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Shitstorms in Deutschland: "In der Ferne bellt ein Adorno-Zitat"
Michael Gottschalk/ photothek / imago images

Die Reaktion auf ein Interview mit dem CDU-Abgeordneten Carsten Linnemann hat Sascha Lobo inspiriert, den typischen Verlauf eines Shitstorms in Deutschland nachzuzeichnen. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

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zeichenkette 11.08.2019, 16:28
1. Sascha Lobo

bzw. seine Artikel und Podcasts kranken immer an ihrer schlechten Optimierung: Sie sind umständlich, langatmig und während er oft sehr wohl alles richtig erkannt hat, gibt er sich entweder zuwenig Mühe, sich kurz zu fassen oder er bekommt von SPON ein Zeilenhonorar. Auf jeden Fall limitiert das seine Wirkung doch sehr.

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Actionscript 11.08.2019, 16:53
2. Der Auslöser

Einen Punkt hat Herr Lobo in seinem Podcast nicht kommentiert, nämlich war eine bestimmte Aussage eines zweit/drittklassigen Politikers bewusst gemacht worden, um bekannt zu werden und vielleicht in der Hierarchie aufzusteigen? Herr Lobo hat die Worte "zweitklassig, drittklassig" am Anfang seines Kommentares betont. Von daher nahm ich an, dass das von Bedeutung ist. Herr L. ist jetzt bekannt. Man ist auf ihn aufmerksam geworden und wird ihn vielleicht wohl weiterhin beobachten. Hat Herr L. bewusst diesen Kommentar von sich gegeben? Was wissen wir über Herrn L., was frühere Äusserungen angehen?

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Schartin Mulz 11.08.2019, 17:18
3. Herr L.

Zitat von Actionscript
Einen Punkt hat Herr Lobo in seinem Podcast nicht kommentiert, nämlich war eine bestimmte Aussage eines zweit/drittklassigen Politikers bewusst gemacht worden, um bekannt zu werden und vielleicht in der Hierarchie aufzusteigen? Herr Lobo hat die Worte "zweitklassig, drittklassig" am Anfang seines Kommentares betont. Von daher nahm ich an, dass das von Bedeutung ist. Herr L. ist jetzt bekannt. Man ist auf ihn aufmerksam geworden und wird ihn vielleicht wohl weiterhin beobachten. Hat Herr L. bewusst diesen Kommentar von sich gegeben? Was wissen wir über Herrn L., was frühere Äusserungen angehen?
hat ein Problem angesprochen, das vor Ort auf den Nägeln brennt, aber in der Politik eigentlich nicht vorkommt.
Herr L. hat sich auch nicht soi geäußert, wie das in vielen Medien transportiert wurde. So wg, Grundschulverbot etc.
Da man das Problem, das man nicht gerne sieht, dass nämlich in der Tat, gerade in den Brennpunktsstadtteilen, immer mehr Kinder in der Grundschule nicht einmal ansatzweise Deutsch verstehen, weder einfach lösen kann noch es überhaupt wahrnehmen will (passt aaj nicht in das Bild der gelungenen Inegration), wird dann einfach der Überbringer der Botschaft diskreditiert. Der macht das ja nur, um bekannt zu werden.
Selbst wenn es so wäre, würde das an de Richtigkeit der Aussagen nichts ändern.

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lorgar 11.08.2019, 17:49
4. Ich verstehe die Kritik an Hern Linnemann nicht

