Forum: Netzwelt
SPD und die Urheberrechtsreform: Die Alles-Mitmach-Partei
DPA

"Nie mehr CDU!", rufen die Gegner der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Aber auch die SPD verbaut sich mit ihrer erbärmlichen Mutlosigkeit jede Chance auf die Stimmen der Generation YouTube.

Seite 9 von 37
lapje 06.03.2019, 18:09
80.

Zitat von ProfPedro
und so schreibt er hier auch. Saemtliche Verbaende der Urheber, von Musikern ueber Autoren bis zu Schaspielern sind fuer die Wahrung ihrer Rechte durch Artikel 13.
Hier trifft Unwissen auf Ahnungslosigkeit. Informieren Sie sich bitte. Es gibt auch Kreativenverbände, welche Artikel 13 strikt ablehnen. Oder zeigen Sie doch, wo ALLE für Artikel 13 sind.

Mal davon abgesehen dass ich ebenso Urheber bin und Artikel 13 ebenso ablehne.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
compositeur 06.03.2019, 18:11
81.

Zitat von lapje
Nein, das ist hier nicht der Fall, sonst hätte sich der BGH im letzten Jahr der Sache ja nicht annehmen müssen. Dieser hat nämlich genau das geurteilt, was Sie geschrieben haben: Das die Verlagsbeteiligung eine Sache zwischen Urheber und Verwerter ist. Daher ist diese nun freiwillig. Und mit Artikel 12 soll eben wieder der Status vor dem Urteil hergestellt werden.
Offensichtlich übersehen Sie, dass viele Urheber sehr wohl freiwillig einen Verlag beteiligen- nur, weil bei Ihnen offensichtlich etwas im Geschäftsmodell schiefläuft, können Sie doch nicht sämtliche anderen Urheber in Sippenhaft nehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
manskyEsel 06.03.2019, 18:15
82. ...Familien Kaffee kochen...

Ein gewisser Kurt Tucholsky aus Berlin hat vor hundert Jahren die SPD definiert: "Hier können Familien Kaffee kochen oder Partei des kleineren Übels" Seit Zaunrüttler Schröder in ihr das Sagen hatte, muss man wohl sagen "Partei des noch größeren Übels"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 06.03.2019, 18:15
83. ??

Zitat von lapje
Nein, das ist hier nicht der Fall, sonst hätte sich der BGH im letzten Jahr der Sache ja nicht annehmen müssen. Dieser hat nämlich genau das geurteilt, was Sie geschrieben haben: Das die Verlagsbeteiligung eine Sache zwischen Urheber und Verwerter ist. Daher ist diese nun freiwillig. Und mit Artikel 12 soll eben wieder der Status vor dem Urteil hergestellt werden.
Eu Urheberrechtsreform, Artikel 12, Ausgleichsansprüche:

Die Mitgliedstaaten können festlegen, dass für den Fall, dass ein Urheber einem Verleger ein Recht übertragen oder diesem eine Lizenz erteilt hat, diese Übertragung oder Lizenzierung eine hinreichende Rechtsgrundlage für den Verleger darstellt, einen Anteil am Ausgleich für die Nutzungen des Werkes zu beanspruchen, die im Rahmen einer Ausnahme oder Beschränkung in Bezug auf das übertragene oder lizenzierte Recht erfolgt sind.

Da wird gar kein Status "wieder hergestellt". Das obliegt den Gesetzgebern in den Mitgliedsstaaten. Und selbst wenn die so etwas "wiederherstellen" würden kann das der Urheber sicher in seinem Vertrag mit dem Verleger ausschließen. So viel Vertragsfreiheit dürfte drin sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jkbremen 06.03.2019, 18:15
84. Wen dann wählen

Die Groko-Parteien also nicht, wegen Uploadfilter.
Die Grünen nicht weil die von Internet ebensowenig Ahnung haben wie die SPD und mir zu viel Verbots- und Spaßverderberpartei sind.
Die Linke ? Och nööö, ich will doch nicht ständig „innen“ an alles dranhängen müssen und mich der Political correctness-Stasi ausgesetzt sehen.
Also den Lindner in gelb-magenta wählen, die Porschefahrerpartei? Die sagen zwar sie verstehen Netzpolitik, aber sonst, haben die begriffen um was es sonst so geht? Das der Mindestlohn z.B. nicht wider die guten Sitten ist und auch Minijobber eine Rente in Überlebenshöhe brauchen. Nee, glaub ich nicht dass die allzu freien Demokraten das verstehen.
Na gut, dann die A.. ? NEIN NIIIEMALS wähle ich diese braune Brut. Dann schon lieber Uploadfilter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lapje 06.03.2019, 18:20
85.

