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Smartphones, Kindle & Co.: Internet in der Zwangsjacke

Das iPhone hat sie, Amazons Kindle bekommt sie jetzt, bald laufen sie wohl auf jeder Spielkonsole: Der App-Wahn ist eine paradoxe, schädliche Entwicklung. Er würgt Innovationen ab - und verschafft den Konzernen noch mehr Macht.

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cosmo72 21.01.2010, 16:47
1. 1984 - lesen

Ich denke vielmehr geraten wir, die Bürger samt unserer Rechte und wichtiger Errungenschafte, wie z.B. ein Buch auch weiter verschenken zu können, oder es bedeutungsvoller an die nächste Generation weitergeben zu können, mit Eselsohren und Notizen am Rand unter die Räder!
Ich denke den clever warnenden "PR-Gag" irgendeines wachrüttelnden Angestellten bei amazon ausgerechnet 1984 vom Kindle löschen zu lassen sollten wir uns alle zu Herzen nehmen - falls wir nicht komplett abhängig werden wollen, was Wissen, Meinung und Bildung angeht.
Ein Fehler, ein Klick eines oder zweier Angestellter (später vielleicht mal Zensoren) und ALLE sind direkt in "1984", statt es nur zu lesen!

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...637076,00.html

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zappa99 21.01.2010, 16:50
2. Wenn der Appstore optional wäre

wäre es eine gute Idee. Die Androids machen das so.
Dann ist es an mir zu entscheiden, und das ist gut so.

Die Sicherheitsargumente sind lächerlich, niemand kann Anwendungen in der kurzen Zeit wirklich prüfen. Erst recht nicht, wenn keine Quelltexte vorliegen.

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Jens Siegfried 21.01.2010, 16:54
3. Welcher Schaden?

"paradoxe, schädliche Entwicklung"
Die Frage darf man stellen: Wem schadet denn diese Entwicklung?
Den Benutzern? Ich persönlich habe keinen Grund zu Klage.
Den Herstellern? Daie profitieren nach ihren Worten davon.
Den Entwicklern? Pardon - wo es vorher gar keine Möglichkeit gab, mit Programmen Geld zu verdienen, gibt es nun eine.
Gut, diese ist, betrachtet man das Gebahren der "Torwächter" bei Apple sicher verbesserungswürdig:
Da werden Anwendungen Wochen und Monate nicht zugelassen und dann evtl sogar aus nicht für jeden (hust) nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. Das hat viele zu Recht sehr verärgert.
Aber bitte: es hat zum allergrößten Teil Entwickler verärgert, die vorher _gar_ keinen Zugang zu diesem Markt hatten.
Wer schon mal das iPhone SDK verwendet hat, der weiß, daß das eine sehr feine Sache ist.

Wo bitte ist denn jetzt für wen welcher Schaden?
Und wo ist das Paradoxon?

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dr_tone 21.01.2010, 17:07
4. Rechthatter.

Recht hatter, uns Chrissi. Is schon paradox, Nutzungsgebüren für ein Betriebssystem einzufordern und es grenzt an Diktatur, bestimmen zu wollen, welche Programme auf dem Ding laufen dürfen und welche nicht.
Andererseits gibt es ja OpenSource Betriebssysteme und es gibt genügend Leute, die wissen, wie man ein Iphone aufbohrt, ohne es aufschrauben zu müssen. Das wird alles in dem Masse verfügbarer werden, wie es pressiert.

Eher generell: Wieso orakelt SPON eigentlich dermassen intensiv über das Werden des Internets und der künftigen IT? Es vergeht ja kein Tag, an dem nicht Google, Apple, Microsoft, Nokia etc. für Schlagzeilen und Artikel sorgen: Das ist so auffällig, dass klar ist: Da soll ein Interesse geschaffen werden. Internet und IT, das ist sicher nützlich und kann ein paar erstaunliche Entwicklungen vorweisen, aber hey, so wichtig ist es dann auch wieder nicht. Hier wird es zu einer kulturellen Errungenschaft hochgejazzt, die den Buchdruck weit in den Schatten stellt - wann werden überhaupt Bücher besprochen?

Bücher, boh, altes Zeuch, liest eh keiner, die Buchläden sind bis unters Dach mit schimmligem Schund vollgestopft, reden wir doch über: Blogs! Oder reden wir über: Twitter!

So schlümm es ja meinethalben sein mag, dass Apple eine iPhone-Steuer von den Entwicklern erhebt, mein Gott, die Netzbetreiber (Strom oder Daten) wollen auch eine Bandbreiten-Fee etc. Solange es geht, wird es gemacht. Aber ich sehe nicht ganz, warum ich jeden Tag über das Geschäftsgebaren diesr Firmen informiert werden muss. Denn es ist m.E. genau dieses Gehype, das Ihnen ihre tatsächliche Aufmerksamkeit, sprich: Macht zukommen lässt. Zumindest in Teilen.