Gut, wie allgemein bekannt sind wir Deutschen ja die Gutesten der Gutesten, allein schon aufgrund der Erbsünde des 2. Weltkriegs, zu dessen Zeit weder meine Eltern, noch ich geboren waren. Aber ich bin natürlich schuldig. Und mit solch einer Mentalität sind solche Äußerungen wie die von Herrn Linnemann natürlich untragbar. Ich kenne kein Land, indem jemand dafür angegriffen wird, wenn er sagt, dass Kinder ohne ausreichende Sprachkenntnisse nicht in die Schule können. Ich kenne sehr viele Länder, wo zuvor aufbauende Sprachkurse stattfinden. Denn dass die Integration, bzw. erfolgreiche Vermittlung von Wissen nicht ohne ausreichende Kenntnis der Landessprache erfolgen kann, ist außer Deutschland seltsamer fast allen Staaten weltweit klar. Hingegen kenne ich ausschließlich aus Deutschland die Idee, die Nationalhymne doch einfach mal in andere Sprachen zu übersetzen. Demnächst kommt wahrscheinlich folgerichtig die Anregung, dass ich mich doch auch in existierende Parallelgesellschaften Deutschlands integrieren könne, indem ich als Deutscher doch einfach deren Sprache lernen könnte.

"Den Deutschen" gibt es ja laut Merkel eh nicht mehr. Laut Merkel-Rhetorik sind Deutsche nun "Leute, die hier schon länger wohnen". So, nun weiß ich, wo ich stehe. Ich bin kein Deutscher, ich wohne hier einfach nur "etwas länger" als Migranten, die es somit ebensowenig gibt. Hierbei handelt es sich offensichtlich um Menschen, die ganz einfach "noch nicht so lange hier wohnen". Und Ende.

Um wieder auf den Boden der Ernsthaftigkeit zurückzukommen: Ohne Kenntnisse der vorherrschenden Landessprache (und die ist nunmal Deutsch, so sehr so mancher nun schmerzverzerrt das Gesicht verzerren wird), kann Bildung nicht erfolgreich sein. Integration ist ein beidseitiger Prozess. Es kann jedenfalls nicht sein, dass als Lösungskonzepte absurde Vorschläge zu Felde geführt werden, die Nationalhymne für Leute, die "noch nicht so langsam hier wohnen" in andere Sprachen zu übersetzen. Der Prozess ist beidseitig deshab, weil beide Seiten an sich arbeiten. Wenn jemand als integrationswillige Person, die "noch nicht so lange hier wohnt", erwarte ich - genau wie Herr Linnemann, dass man sich dazu aufmacht, die vorherrschende Landessprache zu erlernen, und an meine Kinder weiterzugeben, und dass gleichzeitig der Staat die dafür nötige Infrastruktur schafft. Das klappt in jedem Land, was ich kenne, außer Deutschland. Dass er für seine Aussagen angegriffen wird, finde ich daher erscheckend, und desillusionierend.

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aurelis 11.08.2019, 18:24
5. Mangel

Ich teile die Meinung von Lorgar "4. Ich verstehe die Kritik an Herrn Linnemann nicht." Von mancher Seite wurde gesagt, eine separate Behandlung der Kinder ohne Deutschkenntnisse würde eine 2-Klassengesellschaft schaffen. Nun, Kinder ohne Deutschkenntnisse zu Beginn der Grundschule driften mit Sicherheit in den Mangel. Macron hat mit guten Grund die Kindergartenpflicht ab 3 eingeführt.
In Thailand ist der Kindergarten schon länger ab 3 Pflicht und samt Essen umsonst. In einem (angeblich) der reichsten Länder der Welt kann das nicht geleistet werden. Vermutlich weil das Chaos der 16 Bundesländer zu teuer kommt.

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women_1900 11.08.2019, 18:24
6. Shitstorm

»Nur frech verleumden, etwas bleibt immer hängen«. Diese Aussage wurde von dem englischen Philosophen und Staatsmann Francis Bacon (1561 bis 1626) in seiner Schrift »Über die Würde und den Fortgang der Wissenschaften« als erstmals angeführt und ist seither ein Sprichwort.
Zur Aussage von Herrn Linnemann: gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Wer Kinder ohne Sprachkenntnisse einschulen will, denkt nicht an die Seelen der Kinder, dem fehlt jegliches Einfühlungsvermögen für Kinder. Wenns blöd läuft, fliegen dies Kinder von der Schule und kommen in sogenannte Förderschulen. Kinder ohne Sprachkenntnisse einfach einschulen ist halt der billigste Weg. Kinder VOR der Einschulung zu befähigen dem Unterricht folgen zu können würde Geld kosten. Das Geld wollen sich Bund, Länder und Kommunen sparen und finden auch noch Zuspruch ausgerechnet von den Leuten, die meinen Flüchtlingen, Migranten zu helfen.

