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Soziale Medien: Das Arschlochproblem der sozialen Medien
REUTERS

Belästigung, Hass, Fake News: Der Zustand der sozialen Medien ist katastrophal. Die Probleme sitzen tief - die Unternehmer haben sich mehr um ihre Geschäftsmodelle, die Politiker um Digitalesoterik gekümmert.

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claus7447 26.12.2018, 17:14
1. Wie viel Demokratieverständnis haben wir?

Ein Pseudonym macht es leicht rasch seine Meinung raus zu hauen, ob richtig oder nicht ist ja zweitrangig. Entscheidend ist, die notwendigen Truppen hinter sich zu bekommen.

Die kompromisfähigkeit ist kaum in den Netzen vorhanden. Dies ist bei Themen insbesondere wenn es um politische Lager geht sofort sichtbar. Haben wir verlernt das man zum einen dem anderen zuhören könnte, vielleicht nicht alles aber Teile akzeptieren kann? Oft kommen mir die Debatten im SPON Form vor wie eine Bande spätpupertäre schlecht erzogene Jungs.

Dabei gilt doch meist neben der "Lagerhaltung", die jeder haben darf, es darauf an, was ist möglich, was ist legal und entspricht auch moralischen Werten, was hilft der Allgemeinheit.

Aber in Zeiten des gnadenlosen Egoismus sind das einsame Rufe in den Wald.

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mamann 26.12.2018, 17:18
2. Hetze nur von rechts?

Was mich an den ganzen Debatten um den Zustand der sog. "sozialen Medien" bzw. insgesamt der politischen Diskussion stört, ist der aus meiner Sicht sehr einseitige Blickwinkel. Hetze gibt es angeblich nur von rechts, das Gleiche gilt angeblich für Fake News; der Bundespräsident meint, man müsse mehr miteinander reden - wobei ich aber immer aufgrund der Wortwahl und Herkunft solcher Aufforderungen das Gefühl habe, dies solle keineswegs auf Augenhöhe geschehen - vielmehr sollten die sog. "Rechten" von den sog. "Linken" belehrt / bekehrt werden (und falls dies nicht gelingt, greifen eben wieder die "Nazi"-Klischees... ). Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass sehr viele Postings von Links keinesfalls den Vergleich mit entsprechenden Postings von Rechts scheuen müssen, sowohl was die Primitivität der Sprache als auch die "Stichhaltigkeit" der Argumente angeht. Und wenn ich hier immer wieder lesen muss, dass man z. B. einen Herrn Fleischhauer "rausschmeissen" sollte, weil man seine Beiträge nicht lesen will, dann lässt das durchaus Rückschlüsse auf das Demokratieverständnis vieler Linker zu.

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sven_sevens 26.12.2018, 17:24
3. Facebook-Zensur

Meine FB-Freunde sind hauptsächlich Italiener. Auf Italienisch schrieb ich einen Text der so begann: "Goebbels, Chef-Propagandist von Hitler, hat einmal gesagt, dass man Lügen nur oft genug wiederholen müsse, bis sie vom Volk geglaubt werden und dass es wichtig sei, dass der Staat die Medien kontrolliert. Das habe ich dann in Zusammenhang gesetzt mit aktueller italienischer Politik - italienische Politiker hatten massiv verschiedene Institutionen und Medien / Zeitungen angegriffen. Vor 10 Tagen teilte mir Facebook mit, dass mein Beitrag gegen die Richtlinien verstoße und daher gelöscht worden sei. Facebook greift also in mein Recht auf freie Meinungsäußerung ein und dass obwohl mein Beitrag Demokratie und italienische Verfassung unterstützt hat. Da stimmt was nicht und ich denke, es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass Bürger in sozialen Netzwerken die Demokratie und die freie Presse verteidigen dürfen. Und zwar auch dann, wenn im Zuge der Argumentation die Namen Goebbels und Hitler fallen.

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Wolfgang Porcher 26.12.2018, 17:26
4. die sozialen Medien?

nennen wir die vielleicht besser antisoziale Medien, oder Medien für die, die zu träge sind sich eine eigene Meinung zu bilden, und lieber anderen Schleppern.
doch wo haben die sich das abgeschaut, von unseren Zeitungsmedien, die Gerüchte sie Wahrheiten darstellen und für Bezahlung jeden durch den Dreck ziehen, wenn gewollt?

