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Spielemesse Gamescom: Die kostenlosen Spiele kommen
dapd

Bei den Spieleherstellern zeichnet sich eine Revolution ab. Giganten wie Electronic Arts oder Ubisoft sind bereit, ihre Games zu verschenken. Das Modell stammt aus Asien, Erlöse wollen die Firmen durch virtuelle Waren erzielen. Manche halten das für die einzige Hoffnung der Branche.

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amuseemanc 16.08.2012, 07:40
1. Kein Titel

Ich weiß nicht, ob man hier nicht wieder mal einem Asienhype erliegt. Asien ist nicht Europa - das hat sich doch immer wieder gezeigt. Gerade im MMO Bereich haben die sog. "Asiengrinder", wie AION, Terra z.B. nicht so funktioniert wie in Asien.

Und ob das Spielen damit für einen Spieler langfristig günstiger wird, wird sich noch zeigen müssen. Hier wird ganz klar auf den Suchtfaktor gesetzt. Je weiter man schon in einem Spiel ist, desto eher ist man auch bereit Geld auszugeben um weiter zu kommen. Und ein überhöhter Preis wird dann mal schnell eher in Kauf genommen.

Ich bin nun schon seit den seeligen Amigazeiten dabei und gehöre offensichtlich schon zum alten Eisen. Denn ich bevorzuge nachwievor immer noch ein Spiel, für dass ich einen festen Preis bezahle und etwas im Schrank zu stehen habe, dass ich auch nach Jahren mal wieder installieren kann ohne Steam, Origin etc.

Für wirklich gute Spiele, sind die Leute auch immer noch bereit es zu kaufen. Die Spieleindustrie darf sich nicht wundern, wenn so manche gefloppt sind. Siehe man aktuell nur SWTOR: Ein so unfertiges Spiel auf den Markt zu werfen und sich dann wundern, wenn die Spieler wieder massiv abspringen. Und nun, nach etwas über einem halben Jahr auf F2P umzustellen und auch noch zu behaupten, dies entspräche dem mehrheitlichen Wunsch der Spieler, ist schon ziemlich dreist.

Anfangs hatte SWTOR 1,7 Millionen Abonnenten, WOW hat immer noch Millionen und auch Rift trägt sich auf dieser Basis und wird stets lebendig gehalten.

Nicht das Abomodell ist gescheitert, sondern die Spieler sind nicht mehr ohne weiteres bereit für laue Aufgüsse zu bezahlen. Und da wird auch bei einem F2P Spiel schnell die Luft raus sein.

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Gallandor 16.08.2012, 07:45
2. Free2Play ist nicht ganz richtig!

Richtig heißt es: Pay2Win.

Wer nicht zahlt, der kann schlichtweg nicht gewinnen, oder erhält einfach nicht den Zugriff auf das volle Spiel wie es z.B. bei SW:TOR kommen wird.

Zitat von
Die drei Yerli-Brüder haben in koreanischen Internetcafés ein Spielverhalten beobachtet, dass sie für wegweisend halten: Gruppen von Freunden, die gemeinsam von einem Spiel zum nächsten springen, sich dabei und danach unterhaltend über das, was sie da gerade erleben. "Die Spielweise der Koreaner ist klipp und klar die Zukunft, und das wollten wir virtuell abbilden", sagt Yerli.
Merkwürdig .. Früher nannte man das LAN Party. Dann haben die Spielepublisher dafür gesorgt, dass der LAN Modus aus den Spielen verschwindet. Und nun wird das wieder als "wegweisend" verkauft?

Und das jeder Hersteller oder Publisher nun seine eigene Online-Plattform rausbringt ist irgendwo auch ziemlich dämlich. Ich habe einfach keine Lust mir zig Steam-Klone zu installieren ..

Das BWL'er Entscheidungen treffen dürfen, von deren Konsequenzen sie keine Ahnung haben, ist einfach nur zum Kotzen!

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betaknight 16.08.2012, 07:52
3. Zweifel an Free to Play

Das Problem an Free to play Modellen ist, dass sie sich nicht in jedem Bereich anwenden lassen. Wenne s um kleine Gimmicks und dergleichen gebe, denke ich durchaus dass ein Markt dafür besteht. Sowie der Schwerpunkt zu offensichtlich darauf liegt, dass man das Spiel nur mit den einem ständigen Zufluss von geld meister kann, wird dies zwangsweise nicht funktionieren.

Anderseits spiegelt es nur unsere Gesellschaft wieder, wo man den Eindruck vermittelt bekommt , dass man durch Geld alles erreichen kann.

