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Sharing Economy: Auf dem Weg in die Dumpinghölle

Der Konflikt um den Fahrdienst Uber illustriert einen globalen Trend. Was oft als Sharing Economy bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein euphemistisch benannter Aspekt einer neuen digitalen Wirtschaftsordnung: des Plattform-Kapitalismus.

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Red_Indian 03.09.2014, 13:36
1. Endlich!

Sascha Lobo scheint sein NSA-Gate-Trauma überwunden zu haben, und post-traumatisch zu alter Kolumnisten-Klasse zurück zu finden.

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Harry Callahan 03.09.2014, 13:38
2. Lobbypolitik

Die einzigen, denen Uber schadet, sind die Taxifahrer. Aber warum suchen die Benutzer überhaupt nach einer Alternative? Weil Taxifahren schlichtweg zu teuer ist und die Fahrer auch keinen besseren Service bieten, als irgendein Privatfahrer. Daher ist Uber nicht der Untergang des Abendlandes für unsere Gesellschaft - sondern nur für die Taxifahrer. Das ist bedauerlich, aber welches Interesse soll ich als User denn haben, ein System am Leben zu erhalten, dass eine schlechte Leistung bringt und zum Ausgleich dann so teuer ist, dass ich es mir nicht leisten kann?

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druck_im_topf 03.09.2014, 13:45
3. Sehr sehr brav ...

.. kleiner lieber Lobo! Nur wer hört darauf?

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svenni1064 03.09.2014, 13:46
4. 80% Zustimmung - aber...

... das Zeichen für die Entstehung dieser Plattformen sind überhöhte Preise, weil Marktmechanismen nicht funktionieren oder unterlaufen werden. Die Taxi-Preise sind zu hoch für die Nachfrage geworden. Ganz einfach. Und das liegt daran, dass der Wettbewerb ausgeschaltet worden ist. So wie im Buchhandel, so wie bei Musik, so wie lange bei Bahn (und da wird immer noch die DB bevorzugt) und Bus, bei Telekommunikation und Energie. Was fällt auf? Überall wo ein Staatsunternehmen im Spiel war oder ist, gibt es einen klitzekleinen Interessenkonflikt.

Die Politik muss also nicht nur reagieren (was Berlin ja gerade ganz deutsch mal wieder ausgeschlossen hat) sondern müsste auch vorausschauend einen Rahmen setzen (zB im BGB oder bei vielen Verordnungen und Regelungen aus der Vor-Internet-Zeit).

In dem Zusammenhang haben Amazon, Uber, Google, Apple natürlich sehr recht, auch wenn hier gleich wieder der Shitstorm über die böse USA, das böse TTIP, die böse NSA losbrechen wird. Das alles hätten auch deutsche Unternehmen sein könne - wenn denn die Politik beim Internet nicht den Anschluss schon seit 15 Jahren verloren hätte.

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JPT223 03.09.2014, 13:50
5. wow!

kurz und klar auf den Punkt gebracht.
allerding würde ich mir statt der schwurbeligen letzten Absätze ein paar konkrete Lösungsansätze wünschen.

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Am_Rande 03.09.2014, 13:53
6. Enten-Eller

Herr Lobo schreibt:
Zitat von
Die erste politische Maßnahme müsste daher sein, die digitalen Verflüssigungen zwischen Festanstellung, freiberuflichem Schaffen und Hobbyarbeit weder sozialistisch-gewerkschaftlich totzuregulieren noch thatcheresk-neoliberal allein in die Hände von Radikalkapitalisten zu legen.
Damit erweist er sich nur als Epigone xter Generation des Neoliberalismus:

Zitat von
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als mit dem Mut der Verzweiflung nach dem „dritten Weg“ zu suchen, der zwischen dem zusammengebrochenen historischen Liberalismus und dem drohendem Kollektivismus die Menschheit zu einer neuen Möglichkeit führt, als Menschen menschlich und menschenwürdig zu leben.
(Alexander Rüstow, Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus, 1945/1950)

Was aber genau die Scheidemarke zwischen Marktwirtschaft und Gewaltstaat sein soll, diese Antwort wird uns auch Herr Lobo schuldig bleiben.

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turnops 03.09.2014, 13:53
7. Profis und Amateure

Interessante Analyse mit einer kleinen Schwachstelle: Die Unterscheidung zwischen Profi und Amateur nahm schon immer der Markt vor - was man an den lateinischen Wurzeln dieser Begriffe leicht erkennen kann. Auch ein Nebenerwerbs-Taxifahrer/Bauer/Webdesigner kann ein professioneller sein.
Man sollte hier weder Andrew Keen noch Bill Gates (Hobbyists!) auf den Leim gehen

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Leser161 03.09.2014, 13:54
8. Lobo for president!

Die Snowden-Affäre war für Herrn Lobo offenbar eine Art Trainingslager. Jetzt schreibt er auch noch zu anderen komplexen Themen verständliche jedoch nicht simplifizierende Analysen.

Herr Lobo möge bitte eine Partei gründen oder einer beitreten. Auf das man wieder was zu wählen hat!

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diplodocus 03.09.2014, 13:54
9. Auf den Punkt

Bereits mit dem ersten Satz genau getroffen: potentiell jeder könnte durch ein App-Angebot ersetzt werden, wenn keine klaren und vor allem durchsetzbaren Regeln geschaffen werden. Man stelle sich nur mal vor, es würde eine Plattform für Gelegenheits-Krankenhauspfleger geschaffen, der Anbieter ignoriert Gerichtsurteile und ebenso die nutznießenden Krankenhäuser. Nur denken die Uber-User nicht so weit, nutzen lieber den eigenen Vorteil und finden sich möglicherweise auch noch hip.

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