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Soziale-Medien-Demokratie: Der Knalleffekt ersetzt die Erkenntnis
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Der Diskurs im Netz ist kaputt - und damit zu einem verheerenden Modell auch für den politischen Diskurs der Gegenwart geworden. Die Verhaltensweisen der Trolle werden politisch hoffähig, von Donald Trump bis Frauke Petry.

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Marita 09.12.2015, 15:13
30. Tugendterror

Was Lobo hier betreibt gehört in die Kategorie Tugendterror, den Thilo Sarrazin in seinem Buch treffend beschreibt. Die Medienmacher merken garnicht in welcher Falle sie sitzen und treiben den rechten Parteien weiter Wähler zu. Würden sie die relevanten Fragen vernünftig thematisieren, statt Stimmung zu machen und jeden Widerspruch zu ächten, bräuchten die Menschen ihrer Wut nicht in "dumpfen Kommentaren" Luft zu machen.

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alaf 09.12.2015, 15:14
31. T(r)oll

Dass Herr Lobo die Trolle dort verortet, wo er sie aus seiner Sicht sieht, kann keine Überraschung sein. Beim emotional-unreflektierten Argumentieren ist aber geleegentlich einer mehr dabei, als er denkt. Hat Herr Lobo nicht in seiner Kolumne jahrelang lauthals das Loblied des freiheits- und demokratiefördernden und überhaupt menschheitsverbessernden Internets inkl. Web 2.0-Veranstaltung und soziale Medien gesungen?
Offenbar ein Irrtum, denn damit war es urplötzlich vorbei, als es zum Snowden/NSA-Ereignis kam und jedem klar wurde, dass das Internet vor allem anderem eine gigantische Überwachungsmaschinerie ist. Hatte da vielleicht jemand nicht richtig nachgedacht?
Nach der anfänglichen Euphorie nun der Umschlag zu Entsetzen und Abscheu: Es werden im Netz anscheinend "dumpfe" Meinungen geäußert, die im Wesentlichen wohl v.a. dadurch hervorstechen, dass man sie nicht teilen mag. Inhaltlich hatte die AFD angefangen mit Euro-Kritik, was selbst bei vielen nicht AFD-Mitgliedern aber mittlerweile Standard ist.
Seit Neuerem beschäftigt sie sich mit der Frage der Verträglichkeit von Massenimmigration aus Nahost und kommt offenbar zu Ergebnissen, die Herrn Lobo nicht vorab zur Zustimmung vorgelegt wurden. Das ist schlimm genug. Der Trollverdachts wird vom Kokumnator emotional und schnell ausgesprochen. Das wirkt angesichts der Vorgeschichte mancher seiner vorschnell geäußerten Meinungen schon etwas heikel.
Dass auf diese Weise so eben in einem Aufwasch halb Europa mit seinen überwiegend nahost-immigrationsskeptischen Bevölkerungen und Regierungen als Trollveranstaltung abgestempelt wird, stört offenbar auch nicht.
Offenbar sind keine Zweifel am eigenen Standpunkt möglich. Fehlender Diskurs und radikales Aburteilen ist schon beinahe die Garantie dafür, dass es sich wieder um einen Irtum handelt. Natürlich wird genau diese Methodik den kritisierten Trollen vorgeworfen. Mimikdetails bei Frau Petry lustvoll auszubreiten, ist dagegen einfach nur peinlich. Ein gehaltvoller Diskurs, der sich auch nur ansatzweise mit den Hintergründen beschäftigt, sieht jedenfalls anders aus.

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johannes.gebhart 09.12.2015, 15:14
32. Nöööö.

