitat von rational_bleiben
Er gibt nur wieder, was hunderte wissenschaftliche Untersuchungen zu Tage brachten. Es gibt Branchen, für die sich aus einer zufälligen Gruppe von 100 Männern mehr Individuen für diese Arbeit eignen, als aus einer zufälligen Gruppe von 100 Frauen. "Mehr" heißt nicht "alle", es gibt hervorragende Programmiererinnen und Männer, denen jeder intellektuelle Zugang zur Materie fehlt. ... Aber Wissenschaft darf halt nicht sein, wo sie nicht die gewünschten Ergebniss liefert. Es kann ja wohl nicht sein, was nicht sein darf.
Die FemiSternchen werden sagen. Die Frauen waren ja schon vorgeprägt. Sie mussten bei den Aufgaben versagen.
Bedeutet : Die Aussage Frauen haben die gleichen Eignungen wie Männer kann prinzipiell nicht - mit realen Frauen - widerlegt werden.
Hm, war da nicht was mit Aussagen die nicht widerlegbar sind.

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FocusTurnier 08.08.2017, 17:20
174. Schach

Zitat von petrapanther
Die besseren Ergebnisse der männlichen Spieler lassen sich vor allem darauf zurückführen, dass viel mehr Männer als Frauen Schach spielen. Simpelste Statistik!
Und warum ist das so? Weil Frauen vom Patriarchat davon abgehalten werden, Schach zu spielen? Oder ist es die ominöse soziale Konstruktion? Brauchen wir jetzt eine Frauenquote beim Schach?

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multi.io.42 08.08.2017, 17:21
175.

Zitat von zeichenkette
"Frauen sind im Durchschnitt 1,65m groß, Männer 1,80m. Ein bestimmter Job verlangt eine Mindestgröße von 1,70m, also darf man dafür nur Männer einstellen, denn Frauen sind nicht so groß".
Das würde niemand tun. Jedoch würden unter dieser Voraussetzung für diese Job insgesamt mehr Männer als Frauen eingestellt werden, vorausgesetzt das Auswahlverfahren ist fair und es gibt ansonsten keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern bzgl. Bewerberzahl, Qualifikation etc. Denn es gibt mehr Männer als Frauen über 1,70m.

Ein "Gender-Aktivist" würde nun hergehen und dafür sorgen, dass genauso viele Frauen wie Männer eingestellt werden, indem die Bewerberauswahl künstlich in diese Richtung modifiziert wird -- sprich: Mehr Männer bei gleicher Qualifikation abgelehnt werden.

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multi.io.42 08.08.2017, 17:24
176.

Zitat von lucas
Die Zahlen werden Sie uns sicher noch liefern, oder?
Die liefert der Google-Mitarbeiter schon selber, was Sie wüssten, wenn Sie dessen Text gelesen hätten. Der ist nämlich mit Links und Literaturverweisen gespickt und ähnelt in der Hinsicht eher einer wissenschaftlichen Arbeit als einem Kommentar (was er natürlich auch ist).

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Freier.Buerger 08.08.2017, 17:24
177. Meinungsfreiheit

Das einzige Problem, welches ich hier sehe, ist die sich auflösende Meinungsfreiheit. Der Kerl äußert seine Meinung und verliert seinen Job. Vor Monaten in D teilt ein Lehrling bei Posche eine falsche Seite und verliert seinen Job.
Ok, hier steht die Vertragsfreiheit des Unternehmens gegen die Meinungsfreiheit des Einzelnen. M.E. ist letzteres deutlich höher zu bewerten.
Schaden für das Unternehmen durch "falsche" politische Meinungen? Hier sind wir wieder bei dem gesellschaftlichen Problem. Wer baut denn den gesellschaftlichen Druck auf, dass Unternehmen fürchten müssen, wegen des medialen Drucks der veröffentlichten Meinung Schaden zu nehmen? In vorauseilendem Gehorsam feuern sie lieber den Mitarbeiter.

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petrapanther 08.08.2017, 17:27
178.

Zitat von amice
Bleibt die Frage warum so wenig Frauen Schach spielen
Warum spielen so wenige Amerikaner Fussball? Sind die biologisch dafür nicht prädestiniert?

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annoo 08.08.2017, 17:27
179. Sinnvoller Beitrag

Zitat von ArRah
Hallo, ich bin auch Softwareentwickler. Natürlich ist es so, dass dieser Bereich DERZEIT Frauen tendenziell nicht liegt. Wobei, die wenigen weiblichen Softwareentwickler die ich kennengelernt habe überdurchschnittlich gut waren. Die Frage ist: ist das ein Problem? Meine Antwort wäre ja. Softwareentwickler ist ein Beruf der wie wenige Andere die Ausrichtung der Gesellschaft bestimmt. Ähnliches gilt für Manager, Banker, Politiker, Journalist, Polizist, Richter und Lehrer. Ich denke, dass es Gesamtgesellschaftlich sinnvoll ist zu versuchen solche Schlüsselberufe divers zu besetzen. Es gibt einen Grund warum es solche Diskussionen bei Lehrern und Managern häufiger gibt als bei Krankenpflegern und der Müllabfuhr. Nun könnte es wirklich sein, dass Frauen biologisch für diesen Job weniger geeignet sind. So sind z.B. Frauen tendenziell schlechter für die Bauarbeit geeignet. Das wäre ein Problem, wenn Bauarbeiter ein solcher gesellschaftsgestaltender Beruf wäre, aber eines, dass kaum zu lösen wäre. Trotzdem wäre es in so einem Fall sinnvoll den wenigen Frauen die Bauarbeiterin werden wollen dabei zu fördern. Unabhängig von dieser sinnvollen Förderung (die ja in dem Memo kritisiert wird) ist es im Fall der MINT-Fächer aber so, dass recht gut bekannt ist warum Frauen hier diese Berufe nicht gerne ausüben. Dass dies nicht biologisch sondern kulturell bedingt ist, verrät schon ein Blick in asiatische Länder. Aber immer wenn man versucht die entsprechenden kulturellen Normen und Geschlechterklischees aufzubrechen kommen Menschen wie in diesem Forum und sagen "ja aber wenn die Frauen doch keine Lust haben..." ohne zu verstehen, dass ja genau das geändert werden soll.
Ihr Beitrag tut richtig gut. Man könnte fast Mitleid bekommen wenn man die jammerigen Kommentare einiger Männer liest, die hier schreiben, Männer die verzweifelt versuchen, weibliche Mitarbeiter als weniger geeignet darzustellen und dafür auch noch Statistiken bemühen wollen. Dabei ist doch gesamtgesellschaftlich aber auch wirtschaftlich mehr als sinnvoll, die Belegschaft in Unternehmen divers zu besetzen - und zwar nach Fähigkeiten, nicht nach Geschlecht oder Herkunft - , weil so am besten die Wünsche der ebenso diversen Kundschaft berücksichtigen werden können. Wer eindimensional denkt, wird (zu recht) am Markt versagen.

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