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Actionscript 11.08.2019, 18:34
7. Zu Kommentar 3 und 4

Es dürfte wohl allgemein bekannt sein, dass gerade Kinder Sprachen sehr schnell lernen. Ich würde sogar sagen so schnell, dass man daraus kein Problem basteln muss besonders, da sie ja in dem Land leben, dessen Sprache sie erlernen sollen. Man kann vielleicht zusätzlich noch Sprachunterricht geben. Doch gerade die Anwesenheit im Unterricht wird den Kindern noch mehr beim Erlernen der Sprache helfen. Ausserdem fühlen sich Kinder ausgeschlossen, wenn sie nicht die Schule besuchen dürfen. Man sollte das auch mal vom Standpunkt des Kindes sehen. Daher sind solche Aussagen von Politikern höchst fragwürdig.

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Schartin Mulz 11.08.2019, 19:01
8. Wissen Sie,

Zitat von Actionscript
Es dürfte wohl allgemein bekannt sein, dass gerade Kinder Sprachen sehr schnell lernen. Ich würde sogar sagen so schnell, dass man daraus kein Problem basteln muss besonders, da sie ja in dem Land leben, dessen Sprache sie erlernen sollen. Man kann vielleicht zusätzlich noch Sprachunterricht geben. Doch gerade die Anwesenheit im Unterricht wird den Kindern noch mehr beim Erlernen der Sprache helfen. Ausserdem fühlen sich Kinder ausgeschlossen, wenn sie nicht die Schule besuchen dürfen. Man sollte das auch mal vom Standpunkt des Kindes sehen. Daher sind solche Aussagen von Politikern höchst fragwürdig.
Es dürfte auch allgemein bekannt sein, dass das mit dem automatishcen Lernen schon seit Jahren nicht mehr richtig funktioniert.
Weil die Migrantenkindern in den entsprechenden Stadtteilen mittöerweile die Mehrheit stellen und sie mit der deutschen Sprache kaum noch in Berührung kommen.
Sprechen Sie doch mal in Altenessen, Marxloh etc mit den Lehrerinnen an den Grundschulen.
Hier wird kein Problem "gebastelt", hier wird ein Problem seit Jahren ignoriert. Werden die Pädagogen vor Ort mit dem Problem alleingelassen.
Weil für viele Migration einfach kein Problem sein darf.
Statt dass man die Aussagen aufnimmt, diskutiert, Lösungen sucht, vielleicht auch bessere als die von Herrn L., kommen die ganzen Relativierer und Beschwichtiger und sagen, das Problem gibt es gar nicht.
Wieder wird nur moralisch diskutiert, nicht lösungsorientiert.

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timdreher1978 11.08.2019, 20:02
9.

Zitat von aurelis
Ich teile die Meinung von Lorgar "4. Ich verstehe die Kritik an Herrn Linnemann nicht." Von mancher Seite wurde gesagt, eine separate Behandlung der Kinder ohne Deutschkenntnisse würde eine 2-Klassengesellschaft schaffen. Nun, Kinder ohne Deutschkenntnisse zu Beginn der Grundschule driften mit Sicherheit in den Mangel. Macron hat mit guten Grund die Kindergartenpflicht ab 3 eingeführt. In Thailand ist der Kindergarten schon länger ab 3 Pflicht und samt Essen umsonst. In einem (angeblich) der reichsten Länder der Welt kann das nicht geleistet werden. Vermutlich weil das Chaos der 16 Bundesländer zu teuer kommt.
Woher nur der Hass auf all diejenigen, die versuchen die christliche Nächstenliebe tatsächlich zu praktizieren. Woher nur der Hass?

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