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Softwarefirma Eolas: Microsoft-Bezwinger greift Web-Wirtschaft an

Die Firma Eolas hält ein Patent, das so gut wie jeden Web-Auftritt betrifft. Im Jahr 2004 wurde Microsoft bereits zur Zahlung von 565 Millionen Dollar an das Unternehmen verurteilt. Jetzt klagt der Software-Hersteller gegen 24 Top-Konzerne von Adobe über Ebay und Google bis Yahoo.

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sgift 07.10.2009, 17:16
1. Softwarepatente

Was wieder mal beweist: Softwarepatente sind die duemmste Erfindung seit der Einfuehrung des Patentrechts. Es wird Zeit, dass die USA sich von diesem Irrweg verabschieden. Und die EU wuerde gut daran tun sie gar nicht erst einzufuehren.

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sprechweise 07.10.2009, 17:21
2. Eisberg

Zitat von sysop
Die Firma Eolas hält ein Patent, das so gut wie jeden Web-Auftritt betrifft. Im Jahr 2004 wurde Microsoft bereits zur Zahlung von 565 Millionen Dollar an das Unternehmen verurteilt. Jetzt klagt der Software-Hersteller gegen 24 Top-Konzerne von Adobe über Ebay und Google bis Yahoo.
Patente sind nur die Spitze des Eisberg.
Das Rechtssystem ist insgesamt absurd.
Das Wort "Recht" ist ein Euphenismus für etwas was eigentlich "Macht" oder deutlicher "ritualisierte kriminelle Energie" heißen müsste.

Allein die Tatsache, dass es viele, widersprüche Systeme gibt zeigt, dass es sich nicht um eine logisch stringente Vorgehensweise handelte.

Das "Rechtssystem" wird von Richtern und Anwälten bewirtschaftet, die zu Lasten der Gesellschaft Werte abziehen

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amtegi123 07.10.2009, 17:35
3. Erst denken, dann schreiben...

Zitat von sprechweise
Patente sind nur die Spitze des Eisberg. Das Rechtssystem ist insgesamt absurd. Das Wort "Recht" ist ein Euphenismus für etwas was eigentlich "Macht" oder deutlicher "ritualisierte kriminelle...
Aha, sehr interessante Theorie. Und was schlagen sie als Alternative vor? Jeder macht gleich was er will? Also das "Recht" des Stärkeren? Und Sie glauben, dass dann die jetzt Armen und Schwachen auf einmal den Reichen und Mächtigen gleichgestellt sind? Echt süß!

Und die Tatsache, dass es viele Systeme gibt, zeigt einzig und allein, dass es keine einheitliche Weltregierung und keinen einheitlichen Welt(rechts)staat gibt. Mit 192 Staaten gibt es eben auch mindestens 192 Systeme.

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Tyrone 07.10.2009, 17:39
4. Wartet nur....

In einem jahrelangen Verfahren habe ich das Rad patentieren lassen. Wartet nur, was auf euch zukommt....

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Kryoniker 07.10.2009, 17:45
5. .

Softwarepatente mögen dort nützlich sein, wo wirklich intellektuelles Eigentum und große Investitionen geschützt werden sollen. Letztlich ist die Herstellung von Software ein Ingenieursberuf wie jeder andere auch -- ich sehe hier keine Sonderstellung in bezug aufs Patentrecht.

Aber diese irrwitzige Form der Wegelagerei, möglichst schwammig formulierte Trivialpatente anzumelden, um dann irgendwann abzukassieren, ohne selbst nennenswert als Produzent in Erscheinung zu treten, muß schleunigst gestoppt werden. Theoretisch müßte ich wohl Gebühren an IBM zahlen, wenn ich eine Anwendung schreibe, die irgendwo eine Scroll bar enthält -- das ist einfach lachhaft.

Also: Softwarepatente? Meinetwegen. Aber die Latte, die bemißt, was überhaupt patentfähig ist, muß höher aufgelegt werden, und das nicht nur schnell, sondern auch global.

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da ist die Idee, per Mausklick eine remote geladene Anwendung zu starten, plötzlich eine halbe Milliarde Dollar wert. Wem da nicht die Haare zu Berge stehen, der hat sein Leben schon hinter sich.

