Forum: Netzwelt
Sperrlisten für Kinder-Pornografie: BKA zensiert bald das Web

Ein Sieg im Kampf gegen Kinderpornografie? Familienministerin Ursula von der Leyen feiert die Unterzeichnung des Sperrlisten-Vertrags zwischen BKA und Internetprovidern. Kritiker werten das Abkommen ganz anders: Als Wahlkampf, Augenwischerei und potentiell schädlich.

Seite 1 von 31
Michael Giertz 17.04.2009, 13:03
1. Ich bleib dabei

Zitat von sysop
Ein Sieg im Kampf gegen Kinderpornografie? Familienministerin Ursula von der Leyen feiert die Unterzeichnung des Sperrlisten-Vertrags zwischen BKA und Internetprovidern. Kritiker werten das Abkommen ganz anders: Als Wahlkampf, Augenwischerei und potentiell schädlich.
Wer glaubt, man könne Kinderpornographie bekämpfen, in dem man die Seiten in Deutschland unsichtbar macht, der glaubt auch:

- Feuer kann man löschen, in dem man nicht hinguckt
- Der fiese Einbrecher im Haus verschwindet, wenn man die Augen zumacht
- Es wird nirgendwo mehr ein Kind gezeugt, wenn es keine Aufklärung gibt
- Wenn man nicht weiß, dass man krank ist, ist man gesund.

So in etwa.
Sperrlisten erreichen gar nix in der Bekämpfung der Kinderpornographie: es wird nach wie vor weiterhin vergewaltigt und das Material angewendet werden, weil es nach wie vor Abnehmer in anderen Nationen gibt.

Soll wirklich den Kindern geholfen werden, darf es a) keine Insellösungen geben, muss b) die Kinderarbeit entschieden bekämpft werden und c) muss was gegen Kinderarmut getan werden. Denn nur Kinder, die in Armut leben und ihren Teil zum Familieneinkommen beitragen müssen, werden möglicherweise auch sich prostituieren und somit ihre Kindheit am Strich verkaufen.

Aber daran besteht gar kein Interesse. Ich sag' schon heute, dass morgen auf der Sperrliste auch Seiten landen werden, die z.B. Konkurrenten in der Wirtschaft im Weg sind, freie, demokratische Blogger-Seiten usw usf.

Auf dem Rücken der Kinder die nächste Riege Zensurinstrumentarien einzuführen ist eine Schweinerei ohne gleichen, gleichzusetzen mit Kriegsverbrechen.

Beitrag melden
Blautopas 17.04.2009, 13:08
2. Keine Verschwörungstheorie

Hier geht es einzig und allein darum eine Zensurmöglichkeit für das Internet zu etablieren. KiPo ist denen Sch...egal, denn dafür gäbe es wirksamere Methoden.

Beitrag melden
Realist 17.04.2009, 13:10
3. vdL

Sie signalisiert der nicht wissenden Bevölkerung "Seht her, (wir) ICH tu etwas!"

Das wars aber auch schon. Das Problem wirklich bekämpfen kostet viel Geld und muss Grenzen übergreifend angegangen werden.

Weiterhin ist zu befürchten, dass damit der Weg zur allgemeinen Internet Zensur freigemacht wird. Wer weiss schon, was unserer Politik nach der Wahl oder in ein paar Jahren einfällt.

Beitrag melden
langsamfahrstelle 17.04.2009, 13:17
4. -

Ein schönes Beispiel, wie in diesem Land praktisch alle Experten ignoriert werden, wenn die Politik sich etwas in den Kopf gesetzt hat.

Beitrag melden
Kashban 17.04.2009, 13:17
5. KiPo als Vehikel für Internetzensur

Es ist mir - und nicht nur mir - schleierhaft, warum die Server der KiPo-Seiten, die in die Liste kommen, nicht gleich hoppsgenommen werden, anstatt sie erst "umständlich" aus den Augen, aus dem Sinn zu filtern? Über 90% der echten KiPo-Server aus den skandinavischen Sperrlisten stehen in den USA, Kanada, den Niederlanden. Und da soll man nichts unternehmen können?