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fuerstchristian 26.12.2018, 17:28
5. warum gibt es kein Konkurrenzmodell?

Ich stelle mir beim Lesen solcher (Hilfreichen) Artikel immer die Frage, warum unsere Regierenden nicht einmal laut über Konkurrenzmodelle zu den heutigen Anti-social Networks nachdenken. Und warum denken zum Beispiel unsere großen Medien nicht darüber nach, ein eigenes soziales Network ausschließlich für die Medien zu entwickeln? Warum muss ich mir stndig anhören, dass man für das TV-Programm XY gern mehr auch bei Twitter oder Fake-Book erfahren könne? Warum wird nicht mehr Aufklärung darüber betrieben, dass es zu WhatsApp etc durchaus Alternativen gibt? Mich erschreckte und erschüttert es regelmäßig, wenn ich erfahre, welche Hintergedanken die Chefs dieser Milliarden-Maschinen antreiben.
Aber wann werden die Nutzer endlich wach, und wann bietet man ihnen endlich Alternativen? Außer zur Befriedigung eines gewissen Juckreizes sind die sozialen Netzwerke doch eh weitgehend unbrauchbar.

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halleluja6 26.12.2018, 17:32
6. Relotius

hat stramm gelogen. Das ist wahr.
Aber alles das lässt sich, wenn man denn will,meist sehr leicht nachweisen.
Schlimmer aber sind die teils geschliffen formulierten Kolumnen, die einen Anschein der Seriosität wahren und dennoch eine Einseitigkeit an den Tag legen, die sich von anderen, eher grob formulierten Leserbriefen und Schreiben nicht wesentlich unterscheiden.
Da werden gewisse Tatsachen verheimlicht, relativiert , andere dagegen aufgebauscht, die Seriosität des einen übertrieben, die des anderen herabgewürdigt usw.
Oder einseitig Meldungen plaziert.
Typisches Beispiel heute im SPIEGEL:
Ein Iraner wurde in Berlin fremdenfeindlich attackiert. Klar, nicht zu tolerieren.
Wenn der Spiegel alle Attacken von Asylbewerbern, Migranten und Ausländern auf Deutsche so umfangreich wiedergeben würde, wäre er 10 cm dick und es gäbe keinen Platz mehr für Politisches.
DAS ist es, was beim Bürger Wut entfacht, den Begriff "Lügenpresse" ins Leben ruft und ihn die AfD wählen lässt.

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marthaimschnee 26.12.2018, 17:33
7. nicht der Zustand der sozialen Medien

sondern der Zustand der Gesellschaft ist bedenklich. Die sozialen Medien bilden dies nur ab und es wäre angebracht, diesen Zustand als deutliche Warnung zu verstehen, daß der Druck im Kessel auf dem Weg zu ausgesprochen kritischen Werten ist. Verbote, Zensuren und totalitäre Maßnahmen werden erneut kein Heilmittel sein.

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Chuthulhu 26.12.2018, 17:33
8. Abgemeldet

Eigentlich ist Twitter (und Facebook) ganz toll. Ich spiele EVE Online und könnte so tolle Informationen bekommen, was im Spiel läuft, wer hat neue Bilder, Musik, Comics usw. veröffentlicht. Aber ich habe mich aus beidem wieder abgemeldet. Trotz sorgfältiger Wahl, welchen Leuten ich folge, habe ich immer wieder Sacxhen gelsen, die mich nicht interessierten. So lang der Dummtrump hassreden kann, unterstütze ich so etwas nicht. Und solang die anderen Hassreden nicht unterbunden werden, bekommen die meine Daten (und somit Geld) von mir nicht. Wenn genügend dies tun würden, wäre sehr schnell eine Kontrolle da.

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deb2011 26.12.2018, 17:35
9. Und das ist kompletter Unsinn:

Konsumenten der öffentlich-rechtlichen Medien werden tagtäglich nach Strich und Faden manipuliert. Es braucht weder Facebook noch Twitter. Das Problem der politischen Kast, die diese Medien kontrolierene: Sehr viele haben das bereits erkannt, sind aufgewacht. Es ist nämlich das genaue Gegenteil eingetreten: Durch die sozialen Medien werden die Täuschungen dieser (und auch anderer) Mainstream-Medien aufgedeckt. Das tut denen weh. Zurecht.

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