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SPD und die Urheberrechtsreform: Die Alles-Mitmach-Partei
DPA

"Nie mehr CDU!", rufen die Gegner der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Aber auch die SPD verbaut sich mit ihrer erbärmlichen Mutlosigkeit jede Chance auf die Stimmen der Generation YouTube.

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draco2007 06.03.2019, 20:55
120.

Zitat von interessierter Laie
Vor gar nicht so langer Zeit bestand tatsächlich die allgemeine Erwartung, die Tage dieser großen Verwerter seien gezählt. Gerade das Netz böte ja wunderbare Möglichkeiten der Selbstvermarktung ohne deren teure Dienste. Allerdings kam es dazu nicht. Warum? Ein Grund: Der kleine Künstler kann sich gegen Massen von Urheberrechtsverletzern nicht wehren! In der Hoffnung auf großen Erfolg hat er das Tonstudio selbst gemietet, das Video aufwändig bearbeiten, ein schickes Webdesign erstellen lassen und und und. Kaum ist es online läd irgendein Typ sein geschütztes Werk bei Youtube hoch, blendet irgendeinen sinnfreien Test drüber, sagt am Ende und am Anfang irgendeinen Stuss und keiner kauft es mehr bei ihm. Shit! Genau deswegen geht der kleine Künstler zum großen Verwerter. Er ist zwar ein Halsabschneider, aber das da kriegt er zumindest etwas raus.
Blödsinn. Exakt dagegen können sie vorgehen und YouTube WIRD das Video blocken.

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soulspider 06.03.2019, 21:00
121. Billig-Adorno für die jugendlichen Geiz-ist-geil-Meute

So funktioniert Populismus: Man nehme ein Thema, das ziemlich komplex ist, rechtlich, technisch und politisch - und nachdem Fachleute jahrelang um einen Kompromiss gerungen haben, macht man gegen die EU mobil - mit Kampfbegriffen wie Zensur, Freiheit, Ende des Internets usw. Hinter der Kampagne stehen milliardenschwere Unternehmen, die sich diese Stimmungsmache einiges kosten lassen, damit sie weiterhin die Kreativen kalt enteignen können. Und natürlich Mitläufer wie Sascha Lobo, der mit seinen roten Haaren mal signalisieren wollte, dass er sowas von Zukunft und radikal ist, aber letztlich nur so ne Art Billig-Adorno für die jugendlichen Geiz-ist-geil-Meute darstellt, die weiterhin alles für lau aus dem Netz saugen möchte.

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draco2007 06.03.2019, 21:03
122.

Zitat von Nonvaio01
Die rechte haben die Platten firmen, kuenstler haben die selten. Eine BoyBand hat nicht die rechte, also duerften die nichteinaml ihre eigenen songs hochladen, denn das Platten lable hat die rechte.
Was ich jetzt gelesen hatte war, das Spotify von den 10€ die bezahlt werden 21% selbst behält und 6% an die Künstler ausgezahlt werden.

Und wissen sie wo der ganze "Rest" also 73% landen? Richtig, bei den Labels!

Vielleicht liegt schlicht da der Hase begraben, wieso die "Künstler" sich unterbezahlt fühlen. Ein Plattenlabel dürfte sich übrigens nicht mit ~20% zufrieden geben...

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andre_36 06.03.2019, 21:04
123.

Zitat von Lisa_can_do
Ich bin echt beleidigt als SPDlerin. Was sollen denn diese plakativen Überschriften - pubertäre Auswüchse eines längst Erwachsenen? Wir haben in Hamburg in einer Ortsgruppe natürlich gegen diese geplanten Regelungen zum Urheberrecht votiert. Und die ganze konservative Truppe? Die macht nicht nur mit, sondern die denkt sich so was aus....
Und was macht die SPD? Genau: die macht mit. So wie es in der Überschrift steht. Und warum? Weil die SPD die Interessen der gleichen Gesellschaftsgruppe vertritt, wie die CDU. Das sollte spätestens 2005 jedem klar geworden sein.

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curiosus_ 06.03.2019, 21:13
124. Wo wurde das, und was,..

Zitat von lapje
Das wird in Deutschland widerhergestellt, das wurde schon festgelegt. Was sie aber nicht verstehen ist folgendes: Die Tantiemen werden von der VG Wort verteilt - und die zahlen dann nur einen Teil des Schlüssels aus (zuletzt 60%) - das war bis vor 2 Jahren gelebte Praxis. Da wurde nach Verträgen gar nicht gefragt. Wie soll ich mit einem Verlag einen Vertrag abschließen, wenn ich mit keinem etwas zu tun habe? "Ausnahmen gelten demnach für Länder wie Deutschland, in denen die Verleger bereits in der Vergangenheit unrechtmäßig von den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften VG Wort, VG Bild + Kunst oder der Gema profitierten. Dieser Zustand soll nun im Nachhinein legalisiert werden." https://www.freischreiber.de/aktuelle/eu-urheberrechtsreform-wir-urheber-profitieren-nicht/ "Die deutschen Buchverlage brauchen die Richtlinie dringend, um künftig wieder an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden zu können." https://www.boersenblatt.net/2019-02-09-artikel-trilog_geht_weiter.1596303.html
.."wurde schon festgelegt"?