Nein, man will nicht an die wahren Missbraucher von Kindern, man will die "Perversen", die sich an so was aufgeilen erwischen. Und Zensurinstrumente in Stellung bringen, die Wirtschaftskrise, Misswirtschaft und unfähige Politik sorgen ja rasant dafür, dass es immer mehr unzufriedene Menschen in Deutschland und Europa gibt.

Beitrag melden
ritzinger 17.04.2009, 13:19
6. Kinderpornographie muss bekämpft werden...

...keine Frage.

Aber hier wird sie nur vor den Karren der Zensur gespannt und offensichtlich darauf gesetzt, dass bei diesem heiklen Thema die breite Masse einfach abnickt.

Die Bürger haben keine Möglichkeit zu kontollieren, was auf dieser Liste steht. Das Recht auf Informationsfreiheit (im Internet) ist hiermit abgeschafft.
Ich bin gespannt, ab wann und um welche Inhalte die Liste (offiziell) erweitert werden soll...

Beitrag melden
RogerT 17.04.2009, 13:19
7. Das kommt dabei heraus...

Das kommt dabei heraus, wenn Politiker über Dinge entscheiden, von denen sie absolut keine Ahnung haben.

Unsere Familienministerin hat zu viel mit ihren Kindern gespielt, da gibt es doch dieses Spiel, so mit Augen selber zuhalten "ich seh dich nicht, du siehst mich also auch nicht..."

Beitrag melden
Coolie 17.04.2009, 13:20
8. völlig Gaga

Zitat von sysop
Ein Sieg im Kampf gegen Kinderpornografie? Familienministerin Ursula von der Leyen feiert die Unterzeichnung des Sperrlisten-Vertrags zwischen BKA und Internetprovidern. Kritiker werten das Abkommen ganz anders: Als Wahlkampf, Augenwischerei und potentiell schädlich.
So läuft es doch schon seit 2005 mit all den Sicherheitsgesetzen...wider besseren Wissens werden hier Gesetze zusammengeschustert und als grosser Erfolg verkauft. Frau von der Leyen - die Supermutti aus Niedersachsen - setzt dem ganzen noch die Krone auf. Berechtigte Kritik von Experten wird geflissentlich ignoriert.

Und das schlimmste daran: die zum grössten Teil uninformierte Bevölkerung klatscht auch noch Beifall.

Beitrag melden
alexl1966 17.04.2009, 13:28
9. Aha.....

Zitat von Michael Giertz
Wer glaubt, man könne Kinderpornographie bekämpfen, in dem man die Seiten in Deutschland unsichtbar macht, der glaubt auch: ... Auf dem Rücken der Kinder die nächste Riege Zensurinstrumentarien einzuführen ist eine Schweinerei ohne gleichen, gleichzusetzen mit Kriegsverbrechen.
...sehr naiv, Ihr Massnahmenkatalog gegen Kinderpornografie im Web. Ich als dreifacher Vater kann nur sagen; schön dass endlich was passiert! Ich finde es beschämend, dass hier mal wieder das Persönlichkeitsrecht und die Freiheit eines Mediums über alles gestellt wird. Als wenn die freie Meinungsbildung oder die freie Verbreitung von Information vom Web abhängen würde. Wie war das denn mit der Meinungsbildung in der Pär-Web-Ära????
Es ist ganz schön naiv anzunehmen, man könnte Server, die im Ausland stehen Deutschland aus still legen. Wenn ich das Angebot selbst nicht beeinflussen kann, dann muss ich halt die Vetriebskanäle stören. Und das Internet als rechtsfreier Raum (jaja, ich weiss er ist juristisch nicht rechtsfrei, faktisch aber schon) bietet diesem Päderastenpack einen anonymen Zugang, wo sie noch nicht mal befürchten müssen, dass sie erwischt werden.
Die jetzige Lösung ist zwar nicht perfekt und kann erst ein Anfang sein, aber es ist besser als nichts.

Beitrag melden
Seite 1 von 31
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!