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Krassmus 21.01.2010, 17:07
5. Die falschen haben hier die Macht

30% sind eine unappetitliche Marge, mit denen die Konzerne im Grunde für's Füße-Hochlegen belohnt werden, nachdem sie im Grunde nur das gemacht haben, was die Nutzer von ihnen verlangt haben. Der App-Store für das iPhone ist zwar eine Idee, die Steve Jobs eines Tages für sich beanspruchen wird wie die Erfindung der Maus, des MP3-Players oder des Heimcomputers, aber sie stammt im Grunde von Hackern, die das iPhone gehackt haben und genau so einen App-Store einbauten.

Bei Linux gibt es nebenbei gesagt schon länger sowas wie einen App-Store. Bei Ubuntu heißt das Synaptic und ist eine grafische Oberfläche, wo man per Mausklick wichtige und sinnvolle und in jedem Falle kostenlose Programme in seinem Betriebssystem installieren kann.

Grundsätzlich ist es kein falscher Gedanke, langfristig eine Kontrollinstanz zu schaffen für Software. Aber Konzerne sollten diese Kontrollinstanz nicht sein, sondern der Staat etwa. Im Laden darf auch keine CD verkauft werden, die indiziert wurde. Und so kann man es auch mit Software handhaben. Aber wieso soll Apple bestimmen, was man mit seinem Handy machen darf und was nicht? Wieso soll Amazon bestimmen können, was wir lesen? Sind diese Konzerne unsere Mütter? Nein, sie schränken die Bürger in ihren Grundrechten unnötig ein. Und ich denke, das ist schon hart an der Grenze des Legalen.

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Kopfschmerzen 21.01.2010, 17:15
6. Das Paradox...

Zitat von Jens Siegfried
Aber bitte: es hat zum allergrößten Teil Entwickler verärgert, die vorher _gar_ keinen Zugang zu diesem Markt hatten. Wer schon mal das iPhone SDK verwendet hat, der weiß, daß das eine sehr feine Sache ist. Wo bitte ist denn jetzt für wen welcher Schaden? Und wo ist das Paradoxon?
Das SDK für Windows Mobile gibt es schon sehr viel länger, und wer das iPhone SDK gut findet, hat wohl noch nie vorher irgendetwas programmiert. Auf Windows Mobile habe ich ein komplettes Visual Studio, die Emulatoren sind ausgereifter, ich werde nicht in der Art der Applikation beschnitten (wie Apple sich das anmaßt).

Das Paradoxe ist, dass das iPhone und der zugehörige Store überhaupt so einen Medienrummel macht. "Die besten 30 iPhone Apps", warum? 20 davon gibt es auch für alle anderen Mobilplattformen und der Rest? Der Markt für Windows Mobile Applikationen ist halt nicht so zentral organisiert, aber das Softwareangebot ist viel höher und ausgereifter.

Es gibt halt einen Pool von Programmierern anfang der 20er, die das alles so cool finden, dass sie nicht merken, dass es das alles schon seit 15 Jahren gibt.

Kopfschmerzen!

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syren.baran 21.01.2010, 17:15
7. Sicherheitsprüfungen

Zitat von zappa99
Die Sicherheitsargumente sind lächerlich, niemand kann Anwendungen in der kurzen Zeit wirklich prüfen. Erst recht nicht, wenn keine Quelltexte vorliegen.
Nur bedingt richtig.
Bestimmte Fehlerkategorien lassen sich auch automatisiert aufspüren, auserdem besitzt die Dalvik VM als Java Abklatsch ohnehin gewisse Sicherheitsfeatures.

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HAL9000 21.01.2010, 17:15
8. Linux is tot!

Wenn man das iPhone und seinen APP Markt sieht, dann kann man wohl kaum die Mähr vom Innovativen Linux aufrecht erhalten. Was im Appstore an Creativität gezeigt wird ist Klasse und den Ideen um Linux um Jahre voraus. Dort versucht man ja immer noch übehaupt sich mal auf ein paar Standards zu einigen.

Der Grund dafür ist einleuchtend. Egal wie gut die Idee für ne Linux App wäre, niemand der alle beieinander hat wirft seine Ideen umsonst auf den Markt, wenn er im AppStore Geld verdienen kann.
Der App Store ist tatsächlich eher ein funktionierender Markt und deshalb erfolgreich.

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syren.baran 21.01.2010, 17:18
9. Falsch

Zitat von Jens Siegfried
"paradoxe, schädliche E Den Entwicklern? Pardon - wo es vorher gar keine Möglichkeit gab, mit Programmen Geld zu verdienen, gibt es nun eine.
Es gibt schon seit Ewigkeiten (mindestens 2003) die Möglichkeit Java und Symbian-Anwendungen bei unabhängigen Anbietern zu verkaufen, und zwar OHNE Zenzur.

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