Schade zumindest, dass der Artikel gar nicht auf andere Bereiche wie zum Beispiel Crowdfunding eingeht. Dies scheint nämlich auch ein neuer Trend zu sein. Man nehme zum Beispiel das Projekt Castle Story.

Ich denke vor allem das die Zeit der großen Publisher vorbei ist, beziehungsweise diese sich bald ziemlich ändern müssen, ob da die Lösung aber bei Free2Play ist bezweifel ich.

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fatherted98 16.08.2012, 08:04
4. Kostenlose Spiele?

...von wegen Kostenlose Browserspiele. Das Ganze ist doch ein Riesenabzock-Schwindel. Man startet die Spiele auf den entsprechend beworbenen Protalen (viele davon auch TV-Sender) und spielt los...nach 2-5 min. kommt man nicht weiter wenn man nicht für ein Paar Euro über Handy oder sonstwie irgendwelche Zusatzpunkte/Codes/Leistungen/Tipps oder was auch immer kauft...das ist meiner Meinung nach eine absolute Verbraucherirreführung. Hier wird mit kostenfrei geworben und in Wirklichkeit wird abgezockt....gerade Kinder und Jugendliche fallen darauf rein (Handyrechnung steigt entsprechend). Der Gesetztgeber muss hier schnellstens einen Riegel vor solche Falschbehauptungen schieben um den Verbraucher zu schützen....kostenfrei heißt kostenfrei und nicht nach 5 min. spielen...jetzt zahl mal damit es weitergeht!

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Gluehweintrinker 16.08.2012, 08:16
5. Ein wesentlicher Grund für Verblödung

Seit das Lesen aus der Mode kam, nach meiner Beobachtung mit der Markteinführung des Walkman, geht's mit dem Bildungsstand bergab. Zuvor blieb keine Wahl. War es langweilig, musste man irgendwo auf Bus, Bahn oder Arzt warten, hockte im Transportmittel, da gab es nur die Beschäftigung mit bedrucktem Papier.

Ob Die Zeit oder ein Groschenroman, intellektuell sicher unterschiedlich anspruchsvoll, aber beides immerhin in korrektem Deutsch und in ganzen Sätzen geschrieben und das Kopfkino aktivierend. Diese Zeiten sind vorbei. Dauerquasseln am Mobiltelefon, daddeln, mp3 in den Gehörgang dröhnen (einige wurden bereits zum Zug überrollt, weil sie Warnsignale überhörten - the survival of the fittest is back!)

Gucke man mal, was Jugendliche beschäftigt, tut sich ein Abgrund auf: Hausaufgaben, geh fott! Die werden gegoogelt oder man gibt seine Aufgaben in den vier Grundrechenarten gleich in ein Frageforum zur Bearbeitung durch andere ein. Und sonst? "Wie kann ich meinen Läppi zum Zocken schneller machen" und "Meine Mama hat das Router-Passwort geändert und gibt es mir nicht." Hut ab, Mama. Ich wünschte, dass mehr Mütter so viel Durchsetzungsvermögen haben, um die Lieben Kleinen zur Bildung zu zwingen.

Man dreht weder das Rad der Geschichte zurück, noch wird man überforderte Eltern dazu bringen, ihre spielsüchtigen Kiddies zu entwöhnen. Meine Befürchtung: es kommt knüppeldick!

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wolle0601 16.08.2012, 08:49
6. Sehe ich auch so

Zitat von betaknight
Das Problem an Free to play Modellen ist, dass sie sich nicht in jedem Bereich anwenden lassen. Wenne s um kleine Gimmicks und dergleichen gebe, denke ich durchaus dass ein Markt dafür besteht.... Ich denke vor allem das die Zeit der großen Publisher vorbei ist, beziehungsweise diese sich bald ziemlich ändern müssen, ob da die Lösung aber bei Free2Play ist bezweifel ich.
Ich zumindest bin nicht die Zielgruppe für F2P. Ich erwarte heute von Spielen eine Menge. Das fängt mit einer superben Grafik an; dafür braucht es entweder eine leistungsfähige Plattform, viel Bandbreite oder am besten beides.

Und damit das Modell kommerziell funktioniert, müßte es für die Publisher in etwa das gleiche Geld wie jetzt generieren, sonst sinkt die Qualität (oder die Programmierer arbeiten plätzlich billiger bzw die Investoren verlangen weniger Rendite...unwahrscheinlich). Kaum anzunehmen, daß die Player so dumm sind, nicht zu merken, daß sie mittel- und langfristig genausoviel Geld loswerden.