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lukeskywalker 07.10.2009, 17:49
6. Nicht Softwarepatente, sondern Patente sind das Problem

Die Argumentation gegen Softwarepatente muss auf zwei unterschiedlichen Ebenen laufen. Zum einen geht es um die Tatsache, dass viele Softwarepatente den Charakter von Trivialpatenten haben und schon deshalb keine Existenzberechtigung haben.

Viel interessanter finde ich aber die Tatsache, dass der volkswirtschaftliche Nutzen von Patenten als solches nie bewiesen wurde. Oft kommt das Argument, dass es ohne Patente z.B. keine teuren Medikamente geben würde. Das stimmt auch, ohne Patente gäbe es nämlich weitaus billigere Medikamente mit höherem Wirkungsgrad. Das liegt daran, dass man Patente eigentlich auch als eine staatliche Erlaubnis für 20 Jahre Innovations-Stop interpretieren kann und vor allem als Mechanismus, der eine offene Innovation ("Open Innovation") verhindert.

Folgenden Spruch finde ich in dem Zusammenhang wichtig: "Wissen ist das einzige Gut, dass sich vermehrt, wenn man es teilt.". Der Schutz von geistigem Eigentum ist über das Urheberrecht gut gedeckt. Alles weitere sollte verboten werden, weil es der Gesellschaft schadet.

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Robert Hut 07.10.2009, 17:58
7. Ach?

"Das Patent 6,616,701 wurde bereits 1998 eingereicht und gilt seit 2003. Hyperlinks in Videos gibt es seit rund zehn Jahren, sie sind heute ein Standard auf unzähligen Webseiten bis hin zu YouTube. Eine Technik, sich bewegende Teile des Bildes - beispielsweise eine bestimmte Person oder ein Auto - mit Informations-Overlays oder Links zu verbinden, ist noch nicht auf dem Markt. Wer auch immer die als erster zur Anwendungsreife bringen wird, wird wohl auch von Eolas hören. So ist das mit Software-Patenten."

Augmented Reality..

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teutoniar 07.10.2009, 17:58
8. Deutschland?

Mir fehlt in dem Artikel ein Hinweis auf die deutsche bzw. europäische Patentsituation.

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Heinzrüdiger 07.10.2009, 18:07
9. Mir fällt kein Titel ein

Zitat von lukeskywalker
Die Argumentation gegen Softwarepatente muss auf zwei unterschiedlichen Ebenen laufen. Zum einen geht es um die Tatsache, dass viele Softwarepatente den Charakter von Trivialpatenten haben und schon deshalb keine Existenzberechtigung haben. Viel interessanter finde ich aber die Tatsache, dass der volkswirtschaftliche Nutzen von Patenten als solches nie bewiesen wurde. Oft kommt das Argument, dass es ohne Patente z.B. keine teuren Medikamente geben würde. Das stimmt auch, ohne Patente gäbe es nämlich weitaus billigere Medikamente mit höherem Wirkungsgrad. Das liegt daran, dass man Patente eigentlich auch als eine staatliche Erlaubnis für 20 Jahre Innovations-Stop interpretieren kann und vor allem als Mechanismus, der eine offene Innovation ("Open Innovation") verhindert. Folgenden Spruch finde ich in dem Zusammenhang wichtig: "Wissen ist das einzige Gut, dass sich vermehrt, wenn man es teilt.". Der Schutz von geistigem Eigentum ist über das Urheberrecht gut gedeckt. Alles weitere sollte verboten werden, weil es der Gesellschaft schadet.
Natürlich kann man auch fragen, ob es ohne Patente überhaupt neue Medikamente geben würde. Das Urheberrecht bietet da doch gar keine Anreize. Aber es wird schon eine Menge Schindluder mit Patenten getrieben, keine Frage. Ansetzen könnte der Gesetzgeber bei der Erfindungshöhe. Deutlich angehoben, könnte sie verhindern dass jede noch so triviale Idee patentiert wird. Ob in dem hier behandelten Fall die Idee trivial war, vermag ich nicht zu sagen. Es handelt sich jedenfalls um den, der die Idee, mit der heute andere Milliarden verdienen, als erster hatte. Übrigens Gratulation an den Autor des Beitrags, der sich wohltuend von anderen reißerischen SPON-Piratenstil-Artikeln zum Thema abhebt

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