Ist nicht ganz so: es gibt viele Blogs, in denen konstruktiv kommentiert wird, häufig stehlen sich Trolls dort von allein wieder weg, wenn nicht, werden sie gesperrt oder die Kommentare gelöscht. Auch hier fehlt eine Differenzierung - wie auch in den Beschreibungen von Petri. Zugegeben: Petri ist populistisch - wie alle anderen auch - und ist gut im Umgang mit den anderen Haifischen im Becken. Machmal besser als die anderen Haifische. Das, was Sie hier schreiben, könnte man über jeden anderen, der an Diskussionsrunden teilnimmt auch schreiben, das ist aber zu einfach, da es in der Tat um Inhalte geht. Ich würde dir, Sascha, auch nicht vorwerfen, du hättest deinen Haarschnitt nur, um von den Worten abzulenken. Das eigentliche Dilemma ist aber, dass die Politik eine Politik macht, die niemand, der in Fakten Denkt, auch nur annähernd verstehen kann. Sie wird nicht erklärt, ALLES IST GEHEIM, da muss man sich nicht wundern, dass viele Bürger nach einer verständlichen und einfacheren aber konkreten Darstellung suchen und sich dieser anschließen. Die dämlichen Parolen "Wir schaffen das." und Entscheidungen wie den jetzigen Kriegseinsatz in Syrien werden zurecht mit Fragen konfrontiert wie "Was schaffen wir denn eigentlich genau und wieviel davon und warum überhaupt?" oder "Warum ziehen wir in den Krieg?" Die Antworten, die für beide Fragen zu lesen sind, sind an Peinlichkeit nicht zu überbieten, da völlig inhaltslos. Ich unterstelle der Politik inzwischen eine Dämlichkeit, die nicht einmal zum Brötchenholen ausreicht. Deren Desinteresse zeigen sie mit jedem Satz, es geht NUR um Darstellung und Ich bin besser als ihr. Lächerlich. Wenn dem anders wäre, könntest du zum Frisör und Frauke sich entspannen.

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KaWeGoe 09.12.2015, 15:16
33. Vorschlag: Foren mit überprüften Klarnamen und Foto-Zwang

Was spricht dagegen, Foren anzubieten, an denen man nur nach Überprüfung der korrekten Identitätsangaben, mit Klarnamen und Foto aktiv teilnehmen kann ?
Von Journalisten verlangt man ja auch, dass sie mit Klarnahmen und Foto zu ihren Meinungsäußerungen / Kommentaren stehen.

In diesen Foren könnte ernsthaft und zivilisiert diskutiert werden.

Andere Foren könnten natürlich weiter bestehen. Wer sich dann mit trolls abgibt, ist entweder Masochist oder selbst ein troll.

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axth 09.12.2015, 15:17
34. Beliebigkeit

Zitat von zursachet
Also die fehlenden Sachverhalte, mangelnde Recherche, die tumbe Meinungsmache - das gilt derzeit aber für beide Seiten Herr Lobo. Angefangen von ganz oben mit der inhaltsleeren Aussage "Wir schaffen das". Hüben wie drüben gibt es nur Phrasen, die Wahrheit liegt aber irgendwo in der Mitte. Es gibt in unserer komplexen Welt kein Schwarz und kein Weiß mehr (außer in den Köpfen), die Realität ist geprägt von Grauschattierungen. Sachliche Kritik an der aktuellen Politik von Frau Merkel wird aber nicht zugelassen und gleich behandelt wie tumbe, rassistische Kommentare. Für Linke ist alles "Hetze" was nicht links ist. Auf beiden Seiten gibt es ein Brett vor dem Kopf - und hier liegt die Gefahr.
Die Wahrheit liegt nicht zwischen irgendwelchen Phrasen, die Wahrheit liegt auch nicht in der Mitte.
Die Wahrheit ist kein Kompromiss.

Und erzählen Sie mir bitte nicht, dass sachliche Kritik an Merkel nirgendwo geäußert werden darf, oder das SPON sachliche Kritik zensiert.
Sie haben nicht einen Beleg dafür. NICHT EINEN!

Es sei denn, Sie halten Frau Merkel für eine Volksverräterin und denken, DAS wäre sachliche Kritik.

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twister13 09.12.2015, 15:22
35. Das stimmt so nicht

Es gab eine Welt vor Frau Petry und es gibt eine danach. Und die sind auch nicht wirklich so unterschiedlich. In beiden Welten gibt es Dumme und Schlaue.

Dumme neigen dazu sich einfache Meinungen zu eigen zu machen, am liebsten solche bei denen sie eine gewisse Selbsterhöhung erfahren.

Sieht man auch sehr schön an den Paris Attentätern. Dumme Menschen die noch nie einen eigenen Gedanken hatten bis ihnen jemand einen fremden gab.

Es ist die Aufgabe der Medien und der Politik dummen Menschen kluge Gedanken zu geben und sie zu beruhigen.

Wie es zum Beispiel Frau Merkel macht indem sie einfache klare Botschaften "Wir schaffen das" sendet, die beruhigen und schnell zu verstehen sind.

Ausserdem müssen sie geistige Brandstifter wie Frau Petry als solche benennen und klar machen dass diese Personen keine Lösungen und keine Konzepte sondern nur Machtversessenheit haben.