Und last but not least: Die Sache lebt davon, daß erstmal eine Menge Kostenlos-Spieler angezogen werden und eine Weile bleiben. Nach kürzlich veröffentlichten Daten (heise online vor ein paar Tagen) ist diese Weile deutlich länger als von vielen derzeit noch angenommen. Damit der Zug in Richtung Bezahlen stark genug wird, müssen die Billigheimer deutlich schlechter dastehen als die Zahler....dürfte sehr schwer werden, das nachhaltig hinzukriegen.

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Atheist_Crusader 16.08.2012, 09:04
7.

Ist das etwas neues? Mit diesem ganzen Downloadable-Content-Mist zahlt man sich sowieso für dumm und dämlich für Sachen, die eigentlich von Anfang an ins Spiel integriert gehört hätten. Gar nicht zu reden von dieser Pre-Order-Schacherei, die dem Kunden dann ebenfalls (überlegene) Ausrüstung in die Hand drücken, die normale Spieler niemals sehen werden. Demnächst bezahlt man auch noch für ganz normale Updates.

"Kostenlose Spiele" heißt dann nur noch mehr Kontrolle. Dank Plattformen wie Steam oder UPlay kann man zahlreiche Spiele gar nicht mehr spielen, solange man offline ist - vollkommen egal ob die Spiele überhaupt einen Mulitplayermodus besitzen. Jedes Mal wenn man sein zum Vollpreis erworbenes Spiel anwirft, darf man die Telekom und die feinen Herren von Steam anbetteln, dass sie es einen auch ja spielen lassen.

Also: Kostenlose Spiele? Nichts ist kostenlos. Gemolken werden die Kunden so oder so.

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theodorheuss 16.08.2012, 09:12
8. Ich spiele

Zitat von sysop
Bei den Spieleherstellern zeichnet sich eine Revolution ab. Giganten wie Electronic Arts oder Ubisoft sind bereit, ihre Games zu verschenken. Das Modell stammt aus Asien, Erlöse wollen die Firmen durch virtuelle Waren erzielen. Manche halten das für die einzige Hoffnung der Branche.
seit Jahren begeistert Videogames ( zur Zeit Mafia II ) und ich würde, wenn denn das Angebot paßt, durchaus für eine Erweiterung, Storyfortführung, geile neue Schlitten und Anzüge auch reale Euros zahlen. Aber, wie gesagt, das muß dann auch paßen. Dämliche DLC`s sind damit ganz sicher nicht gemeint! Aber ein Endlos GTA 4 z.B. hätte für mich auf jeden Fall seinen Reiz. Für mich der riesen Vorteil: Man ist mit dem Spiel, dem Ablauf, der Thematik, dem Handling aufs Beste vertraut und muß sich nicht erst wieder stundenlang in ein neues Spiel reinarbeiten. Wenn die Spielehersteller das richtig anpacken dann kann sich durchaus eine Melkkuh daraus entwickeln wie z.B. bei der Welt des Kriegshandwerks ( World of warcraft )

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FreieWelt 16.08.2012, 09:29
9. Bfp4f

Battlefield Play 4 Free ist da so ein Beispiel für F2P Spiele. Was diese Spiele viel geschickter machen, als andere, ist der kontinuierliche Zahlungszufluss. Vorher musste man 50€ für ein Spiel ausgeben und dafür vielleicht etwas sparen. Heute kaufen sich gerade Kinder, für die 50€ viel Geld sind, lieber Monat für Monat neue Gegenstände, wobei sie das Spiel absolut kostenlos bekommen haben. Kleiner Vorteil, gefällt mir das Spiel nicht, deinstalliere ich es und habe keine Kosten. Man gibt z.B. 8€ für eine neue Waffe aus, das kann man vom Taschengeld zahlen. Nächsten Monat kauft man sich ein besseres Visier etc., d.h. die Kinder geben einen Teil ihres Monatsgeldes direkt an den Spielehersteller, meist ganz einfach per Handy. Mal 2-4€ per Handy zahlen, welche Eltern merken das schon sofort. Zusätzlich gibt es dann noch die Leute mit festem Einkommen, die geringere spielerische Fähigkeiten haben oder einfach zur Elite zählen wollen. Die zahlen dann 20€ für eine Waffe und kaufen sich für 17€ die beste Munition, für 15€ den besten Lauf etc.. Da kommen dann im nu mehr als 100€ zusammen weil alle F2P Provider nicht dumm sind. Nach 3-4 Monaten wird dann einfach eine neue beste Waffe veröffentlicht und das Spiel beginnt von vorne. Ein schlechter Spieler hat so ohne weiteres die Möglichkeit sich gegen Geldzahlung deutlich zu verbessern und der Rest der Spieler, der nicht soviel zahlen will und glaubt, dass er dies durch Können ausgleichen kann, darf dann öfters als Kanonenfutter herhalten.

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