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SPD und die Urheberrechtsreform: Die Alles-Mitmach-Partei
DPA

"Nie mehr CDU!", rufen die Gegner der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Aber auch die SPD verbaut sich mit ihrer erbärmlichen Mutlosigkeit jede Chance auf die Stimmen der Generation YouTube.

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interessierter Laie 06.03.2019, 20:08
110. Interessanter Punkt...

Zitat von robana
Ist Ihnen klar, das die absolute Mehrzahl der Urheber ihre Werke und damit ihre Urheberrechte für billiges Geld an Verlage bzw Rechteverwerter verkaufen müssen. Was hat der Urheber denn dann davon???
Vor gar nicht so langer Zeit bestand tatsächlich die allgemeine Erwartung, die Tage dieser großen Verwerter seien gezählt. Gerade das Netz böte ja wunderbare Möglichkeiten der Selbstvermarktung ohne deren teure Dienste. Allerdings kam es dazu nicht. Warum? Ein Grund: Der kleine Künstler kann sich gegen Massen von Urheberrechtsverletzern nicht wehren! In der Hoffnung auf großen Erfolg hat er das Tonstudio selbst gemietet, das Video aufwändig bearbeiten, ein schickes Webdesign erstellen lassen und und und. Kaum ist es online läd irgendein Typ sein geschütztes Werk bei Youtube hoch, blendet irgendeinen sinnfreien Test drüber, sagt am Ende und am Anfang irgendeinen Stuss und keiner kauft es mehr bei ihm. Shit! Genau deswegen geht der kleine Künstler zum großen Verwerter. Er ist zwar ein Halsabschneider, aber das da kriegt er zumindest etwas raus.

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A.Schmidt-Ohrn 06.03.2019, 20:17
111. Was genau

Zitat von Minster
Die SPD machst nur das nach, was die FDP bereits tat. In die Bedeutungslosigkeit versinken. Ich hoffe es geschieht schnell. Man muss ja auch nicht ewig an solch veralteten Parteien festhalten. Es kann daraus auch mal was neues entstehen, was vielleicht "gut" für die Demokratie sein könnte. Aber daran glaube ich nicht. Zu dick ist die Kruste in der Politik. Da gilt nur das eigene politische Überleben.
finden Sie gut daran, wenn die SPD in der Bedeutungslosigkeit versinkt?
Das würde mich echt interessieren. Sind SIe CDU-Fan, der eine immerwährende CDU-Regierung ersehntn? Das wäre ja aktuell die einzige Alternative. Aber das ist ja auch eine veraltete Partei.
Ich verstehe es nicht ganz.

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Lisa_can_do 06.03.2019, 20:24
112. Geht gar nicht

Ich bin echt beleidigt als SPDlerin. Was sollen denn diese plakativen Überschriften - pubertäre Auswüchse eines längst Erwachsenen? Wir haben in Hamburg in einer Ortsgruppe natürlich gegen diese geplanten Regelungen zum Urheberrecht votiert. Und die ganze konservative Truppe? Die macht nicht nur mit, sondern die denkt sich so was aus....

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andre_36 06.03.2019, 20:28
113.