Ihr "freischreiber"-Link ist nichts als eine beleglose Behauptung, "Artikel 12 würde in Deutschland eine Beteiligung der Verleger an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaft Wort" sicher nicht "wieder einführen", weil das der Artikel (siehe oben) gar nicht vorgibt. Wer des Lesens fähig ist kann das unschwer erkennen. Oder steht da entsprechendes? Nein.

Und was soll Ihr boersenblatt-Link mir sagen?

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andre_36 06.03.2019, 21:15
125.

Zitat von compositeur
Sie haben den Unterschied zwischen Interpreten (die, die aufführen) und Urhebern (die, die schreiben) wohl nicht verstanden. Interpreten, manchmal bzw. selten auch Urheber, bekommen sehr wohl Geld von YouTube. Die Urheber aber so gut wie nicht, weil YT keine genauen Nutzungsdaten herausgeben muss. Genau das ändert Artikel 13.
Im Falle von Künstlern, die nicht am Mainstream-Kuchen mitverdienen, handelt es sich zumeist um Musiker, Autoren, Fotografen u. a., die zumeist auch Urheber ihrer Darbietungen sind. Natürlich wird die Reform mit dem Argument verteidigt, dass den armen geschundenen Urhebern geholfen würde. Eine intensive Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Folgen müsste eigentlich jedem klar machen, dass es so nicht laufen wird.

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soulspider 06.03.2019, 21:16
126.

Zitat von Lisa_can_do
Ich bin echt beleidigt als SPDlerin. Was sollen denn diese plakativen Überschriften - pubertäre Auswüchse eines längst Erwachsenen? Wir haben in Hamburg in einer Ortsgruppe natürlich gegen diese geplanten Regelungen zum Urheberrecht votiert. Und die ganze konservative Truppe? Die macht nicht nur mit, sondern die denkt sich so was aus....
Tja, früher war die SPD die Partei der Autoren, Musiker und anderen Kreativen. Brandt und Böll, Schmidt und Grass. Und jetzt erleben wir Barley und LeFloid und Bibi, also die billige Anbiederung an eine Generation, die damit aufgewachsen ist, dass im Internet alles für lau zu kriegen ist -- und sich wenig darum schert, ob Kreative in Europa dabei von den US-Internetfirmen kalt enteignet werden. Ein Trauerspiel. Ich hab fast 30 Jahre lang SPD gewählt. Sicher nicht mehr!

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Pantre 06.03.2019, 21:17
127.

Zitat von compositeur
So ist es: Sie zahlen, YouTube und die Interpreten verdienen, die Urheber bekommen so gut wie nichts! Das finden Sie gerecht? Übrigens, wenn der Urheber (Komponist, Textdichter) nichts bekommt, bekommen auch die „Verwerter“-na? Genau, nichts, denn beide teilen sich die selben Urheberrechte. Daher brauchen wir die Reform!
Das stimmt so nicht ganz. YT hat zumindest mit der GEMA (und mit anderen Musikverwertern weltweit) Vereinbarungen. Das da überhaupt kein Geld fließt, ist sehr unwahrscheinlich.
Es halt die Frage, wie diese Gelder an die Musiker weitergeleitet werden, deren Musik häufiger geklickt wird. Und nicht vor jedem "legalen" Musikvideo läuft Werbung. Ist also die Frage, wie viel YT überhaupt pro View einnimmt um es "fair teilen" zukönnen.

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freekmason 06.03.2019, 21:19
128.

Zitat von compositeur
Sie haben den Unterschied zwischen Interpreten (die, die aufführen) und Urhebern (die, die schreiben) wohl nicht verstanden. Interpreten, manchmal bzw. selten auch Urheber, bekommen sehr wohl Geld von YouTube. Die Urheber aber so gut wie nicht, weil YT keine genauen Nutzungsdaten herausgeben muss. Genau das ändert Artikel 13.
das finde ich gerade interessant, verstehe es nur nicht ganz. wieso kann man die urheber nicht ohne genaue nutzungsdaten vergüten, die interpreten aber schon?

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draco2007 06.03.2019, 21:19
129.

Zitat von compositeur
So ist es: Sie zahlen, YouTube und die Interpreten verdienen, die Urheber bekommen so gut wie nichts! Das finden Sie gerecht? Übrigens, wenn der Urheber (Komponist, Textdichter) nichts bekommt, bekommen auch die „Verwerter“-na? Genau, nichts, denn beide teilen sich die selben Urheberrechte. Daher brauchen wir die Reform!
Hä? Reden sie grade von einem Musiker, der einen Komponisten und Texter beschäftigt?

Ähm, haben die nicht schlicht einen VERTRAG mit dem Interpreten?
Bezahlung gegen Text. Wieso sollte der Texter an dem Gewinn mit dem Lied beteiligt werden? Wenn er das will, muss er eben einen entsprechenden Vetrag schließen.

Verwerter sind nichts weiter als Parasiten, die ohne viel zu tun, das Meiste kassieren.

Spotify bezahlt 73% von den 10€ Monatsgebühren an die Musik-Labels und nur 6% an die Künstler. Wozu braucht man auf Spotify denn Labels?

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