Forum: Netzwelt
Sexistisches Schreiben eines Google-Mitarbeiters: Natürlich besser
REUTERS

Frauen sind aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer, schreibt ein Google-Mitarbeiter. Seine Argumentation geht aber nicht auf - und wäre besser im Google-Intranet versandet.

Seite 47 von 47
ssissirou 09.08.2017, 12:47
460.

Zitat von spdf
Sie hätten aber genug Gelegenheiten gehabt Schach anderweitig zu lernen.
Ach ja? Mit ca. 8 Jahren? Der Vater, der mich das Spiel selbst nicht lehren will, sucht mir dann irgeneinen Schachkurs?
Ausserdem verinnerlicht man als Kind, dass man aufgrund seines Geschlechts bestimmte Dinge nicht tun kann oder sollte, weil man dann Kritik oder Spott erntet. Als Kind will man seinen Eltern gefallen.
Mein Bruder hat mir dann irgendwann die Grundbegriffe beigebracht, so wie er mir übrigens auch das Häkeln, Stricken und Sticken beigebracht hat, auch Mathematik, wobei er bei Mathe mit Ohrfeigen nachhelfen musste. Ich behaupte auch nicht, dass mir irgendetwas gefehlt hätte, und ich sonst vielleicht eine grossartige Schachspielerin geworden wäre. Ich wollte nur zeigen, dass es in der damaligen Zeit normal schien, einem Sohn das Schachspiel nahezubringen und es einer Tochter schlicht zu verweigern.

Beitrag melden
Herbert T. Kay 09.08.2017, 12:59
461.

Ich denke, hier wird am Thema vorbeidiskutiert. Wenn mich ich aus welchen Gründen auch immer dafür entscheide in meiner Firma 50% Frauen einzustellen, dann ist das meine Entscheidung. Und wenn irgendein Knilch damit nicht klar kommt und mir meine Belegschaft aufwiegelt, dann muss er eben gehen. Mir ist schon klar, dass dies hier eine Steilvorlage ist dafür, mal wieder die Überlegenheit der Männer darzulegen, aber das ist nicht der Punkt. Und wie gesagt, dass Google keine kompetenten Frauen findet, glaube ich nicht, weil sie durch den Bekanntheitsgrad von überall her Mitarbeiterinnen rekrutieren können. Vielleicht gäbe es tatsächlich Männer, die dann besser qualifiziert sind und den Job dann aber nicht bekommen. Und das ist das Grundproblem, oder? Dass "bessere" Männer einen Job nicht bekommen zugunsten einer Frau? Aber eine Firma entscheidet eben nicht immer nur nach schlichter Qualifikation. Und das, wie oben ausgeführt, ist eben die Entscheidung der Firma.

Beitrag melden
petrapanther 09.08.2017, 13:10
462.

Zitat von robeuten
vor Hundert Jahren haben äußere Faktoren diese Verhältnisse getrieben. Wie, bitte sehr, erklären Sie sich z.B., daß wesentlich mehr Frauen Tierärztin werden wollen, als Männer, aber bei den Großtieren fast nur noch Männer tätig sind (während Frauen den Kleintierbereich dominieren) - auch alles pöses Patriarchat? Ihr Kommunisten verachtet den Menschen, und genau deshalb verachtet Ihr es, wenn Menschen - Männlein wie Weiblein - einfach für sich entscheiden. Oder, warum gibt es eine INVERSE Korrelation zwischen Ausprägung einer patriarchal-repressiven Gesellschaft und der MINT-Lastigkeit von Frauen? Warum also wählen Frauen in den freiesten der Gesellschaften "Frauenkrams", während sie in repressiven Gesellschaften wie Saudi-Arabien oder dem Iran sehr in MINT drängen? WEIL SIE FREI SIND, ZU WÄHLEN! Naja, Sie würden daraus vermutlich folgern, daß wir hier nur repressiver werden müssen, dann klappt's auch mit der Quote!
Auf welche Daten beziehen Sie sich denn nun genau? Der Anteil von weiblichen Absolventen in den Naturwissenschaften hat sich in den USA seit 1965 mal eben verdoppelt - Ihrer Logik zufolge müsste die amerikanische Gesellschaft in den letzten 60 Jahren also deutlich 'patriarchal-repressiver' geworden sein und die Wahlfreiheit von Frauen müsste abgenommen haben. Kann es sein, dass Sie sich nur die Daten herauspicken, die in Ihr Weltbild passen?

http://www.aps.org/programs/education/statistics/womenstem.cfm

Beitrag melden
Criticz 09.08.2017, 13:11
463. Nein, Herr Kay - das geht gerade NICHT

Zitat von Herbert T. Kay
Ich denke, hier wird am Thema vorbeidiskutiert. Wenn mich ich aus welchen Gründen auch immer dafür entscheide in meiner Firma 50% Frauen einzustellen, dann ist das meine Entscheidung. Und wenn irgendein Knilch damit nicht klar kommt und mir meine Belegschaft aufwiegelt, dann muss er eben gehen. Mir ist schon klar, dass dies hier eine Steilvorlage ist dafür, mal wieder die Überlegenheit der Männer darzulegen, aber das ist nicht der Punkt. Und wie gesagt, dass Google keine kompetenten Frauen findet, glaube ich nicht, weil sie durch den Bekanntheitsgrad von überall her Mitarbeiterinnen rekrutieren können. Vielleicht gäbe es tatsächlich Männer, die dann besser qualifiziert sind und den Job dann aber nicht bekommen. Und das ist das Grundproblem, oder? Dass "bessere" Männer einen Job nicht bekommen zugunsten einer Frau? Aber eine Firma entscheidet eben nicht immer nur nach schlichter Qualifikation. Und das, wie oben ausgeführt, ist eben die Entscheidung der Firma.
Warum glauben Sie müssen Stellenanzeigen geschlechtsneutral (m/w) ausgeschrieben werden? Richtig - weil ein Unternehmer eben nicht einfach sagen kann, ich stelle jetzt mal nur Männer/Frauen oder nur Weiße/Dunkelhäutige usw. ein.

Auch hilft Ihnen ein Blick ins Gesetz - §§ 1 und 7 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Wenn Sie nur Frauen einstellen oder fördern benachteiligen Sie Männer (gilt umgekehrt natürlich genauso). Vielleicht, zwecks Sensibilisierung, stellen Sie sich kurz vor, ein Unternehmen würde sagen, wir stellen jetzt erst mal nur noch Männer ein. Ein Aufschrei würden den nächsten jagen. Man sollte hier dann schon konsequent sein und Männer auch nicht benachteiligen.

Das "Grundproblem" haben Sie also richtig erkannt. Es ist und bleibt eben eine klare Geschlechterdiskriminierung wenn ein Unternehmen beschließt, nur Frauen usw. zu fördern oder einzustellen. Dass in Dtl. dieser, ich denke nachvollziehbare, Grundsatz dank Frauenquote inzwischen ad absurdum geführt wird, ist ein anderes Thema.

Beitrag melden
Seite 47 von 47
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!