Zitat von interessierter Laie
Vor gar nicht so langer Zeit bestand tatsächlich die allgemeine Erwartung, die Tage dieser großen Verwerter seien gezählt. Gerade das Netz böte ja wunderbare Möglichkeiten der Selbstvermarktung ohne deren teure Dienste. Allerdings kam es dazu nicht. Warum? Ein Grund: Der kleine Künstler kann sich gegen Massen von Urheberrechtsverletzern nicht wehren! In der Hoffnung auf großen Erfolg hat er das Tonstudio selbst gemietet, das Video aufwändig bearbeiten, ein schickes Webdesign erstellen lassen und und und. Kaum ist es online läd irgendein Typ sein geschütztes Werk bei Youtube hoch, blendet irgendeinen sinnfreien Test drüber, sagt am Ende und am Anfang irgendeinen Stuss und keiner kauft es mehr bei ihm. Shit! Genau deswegen geht der kleine Künstler zum großen Verwerter. Er ist zwar ein Halsabschneider, aber das da kriegt er zumindest etwas raus.
Das ist wirklich ärgerlich, wenn so etwas passiert. Immerhin kann man, nachdem jemand Schindluder mit dem eigenen Werk treibt, dagegen vorgehen. Das ist nicht die beste Situation und den Künstlern sollte wirklich ein besseres Rüstzeug dagegen in die Hand gegeben werden. Wenn aber die Reform in dieser Form umgesetzt wird, führt das dazu, dass gar nichts mehr hochgeladen und verteilt wird. Wieviel verdient der Urheber daran, wenn nichts mehr von ihm verwendet wird? Genau. Nüscht. Was den Künstlern eine Reform bringt, die dazu führt, dass ihre Kunst unsichtbar bleibt, konnte noch kein Befürworter erklären. Und die Verwertungsgesellschaften kämpfen einen verlorenen Kampf. Die illegale Verbreitung wird nämlich durch die Neuregelung in keiner Weise eingedämmt. Eher noch verstärkt. DIe grüßten Profiteure werden Youtube und Co sein. Die verfügen nämlich über die Strukturen und finanziellen Mittel, sich mit den Verwertern auf pauschale Abgaben zu einigen. Kleine Blogger und unabhängige Künstler werden komplett abgezogen. Ich besuche zum Beispiel ein kleines Literaturforum dessen Betreiber bereits große Probleme erwartet. Jeder gepostete Text müsste auf mögliche Copyrightverletzungen untersucht werden. Vor dem Upload. Das ist technisch undurchführbar. Das sind fast alles Laien. Da ist kaum einer Mitglied bei VG Wort und wird es auch nicht werden.

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Bishob 06.03.2019, 20:28
114. Und?

Zitat von emcioran
Nein, genau darum geht es nicht. Diese Argumentatiom finde ich sehr pauschal. Urheber, dass sind die, die sich nachts für ein paar armselige Cent die Finger wund schreiben, benötigen endlich Schutz.
Die werden geschützt? Wo leben Sie?
Es geht ausschließlich um dir Rechte der Verwerter. Urheber, Kreative werden weiter in den allerwertesten getreten.
Wäre auch nett wenn mir mal jemand erklären könnte wo genau was geklaut wird und welcher Schaden daraus entstanden ist.

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Bishob 06.03.2019, 20:32
115. Bitte

Zitat von interessierter Laie
Herr Lobos gesamtes Wirken ist eine einzige Anbiederung an den Kostenfrei-Netzkonsumenten, den er zum Freiheitskämpfer der Generation Youtube hochstilisiert. Alles was diesem Robin Hood der freien Datenautbahn gewisse Verkehrsregeln oder gar eine angemessene Maut abfordert, ist folglich zu verdammen. Dieser Position verdankt er seine Popularität und die Tatsache, dass er als Kopf einer Bewegung für sein Geschreibsel und seine Auftritte Geld erhält. Tatsächlich ist schon der Begriff Bewegung aber falsch, denn seine Youtube-Helden sind zu 99 Prozent unbewegliche und unkreative Couch-Potatos, die keinerlei Inhalt schaffen, aber den von anderen ungehemmt konsumieren wollen. Lobo ist Supermistel auf dem Baum, der von anderen gehegt wird. Und von ihm erwarten Sie eine differenzierte Betrachtung?
Bitte zeigen Sie mir wo ich kostenlos ungehemmt konsumieren kann.
Ein paar links bitte. Und: wenn Werbung läuft konsumiere ich nicht kostenlos, wo ich eine Monatsgebühr zu entrichten habe, ...wobei, das begreifen eventuell sogar Sie.

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compositeur 06.03.2019, 20:39
116.

Zitat von Bishob
Bitte zeigen Sie mir wo ich kostenlos ungehemmt konsumieren kann. Ein paar links bitte. Und: wenn Werbung läuft konsumiere ich nicht kostenlos, wo ich eine Monatsgebühr zu entrichten habe, ...wobei, das begreifen eventuell sogar Sie.
So ist es: Sie zahlen, YouTube und die Interpreten verdienen, die Urheber bekommen so gut wie nichts! Das finden Sie gerecht? Übrigens, wenn der Urheber (Komponist, Textdichter) nichts bekommt, bekommen auch die „Verwerter“-na? Genau, nichts, denn beide teilen sich die selben Urheberrechte. Daher brauchen wir die Reform!