Zitat von burkhardt.huck
sondern werden von Youtube wie Facebook schon seit 2010 eingesetzt. Youtube hat z.B. erfolgreich jeden Fetzen Musik, der mehr als 29 Sekunden urheberrechtlich geschützter Musik enthält, zum Anlass genommen den gesamten Clip zu sperren.
Au man, so etwas muss doch weh tun. Leute, wie wäre es damit, sich vorher zu informieren? Ist das wirklich so schwer? Das Conent-ID-System, welches von YT eingesetzt wird, kann nur 1:1-Kopien erkennen - und das soweit ich weiß nur aufgrund von Hash-Werten. Ein Bit verändert und schon stimmt die Übereinstimmung nicht mehr.
Und erfolgreich? Die Erfolgsquote liegt bei 0,1 Prozent. Und das, nachdem Google hier 100 Millionen US-Dollar investiert hat. Zudem können diese bisher nur auf Musik und Filme angewendet werden.

Was von den Upload-Filtern verlangt wird, geht in eine ganz andere Richtung, nämlich Deep Learning. Und die Filter werden auch in 20 Jahren nicht soweit sein, Satiere, Parodie, Zitat, Kritik oder sonstige Dinge, die Nutzer von Rechtswegen dürfen, zu erkenne. Das wird Ihnen jeder Informatik-Student im ersten Semester bestätigen.

Meine Güte, das muss doch langsam wirklich wehtun...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lapje 06.03.2019, 18:22
86.

Zitat von compositeur
Ist überhaupt nicht klar. Bringen Sie doch mal ein konkretes Beispiel...
Ich bin Online-Journalist bei einem IT-POrtal - und müsste mit Einführung des Artikel 12 wieder Teile meiner Tantiemen der VG Wort an die Verlage abtreten (zuletzt 40 Prozent) - ohne mit denen zu tun zu haben. Das Portal, für das ich schreibe, gilt nämlich nicht als Verlag und bekommt daher kein Geld.

Reicht das als Beispiel?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Claes Elfszoon 06.03.2019, 18:25
87. Nanu, noch so ein ...

Zitat von ProfPedro
und so schreibt er hier auch. Saemtliche Verbaende der Urheber, von Musikern ueber Autoren bis zu Schaspielern sind fuer die Wahrung ihrer Rechte durch Artikel 13. Sie werden regelmaessig von den youtubern bestohlen! Es geht nicht um freie Meinung sondern darum, mit fremden Inhalten Werbegelder auf den Kanaelen zu generieren. Dem schiebt das Gesetzt einen Riegel vor. Verwertungsgesellschaften verteilen die Gelder an ihre Mitglieder, waehrend youtuber das Geld in die eigene Tasche stecken. Barley ist sowieso eine Null, sie will nur Waehlerstimmen und will allen gefallen.
... Blinder, der anderen etwas über Farbe erzählen will? Sie glauben also im Ernst, dass Kreativität und künstlerische Initiative durch Vereine wie die GEMA, anderen Verbänden und durch das Verlagswesen gefördert wird und diese allein deren Interessen vetreten?
Leute wie Taylor Reed, Sofi Tukker, Nikki Limo, Hannah Hart und viele andere, die erst durch ihre "Plattformarbeit" und Interaktion mit ihren Fans einen Bekanntheitsgrad erlangten, an dem die Industrie nicht mehr vorbeisehen konnte, haben Verbänden und der Musikindustrie zunächst einmal nichts zu verdanken und ihre Interessen mit den Usern/Kunden vertreten und nicht gegen sie. Dieses Lobbyistengesetz verhindert geradezu das Aufkommen neuer Künstler und Kunstformen. Wenn es auf Bekanntheit und das Erreichen einer großer Anzahl von Interessenten ankommt, gibt es nichts, das mit den Plattformen konkurrieren kann, Die Werbe-und Breitenwirkung eines freien Internets gleicht eventuelle Mängel vollkommen aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
daddeldumm 06.03.2019, 18:26
88. Wieso werde ich den Eindruck nicht los ...

... daß der Digital-Grantler Sascha Lobo auch nicht mehr ist als die bürgerlich-arrivierte Variante von fefe?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lapje 06.03.2019, 18:28
89.

Zitat von compositeur
Offensichtlich übersehen Sie, dass viele Urheber sehr wohl freiwillig einen Verlag beteiligen- nur, weil bei Ihnen offensichtlich etwas im Geschäftsmodell schiefläuft, können Sie doch nicht sämtliche anderen Urheber in Sippenhaft nehmen.
Lesen und verstehen. Was läuft bitte bei meinem "Geschäftsmodell" schief, wenn ich an Verlage etwas abgeben MUSS, ohne mit denen überhaupt in einer geschäftliche Beziehung zu stehen? Zahlen Sie auch Geld an den Bäcker um die Ecke, obwohl Sie dort nie kaufen?

Was Urheber FREIWILLIG machen, ist eine andere Sache. Bis zum letzten Jahr war das aber ein MUSS, wenn man bei der VG Wort war - dem hat der BGH aber energisch widersprochen. Und jetzt soll dieses wieder durch die Hintertür eingeführt werden.

Nochmal: Ich kann von meiner Arbeit gut leben, ich sehe aber nicht ein, Verlage an meiner Arbeit zu beteiligen, obwohl ich nichts mit denen zu tun habe. Etwas anderes wäre es, wenn das Portal, für das ich schreibe, davon was bekommen würde. Ist aber kein Verlag...

So schwer zu verstehen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 37