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Software-Sieg im Brettspiel: Es geht um weit mehr als Go
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Der Sieg der Google-Software AlphaGo gegen den wohl weltbesten Go-Profi macht einen Wendepunkt sichtbar: Künftig lernen Menschen von Maschinen. Das könnte uns sogar retten.

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rabenschwinge 12.03.2016, 16:24
1.

Zu der Anmerkung, dass AlphaGo Züge macht, die Menschen zunächst für Fehler halten...

Das passierte hauptsächlich im Fortgeschrittenen Spiel. AlphaGo vergab versätzlich offensichtliche Punkte. Das hängt damit zusammen, dass AlphaGo nur bewertet, mit welcher Wahrscheinlichkeit es gewinnt, aber nicht, mit wievielen Punkten es gewinnt. Deswegen verschenkt es auch schon mal ein paar Punkte und ignoriert harte Kämpfe auf dem Spielfeld, um eine eigene Stellung zu sichern die sowieso schon ziemlich sicher ist.

Kurz gesagt: Je höher die AlphaGo die Wahrscheinlichkeit einschätzt, dass es sowieso gewinnt, desto merkwürdiger werden aus menschlicher Sicht die Züge.

Es wäre interessant zum Vergleich mal ein Spiel zu sehen, dass es verliert; ob dann auch solche unerwarteten Züge auftauchen.

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Ingmar E. 12.03.2016, 16:27
2.

Den wirklichen Vorteil wird die Maschine erst ausspielen, wenn man sie Gesellschaften lenken lässt. Politik ist ein ebenso begrenzter und beschreibbarer Raum wie ein Spiel. Man kann sie anhand aktueller weltweit getroffener Entscheidungen lernen lassen, man kann sie dazu bringen mehrere Simulationen von Gesellschaften gegeneinander antreten zu lassen, mit der Realität abzugleichen und so immer besser Simulationen und Entscheidungen zu entwickeln.

Sie könnte irgendwann auch da Entscheidungen treffen, die kein Mensch mehr nachvollziehen kann, die man für unsinnig halten wird, die aber langfristig enorme Vorteile für die Menschheit bringen könnten.
Sind wir bereit für sehr große Vorteile in der eigenen Evolution, in der eigenen Arterhaltung die Kontrolle über unsere Gesellschaft abzugeben?

Ich denke es wird irgendwann gemacht werden, das Land was als erstes die Kontrolle abgibt, wird damit einen drastischen Vorteil gegenüber anderen Ländern haben, das wird dann als Dominoeffekt auf andere Länder durchschlagen. Die Menschen sind doch lieber extrem wohlhabend, als dass sie Wert legen auf Mitbestimmung, wie Wahlbeteiligungen ja immer wieder zigen.

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ty coon 12.03.2016, 16:33
3.

Ein sehr guter Artikel und eine gute gesellschaftliche Einordnung jenseits von esoterischem Halbwissen und hysterischen Skynet-Dystopien. (Das waren gleich drei Ys -- Weltverschwörung!) Danke dafür.

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wolfgangreusch 12.03.2016, 16:34
4. Klimawandel

Sie werden uns eben gerade NICHT helfen, den Klimawandel zu VERSTEHEN. Das ist ja gerade die "Black Box". Aber sie sind in der Lage, den schnellsten, "effizientesten" Weg zum Klimawandel zu errechnen (wenn man ihnen vorgibt, welche Kriterien dafür erfüllt sein müssen). Oder wohl auch besser als bisher, wieviel Grad es wirklich wärmer wird, wenn konstant viel CO2 emittiert wird. Mit allen Faktoren wie Bindungskraft der Ozeane etc.
Letztlich werden sich andere Neuronetze damit beschäftigen müssen, zu "verstehen", was solche Netze errechnet haben. Es ist schlicht nicht transparent und: Wir denken nicht komplex genug. Siehe das Go-Netzwerk: Menschen schüttelten bei einigen Zügen den Kopf: "Völlig sinnlos, krasser Fehler!" Am Ende waren genau das die Züge, die den Unterschied gemacht haben. Nachdem Menschen 1000 ! Jahre auf Go herumgefahren haben...

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AundZwanzig 12.03.2016, 16:52
5. Das ist ein entscheidender Satz. Als wir selber vor...

Zitat von
Sonst wird die Menschheit eines Tages tatsächlich von der künstlichen Intelligenz unterjocht - weil sie selbst das Denken aufgegeben hat.
...inzwischen über 40 Jahren anfingen Programme zu schreiben, die geistige menschliche Arbeit begannen abzunehmen (das waren anfangs nur Compiler-Compiler) stellten wir uns vor, dass man die gewonnene Zeit, die für für nervende Gewohnheitsarbeit verloren ging, für wirklich interessante Dinge nutzen könnte.

Im Laufe der seitdem vergangenen vielen Jahre stellte sich aber heraus, dass eine grosse Menge an Nutzern dem Hang zur Bequemlichkeit folgt. Man selber muss auch aufpassen, damit man nicht verlernt in Bibliotheken zu recherchieren - in echten Büchern - weil man mittels Suchmaschinen oder mittels regulärer Ausdrücke in Büchern nicht weiter kommt.

Selbiges gilt für schriftliches Rechnen oder die Benutzung von Logarithmentafeln und Rechenschiebern. All die neue Technik hat unter anderem den Nachteil, dass sie von funktionierender Elektronik abhängig ist. Nebenbei gilt das auch für die Datenspeicher. Wir haben kein Sinnesorgan für das direkte Lesen von DVDs, CDs, Magnetspeichern, so dass diese Aufzeichnungen von Menschen ohne elektronische Hilfsmittel nicht nutzbar sind.

Auch die soziale Komponente bezüglich der "zukünftig Ersetzten" sollte nicht unterschätzt werden (Geoffrey Hinton wies im SPON-Interview auch explizit darauf hin). Ich unterhielt mich in den 1970er Jahren mit einem Freund, der gelernter Werkzeugmacher war und später in den Sozialbereich wechselte. Er sagte besorgt: "Ich versuche hier jemandem beizubringen mechanische Arbeit zu bewältigen und Ihr fangt an Ingenieurarbeit zu automatisieren. Das ist ganz schön gefährlich.".

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count.number 12.03.2016, 16:58
6. ..es zeichnet sich ab.

Wir sind nicht mehr als der Steigbügelhalter, um der unbelebten Materie zu einem evolutionären Schritt zu helfen. Es sei denn, wir schaffen es noch vor der KI und Robotik, dem ein Ende zu setzen.

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lamblies 12.03.2016, 17:02
7. Mein Titel

Was wäre, wenn dieser Supercomputer zum wahrscheinlichen Ergebnis käme, dass die Erdbevölkerung schrumpfen muss?

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Glocknerkönig 12.03.2016, 17:03
8.

Der Mensch muss immer Subjekt bleiben, darf nie zum Objetk werden. Big Data verknüpft mit künstlicher Intelligenz wie sie jetzt möglich scheint braucht Regeln und Grenzen, weltweit, sonst wird dieses Grundprinzip hinfällig.

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J.F.K. 12.03.2016, 17:12
9.

Wieso sollte mich das beunruhigen, dass Computer schlauer sein können, als die Menschheit. Jeder Taschenrechner kann besser Kopfrechnen als ich.

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