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freekmason 06.03.2019, 20:39
117.

Zitat von im_ernst_56
Wollen Sie damit sagen, dass die Youtuber alle noch minderjährig sind? Und Sasha Lobo ist deren Großvater?
ich hatte gar nicht von youtubern gesprochen, denn Ihre frage war: "Warum hat eigentlich die Generation YouTube nicht dafür gesorgt, dass die in den Parlamenten geblieben ist?"
wie wahrscheinlich ist es da, dass ich sagen wollte: lobo ist der opa von youtubern?

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compositeur 06.03.2019, 20:45
118.

Zitat von andre_36
Genau darum geht es. Im Zuge der Entwicklung des Internets haben Verwertungsfirmen immer mehr Bedeutung verloren, weil viele Künstler gelernt haben, sich selbst zu vermarkten und die herkömmlichen Strukturen nicht mehr benötigen. Früher kämpften Musiker um Verträge mit potenten Firmen (Musik- und Literaturverlage). Wenn sie Glück oder Beziehungen hatten, gelang ihnen das. Diese Firmen haben dann wieder ihre Beziehungen zu den Medien genutzt, um die Künstler zu vermarkten. Heute kann jeder sich unabhängig von den Firmen am Spiel beteiligen. Und das ergibt unangenehme Konkurrenz für die Monopole. Diese wird jetzt mit Hilfe der treuen Marionetten in den entsprechenden Positionen beseitigt. Das bedeutet: Schluss mit lustig für die Künstler, die nicht im Club mitspielen dürfen.
Sie haben den Unterschied zwischen Interpreten (die, die aufführen) und Urhebern (die, die schreiben) wohl nicht verstanden. Interpreten, manchmal bzw. selten auch Urheber, bekommen sehr wohl Geld von YouTube. Die Urheber aber so gut wie nicht, weil YT keine genauen Nutzungsdaten herausgeben muss. Genau das ändert Artikel 13.

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curiosus_ 06.03.2019, 20:55
119. Wenn es um ein Review geht, dann...

Zitat von danielrmueller
Wenn jemand ein Review zu einem Computerspiel oder Kinofilm auf Youtube stellt, ist das nicht vergleichbar mit einem "Taschendiebstahl" - es ist ein potentieller Mehrwert für eigentlich alle Beteiligten - der Zuschauer erfährt etwas über das Spiel oder den Film. Der Filme- oder Spielemacher bekommt potentiell zusätzlich Werbung zu seinem Titel. (ZUmindest, wenn das Review nicht negativ ausfällt.) Das Problem ist, dass stark in Zweifel zu stellen ist, dass da Rechtsgüterabwägung statt gefunden hat, geeignete Maßnahmen zu finden, sondern das hier ein unzulängliches Gesetz geschaffen wird, das eigentlich der Gesellschaft schadet. Gewinnt irgendjemand davon, wenn Leute durch Uploadfilter z.B. daran gehindert werden, ein solches Review hochzuladen? Gewinnt irgendjemand, wenn wir verbieten, das jemand ein Stück von Shakespeare aufführt, weil der seine Einwillung dafür möglicherweise gar nicht gegeben hat? Was ist, wenn jemand ein Stück von Shakespear mit Lego-Figuren nachspielt, und dazu dann Musik von Micheal Jackson oder Helene Fischer zur Untermalung nutzt? Wer gewinnt wirklich dabei, wenn so etwas vielleicht aufgrund möglicher Markenrechts- oder Urheberrechtsverletzungen so ein Video an einem Uploadfilter scheitert? Natürlich kann jetzt jemand das Gegenbeispiel nennen: Jemand lädt den neuesten Marvel Film in 4K hoch - das mag Marvel schaden, also mag ein Uploadfilter, der so etwas verhindert, in diesem Fall gute Arbeit leisten...
...reicht die Erwähnung des Objekts des Reviews. Will man das Objekt zeigen muss man sich halt das ok des Rechteinhabers einholen. Wobei der durchaus freigegebene Ausschnitte seines Werkes für Reviews bereitstellen kann. Oder es rechtlich zulässig sein kann kurze Ausschnitte urheberechtsfrei zu verwenden.

Und wenn jemand Raubkopien anbietet ("den neuesten Marvel Film in 4K"), dann gehört das unterbunden.

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