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axth 09.12.2015, 15:23
36.

Zitat von jo65ma
da hätten Sie lieber in einem Flüchtlingsheim bei der Essensausgabe geholfen, anstatt hier so einen Unsinn zu verfassen. Werden Sie für so etwas auch noch bezahlt? Unfassbar! Kolumnen, die die Welt nicht braucht.
Naja, aber Ihr Kommentar ist doch der beste Beweis, dass er Recht hat.
Schauen wir doch mal auf Ihre Aussagen:
- Sie mögen ihn nicht.
- Sie finden, dass seine Kommentare nicht bezahlt werden sollten
- Sie finden, dass die Welt solche Kolummnen nicht braucht.

Noch mehr Substanz? Vielleicht ein Argument?
Nichts ...

Sascha Lobo hat genau Sie beschrieben.

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hawill 09.12.2015, 15:31
37. ...ohne Erkenntnis...

Die meisten Kommentare hier bestätigen die Kolumne von Sascha Lobo: Zu eigener Meinung nicht in der Lage. Stattdessen Verschwörungstheorien bis zum Anschlag + die Schuld immer bei den anderen suchen.

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anton_otto 09.12.2015, 15:31
38. Selbst ein Brett vor dem Kopf

Die spontanen, dumpfen, rein emotionalen Internetkommentare, die Lobo beklagt, gibt es eben nicht nur von "rechts". Auch viele linken oder "antifaschistischen" Kommentatoren diskutieren genau so. Wer sich nicht in ihrem Sinne äußert, wird als Nazi beschimpft oder lächerlich gemacht. Da liegt das Problem: Für eine sinnvolle Diskussion ist die Grundvoraussetzung, Menschen mit anderen Ansichten zu respektieren.
Aber das nimmt Lobo natürlich nicht wahr. Daß andere Menschen, die nicht seiner Meinung sind, auch begründete Argumente vortragen, kommt in seiner Welt nicht vor. Für diese Degenierung der Debattenkultur hat Lobo selbst eine gehörige Mitverantwortung, hat er einer Abqualifizierung Andersmeinender als "Nazi" an dieser Stelle oft genug das Wort geredet.

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muunoy 09.12.2015, 15:32
39. Es fing mit der Euro-Krise an

Zitat von Toe Jam
Der Diskurs im Netz ist kaputt - soweit richtig. Aber vor allem weil Medien, allen voran SPON, nur noch Regierungsmeinungen propagieren und alle, die anderere Meinung sind, blindlinks als Knalltüten bezeichnen. Die von Lobo beschrieben Verhaltensweisen in Foren ("Zuspitzung der Formulierung, Blizthass, Hetze etc.) ist ebenso in den Berichten und Kommentaren der Leitmedien zu finden. Nachmeiner Wahrnehmung haben diese sogar angefangen gegen Anderesdenkende zu hetzen (es fing mit Hermann und Köhler so richtig heftigt an) und die von Lobo beschriebene Netzkultur ist eher eine Reaktion darauf.
Nein, nach meiner Beobachtung fing der Untergang der Meinungsfreiheit und der Verfall der Diskussionskultur mit der Euro-Krise an. Die Entwertung unserer Arbeitseinkommen und Spareinlagen sowie der rechtswidrige Bail-Out anderer Laender wurde uns als alternativlos verkauft. Jede gegenteilige Meinung wurde als Rechtspopulismus gebrandmarkt oder zensiert. Naja, mancher wird das katastrophale Ergebnis der letzten BT-Wahl als Beginn des Endes der Meinungsfreiheit deuten, was ich auch nachvollziehen koennte. Seitdem haben wir keine Opposition mehr im BT, sondern nur noch mehr oder minder sozialistischen Einheitsbrei zusammen mit staatsglaeubigen und linientreuen Medien. Schlimm finde ich, dass die einzig wirklich kritischen Printmedien in Deutschland inzwischen Wirtschaftsmagazine sind. Daher gebe ich nur noch fuer die Geld aus.
Besonder skuril fand ich, dass z. B. im Manager Magazin (online) letztens eine hervorragende Analyse zur Fluechtlingsproblematik zu finden war, welche in der Form niemals bei SPON erscheinen oder als Kommentar zugelassen werden wuerde. Skuril find ich diese, weil beide Magazine vom selben Verlag sind.
Ach ja, das Manager Magazin habe ich abboniert, den Spiegel selbstverstaendlich nicht.

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